Baureihe 43
DRG-Baureihe 43
Nummerierung: DRG 43 001–035
Anzahl: 35
Hersteller: Henschel, Schwartzkopff
Baujahr(e): 1926–1928
Ausmusterung: 1968
Achsformel: 1'E
Bauart: 1'E h2
Gattung: G 56.20
Spurweite: 1.435 mm
Dienstmasse: 110,8 t
Reibungsmasse: 96,6 t
Radsatzfahrmasse: 19,3 t
Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
Indizierte Leistung: 1.383 kW
Treibraddurchmesser: 1.400 mm
Laufraddurchmesser vorn: 850 mm
Steuerungsart: Heusinger
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 720 mm
Kolbenhub: 660 mm
Kesselüberdruck: 14 bar
Rostfläche: 4,73 m²
Überhitzerfläche: 100,00 m²
Verdampfungsheizfläche: 237,10 m²
Tender: 2'2' T 32
Wasservorrat: 32,0 m³
Brennstoffvorrat: 10,0 t Kohle

Die Lokomotiven der Baureihe 43 waren Einheits-Güterzuglokomotiven der Deutschen Reichsbahn.

Es war die zweite Baureihe, die dem Prinzip der Einheitslok entsprach. Gemäß dem 1. Typisierungsplan des Vereinheitlichungsbüros der Deutschen Reichsbahn waren 1'E-Güterzuglokomotiven mit 20 t Achslast zu beschaffen. Dabei war eine Type mit Zweizylinder-Triebwerk (BR 43) und eine Type mit Dreizylinder-Triebwerk (BR 44) vorgesehen, da noch nicht bekannt war, mit welcher Bauart der Betrieb wirtschaftlicher durchzuführen war. Von beiden Baureihen wurden parallel zehn Exemplare beschafft. Die BR 43 wurde von Henschel und Schwartzkopff geliefert.

Bei Messfahrten wurde ermittelt, dass die BR 43 bei Leistungen unterhalb 1500 PSi wirtschaftlicher zu betreiben war. Bis 1928 wurden daher weitere 25 Exemplare der BR 43 nachgeliefert. Wegen der Erhöhung der Güterzuggeschwindigkeiten in den 30er-Jahren wurde danach der BR 44 der Vorzug gegeben, da diese neben den wirtschaftlichen Vorteilen im oberen Geschwindigkeitsbereich, sowie der durch das Dreizylindertriebwerk bedingten besseren Laufruhe, für 80 km/h zugelassen war.[1] Die BR 43 wurde in der Folge nicht mehr beschafft.

In der Literatur findet man häufig Aussagen, dass die Lok insgesamt nicht ausreichend leistungsfähig gewesen sei. Dem ist entgegenzuhalten, dass 43 013 versuchsweise mit 5000 t – also mehr als der Doppelten in der Schlepplasttafel angegebenen Masse – belastet wurde und diese klaglos bewältigte. Damit ist 43 013 Rekordhalterin. Nie zuvor oder danach wurden jemals einer einzelnen deutschen Lok solche Zuglasten angehängt.[2]

Die Fahrzeuge mit den Betriebsnummern 43 001 - 43 035 blieben nach dem Zweiten Weltkrieg alle bei der Deutschen Reichsbahn der DDR. 1960 wurden die verbliebenen Loks noch einmal modernisiert, der leistungsstarke Kessel ließ auch die Beförderung von Güterzügen über der maximalen Anhängelast zu. Dies führte aber zu Rahmenschäden, die die Reichsbahn aber nicht ausbessern konnte. So folgte die schnelle Ausmusterung der Maschinen, die letzte Maschine wurde 1968 im Bw Cottbus außer Dienst gestellt. Das Fahrzeug mit der Betriebsnummer 43 001 wurde zur Museumslok. Sie gehört zum Bestand des Verkehrsmuseums Dresden, ist aber zurzeit im Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf, einem früheren Einsatz-Bw der BR 43.

Die Fahrzeuge dieser Baureihe wurden mit je einem Schlepptender der Bauart 2'2' T 32 ausgestattet.

Einzelnachweise

  1. Hans Wiegard: Fahrzeugporträt Baureihe 43: 5000 Tonnen am Haken, in Lok Magazin 8/2004, S.41
  2. Hans Wiegard: Fahrzeugporträt Baureihe 43: 5000 Tonnen am Haken, in Lok Magazin 8/2004, S.42

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