Bayerischer Bauern- und Mittelstandsbund
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Der Bayerische Bauernbund (BB) vertrat von 1893 bis 1933 die Interessen der ländlichen Bevölkerung im bayerischen Landtag und im Deutschen Reichstag. Er hatte seine Hochburgen in den altbayerischen Gebieten, war aber auch in Schwaben durchgehend stark vertreten. Im Vergleich zu anderen landwirtschaftlichen Interessenorganisationen (Bund der Landwirte, Landbund, Christlich-Nationale Bauern- und Landvolkpartei) war seine Programmatik liberal und in Abgrenzung zum Zentrum bzw. zur BVP betont nicht-klerikal. Seit 1922 nannte er sich Bayerischer Bauern- und Mittelstandsbund.

Nach der Novemberrevolution 1918 (siehe auch Münchner Räterepublik) setzte der linke Flügel um Karl Gandorfer u.a. eine Zusammenarbeit mit SPD und zeitweise USPD durch. Von 1920 bis 1930 koalierte der Bayerische Bauernbund mit BVP und DNVP auf Landesebene. Vom 31. März bis zum 22. November 1922 war die Partei kurzfristig in der Reichsregierung vertreten, im Kabinett Wirth II.

Mit verwandten Gruppen schloss die Partei sich ab 1928 für die Reichstagswahlen zur Deutschen Bauernpartei zusammen, wobei sie sich mit weiteren mittel- und kleinbäuerlichen Organisationen von 1927 bis 1933 in einem Dachverband mit dem Namen „Deutsche Bauernschaft“ zusammengeschlossen hatte. Wegen des fortdauernden Unterstützung der 1929 konstituierten Grünen Front trat der Bayerische Bauernbund jedoch aus dieser demokratiebejahenden Bauernorganisation 1930 aus. Die auf der Liste der Deutschen Bauernpartei gewählten Reichstagsabgeordneten des Bayerischen Bauernbundes schlossen sich der Fraktion der CNBL an.

Nach 1930 ging ein Großteil der Wählerschaft zur NSDAP über, 1933 löste sich der BB selbst auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligten sich frühere BB-Mitglieder an der Gründung der CSU.

Mitglieder

  • 1896: 15.000
  • 1908: 14.000
  • 1914: 7000
  • 1921: ca. 50.000
  • 1924: ca. 35.000

Reichstagswahlergebnisse

(ab 1928: Deutsche Bauernpartei)

  • 1893 81.350 4 Mandate
  • 1898 139.651 5 Mandate
  • 1903 100.228 3 Mandate
  • 1907 71.602 1 Mandat
  • 1912 47.804 2 Mandate
  • 1919 275.127 4 Mandate
  • 1920 218.596 4 Mandate
  • 1924I 168.996 3 Mandate
  • 1924II 296.321 6 Mandate
  • 1928 481.254 8 Mandate
  • 1930 339.434 6 Mandate
  • 1932I 137.133 2 Mandate
  • 1932II 149.002 3 Mandate
  • 1933 114.077 2 Mandate

Siehe auch


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