Bausch & Lomb
Bausch & Lomb
Logo der Bausch & Lomb Incorporated
Unternehmensform Incorporated
Gründung 1853
Unternehmenssitz Rochester, New York
Unternehmensleitung

Ronald L. Zarrella, Chairman & CEO
Stephen C. McCluski, CFO

Mitarbeiter 12.400 (Stand: 2005)
Umsatz 2.232.000.000 US-Dollar (Stand: 2005)
Produkte

Kontaktlinsen
Medizintechnik

Website

www.bausch.com

Das 1853 in den USA gegründete Unternehmen Bausch und Lomb ist heute einer der weltweit führenden Anbieter von Kontaktlinsen. Neben diesem Standbein wurde in der jüngsten Vergangenheit der Bereich der Medizintechnik (Medikamente, Implantate für Augenerkrankungen) ausgebaut. Bekannt geworden ist Bausch & Lomb zudem über die berühmte Brillenmarke Ray-Ban, die 1999 an die italienische Luxottica-Gruppe verkauft wurde. Heute arbeiten ca. 12.000 Mitarbeiter in 36 Ländern für das Unternehmen. Der Firmensitz ist Rochester, New York.

Inhaltsverzeichnis

Firmengeschichte

Gründungsjahre und frühe Expansion

Bausch & Lomb wurde 1853 von zwei deutschen Immigranten, Johann Jakob Bausch und Henry C. Lomb in Rochester, New York, gegründet. Jacob Bausch war gelernter Optiker und fand in Henry Lomb einen Finanzier und Partner für eine kleine, aber aufstrebende Manufaktur von Monokeln. Der Durchbruch gelang den Geschäftspartnern 1861 durch die Produktion von damals sehr begehrten Monokeln mit Gummirahmen. In zweiter Generation wurde die Produktion ab 1875 auf Mikroskope und 1892 in Kooperation mit den Zeiss-Werken in Deutschland auf optische Linsen ausgeweitet. So umfasste die Produktpalette am Ende des 19ten Jahrhunderts neben Brillen, Mikroskopen und Binokularen auch Projektoren, Kameralinsen und -blenden.

Produktionserweiterung Anfang des 20. Jahrhunderts

Mit dem Ausbau der US-Streitkräfte unter Präsident Theodore Roosevelt und dem Aufbau der „Great White Fleet“, bekam Bausch & Lomb über den Zulieferer Saegmuller den Auftrag für die Herstellung der hochpräzisen Linsen für optische Messungen und gründete mit Saegmuller ein Joint Venture. Gleichzeitig mit dieser neuen Erweiterung wurde die Bedeutung der wissenschaftlichen Forschung entdeckt und eine Forschungsabteilung mit fünf Mitarbeitern eingerichtet, die neue Produkte entwickeln und alte verbessern sollte. Zudem sicherte eine erneute Allianz mit den Zeiss-Werken in Deutschland den drei beteiligten Unternehmen Bausch & Lomb, Saegmuller und Zeiss Wettbewerbsvorteile durch Patentnutzungen und Markterschließungen. 1902 entwickelte William Bausch, Sohn des Firmengründers, eine Verfahrensmethode, um geschmolzenes Glas über einen Gießprozess direkt in die gewünschte Linsenform bringen. Da die Glasstücke für die Linsen zuvor aus Glasbrocken herausgetrennt und aufwändig geschliffen werden mussten, brachte dies eine enorme Zeit- und Materialersparnis mit sich.

Erster und zweiter Weltkrieg

Die weitere Firmenentwicklung war geprägt durch die politischen Geschehnisse. Durch die Weltkriege und den hiermit verbundenen größeren Bedarf an optischen Messgeräten wie Ferngläsern, Zielfindern, Kameralinsen und Periskopen konnte die Produktionspalette erheblich ausgeweitet werden. Der Anteil militärischer Produkte betrug zu dieser Zeit 70 % der Gesamtproduktion. Eine der bekanntesten Entwicklungen dieser Zeit ist die 1926 für Piloten entwickelte Sonnenbrille der weltbekannten Marke Ray-Ban.

Zeit nach 1945

Sonnenbrille Bausch and Lomb, Modell Ray-Ban „Wayfarer Nomad“ aus den 50er und 60er Jahren

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Bereich der Photographie und der Augenoptik wieder stärker in den Vordergrund gerückt und die Produktion teilweise komplett umgestellt. Zudem wurden Produktionsstandorte in Kanada, Brasilien und Argentinien gegründet.

In einer Zeit, in der das Kino durch den Fernseher immer mehr verdrängt wurde, gelang Bausch & Lomb mit seiner CinemaScope-Linse eine Revolution. Die neue Linse ermöglichte erstmals den „wide-screen“ Effekt, mit welchem die Bildbreite in Kinos verdoppelt und die Popularität des Kinos wieder erhöht wurde. Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit, zwei Jahren für die medizinische Zulassung durch die FDA („Food and Drug Administration“) und einer Investition von drei Millionen US-Dollar brachte Bausch & Lomb 1971 die ersten Kontaktlinsen aus Poly-HEMA auf den Markt. Im Gegensatz zu den bisher erhältlichen Kontaktlinsen aus Glas und Lucite waren diese Linsen weicher und wesentlich angenehmer zu tragen. Der Name Soflens wurde bald daraufhin als Markenname weltbekannt. In der Mitte der achtziger Jahre begann die massive Umstrukturierung des Unternehmens. Die ehemaligen Kernbereiche der Herstellung von optischen Linsen für diverse Bereiche wurden verkauft. Die Sparte für Sonnenbrillen wurde weitergeführt, da Ray-Ban-Sonnenbrillen durch geschickte Produktplatzierung weiterhin großen Absatz fanden. Durch intelligente Zukäufe anderer Firmen wie der Polymer Technology Corporation und der Dr. Mann Pharma konnten existierende Geschäftsfelder wie die Kontaktlinsenherstellung gestärkt, aber auch neue erschlossen werden. 1997 wurde im Zuge einer Reihe von Firmenzukäufen schließlich der Bereich der Herstellung chirurgischer Produkte etabliert.

