Bausubstanz

Der Begriff Bausubstanz (Wortteil Substanz von lat. substantia = „das, was unter etwas steht“) wird im Bauwesen und in der Baudenkmalpflege als Bezeichnung für den Bestand, also die vorhandene Substanz von Bauwerken verwandt. In der gebräuchlichen Verwendung bezeichnet der Begriff den materiellen Bestand von Gebäuden oder Gebäudeteilen, die eine Teilmenge des Oberbegriffs Bauwerk abdecken.

Merkmale

In Analogie zum philosophischen Begriff der Substanz wird Bausubstanz folgendermaßen verstanden:

Bausubstanz ist das,

  • woraus Bauwerke bestehen und woraus alle Erscheinungen des Gebauten sich ableiten,
  • was möglichst dauerhaft und unabhängig von anderen Dingen besteht,
  • worüber (als Subjekt) etwas (ein Prädikat) gesagt werden kann und das Eigenschaften hat,
  • was einem Wandel unterliegt, z.B. durch nutzungsabhängige (Verschleiß) oder unabhängige (Naturkräfte) Einflüsse,
  • was normalerweise als Objekt bezeichnet wird,
  • was der raum-zeitlichen Wahrnehmung eine Einheit verschafft und eine Lokalisierung in ihr ermöglicht.

Verwendung

Der Begriff wird oft im Kontext der baulichen Denkmalpflege verwendet, weil diese sich mit dem Gebauten und dessen Eigenschaften mit dem Ziel der Bestandserhaltung beschäftigt und daher das Gebaute als den „Urstoff“ ihrer Tätigkeit ansieht.

In der deutschen Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (kurz HOAI) gibt es den Begriff der „vorhandene[n] Bausubstanz, die technisch oder gestalterisch mitverarbeitet wird“, und die bei der Ermittlung von Honoraren zu berücksichtigen ist.

Siehe auch


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Bausubstanz — Bau|sub|stanz auch: Bau|subs|tanz 〈f. 20〉 vorhandener Gebäudeteil od. komplex (bes. hinsichtlich des baulichen Zustandes) ● die Bausubstanz von Altbauwohnungen * * * Bau|sub|s|tanz, die <o. Pl.>: Gesamtheit der wichtigsten Bauteile eines… …   Universal-Lexikon

  • Bausubstanz — Bau|sub|s|tanz …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Schloss Habsburg — Habsburg Südwestliche Seite der Habsburg Entstehungszeit: Um 1020/30 bis etwa 1300 …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Kulturdenkmale in Penig — Die Liste der Kulturdenkmale in Penig ist ein Verzeichnis von Kulturdenkmälern in der Stadt Penig. Zur Stadt Penig gehören die Ortsteile Dittmannsdorf, Arnsdorf, Amerika, Thierbach, Zinnberg, Tauscha, Chursdorf, Langenleuba Oberhain, Wernsdorf,… …   Deutsch Wikipedia

  • Berlin-Prenzlauer Berg — Prenzlauer Berg Ortsteil von Berlin …   Deutsch Wikipedia

  • Drususstein — Der Drususstein in der Mainzer Zitadelle (Zustand 2011) Der Drususstein (auch Eigel oder Eichelstein genannt) ist ein knapp 20 m hoher, ursprünglich massiver Gussmauerwerkblock römischen Ursprungs auf dem Gelände der Mainzer Zitadelle. In… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Siedlungen des Landkreises Lüchow-Dannenberg — Der Großrundling Lübeln westlich von Lüchow, am Übergang vom Niederen Drawehn zur Jeetzelniederung Die Liste der Siedlungen des Landkreises Lüchow Dannenberg beschreibt die Städte, Flecken und Dörfer des Landkreises gegliedert nach Dorfformen… …   Deutsch Wikipedia

  • Anrechenbare Kosten — Basisdaten Titel: Verordnung über die Honorare für Leistungen der Architekten und der Ingenieure Kurztitel: Honorarordnung für Architekten und Ingenieure Abkürzung: HOAI Art: Bundesrechtsverordnung Geltungsbereich: Bundesrepublik Deu …   Deutsch Wikipedia

  • Bezirk Prenzlauer Berg — Prenzlauer Berg Ortsteil von Berlin …   Deutsch Wikipedia

  • Fenstersanierung — Fensterbestand in einem Baudenkmal. Links: nicht denkmalgerechte Fenstersanierung. (Austausch des historischen Fensterbestandes durch einflügelige, dicht schließende „Einhand Dreh Kipp Fenster“). Rechts: historischer Fensterbestand. (Zwei Flügel… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”