Waffenfarbe

Waffenfarben dienen auf Uniformen als Unterscheidungsmerkmal für die verschiedenen Waffengattungen.

Spätestens zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde deutlich, dass der technische Fortschritt in der Waffenentwicklung die traditionell in vielen Armeen verwendeten farbigen Uniformen unzweckmäßig machte. Ihre Träger waren zu auffällig und damit angesichts der Einführung des rauchlosen Pulvers, der immer mehr gesteigerten Zielgenauigkeit, Feuergeschwindigkeit und Schußweite von Infanterie- und Artilleriewaffen unnötig gefährdet. Ein Verzicht auf aufwendige Uniformgestaltung rationalisierte zudem die Ausstattung der im Zeichen des Wettrüstens immer weiter vergrößerten Massenarmeen. So hatten eine ganze Reihe von Staaten bereits vor 1914 unauffällige Einheitsuniformen eingeführt, wie Großbritannien bzw. für den Kriegsfall vorbereitet, wie das Deutsche Reich. Diese Entwicklung fand ihren Abschluss im Grabenkrieg des Ersten Weltkrieges. Um zumindest noch die Waffengattungen erkennbar zu machen, erhielten in Deutschland und Frankreich etwa ab 1915 einige wenige Uniformteile farbige Vorstöße und Regimentsnummern. Nach 1918 setzten sich dann in vielen Armeen feste Farbenzuordnungen durch. In Deutschland bürgerte sich bei der Neuuniformierung der Reichswehr 1921 hierfür der Begriff Waffenfarbe ein. Für den Kampf- oder Arbeitsanzug wird die Waffenfarbe oft nur für ganz wenige Bestandteile verwendet (in der Bundeswehr z. B. nur mehr für eine schmale Litze an den Rangabzeichen), während sie auf dem Gesellschafts- oder Dienstanzug gut sichtbar hervortritt, typischerweise auf dem Kragenspiegel bzw. der Unterlage von Abzeichen. Alternativ zu Waffenfarben verwenden manche Streitkräfte wie beispielsweise US Army, British Army und die Schweizer Armee stilisierte Abzeichen zur Unterscheidung der Truppengattung, die meist am Kragen angebracht sind. Es gibt auch Kombinationen von Waffenfarbe und Gattungsabzeichen wie beispielsweise bei der früheren Sowjetarmee.

Die Waffenfarbe soll identitätsstiftend wirken und den Korpsgeist fördern. Bisweilen nimmt sogar Liedgut der Truppe Bezug auf sie, beispielsweise „Grün ist meine Waffenfarbe“ bei den Grenztruppen der DDR, „Wir tragen die roten Spiegel“ beim Wachregiment Feliks Dzierzynski und „Bordeauxrot sind die Spiegel, Bordeauxrot ist der Wein, Bordeauxrot ist der Himmel, ABC muss sein“ bei der ABC-Abwehrtruppe der Bundeswehr. Die Alltagssprache der Soldaten geht aber häufig deutlich weniger respektvoll damit um: So wurde beispielsweise der Text des Grenzer-Liedes zu „Grün ist eine Affenfarbe“ verballhornt. Und dass das ABC-Lied heute noch identitätsstiftend wirkt, wird inzwischen von der Bundeswehr selbst in Frage gestellt.[1]

Inhaltsverzeichnis

China

Die Nationalchinesische Armee führte 1912 Rangabzeichen und Waffenfarben nach japanischem Vorbild ein. Die Farbwahl unterschied sich allerdings.[2]

  • Infanterie: rot
  • Kavallerie: gelb
  • Artillerie: blau
  • Pioniere: weiß
  • Transporttruppe: schwarz
  • Sanitätstruppe: dunkelgrün
  • Militärpolizei: rosa (ab 1929 karminrot)
  • Militärverwaltung: karminrot

Deutschland

Deutsches Reich 1919–1945

Reichswehr

Im Heer der Reichswehr wurden 1921 den Waffengattungen und Spezialverwendungen die folgenden Farben zugewiesen

Einige der Farben leiten sich von den Kragenfarben der bunten Friedensuniform vor 1914 her (z. B. Generale, Offiziere im Führungsstab, Pioniere, Nachschub oder Sanitätsoffiziere, die in Preußen vor 1914 keinen farblich abgesetzten Kragen trugen, sondern einen dunkelblauen, entsprechend der üblichen dunkelblauen Grundfarbe der Uniform), andere wurden willkürlich gewählt.

