Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
– BLfD –
Logo
Staatliche Ebene Landesamt (Bayern)
Stellung der Behörde Denkmalfachbehörde[1] (Zentrale staatliche Fachbehörde für Denkmalschutz und Denkmalpflege des Freistaates Bayern)
Aufsichtsbehörde(n) Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Gründung 1908
Hauptsitz München
Behördenleitung Generalkonservator Egon Johannes Greipl[2]
Website www.blfd.bayern.de

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) ist die zentrale staatliche Fachbehörde für Denkmalpflege in Bayern. Es ist zuständig sowohl für die Baudenkmalpflege als auch für die Bodendenkmalpflege bzw. Archäologie. 2008 konnte das Landesamt sein 100jähriges Bestehen mit einer Veranstaltungsreihe (u. a. Vorträge und Ausstellungen in Würzburg, Regensburg, Bamberg, Nürnberg, München, Passau und Augsburg) feiern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege

Die Verfassung des Freistaates Bayern verpflichtet Staat, Gemeinden und Körperschaften des Öffentlichen Rechts, die Kunst- und Geschichtsdenkmäler zu schützen und zu pflegen. Im Sinne dieses Verfassungsauftrags hat der Bayerische Landtag im Jahr 1973 das Bayerische Denkmalschutzgesetz erlassen. Die Geschichte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, das sein Wirken heute auf die Existenz dieses Gesetzes stützt, reicht jedoch deutlich länger zurück.

Geschichte der bayerischen Denkmalpflege vor 1900

Bereits unter König Ludwig I. setzte die Entwicklung der bayerischen Denkmalpflege als Institution ein; er gründete im Jahr 1835 die Generalinspection der plastischen Denkmale des Reiches. 1868 berief König Maximilian II. einen „Generalconservator“ für die Denkmalpflege, der sein Amt in Personalunion mit der Direktion des 1855 gegründeten Bayerischen Nationalmuseums erfüllte. Die Aufgaben der Generalsinspection lagen im Schutz der Denkmäler, in der wissenschaftlichen Forschung und der Erstellung einer „Vorbildersammlung“ für die Denkmalpflege.

Geschichte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege im 20. und 21. Jahrhundert

Am 6. September 1908 unterschrieb Prinzregent Luitpold während eines Jagdaufenthalts in der Vorderriß bei Lenggries in Oberbayern eine Allerhöchste Verordnung, mit der das Generalkonservatorium der Kunstdenkmale und Altertümer Bayerns vom Bayerischen Nationalmuseum getrennt und direkt dem Staatsministerium des Inneren unterstellt wurde. Der erste Generalkonservator des Amtes war seit 1. November 1908 Georg Hager (1908-1929). Der Kunsthistoriker Hager war zum Zeitpunkt seiner Berufung zum Generalkonservator bereits lange Jahre in der Denkmalerfassung (Inventarisation) tätig, die damals der Arbeitsschwerpunkt der Behörde war. Die Ergebnisse der Denkmalerfassung liegen in dem großen Werk der Kunstdenkmäler von Bayern vor. In Hagers Amtszeit fiel 1917 die Umbenennung des Königlichen Generalkonservatoriums in Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (BLfD).

Die Bedingungen während des Dritten Reiches, des Zweiten Weltkriegs und der frühen Nachkriegszeit stellten besondere Herausforderungen an die Denkmalpflege. Die Bergung und Sicherung von Denkmälern und Kunstwerken waren in dieser Zeit die wichtigsten Aufgaben des BLfD. Die Inventarisation der Denkmäler, seine originäre Aufgabe, kam dagegen nahezu gänzlich zum Erliegen. Die Zeit des Wirtschaftswunders brachte neue Gefahren für den Denkmalbestand. Der Wiederaufbau, der autogerechte Umbau der Städte, das Streben nach einem „Haus im Grünen“, die rasante Industrialisierung, der Strukturwandel der agrarischen Welt: All diese Veränderungen stellten eine Bedrohung für die gewachsenen Städte und Dörfer dar.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges befand sich das BLfD in einem desolaten Zustand. Die geringen noch vorhandenen Kräfte wirkten bei der Sicherung der Trümmer und beim Wiederaufbau mit und leisteten so ihren Beitrag, die geschichtliche Kontinuität und Identität Bayerns durch den Neuaufbau der Monumentalbauten sichtbar in die Zukunft zu tragen. Die Kontinuität drückte sich auch in der Person des Direktors, Georg Lill aus, der das Landesamt von 1929 bis 1950 leitete. Wie Lill war auch sein Nachfolger Joseph Maria Ritz (1950 - 1957) Kunsthistoriker. In seine Amtszeit fiel die Zusammenfassung der Bodendenkmalpflege in einer Abteilung mit zwei Außenstellen in Regensburg und Würzburg. Ritz setzte durch, dass sich die Amtsvorstände ab 1957 wieder Generalkonservatoren nennen konnten, nachdem der Titel 1929 vorübergehend abgeschafft worden war.

