Bayernbund

Der Bayernbund wurde am 15. März 1921 als Bayerischer Heimat- und Königsbund: In Treue fest (kurz: BHKB) gegründet. Bekannte Mitglieder der Anfangszeit waren zum Beispiel Otto Ballerstedt, der erste Vorsitzende Major Carl Spruner von Mertz und die Münchner Lehrerin und anfängliche Schriftführerin des Vereins Elisabeth Kaufmann.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der anfangs königstreue Verein hatte auch durch Übertritte aus der Königspartei 1925 bereits knapp 50.000 Mitglieder.

Zu dieser Zeit trat der BHKB für die Wiederherstellung des Königreichs Bayern ein. Das neu gestaltete Königreich Bayern sollte Bestandteil eines auf bundesstaatlicher Grundlage auszurichtenden Deutschen Reiches sein. Hauptziel des Vereins war zudem eine christliche Staatspolitik.

Bis 1932 stieg die Mitgliederzahl des BHKB nach Aussagen des damaligen Generalsekretärs Graf auf den Landestagen auf 160.000. Der Verein unterhielt über 2.000 Ortsgruppen. Angesichts der drohenden Machtübernahme durch die Nationalsozialisten versuchte der BHKB mit Billigung des bayerischen Kronprinzen Rupprecht, die Monarchie in Bayern wieder einzuführen und damit ein eigenständiges Bayern innerhalb eines bundesstaatlichen Deutschen Reiches zu etablieren. Der Plan wurde von konservativen Politikern unterstützt. So sprach Fritz Schäffer mehrmals in Berlin vor, um mit dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg über die Wiedereinführung der Monarchie in Bayern zu sprechen. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Reich unterstützte auch die SPD den Plan des BHKB als letzten Rettungsanker.

Mit der Machtergreifung der NSDAP in Bayern am 9. März 1933 waren die Bemühungen gescheitert. Der BHKB wurde am 2. Februar 1934 verboten. Während des Dritten Reiches formierten sich zahlreiche Mitglieder des aufgelösten Bundes in einer Widerstandsbewegung „Bayerischer Heimat- und Königsbund“, die sich den Vorbereitungen für ein wiedererstehendes Bayern widmete. Etliche Mitglieder unterhielten zudem Kontakte zum Kreisauer Kreis und zu anderen Widerstandsgruppen. Durch einen Spitzel verraten, hatte die Widerstandsbewegung "Bayerischer Heimat- und Königsbund" insbesondere nach einer Verhaftungswelle am 4. August 1939 Opfer an Toten und Gefangenen zu beklagen.

Nach dem Krieg wurde 1952 der „Bayerische Heimat- und Königsbund In Treue fest“ unter dem Vorsitz von Gustl Graf de la Rosee neu gegründet. Seine Zielsetzung richtete sich unter Förderung des monarchischen Gedankens auf die Bewahrung der Eigenstaatlichkeit Bayerns und das föderalistische Ordnungsprinzip in einem geeinten Europa.

Seit 1967 führt der Verein den Namen Bayernbund. Seine monarchistischen Wurzeln hat der Bayernbund heute weitgehend abgelegt. Hauptziele sind heute der Erhalt bayerischer Kultur und Lebensart, die Förderung des Geschichtsbewusstseins der Bevölkerung, die Bewahrung der christlich-abendländischen Tradition, Erhaltung der Sprachen aller bayerischen Bevölkerungsstämme (Erhalt der Dialekte), die Unterstützung der Heimatpflege und des Brauchtums sowie des Landschafts- und Naturschutzes und die Stärkung der föderativen Ordnung in Deutschland und Europa mit Bewahrung der Eigenstaatlichkeit Bayerns. Der Bayernbund vertritt insgesamt eine christlich-wertkonservative Politik. Auch wenn der Verband überparteilich ist, stehen viele Mitglieder der CSU und anderen bürgerlichen Parteien nahe. Bis zu seinem Tode war auch der ehemalige Vorsitzende der bayerischen Grünen Sepp Daxenberger Mitglied des Vereins.

Der Bayernbund steht zudem bis heute der ehemaligen bayerischen Herrscherfamilie der Wittelsbacher nahe.

Gliederung

Der Verband ist in Kreisverbände gegliedert. 2011 bestanden folgende Verbände:

  • Oberland
  • Kempten
  • Memmingen/Unterallgäu
  • Passau
  • Dachau
  • Rosenheim
  • München und Umgebung
  • Altbayern
  • Franken
  • Traunstein
  • Wittelsbacher Land - Bayerisch Schwaben
  • Weilheim-Schongau/Garmisch-Partenkirchen

Der Bayernbund gibt die Zeitschrift Weiß-blaue Rundschau heraus, die 2011 im 54. Jahrgang erscheint. Zum 90. Gründungsfest erscheint 2011 eine Neuauflage des Buches "Gott mit dir du Land der Bayern" (Auflage 1996: ISBN 3-927529-49-4)

Landesvorstand

Landesvorsitzender:

Stellvertretende Landesvorsitzende:

  • Christian Glas, FW-Politiker
  • Josef Kirchmeier, CSU-Politiker

Weitere Mitglieder des Landesvorstandes:

  • Matthias Dambach, Schatzmeister
  • Hubert Dorn, ehemaliger Parteivorsitzender und jetziger Generalsekretär der Bayernpartei
  • Stephan Dorn, CSU.Politiker
  • Wolfgang Kink, Landesschützenmeister
  • Prof. Dr. Dieter Weiß, Universität Bayreuth

Weblinks

Einzelnachweise


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