Wehrmacht

Die Wehrmacht (ab 1935) führte zunächst die Waffenfarben der Reichswehr weiter. Beim Heer wurde ab 1937 die Waffenfarbe der Nachrichtentruppe verändert und neue Farben eingeführt. Außerdem kamen Farben für die neu aufgestellte Luftwaffe hinzu.

Heer
  • Generale, Artillerie, Waffenoffiziere und Feuerwerker: hochrot
  • Kriegsministerium, Generalstabsoffiziere, Veterinäroffiziere und Unterveterinäre: karmesin
  • Infanterie: weiß
  • Jäger: hellgrün
  • Panzergrenadiere: wiesengrün
  • Kavallerie: goldgelb (ein aus einer Traditionseinheit hervorgegangenes Panzerregiment ebenfalls)
  • Aufklärer: goldgelb , da aus der Kavallerie hervor gegangen .
  • Pioniere: schwarz
  • Fahrtruppe: hellblau
  • Kraftfahrtruppen, später Kraftfahrkampftruppe bzw. Panzertruppe: rosa
  • Nachrichtentruppe: zitronengelb (zwischendurch auch: hellbraun, kupferbraun)
  • Sanitätsoffiziere und Sanitätstruppe: dunkelblau (kornblumenblau)
  • Heeresbeamte: dunkelgrün
  • Wehrersatzwesen: orange
  • Nebeltruppe: bordo (so die amtliche Schreibweise)
  • Propagandatruppe (ab 1942): lichtgrau
  • Feldgendarmerie: orange
  • Reichsbahn-Fernverkehrsabteilungen: ???
  • Baupioniere: braun z.T. auch schwarz
  • Feldgeistliche: (Waffenfarbe!): violett
Luftwaffe
  • Generale: weiß
  • Reichsluftfahrtministerium: schwarz
  • Generalstab: karmesin
  • Fliegertruppe/Fallschirmjäger: goldgelb
  • Flakartillerie: hochrot
  • Luftnachrichtentruppe: goldbraun
  • Sanitätspersonal: dunkelblau
  • Luftwaffenbeamte: dunkelgrün
  • Luftaufsicht: hellgrün
  • Luftwaffenreserve: hellblau
  • Ingenieure: rosa
  • Erdkampfverbände:
    • Division "Hermann Göring": Kragenspiegel und Schulterklappenvorstoß weiß, Kragenspiegelvorstoß
      • weiß (mit schwarzer Trennungslinie) bei Infanterie,
      • rot bei Artillerie und Flugabwehr,
      • goldbraun bei Nachrichtentruppe,
      • schwarz bei Pionieren,
      • rosa bei Panzertruppe, Panzerjägern und Panzeraufklärern.
    • Luftwaffenfelddivisionen: Kragenspiegel grün, Kragenspiegelvorstoß und Schulterklappenvorstoß in
      • gelb bei Radfahrern und Aufklärern,
      • rosa bei Panzerjägern,
      • rot bei Artillerie und Flugabwehr,
      • hellblau bei Nachschub- und Verwaltungstruppe
      • goldbraun bei Nachrichtentruppe,
Marine

Waffenfarbe dunkelblau (marineblau) Marine-Küsten-Artillerie: Uniform wie Heer aber Waffenfarbe rot, Besätze, Litzen etc. statt silbern gold und Schulterklappen bzw. -stücke mit goldener "Bombe"

Waffen-SS

Bei der Waffen-SS waren nur die Vorstöße bzw. Unterlagen der Schulterstücke in Waffenfarbe:

  • Infanterie: weiß
  • Jäger: hellgrün
  • Kavallerie: goldgelb
  • Pioniere: schwarz
  • Nachschubtruppe hellblau
  • Panzertruppe: rosa
  • Nachrichtentruppe: zitronengelb
  • Sanitätstruppe: kornblumenblau
  • alle Waffenfarben wie in der Wehrmacht (rot: Artillerie, zeitweise schwarz/weiß: Panzerpioniere, wiesengrün: Panzergrenadiere etc. pp.)
      • SS-Einheiten zur Bewachung der KZ: braun (trugen Waffen-SS-Uniform und wurden später auf Betreiben des Gründers dieser Einheiten der Waffen-SS zugeordnet)

Bundesrepublik Deutschland

Bundeswehr

Bei ihrer Aufstellung 1955 verzichtete die Bundeswehr anders als der Bundesgrenzschutz zunächst bewusst auf ein Anknüpfen an Traditionen vor 1945 und verwendete zur Unterscheidung der Truppengattungen im Heer nach dem Vorbild der US-Armee charakteristische Metallembleme am Kragen statt der traditionellen Kragenspiegel in Waffenfarben. Nur Generale trugen Kragenspiegel in hergebrachtem hochrot mit der sogenannten Larisch-Stickerei. Erst 1959 führten Heer und Luftwaffe Kragenspiegel mit folgenden Waffenfarben ein:

Heer:

Mit der Uniformänderung 1962 fielen die Farben hell- und dunkelgrün weg. Alle Infanterietruppenteile, einschließlich der Panzerjäger, trugen jetzt jägergrün. Ebenso entfiel hellblau. Instandsetzungs- und Nachschubtruppe trugen einheitlich mittelblau. Mit der Wiedereinführung der Panzerjägertruppe erhielt diese als Waffenfarbe rosa. Neue Truppengattungen wie Fernspäher und FN-Truppe erhielten zumeist die Waffenfarbe der Truppengattung, aus der sie hervorgegangen waren.

Die Waffenfarbe wird im Kragenspiegel sowie an den Schulterklappen des Dienst- und Ausgehanzuges bei den Unteroffizieren und Mannschaften als Paspelierung, bei den Offizieren als farbige Unterlegung getragen. Am Feldanzug tragen Soldaten des Heeres ein schmales Band ("Litze") in der Waffenfarbe am unteren Ende der Dienstgradabzeichen (Aufschiebschlaufen).

  • Waffenfarben der Bundeswehr (Heer)

deutsche Luftwaffe:

Bei der Deutschen Marine gibt es keine Waffenfarben.

Polizeien des Bundes

Auch wenn innerhalb dieser Polizeien keine unterschiedlichen Waffenfarben verwendet wurden, waren die beim Militär typischerweise waffenfarbigen Uniformteile auch hier in einer charakteristischen, von der Uniform abweichenden Farbe gehalten, so dass auch hier von einer Waffenfarbe gesprochen werden kann.

Deutsche Demokratische Republik

Beispiel für Waffenfarbe am Schulterstück, hier eines Oberfeldwebels der NVA (Vorstoß in gelb = Nachrichtruppe)

Im Zuständigkeitsbereich der „Ministerien der bewaffneten Organe“ der DDR (Verteidigung, Staatssicherheit und Inneres) gab es folgende Waffenfarben:

Ministerium für Nationale Verteidigung

  • Nationale Volksarmee
    • Landstreitkräfte
      • Motorisierte Schützen (= Infanterie) und Aufklärung: weiß
      • Artillerie und Raketentruppen, raketen- und waffentechnischer Dienst sowie Truppenluftabwehr: ziegelrot
      • Panzer: rosa
      • Pionierwesen, chemischer Dienst, Kraftfahrzeugdienst und Militärtransportwesen: schwarz
      • Nachrichten: gelb
      • Fallschirmjäger: orange
      • Rückwärtige Dienste sowie Militärjustiz- und Finanzorgane: grün
      • Militärmusik: weiß (mit anderen Kragenpatten als z. B. Mot.-Schützen)
    • Luftstreitkräfte
      • Luftstreitkräfte: hellblau
      • Luftverteidigung: hellgrau
    • Marine:
      • Bord- u. Landeinheiten: dunkelblau
      • Marineflieger: hellblau
      • Einheiten des Küstenschutzes: weiß (Uniform wie Landstreitkräfte)
    • Zivilverteidigung: malino