Heinrich Kreisel (1957 - 1963) straffte die Organisation des Amtes und führte eine radikale Abkehr von einer ästhetischen Denkmalpflege sowie das Ende des Typus des Künstlerkonservators herbei, in engem Schulterschluss mit dem Kunsthistoriker und Restaurator Johannes Taubert. Mit ihrem Hinweis auf die Bedeutung des naturwissenschaftlichen Befunds in der Restaurierung und der Betonung des materiellen Bestands haben Taubert und Kreisel dem BLfD den Weg in die Zukunft gewiesen. Im Bereich der Denkmalerfassung erkannte Kreisel die Probleme des überfrachteten, schleppend voranschreitenden, und deshalb für die Praxis untauglichen klassischen Inventars und rief die Reihe der Kurzinventare ins Leben.

Eine neue Epoche der bayerischen Denkmalpflege begann mit Torsten Gebhard (1963 - 1974), der an der Vorbereitung und fachlichen Entwicklung des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes von 1973 neben dem Ministerialrat Wolfgang Eberl und dem Abgeordneten Erich Schosser maßgeblich mitwirkte. Die Ernennung des Kunstgeschichtlers und Archäologen Michael Petzet (1974 - 1999) zum Generalkonservator am 26. März 1974 war ein Politikum; sie wurde im Rahmen der Rivalität zwischen dem CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß und dem bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel instrumentalisiert. Unter Petzet erhielt das Amt in vielerlei Hinsicht ein neues Gesicht. Die Folgen des Denkmalschutzgesetzes bescherten einen massiven Personalzuwachs und ständig steigende Fördermittel, die 1990 mit 90 Millionen DM ihren Höhepunkt erreichten. 1979 kam es zur Einrichtung des Zentrallabors. Die archäologischen Dienststellen in Nürnberg und Thierhaupten wurden errichtet, ebenso das dortige Bauteile-Archiv. Seit 1975 war in Schloss Seehof bei Bamberg die schwerpunktmäßig für Unter- und Oberfranken zuständige Dienststelle des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege ansässig, in München bezog das Amt das repräsentative Dienstgebäude der Alten Münze. Archäologische Großgrabungen und die Prospektion mit Luftbild und Magnetometer steigerten den Ruf der bayerischen Bodendenkmalpflege, das Publikationswesen gewann an Bedeutung. 1989 kam die Museumsbetreuung, die 1979 dem Bayerischen Nationalmuseum zugeordnet worden war, als Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege wieder an das Amt zurück. Restaurierungen, vor allem der großen und bedeutenden barocken Kirchen wurden intensiv vom Landesamt betreut. Aufwändige Rekonstruktionen wie die Hundinghütte König Ludwigs II. und Teilrekonstruktionen wie der Hirsvogelsaal in Nürnberg trafen den Geschmack und weckten das Interesse des Publikums.

Noch früher als die Geisteswissenschaften geriet die Denkmalpflege seit 1990 in einen zunehmenden Begründungs- und Rechtfertigungszwang. Seit 1990 bewegten sich die operativen Mittel des Landesamtes für Denkmalpflege im „Sturzflug“ nach unten. 1990 betrugen die Zuschussmittel 23 Millionen Euro, 1995 unterschritten sie die 15 Millionen, 2000 sanken sie auf unter 10 Millionen, um 2007 bei 3 Millionen zu landen. Erst das Jahr 2008 brachte eine spürbare Steigerung, die sich 2010 fortsetzte. Daneben geriet der staatliche Denkmalschutz unter den Druck der allgemeinen Deregulierung der Baugesetze und der Denkmalschutzgesetze.