Entwicklung des Unternehmens in der jüngeren Vergangenheit

Bausch & Lomb hat sich inzwischen zu einer weltweit operierenden Firma weiterentwickelt, welche im Bereich der Kontaktlinsenherstellung zu den Marktführern zählt. Der Hauptsitz befindet sich heute immer noch in Rochester. Von hier werden Forschung und Prozessentwicklung, aber auch die weltweit verteilten Produktionsstandorte koordiniert. In über 36 Ländern arbeiten heute ca. 12.000 Mitarbeiter für das Unternehmen, welche im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatz von ca. 554 Millionen US-Dollar erwirtschafteten. Der Gesamtumsatz für das Jahr 2005 betrug schätzungsweise 2,2 Milliarden US-Dollar. Die Mitbewerber des Gesundheitsdienstleisters auf dem internationalen Markt sind Johnson & Johnson, Alcon, Allergan, MSD-Chibret und Ciba Vision. Die Entwicklung neuer Produkte ist entscheidend und wird fortwährend durchgeführt, wobei die unterschiedlichen Entwicklungsteams für Forschung, Entwicklung & Engineering eng zusammenarbeiten. Die unterschiedlichen Teammitglieder kommen hierbei aus den Abteilungen Fertigung, Technik, Verpackung, Marketing, Qualitätssicherung und Recht.

Geschäftsfelder

Prinzipiell sind die Geschäftsfelder heute in drei große Bereiche unterteilt:

  • Vision Care: Kontaktlinsen und Pflegeprodukte
  • Pharmazeutika: Medikamente für diverse Augenkrankheiten und Reizungen
  • Chirurgie: Hilfsmittel und Implantate

Obwohl sich in den letzten Jahren im Rahmen einer Produktdiversifizierung einige neue Geschäftsfelder aus dem Bereich der „Vision Care“ entwickelt haben, zählt die Herstellung von Kontaktlinsen mit einem Umsatzanteil im Jahr 2001 von 28 % immer noch zum Kerngeschäft. Neben der einfachsten weichen Kontaktlinsenreihe SofLens One Day, deren Linsen täglich zu ersetzen sind, sind einige hochwertigere Linsen wie die 14täglich zu ersetzende SofLens Comfort oder Seequence Linsen in der Produktpalette enthalten. Die SofLens66 Toric Linsen sind speziell für Menschen mit Astigmatismus entwickelt. Linsen aus der Boston-Reihe besitzen eine höhere Sauerstoffdurchlässigkeit und sind somit auch für Menschen mit empfindlichen oder trockenen Augen geeignet. Die neueste und fortschrittlichste Linsenreihe heißt PureVision. Diese Linsen sind so sauerstoffpermeabel, dass die Linsen bis zu 30 Tage ohne nächtliches Entfernen im Auge verweilen können. Mit einem Umsatzanteil von 25 % ist die Herstellung von Linsenpflegeprodukten das zweitgrößte Geschäftsfeld. Neben einfachen kombinierten Reinigungs- und Desinfektionslösungen für weiche und harte Kontaktlinsen werden auch PH-neutrale Lösungen angeboten, die für Menschen mit besonders empfindlichen Augen gedacht sind.

In der Sparte „Pharmaceuticals“ werden pharmazeutische Produkte für das Auge mit einem Umsatzanteil von 21 % hergestellt. Hierzu zählen verschreibungspflichtige Medikamente, die Augenreizungen, allergischen Reaktionen oder Überdruck im Auge entgegenwirken. Ein weiterer Durchbruch wird von der neuen Produktreihe Envision TD erwartet. Diese stellt ein neues Verfahren zur örtlich gezielten Abgabe von Wirkstoffen an das Auge dar. Dies wird durch medizinische Implantate erreicht, die hinter das Auge implantiert werden. Durch einen Resorptionsprozess im Körper zersetzt sich das Implantat langsam und gibt dabei beliebige Wirkstoffe lokal an das Auge über einen längeren Zeitraum dosiert ab. Außerdem werden zusätzlich Vitamine angeboten, die bakteriellen Infektionen und allergischen Reaktionen im Auge und somit dem Risiko des Sehverlustes im Alter entgegenwirken. Vor allem durch Firmenübernahmen wurden die Entwicklungen dieser Bereiche beschleunigt. Die Sparte „Surgicals“ unterteilt sich in „Refractive Surgery“ mit 8 % und „Cataract and Vitreotinal Surgery“ mit 18 % Umsatzanteil. Letzterer Bereich befasst sich mit Produkten für Operationen an grünem oder grauem Star und an der Hornhaut sowie mit implantierbaren, interokularen Linse. Der Bereich „Refractive Surgery“ umfasst hauptsächlich medizinische Analysegeräte und Laser, die für Augenoperationen benötigt werden. Um diesen Bereich zu stärken, wurden 1998 die konkurrierenden marktführenden Firmen Storz und Chiron übernommen.


Wettbewerber

Weblinks


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