Die Waffenfarbe wurde in der Unterlage bzw. Paspelierung der Dienstgradabzeichen (Schulterstücke) und in den Kragenspiegeln getragen. Generale des Heeres („Landstreitkräfte“) trugen hochrote, die der Luftstreitkräfte blaue, die der Zivilverteidigung malino Lampassen. Bei den alten Uniformjacken für Paraden, deren Ärmel mit litzenbesetzten Aufschlägen versehen waren, wurden – wie schon auf den Waffenröcken der Wehrmacht – die Litzen auf waffenfarbigen Patten getragen. Die Fallschirmjäger, als „eigenständiger“ Truppenteil trugen eine eigene Waffenfarbe an den Schulterklappen und -stücken, eigene Kragenspiegel in der Waffenfarbe mit Fallschirm und Schwinge (Offiziere und Fähnriche mit Silberpaspel), sonstige Biesen wie mot.-Schützen und statt der Mütze ein oranges Barett.

  • Grenztruppen: grün (hier auch der Besatzstreifen der Mütze in Waffenfarbe)
      • Hubschrauberstaffel: hellblau (Kragenspiegel) sonst grün

Ministerium für Staatssicherheit

  • alle uniformierten Kräfte: bordeauxrot

Ministerium des Inneren

Kasernierte Volkspolizei (bis zur Gründung der NVA)

  • Generale: Infanterie: Mützenpaspelierung: karmesin, Besatz dto., Schulterstücke: dto.. Kragenspiegel dto. mit goldener Umrandung
Artillerie: Mützenpsapelierung: karmesin, Besatz dunkeloliv, Schulterstücke schwarz, Kragenspiegel: schwarz mit goldener Umrandung
Panzer: Mützenpaspelierung: blau, Besatz blau, Schulterstücke blau, Kragenspiegel: blau
  • mit goldener Umrandung übrige
(Eisenbahn-, Kfz.-, Chem.-, Rückw. Dienste: Mützenpaspelierung: malino, Besatz dto., Schulterstücke: malino, Kragenspiegel: malino gold umrandet
  • Infanterie: Mützenpaspelierung: malino, Besatz dto., Schulterklappen: Umnrandung malino, Kragenspiegel: malino; Offiziere mit schwarzer Umran Kragenspiegel dung
  • Artillerie: Mützenpaspelierung: malino, Besatz schwarz , Offiziere dunkeloliv (?), Schulterklappen: schwarz, Kragenspiegel: schwarz mit malino Umrandung
  • Panzer: Mützenpaspelierung: blau, Besatz blau (auch Offiziere), Schulterklappen: Umrandung blau, Kragenspiegel: blau, Offiziere mit schwarzer Umrandung
  • Nachrichten: Mützenpaspelierung: gelb, Besatz: dunkeloliv, Schulterklappen: Umrandung schwarz, Offiziere voll schwarz, Kragenspiegel: schwarz mit gelber Umrandung
  • Pioniere: Mützenpaspelierung: blau, Besatz: dunkeloliv, Schulterklappen: Umrandung schwarz, Offiziere voll schwarz, Kragenspiegel: schwarz mit blauer Umrandung
  • Chemische Truppen: Mützenpaspelierung: schwarz, Besatz: dunkeloliv, Schulterklappen: schwarze Umrandung, Offiziere voll schwarz, Kragenspiegel: schwarz
  • Kfz-Truppen: Mützenpaspelierung: malino, Besatz dunkeloliv, Schulterklappen: schwarze Umrandung, Offiziere voll schwarz,