Der Nachfolger von Michael Petzet, Generalkonservator Egon Johannes Greipl (seit 1. November 1999) erhielt den Auftrag zu einer umfassenden Reform des BLfD. Die ehedem unübersichtlich zahlreichen Referate und Abteilungen wurden zu vier fachlichen Organisationseinheiten und vier Stabsstellen zusammengefasst: Praktische Denkmalpflege: Bau- und Kunstdenkmäler (Abt. A), Praktische Denkmalpflege: Bodendenkmäler (Abt. B), Denkmalerfassung und -forschung (Abt. Z), Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen (LST). Die zentralen Dienste in den Stabsstellen waren nun: Justitiariat (G 1), Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Aus- und Fortbildung (G 2), Informations- und Kommunikationstechnik (G 3), Haushalt, Personal, Innere Dienste, Förderwesen (G 4). Das neue, vom Begriff der Dienstleistung bestimmte Leitbild des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege betonte, dass es bei der staatlichen Denkmalpflege vor allem um das Sammeln, Verarbeiten und Vermitteln denkmalrelevanter Informationen gehe. Die 2003 abgeschlossene Reform folgte dem neuen Ansatz der integralen Denkmalpflege und sah von der klassischen strikten Trennung zwischen Bau- und Bodendenkmälern ab.

Die Bodendenkmalpflege in Bayern wandelte sich ab 2003 zu einer beratenden und vermittelnden Behörde in allen Fragen des Denkmalmanagements. Das Schwinden finanzieller Ressourcen führte zu einer verstärkten Durchsetzung des Veranlasserprinzips und zur Etablierung von privaten Grabungsfirmen.

Die Denkmalerfassung in Bayern folgt seit 2001 ebenfalls dem Leitbild der integralen Denkmalpflege. Sämtliche Objekte der Erfassung, Erforschung und Dokumentation in der Bau- und Bodendenkmalpflege werden in einer gemeinsamen Bayerischen Denkmalliste geführt. Seit 2006 wird die Denkmalkenntnis im Rahmen des Projektes Nachqualifizierung und Revision der Bayerischen Denkmalliste aktualisiert und durch die Nutzung geobasierter, digitaler Darstellungs- und Vermittlungsformen auf den zeitgemäßen Stand gebracht. Am 16. Oktober 2007 ging der in enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Vermessung und Geoinformation entwickelte BayernViewer-denkmal ins Netz. Seither ist es möglich, per Internet ständig aktualisierte Informationen über die Denkmäler abzurufen. Die „Revision und Nachqualifizierung der Bayerischen Denkmalliste“ liefert den jeweils aktuellen Stand der Denkmalwerte (Denkmalstatus). Das Ergebnis ist also keineswegs statisch. Im Rahmen der Revision und Nachqualifizierung werden leer stehende Baudenkmäler und augenscheinlich im Bestand gefährdete Bau- und Bodendenkmäler eigens erfasst. Die ist ein wesentlicher Beitrag dazu, dass Denkmalschutz und Denkmalpflege aus der reaktiven in eine aktive, von strategischen Überlegungen und Schwerpunktbildung geleitete Rolle wechseln können.

Aufgaben

Die Aufgaben des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege (BLfD) sind im Bayerischen Denkmalschutzgesetz (Art. 12) festgelegt:

