Bayerischer Vorwald
Blick zum Vogelsang

Der Vordere Bayerische Wald ist ein Teil des Bayerischen Waldes.

Inhaltsverzeichnis

Begriff

In älterer geographisch-landeskundlicher Literatur bezog sich der Begriff auf den gesamten südlichen Höhenzug des Bayerisch/Böhmischen Grundgebirges zwischen der Donau und dem Regen von der Keilbergsenke bei Regensburg bis zur deutsch-österreichischen Landesgrenze bei Passau. Bernhard Grueber und Adalbert Müller bezeichneten ihn 1846 als äußern Wald, „von den Geographen das Regengebirge genannt“.[1] Andere wählten stattdessen die Bezeichnung Donaugebirge.

Häufig wurde dieses Gebiet sogar mit dem Bayerischen Wald gleichgesetzt und dem Böhmerwald gegenübergestellt. Beer sprach in seinem Werk Der Böhmerwald und Bayerische Wald 1925 von einer „ansehnlichen Vorlage des Böhmerwaldes“[2]. Auch heute noch trägt auf vielen Karten allein das Vorgebirge die Bezeichnung Bayerischer Wald.[3]

Das Amt für Landeskunde wies jedoch 1951 dieses Gebiet als Vorderen Bayerischen Wald aus und sonderte dessen zentrale Aufwölbungszone unter dem Namen Hoher Bayerischer Vorwald aus.[4] Im Rahmen der landeskundlichen Gliederung Deutschlands wurde der Begriff Vorderer Bayerischer Wald sogar ausschließlich auf diesen 376 km² umfassenden Bereich beschränkt, der nur die höheren Lagen des Vorgebirges einbezieht. Er gehört heute als Nr.405 zur Naturräumlichen Haupteinheit Oberpfälzisch-Bayerischer Wald.

Dessen ungeachtet verwendet der in der Landeskunde als Falkensteiner Vorwald ausgewiesene Teil in touristischer Hinsicht ebenfalls die Bezeichnung „Vorderer Bayerischer Wald“. [5] Die folgende Beschreibung orientiert sich jedoch an der landeskundlichen Gliederung.

Beschreibung

Die als Naturraum eingegrenzte Zone ist im Schnitt nur acht Kilometer breit. Sie verläuft in typisch herzynischer Richtung von Südost nach Nordwest zwischen dem Donaurandbruch im Süden und dem Pfahl im Norden.

Das Mittelgebirge besteht vor allem aus granitisierten Gneisen und erreicht Höhen bis über tausend Metern. Die höchste Erhebung ist der Einödriegel mit 1.121 Metern. Weitere wichtige Erhebungen sind Pröller, Hirschenstein, Vogelsang, Dreitannenriegel, Breitenauriegel, Geißkopf und Brotjacklriegel.

Das bergige Gebiet wird vor allem durch Wälder sowie Land- und Forstwirtschaft geprägt. Am Fuße des Pröllers liegt der Wintersportort Sankt Englmar, auch am Kalteck, bei Langfurth sowie am Geißkopf und Einödriegel hat der Wintersport Bedeutung. Ebenfalls im Vorderen Bayerischen Wald liegen die Gemeinden Gotteszell, Grafling, Schöfweg und Zenting. Auf der Rusel überquert die Staatsstraße 2135 den Gebirgszug, während die Bundesstraße 11, die ursprünglich über die Rusel führte, diese Passhöhe jetzt umgeht und stattdessen der Waldbahn entlang des Bogenbaches folgt. Die Bahnstrecke überwindet den Vorderen Bayerischen Wald ebenfalls bei Gotteszell, benötigt dazu aber das 569 Meter lange Hochbühltunnel.

Literatur

  • Ulrich Pietrusky, Donatus Moosauer: Der Bayerische Wald – im Fluge neu entdeckt, Verlag Morsak, Grafenau, 1985, ISBN 3-87553-228-7

Nachweise

  1. Bernhard Grueber, Adalbert Müller: Der bayrische Wald (Böhmerwald), 1846, Reprint 1993, S. 8
  2. K. Beer: Der Böhmerwald und Bayerische Wald, Monographien zur Erdkunde, Bd. 34, Bielefeld 1925, S. 4
  3. http://img226.imagevenue.com/img.php?image=22491_B01_122_461lo.jpg
  4. A. Schramm: Wie heißt unser Heimatgebirge?, in: Der Bayerwald, 1952, S. 140–143
  5. http://www.vorderer-bayerischer-wald.de/Ferienregion/%C3%9Cbersichtskarte/tabid/4662/language/de-DE/Default.aspx

Weblinks


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