Kragenspiegel mit roter Umrandung,

  • Eisenbahntruppen: Mützenpaspelierung: grün, Besatz dunkeloliv, Kragenspiegel schwarz mit grüner Umrandung,
  • Indendatur, administrativer-, medizinischer- und juristischer Dienst: Mützenpaspelierung: malino, Besatz grün, Schulterklappen: grün umrandet, Offiziere voll grün, Kragenspiegel: grün, Offiziere dto. malino umrandet
  • Volkspolizei Luft: Mützenpaspelierung und -besatz: hellblau Schulterklappen- und -stücke: hellblau, Kragenspiegel: hellblau, Offiziere und Generale hellblau gold umrandet,
  • Volkspolizei See: Waffenfarbe dunkelblau

Anmerkung: Die Waffenfarben der KVP orientieren sich an denen der Roten Armee, ebenso wie die Farbe der Uniformen und allerdings nur angenähert auch deren Schnitt. Die Rangabzeichen waren außer bei Soldaten/Gefreiten (hier typisch russisch, wie auch später in der NVA) ab Unteroffizier bis General preußisch (mit Ausnahme der Dienstgrade Unterleutnant - (russisch) 1 Stern - und Leutnant 2 Sterne etc. pp.)

Finnland

Die Finnische Streitkräfte verwenden folgende Waffenfarben (nicht mit Kampfanzüge)[3]:

  • Generalstabsoffiziere: himbeererot mit grauer Umrandung
  • Infanterie: grün mit weißer Umrandung
  • Jäger: grün mit gelber Umrandung
  • Garde-Jägerregiment: grün mit grauer Umrandung
  • Panzertruppe: schwarz mit grauer Umrandung
  • Feldartillerie: hochrot mit schwarzer Umrandung
  • Flugabwehr: rot mit grauer Umrandung
  • Pioniere: dunkelviolett mit grauer Umrandung
  • Hubschrauberkräfte des Heeres: blau mit grüner Umrandung
  • Fernmeldetruppe: dunkelviolett mit gelber Umrandung
  • Nachschub: blau mit grauer Umrandung
  • Sanitätstruppe: grau mit roter Umrandung
  • Dragoner: gelb mit blauer Umrandung
  • Kavalleriejägerbataillon Häme: gelb mit roter Umrandung
  • Militärmusik: hellblau mit weißer Umrandung
  • Luftwaffe: blau mit schwarzer Umrandung
  • Reservistoffizierschule: dunkelblau mit roter Umrandung
  • Kadettschule: blau mit gelber Umrandung
  • Spezielloffizierschule des Heeres: grün mit roter Umrandung
  • Grenztruppen: grün mit oranger Umrandung

Frankreich

Ab 1915 führte Frankreich für die horizontblaue bzw. khakifarbene Felduniform zur Unterscheidung der Waffengattungen verschiedenfarbige Kragenabzeichen ein (Soutache, Nummer, andere Symbole), teilweise auf farbigen Kragenpatten (Kavallerie, Artillerie usw.). Bis 1940 blieb dies im Wesentlichen unverändert gültig.

(Auszug)

  • Infanterie: dunkelblau
  • Jäger (dunkelblaue Uniform): grün
  • Kolonialinfanterie: rot
  • Zuaven: garance-rot
  • Fremdenlegion: grün
  • algerische Tirailleurs: himmelblau
  • marokkanische Tirailleurs: grün
  • leichte afrikanische Infanterie (aus Vorbestraften gebildet): violett
  • Kürassiere: karmesinrot auf dunkelblauer Patte
  • Dragoner: weiß auf dunkelblauer Patte
  • Husaren: himmelblau auf dunkelblauer Patte
  • Chasseurs à cheval (berittene Jäger): grün auf dunkelblauer Patte
  • Chasseurs d'Afrique: gelb auf dunkelblauer Patte
  • Spahis: gelb auf dunkelblauer Patte
  • Feldartillerie: hellblau auf scharlachroter Patte
  • Fußartillerie: grün auf scharlachroter Patte
  • reitende Artillerie: dunkelblau auf scharlachroter Patte
  • schwere Artillerie: aschgrau auf scharlachroter Patte
  • Artillerie spéciale (Panzer): eisengrau auf scharlachroter Patte
  • Kolonial-Artillerie: scharlachrot
  • Afrikanische Artillerie: hellblau auf scharlachroter Patte
  • Pioniere: scharlachrot auf schwarzer Patte
  • Ballontruppe: orange auf schwarzer Patte
  • Flieger: schwarz auf oranger Patte
  • Train: scharlachrot auf grüner Patte