  • Das BLfD ist die staatliche Fachbehörde in allen Fragen von Denkmalschutz und Denkmalpflege, es ist dem Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst direkt untergeordnet.
  • Dem BLfD obliegt die Denkmalpflege und die Mitwirkung beim Denkmalschutz,
  • Es wirkt zudem beim Vollzug des Gesetzes und anderer einschlägiger Vorschriften und Bestimmungen mit.
  • Aufgabe des BLfD ist die Herausgabe von Richtlinien zur Pflege der Denkmäler,
  • Das BLfD sichert die Erstellung und Fortführung der Inventare und der Denkmalliste.
  • Das BLfD kümmert sich um die Konservierung und Restaurierung von Denkmälern, soweit dies nicht von anderen staatlichen Stellen durchgeführt wird.
  • Zu den Aufgaben des BLfD gehören zudem die fachliche Beratung und die Erstellung von Gutachten in allen Angelegenheiten von Denkmalschutz und Denkmalpflege.
  • Das BLfD überwacht Ausgrabungen und die Erfassung aller anfallenden Bodendenkmäler.
  • Das BLfD ist auch für die Fürsorge für Heimatmuseen und ähnliche Sammlungen, die nicht vom Staat verwaltet werden, zuständig.
  • Das BLfD kann vom Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst weitere einschlägige Aufgaben zugewiesen bekommen.

Dienststellen

Dienstgebäude des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in München, Hofgraben 4 (Teilansicht)

Der Hauptsitz des Bayerischen Landesamtes befindet sich in München (Alte Münze), weitere Dienststellen sind in Bamberg, Ingolstadt, Nürnberg, Regensburg und Thierhaupten angesiedelt:

Schloss Seehof

Das Schloss Seehof bei Memmelsdorf / Bamberg, errichtet in den Jahren 1687 - 96, war die ehemalige Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe. 1975 kaufte der Freistaat Bayern das Anwesen mit seiner imposanten Gartenanlage. Seit 1976 nutzt das Bayerische Landesamt einen Teil der Räumlichkeiten, die ansonsten der Bayerischen Schlösserverwaltung unterstehen. In der Dienststelle Seehof sind das Referat A IV, zuständig für praktische Baudenkmalpflege in Ober- und Unterfranken, das Referat Steinrestaurierung (A V), das Referat B IV, betraut mit der praktischen Bodendenkmalpflege in Ober- und Unterfranken sowie Teile des Referates Restaurierung Archäologie (B V) und die für Ober- und Unterfranken zuständigen Teile der Referate Z I (Denkmalliste), Z II (Siedlungs- und Kulturlandschaftsdokumentation) sowie Z III und IV (Dokumentationswesen und Publikationswesen) untergebracht.

Dienststelle Nürnberg

Die Dienststelle Nürnberg befindet sich seit 1990 im ehemaligen Burgamtmannsgebäude auf der Nürnberger Kaiserburg. Das im Jahr 1428 auf den abgebrochenen Resten der ehemaligen Burggrafenburg errichtete Amtshaus wurde als eines von wenigen auf der Nürnberger Burg von den Bomben des Zweiten Weltkriegs verschont. Nach behutsamer, denkmalgerechter Sanierung und Modernisierung bietet es heute einen Rahmen für die Büro- und Lagerräume des für Mittelfranken und Schwaben zuständigen Teils des Referates Praktische Bodendenkmalpflege (B III).

Dienststelle Regensburg

Die Dienststelle Regensburg befindet sich am östlichen Eckpunkt der Regensburger Altstadt in der Königlichen Villa, die auf Wunsch König Maximilian II. in den Jahren 1854-56 auf der alten Stadtbefestigung errichtet wurde. Dieses Baudenkmal bietet seit 2007 die Räumlichkeiten für die Regensburger Dienststelle. Hier befinden sich Teile des Referats B II, zuständig für die praktische Bodendenkmalpflege in der Oberpfalz und in Niederbayern, Teile des Referats B V (Restaurierung archäologischer Funde, dendrochronologisches Labor) sowie Teile der Referate Z I (Bayerische Denkmalliste, Denkmaltopographie Niederbayern und Oberpfalz) und Z II (Siedlungs- und Kulturlandschaftsdokumentation).

Dienststelle Thierhaupten

Das 1803 säkularisierte Kloster Thierhaupten in Bayerisch-Schwaben ist heute Sitz einer weiteren Dienststelle des BLfD. Hier sind Teile des Referats A V, zuständig für die Restaurierung von Bau- und Kunstdenkmälern, des für Mittelfranken und Schwaben zuständigen Referats B III (praktische Bodendenkmalpflege), des Referats B V (Restaurierung Archäologie und dendrochronologisches Labor) sowie Teile des für die Bayerische Denkmalliste und die Denkmaltopographien zuständigen Referats Z I untergebracht. Zudem sind in den ehemaligen Klostergebäuden das Bauteile-Archiv des BLfD sowie eine zusammen mit dem Bezirk Schwaben betriebene Fortbildungsstätte für das Handwerk eingerichtet.

