A. V. Rheinstein Köln
Burg Rheinstein Lage Kölns
Burg Rheinstein (ca. 1900)
Lage der Stadt Köln
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Universität: Universität zu Köln
Gründung: 26. Mai 1925 in Cöln
Verband: CV
Aufnahme in den CV: 1925
Kürzel: Rst!
Wahlspruch: Treudeutsch Allerwege!
Mitglieder: 391 (2005)
Adresse: Lindenburger Allee 34
50931 Köln
Website: www.av-rheinstein.de

Die Akademische Vereinigung Rheinstein zu Köln ist eine Studentenverbindung im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV). Die A.V. Rheinstein trägt Couleur und lehnt als katholische Vereinigung die Mensur ab („nichtschlagend“). Sie vereint Studenten und ehemalige Studenten der Universität zu Köln und anderer Kölner Hochschulen. Ihren Namen entlieh sie der Burg Rheinstein bei Trechtingshausen, auf der seit der Gründung die Stiftungfeste gefeiert werden. Sie fühlt sich in besonderer Weise der „Pflege des Geistigen, in religiös-weltanschaulicher wie auch in allgemein-kultureller Hinsicht“ verpflichtet.

Inhaltsverzeichnis

Couleur

Die A. V. Rheinstein trägt die Farben Schwarz und Weiß auf grünem Grunde mit einer silbernen Percussion – die Farben Preußens auf dem Rheinland-Grün. Dazu wird eine weiße Tuchmütze getragen. Das Fuchsenband hat die Farben weiß-grün-weiß.

Die A. V. Rheinstein chargiert mit schwarzen Pekeschen und trägt dabei niemals Vollwichs, sondern den sog. Salon-Wichs, d. h. schwarze Tuchhose, Schärpe, weiße Stoffhandschuhe und Paradecerevis. Als eine der wenigen Verbindung im CV trägt die A. V. Rheinstein aus Respekt vor den im Zweiten Weltkrieg gefallen Bundesbrüdern keinen Schläger.

Der Wahlspruch lautet Treudeutsch allerwege! und erinnert noch immer an die Gründungszeit, als der Verbleib des Rheinlandes im deutschen Reich nicht unumstritten war.

Als Kürzel führt die A. V. Rheinstein die Folge Rst!, während der Zirkel die Buchstaben Rh erkennen lässt.

Geschichte

Die A. V. Rheinstein wurde am 26. Mai 1925 als K.D.St.V. Rheinpfalz an der Universität zu Köln gegründet. Sie ging als Tochterverbindung aus der heutigen K.D.St.V. Rappoltstein (Straßburg) Köln hervor. Auf Grund der Beschwerde des K.St.V. Rheinpfalz im KV, wurde der Name in K.D.St.V. Rheinstein geändert. Ebenfalls im Jahre 1925 wurde die A. V. Rheinstein im Rahmen der 55. Cartellversammlung in den CV aufgenommen.

Die Zeit des Nationalsozialismus endet nach vergeblichen Versuchen der Kritik in der Selbstauflösung – gegen die Stimme der A.V. Rheinstein. Die A.V. Rheinstein gab dem Druck erst mit der Selbstauflösung am 25. Mai 1936 nach.

Im Wintersemester 1946 wurde dann von Mitgliedern der A. V. Rheinstein und der K.D.St.V. Rappoltstein der Albertus-Club gegründet und erhielt auch die Universitätsmatrikel. Auf Grund der anfangs ablehnenden Haltung der britischen Besatzungsbehörden war eine offene Wiederbegründung von Korporationen vorerst nicht möglich. Im Sommersemester 1949 wurde dann wieder der Name Akademische Vereinigung Rheinstein angenommen und der Albertus-Club aufgelöst.

In den 1950er Jahren gründete die A. V. Rheinstein Köln mit der KAV Danubia Wien im ÖCV und der A. V. Turicia Zürich im SchwStV den sog. Albertus-Ring europäischer katholischer Verbindungen. Nachdem einige Rheinsteiner die ersten deutsch-japanischen Hochschulgespräche mitgetragen und am 15. Dezember 1951 den japanischen Fuxen Yu Shinoda aufgenommen hatten, kam es am 26. Mai 1963 zur Gründung der Tochterverbindung A.V. Edo-Rhenania Tokyo. Sie existiert bis heute und hat seit 1964 den Status einer dem CV befreundete Verbindung.