Hosenbiesen:

  • Infanterie: gelb
  • Kavallerie: dunkelblau
  • Artillerie: scharlachrot
  • Pioniere: schwarz
  • Luftstreitkräfte: orange
  • Train: grün

Israel

Soldaten der Israelischen Streitkräfte tragen verschiedenfarbige Baretts. Zusätzlich werden die Baretts mit Abzeichen versehen die die Waffengattung symbolisieren

Italien

Kragenspiegel des italienischen Heeres.

Italienische Militärpersonen (also auch Angehörige von Polizeitruppen mit Kombattantenstatus) tragen als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zu den Streitkräften zwei Sterne am Kragen. Beim Heer sind diese am Dienstanzug in die beiden Kragenspiegel integriert, soweit letztere vorhanden sind. Bei den Carabinieri (silberne Kragenspiegel bzw. Ornamente bei Offizieren) und bei der Guardia di Finanza (gelbe Kragenspiegel in Flammenzungenform) ist dies beim Dienstanzug immer der Fall. Die Zugehörigkeit zu einer Waffengattung (evtl. inkl. des Regiments) zeigt sich grundsätzlich durch das Emblem auf der Kopfbedeckung und durch die Kragenspiegel. Generäle führen anstatt des Emblems ein aus römischer Zeit stammendes stilisiertes Feldzeichen auf der Kopfbedeckung und haben beim Heer keine Kragenspiegel. Die Barettfarbe ist beim Heer unabhängig von den Waffenfarben in aller Regel schwarz, Ausnahmen hiervon bilden die Fallschirmjäger (bordeauxrot), die Heeresflieger und die luftbeweglichen Truppen (blau). Grenadiere, Alpini, Bersaglieri sowie die Angehörigen des „Artillerieregiments zu Pferde“ haben (u.U.) besondere Kopfbedeckungen.

Die Kragenspiegel des italienischen Heeres können recht komplexe Züge annehmen. Sie haben entweder eine rechteckige Form und/oder die von stilisierten Feuerzungen (in Anlehnung an die weit verbreiteten Granatembleme). Die Farbe der Infanterie ist grundsätzlich scharlachrot (flammenförmige Kragenspiegel mit zwei Zungen). Die Regimenter der (mechanisierten) „Linieninfanterie“ haben eigene Farben (in rechteckigen Kragenspiegeln ohne Zungen), die sie von den Brigaden geerbt haben, denen sie bis 1919 angehörten. Der Kragenspiegel der Grenadiere sieht dem der bundesdeutschen Artillerie zum Verwechseln ähnlich. Die Kragenspiegel der Bersaglieri sind karmesinrot, die der Alpini grün, die der Fallschirmjäger hellblau, die der Lagunari scharlachrot. Die Angehörigen der Kavallerie haben, soweit sie nicht einzelnen Regimentern angehören, orangefarbene Kragenspiegel, die hier stets Flammenform mit drei Zungen haben. Die Regimenter der Linie haben wiederum eigene Farben. Die Farbe der heute zur Kavallerie gehörenden Panzertruppe ist blau-rot (rechteckige Form mit zwei roten Zungen vor blauem Hintergrund). Die Waffenfarbe der Artillerie (inkl. Flugabwehr und ABC-Abwehr) und der Pioniertruppe ist schwarz. Hier ist auf den rechteckigen Kragenspiegeln neben der schwarzen Farbe (eine Zunge mit gelbem Rand bei der Artillerie, mit karmesinrotem Rand bei den Pionieren) in einigen Fällen die Farbe der Waffengattung zu sehen, die der jeweilige Artillerie- oder Pionierverband unterstützt (z.B. schwarz-grün: Gebirgsartillerie, schwarz-blau: Luftlandepioniere; z.T. auch schwarz mit den Farben des übergeordneten Großverbands). Die Kampfpioniere (genio guastatori) haben auf ihren Kragenspiegeln zusätzlich eine stilisierte Granate mit einem Gladius. Dieses Mischverfahren findet auch bei der Fernmeldetruppe (zwei blaue Zungen mit rotem Rand), im Bereich der Logistik (zwei schwarze Feuerzungen mit blauem Rand) und des Sanitätswesens (eine rote Zunge; bei den Veterinären hellblau) Anwendung. Das Personal des Verwaltungsbereichs hat rechteckige, komplett in blau gehaltene Kragenspiegel. Die der Ingenieure des Heeres sind komplett schwarz, haben jedoch teilweise besondere Abzeichen, die auf spezielle Aufgabenbereiche hinweisen. Die Heeresflieger haben hellblaue Kragenspiegel auf denen auch das Emblem dieser Truppe zu sehen ist. Die Kragenspiegel der Offiziere im Generalstabsdienst haben ein rechteckiges goldenes Emblem vor blauem Hintergrund.