Dienststelle Ingolstadt

Am Nordostrand der Altstadt von Ingolstadt ist in der Ziegel-Bastei der frühneuzeitlichen Landesfestung Ingolstadt die Dienststelle für die drei Landkreise des nördlichen Oberbayern untergebracht. Den volkstümlichen Namen „Wunderlkasematte“ trägt die Bastei seit ihrer Nutzung durch das ehemalige „Wunderlbräu“ während des 19. Jahrhunderts. In einem auf den alten Fundamenten neu errichteten Ostflügel wurde 1987 das damalige Grabungsbüro Ingolstadt untergebracht. Heute befinden sich in der Dienststelle Ingolstadt Teile des für Oberbayern zuständigen Referates B I (Praktische Bodendenkmalpflege).

Internationale Zusammenarbeit

Das BLfD ist heute ein gesuchter Partner in der internationalen Zusammenarbeit der Denkmalpfleger. Die Anfänge liegen in den 1970er Jahren. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege beteiligte sich mit einer Ausstellung zur Restaurierung historischer Innenräume an einer Tagung in Verona, richtete eine Expertentagung zu Steinkonservierung und Verputz in Augsburg aus und nahm an einer Tagung über Grabdenkmäler in Trient teil. Im Zuge der allmählichen Öffnung der Volksrepublik China kam es zu einer Kooperation im Bereich der Restaurierung der Terrakottaarmee in Lintong und der Höhlentempel des Großen Buddhas im Kloster Dafosi. Hilfe zur Selbsthilfe war das Konservierungsprojekt der Grabfassaden der jordanischen Stadt Petran und der Altstadt von Sana’a im Jemen. In der Kooperation mit Japan ging es um die materialspezifischen Analysen von japanischen und europäischen Lackarbeiten. 2001 und 2002 reisten Geophysiker des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege in den Irak, um das Areal der historischen Stadt Uruk zu erforschen. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege trug Ende 1992 zur Bergung von Ausstattungsstücken aus zerstörten Kirchen im kriegszerstörten Kroatien und zum Aufbau des Restaurierungszentrums in Schloss Ludbreg bei. Im Zuge des bayerisch-ukrainischen Kulturabkommens wurde die Instandsetzung von Schloss Katschanivka begonnen. Von 2001 – 2007 bestand eine Kooperation mit der Polytechnischen Universität Lemberg (Lviv), in deren Rahmen ukrainische Studierende und Wissenschaftler vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Theorie und Praxis der Denkmalpflege geschult wurden. In der Tschechischen Republik finden seit 1991 jährliche Museums-Fachtagungen statt, in Krumau wurde die konservatorische Sicherung eines für die böhmisch-bayerische Geschichte hochinteressanten Bestandes von ca. 200.000 Glasplattennegativen vorangebracht. Seit 2004 ist das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege am Projekt EU-ARTECH beteiligt, das sich der Konservierungstechnologie widmet.

Veröffentlichungen

Die Kunstdenkmäler von Bayern, ursprünglich Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, sind eine 1887 begründete kunsttopographische Buchreihe zur Inventarisation der wichtigsten Kunst- und Kulturdenkmäler Bayerns und der bayerischen Pfalz. Sie war lange die wichtigste Publikation des Denkmalamtes und deckt große Teile von Bayern ab, wird aber heute nur mehr punktuell in Bamberg fortgesetzt. Daneben werden einzelne Denkmäler wie bisher die Dome in Augsburg und Regensburg (seit 2010) sowie der Jüdische Friedhof in Georgensgmünd in ausführlicher Form dargestellt.

Vom Landesamt wird die kunsttopographische Buchreihe Denkmäler in Bayern herausgegeben. Sie stellt eine in Buchform aufbereitete und mit Bildern versehene Ausgabe der Denkmalliste dar. Nach einer 1985–1991 erschienenen Ausgabe in sieben Bänden für die 7 Regierungsbezirke (Band i (Oberbayern) in 2 Teilbänden, einer davon für die Landeshauptstadt München) in der für die einzelnen Denkmäler nur Stichwortartige Erläuterungen enthalten sind, wird derzeit an einer Ausgabe in 96 Bänden (für die 71 Landkreise und 25 Kreisfreien Städte) gearbeitet, in der zu jedem Denkmal eine kurze Beschreibung und eine Abbildung vorhanden sind.

