Bayerisches Nationalmuseum
Bayerisches Nationalmuseum
Gewölbesaal mit mittelalterlicher Kunst
Krippenszene „Aufbruch der Könige“
„Reidersche Tafel“ (Elfenbein, um 400 n. Chr.)

Das Bayerische Nationalmuseum in München beherbergt eine kunst- und kulturhistorische Sammlung von europäischem Rang. Der Ausdruck Nationalmuseum in seinem Namen bezieht sich allerdings nicht auf die deutsche sondern auf die bayerische Nation. Seine überwiegend regionales Kunsthandwerk umfassende Sammlung hatte von Beginn an einen an die Bildung breiter Schichten, insbesondere der Handwerkerschaft, gerichteten Auftrag. Es befindet sich damals am Übergang vom fürstlichen Kuriositäten-Kabinett, der fürstlichen Bildergalerie hin zum öffentlichen Museum.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gegründet wurde das Museum 1855 vom bayerischen König Maximilian II. auf Anregungen von Archivdirektor Karl Maria Freiherr von Aretin für ein Wittelsbacher-Museum; es befindet sich seit Ende des 19. Jahrhunderts in der Prinzregentenstraße in einem nach den Plänen von Gabriel von Seidl 1894 bis 1900 gebauten Gebäude. Davor hatte es bereits zwei Standorte. Zunächst kam das neugegründete Museum in einigen Raumen der aus der Renaissance stammenden Herzog-Max-Burg unter. Dann zog es in die Maximilianstraße um. Dort wurde das zwischen 1859 und 1863 nach Plänen von Eduard von Riedel im gotisierenden „Maximilianstil“ errichtete Gebäude 1867 eingeweiht. Die Sammlung erhielt eine chronologische Abfolge. Eine Besonderheit waren die monumentalen Wandbilder der „Historischen Galerie“ im ersten Stock des Museums; nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg werden sie heute von Wandverkleidungen verdeckt.

1900 war der Umzug in die Prinzregentenstraße, seinen heutigen Standort abgeschlossen.

In dem Gebäude in der Maximilianstraße, das heute noch die Inschrift „Meinem Volk zu Ehr und Vorbild“ trägt, befindet sich heute das Staatliche Museum für Völkerkunde.

Sammlung

Die Ausstellungsstücke im Erdgeschoss geben einen Überblick über die bayerische und süddeutsche Kultur- und Kunstgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart, insbesondere über Plastiken, darunter unter anderem Werke von Erasmus Grasser, Tilman Riemenschneider, Hans Leinberger, Adam Kraft, Giovanni Bologna, Hubert Gerhard, Adriaen de Vries, Johann Baptist Straub, Ferdinand Tietz, Simon Troger, Ignaz Günther und Ludwig Schwanthaler, darunter die berühmte Seeoner Madonna. Historische Stadtmodelle, allen voran zwei von München, werden gezeigt (Straubing, Landshut, Ingolstadt, Burghausen).

Im Obergeschoss befinden sich Fachsammlungen wie Porzellan, Elfenbeinschnitzereien, Gold- und Silberarbeiten, Uhren, Poch- und Schachspiele, Textilien, Intarsien und Glasmalereien. Eine Besonderheit ist das Krönungsgewand des ersten griechischen Königs.

Im Untergeschoss werden Ausstellungsstücke aus der bäuerlichen Lebenswelt gezeigt. Besonders bekannt ist die Krippensammlung mit Exponaten aus ganz Europa und dem Schwerpunkt Italien.

Seit 2005 befindet sich im Nationalmuseum zudem die Sammlung Bollert.[1]

Literatur

  • Renate Eikelmann, Ingolf Bauer (Hrsg.): Das Bayerische Nationalmuseum. 1855 - 2005. 150 Jahre Sammeln, Forschen, Ausstellen. Hirmer, München 2006, ISBN 978-3-7774-2885-7
  • Renate Eikelmann (Hrsg.): Bayerisches Nationalmuseum. Handbuch. Hirmer, München 2008, ISBN 978-3-7774-4595-3 (Katalog)

Zweigmuseen

Das Nationalmuseum betreibt mehrere Zweigmuseen in ganz Bayern:

Einzelnachweise

  1. Das Bayerische Nationalmuseum präsentiert die Sammlung Bollert auf der Seite des Nationalmuseums; Abgerufen am 30. Oktober 2011

Weblinks

 Commons: Bayerisches Nationalmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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