Bei Marine und Luftwaffe kennt man keine Kragenspiegel sondern nur Tätigkeisabzeichen oder kleinere Variationen bei anderen Abzeichen (etwa Tätigkeisabzeichen über dem Dienstgradabzeichen von Mannschaften und Unteroffizieren bei der Marine).

Japan

Die japanische Armee hatte bei der Einführung westlicher Uniformen im Jahr 1880 zunächst folgende Waffenfarben:

  • Gardeinfanterie: rot[4]
  • Infanterie: gelb, nach 1905 rot[4]
  • Gardeartillerie: weiß, roter Mützenstreifen, nach 1905 alles gelb[4]
  • Artillerie: weiß, nach 1905 gelb[4]
  • Train: hellblau[4]
  • Pioniere: dunkelrot[4]

Von 1916 bis 1945 gab es dann folgende Waffenfarben:

  • Infanterie: rot[4]
  • Kavallerie: grün[4]
  • Artillerie: gelb[4]
  • Train: blau[4]
  • Pioniere und Flieger: dunkelrot[4]
  • Feldpolizei: Schwarz[4]

An der Felduniform im 2. Weltkrieg erschien die Waffenfarbe nur mehr über der rechten Brusttasche als gezackte Borte.

Mandschukuo

Die Armee des Kaiserreiches verwendete ähnliche Waffenfarben wie die Japanische.[2]

  • Infanterie: scharlachrot
  • Kavallerie: hellgrün
  • Artillerie: gelb
  • Pioniere: braun
  • Train: dunkelblau
  • Nachschubtruppe: silbergrau
  • Sanitätstruppe: dunkelgrün
  • Veterinärmediziner: purpurn
  • Militärjustiz: weiß
  • Militärmusik: blau
  • Luftwaffe: hellblau
  • Gendarmerie: schwarz

Mexiko

Die Mexikanische Armee verwendet Waffenfarben, die als schmaler Streifen an der Schulterklappe erscheinen. Zusätzlch werden auch symbole für einzelne Waffengattungen verwendet.[1]

  • Generale: gold
  • Stab des Präsidenten, Garde des Präsidenten, Generalstab: hellbraun
  • Infanterie: scharlachrot
  • Artillerie: burgunderrot
  • Quartiermeistertruppe: rotbraun
  • Transporttruppe: hellorangebraun
  • Justizdienst, Militärpolizei: grün
  • Pioniere, Fernmeldetruppe: blau
  • Kavallerie: hellblau
  • Kartographiescher Dienst: hellgraublau
  • Luftwaffe, Fallschirmjäger: purpurn
  • Militärmusk: grau
  • Panzertruppe: hellgrau
  • Nachrichtendienst: sehr helles grau
  • Verwaltungsdienst und Intendanten: braungrau
  • Sanitätstruppe, Veterinärmediziner: gelb

Österreich

Bundesheer

Mit seiner Errichtung 1920/21 übernahm das Bundesheer mit einer stark am Vorbild der Reichswehr orientierten Uniform im Prinzip auch deren Waffenfarben, nur dass die Infanterie grasgrün und die Jäger gelbgrün erhielten. Ende 1933 wurde eine an der k.u.k-Vorkriegsuniform orientierte Bekleidung eingeführt, Waffenfarben machten wieder der traditionellen Egalisierung der Regimenter mit Knopf- und Abzeichenfarben Platz.