Des Weiteren gibt das Amt die archäologische Fachzeitschrift Bericht der bayerischen Bodendenkmalpflege und seit 1981 in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Archäologie in Bayern Das archäologische Jahr in Bayern heraus.

Siehe auch

Literatur

  • Eberl, Martin und Greipl: Bayerisches Denkmalschutzgesetz, Kommentar unter besonderer Berücksichtigung finanz- und steuerrechtlicher Aspekte, bearbeitet von Dr. Franz Dirnberger, Dr. Wolfgang Eberl, Wolfgang Karl Göhner, Prof. Dr. Egon Johannes Greipl, Dr. Dieter Martin, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 2007
  • Greipl, Egon Johannes (Hrsg.): 100 Jahre Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege 1908-2008, Band I-IV, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, 2008

Weblinks

 Commons: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. www.stmwfk.bayern.de Institutionen − Organisation von Denkmalschutz und Denkmalpflege. Aufgerufen am 7. Juli 2010
  2. www.blfd.bayern.de Das Landesamt – Aufgaben des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Aufgerufen am 7. Juli 2010.



Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Bayerisches Landesamt für Maß und Gewicht — Staatliche Ebene Freistaat Bayern Stellung der Behörde L …   Deutsch Wikipedia

  • Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst — – StMWFK – Staatliche Ebene Ministerium des Freistaates Bayern Gründung 27. Februar 1847 (als Staatsministerium des Innern für Kirchen und Schulangelegenheiten), 1998 in seiner jetzigen Bezeichnung Hauptsitz München Behördenleitung …   Deutsch Wikipedia

  • Bayerisches Hauptmünzamt — HMA München Münzzeichen D Staatliche Ebene Freistaat Bayern …   Deutsch Wikipedia

  • Denkmalpflege — Baudenkmalpflege an den Propyläen der Athener Akropolis …   Deutsch Wikipedia

  • Bayerisches Kriegsarchiv — Südwesttrakt; im Hintergrund Nordosttrakt Das Bayerisches Kriegsarchiv wurde 1885 gegründet und dient der Aufbewahrung von Unterlagen und Materialien zur bayerischen Militärgeschichte. Es ist heute Teil des Bayerischen Hauptstaatsarchivs …   Deutsch Wikipedia

  • Denkmal für Franz Xaver Gabelsberger (München) — 48.14176407472211.567788124167 Koordinaten: 48° 8′ 30″ N, 11° 34′ 4″ O …   Deutsch Wikipedia

  • Preis für Stadtbildpflege der Stadt München 2008 — Zu dem Wettbewerb Denkmalschutz und Neues Bauen 2008 waren 24 Bewerbungen eingegangen. Eine Beschlussvorlage für die Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Bauordnung des Münchner Stadtrats am 23. September 2009 sah vor, drei Teilnehmern… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Baudenkmäler in Bad Grönenbach — Die Liste der Baudenkmäler in Bad Grönenbach gibt eine Übersicht über alle Wohn und Bauernhäuser, sowie Kirchen und Schlösser in Bad Grönenbach und den zugehörigen Ortsteilen welche unter Denkmalschutz stehen. Inhaltsverzeichnis 1 Hinweise zu den …   Deutsch Wikipedia

  • Verband der Landesarchäologen — Dem Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland e. V. gehören alle Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland an. Er wurde 1949 gegründet. 1990 schlossen sich die Vertreter der fünf neuen Bundesländer an. Vorsitzender …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Baudenkmäler in Wolfertschwenden — Die Liste der Baudenkmäler in Wolfertschwenden gibt eine Übersicht über alle Wohn und Bauernhäuser, sowie Kirchen und Schlösser in Wolfertschwenden und den zugehörigen Ortsteilen welche unter Denkmalschutz stehen. Inhaltsverzeichnis 1 Hinweise zu …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”