In der Zeit von 1967 bis 1970 bestimmte die A. V. Rheinstein maßgeblich die Hochschulpolitik des CV-Studentenbundes und an der Kölner Universität. Ziel war der Widerstand gegen extremistische Strömungen und das Eintreten für die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik. Auf Bundesebene gründete der CV den Hochschulbeirat. In Köln schloss man sich gemeinsam mit den anderen katholischen Dachverbänden, der evangelischen und der katholischen Studentengemeinde zur unabhängigen hochschulpolitischen Vereinigung Aktion 67 zusammen. Eines ihrer politischen Ziele: Die Ablehnung des allgemeinpolitischen Mandates der zwangsverfassten Studierendenschaft. Bei den Studierendenparlaments-Wahlen im Juli 1967 errang die Aktion 16 von 50 Sitzen. Aufgrund des schlechten Abschneidens des RCDS reichte es aber nicht für eine „bürgerliche“ Mehrheit. Nach dem Vorbild der überparteilichen Münchener Studenten-Union erweiterte man 1968 die Basis der Aktion 67 um weitere unabhängige Kräfte (u.a. den AStA-Vorsitzenden) und nannte sich in Kölner Studenten-Union (KSU) um. Bei den Studierendenparlaments-Wahlen im Juli 1968 erreichte man schließlich gemeinsam mit dem RCDS die absolute Mehrheit der Stimmen und Sitze. In der Folge wurde der Rheinsteiner Dr. Thomas Köster zum AStA-Vorsitzenden gewählt. Er wurde 1969 in seinem Amt bestätigt und stand damit während der gesamten Zeit der Studentenunruhen an der Spitze der Kölner AStA. Erst im Oktober 1969 an den KSU-Kollegen Henning von Vieregge.

Bei der 83. Cartellversammlung 1969 in Kiel stellte die A. V. Rheinstein gemeinsam mit anderen Verbindungen einen Antrag auf Abschaffung des Katholizitätsprinzips. Der Antrag wurde abgelehnt.

Heute hat die Verbindung ca. 400 Mitglieder. Die Rheinstein Köln hat Nummer 83 in der amtliche Reihenfolge der Cartellverbindungen. Die offizielle Abkürzung ist Rst.

Verbindungshaus

Die Verbindung bewohnt ein denkmalgeschütztes Gründerzeithaus (gebaut 1906) in der Lindenburger Allee in direkter Universitätsnähe. Zuvor residierte die Verbindung am Heinzelmännchenbrunnen, in der Cäcilienstrasse und an der Nord-Süd-Fahrt.

Freundschaftsverhältnisse

Die AV Rheinstein pflegt Freundschaftsverhältnisse mit der K.A.V. Danubia Wien im ÖCV (seit 1977) und der Straßburger K.D.St.V. Badenia Frankfurt am Main (seit 2005).

Albertus-Ring

Gemeinsam mit KAV Danubia Wien-Korneuburg im ÖCV und A.V. Turicia im Schw StV gründete Danubia 1957 den Albertus Ring. Weitere Mitglieder waren:

Ziel sollte es sein, den Studentenaustausch der Universitäten zu fördern und gemeinsame Probleme zu bewältigen, um so auf Gebiet der Völkerverständigung zu wirken. Als Patron des Albertusringes wurde der namensgebende heilige und gelehrte Albertus Magnus ausgewählt. Aus dem intensiven Kontakt dieser Zeit setzt sich bis heute eine Freundschaft mit der KAV Danubia Wien-Korneuburg im ÖCV fort.

Diese Idee wird heute durch den EKV und das Erasmus-Programm verwirklicht.

Bekannte Mitglieder

  • Max Josef Dietlein, ehemaliger Präsident des Verfassungsgerichtshofes für das Land Nordrhein-Westfalen
  • Reinhold Ewald, Physiker, ESA-Wissenschaftsastronaut und Teilnehmer der Weltraummission „Mir 97“
  • Joseph Kardinal Frings, ehemaliger Kölner Erzbischof
  • Dieter Fuchs, ehemaliger Präsident des Landschaftsverband Rheinland
  • Pierre Gerckens, Herausgeber des Tagesspiegels
  • Gregor Golland, Landtagsabgeordneter (NRW)
  • Henrik R. Hanstein, Kunstversteigerer (Kunsthaus Lempertz)
  • Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg
  • Seiko Kono, Abt des Klosters Nara, Kyoto (Japan)
  • Franz Keil, Deutscher Botschafter in Australien (1991-1994)
  • Hans-Jürgen Mohr, Vorstand Bayer AG
  • Bernd Oldenkott, Deutscher Botschafter in Nigeria (1980-1983) und in Äthiopien (1984-1988)
  • Tilman Pünder, ehemaliger Oberstadtdirektor von Münster
  • Hermann Pünder, ehemaliger Kölner Oberbürgermeister
  • Eberhard Schlephorst, Vorstandsmitglied der Fraunhofer-Gesellschaft
  • Joerg E. Staufenbiel , Personalberater und Verleger
  • Alfons Titzrath, Banker und Aufsichtsrat (Dresdner Bank, Volkswagen, Eon, Preussag, KarstadtQuelle)
  • Peter Wernet, Immunologe, Direktor des Instituts für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Johannes Wolff, Richter am Bundesfinanzhof
  • Wolfgang Wessels, Inhaber des Jean-Monnet-Lehrstuhls am Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen an der Universität zu Köln

Weblinks


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