Auch das Bundesheer der 2. Republik lehnt sich mit seinen Waffenfarben an Deutschland an. Die Waffenfarbe bestimmt die Grundfarbe des Rangabzeichens (Kragenspiegel).

  • Garde: scharlachrot mit weißem Vorstoß
  • Jagdkommando: schlammgrün
  • Jäger: grasgrün
  • Panzer/-grenadier: schwarz
  • Aufklärer: gelb
  • Artillerie, Fliegerabwehr, LVAk, MilAk: rot
  • Pioniere: stahlgrün
  • ABC-Abwehrtruppe: hechtgrau
  • Fernmelder: rostbraun
  • Flieger: violett
  • Technischer Dienst: braun
  • Höherer militärischer technischer Dienst: braun-rot
  • Höherer militärischer fachlicher Dienst: rot-blau
  • Generalstabsdienst: rot-schwarz
  • Intendanzdienst: grün-dunkelrot
  • Versorgung: dunkelblau
  • Militärmedizinischer Dienst (Arzt): blau-schwarz
  • Militärmedizinischer Dienst (Tierarzt): dunkelrot-schwarz
  • Militärmedizinischer Dienst (Apotheker): lila-schwarz
  • Sanität: himmelblau
  • Wirtschaft: hellblau
  • Generäle: gold

Bundespolizei

Bei der Bundespolizei erscheint die Waffenfarbe an Distinktionen sowie Tellerkappenstegen.

  • allgemein und Polizeiseelsorger: krapprot
  • Höherer Dienst (Polizeijuristen und Amtsärzte): bordeauxviolett

Polen

Die polnische Armee verwendete in den 1930er Jahre folgende Waffenfarben auf Kragenpatten und Mützenbändern[5]:

  • Infanterie: blau
  • Grenzschutzkorps: grün
  • Artillerie, Flugabwehr: grün
  • Pioniere, technische Truppe, Eisenbahner, Nachrichtentruppen, Kraftfahrtruppen: schwarz
  • Flieger: gelb
  • Sanitätstruppe: rot
  • Gendarmerie: orange

Die Kavallerie hatte je nach Regiment unterschiedliche Farben entsprechend der Lanzenflagge und anstatt vollfarbiger Kragenpatten eine kleine Flagge auf dem Grundtuch des Kragens. Ebenso Train (hellblaue Flagge) und Kampfwagen (schwarz-orange Flagge).

Heutige Waffenfarben:

  • Generale, mechanisierte Truppen, Justiz und Ehrengarde: Dunkelblau
  • Nachfolger von historischen Panzereinheiten und Aufklärung: Orange
  • Artillerie, Raketentruppen und Flugabwehr: Dunkelgrün
  • Pioniere und Militärschüler: Schwarz
  • Hauptquartiere und Radiodienste: Hellblau
  • Mediziner: Kirschfarben
  • Militärpolizei: Rot
  • Geistlichen: Violett
  • Hauptquartier, 1. Mechanisierte Division "Warschau" und 1. Panzerdivision "Warschau": Gelb

Rumänien

Die Streitkräfte Rumäniens trugen in den 1980er Jahre Kragenpatten in folgenden Farben:

  • Infanterie, Verwaltung, Justiz, Musik: rot
  • Artillerie, Panzer, Pioniere, chemische und technische Truppe: schwarz
  • Sanitätswesen: braun
  • Gebirgstruppen: dunkelgrün
  • Grenztruppen: hellgrün
  • Flieger: blau

Schweiz

Nach Modell "Armee XXI" (gültig seit dem 1. Januar 2004) sind bei der Ausgangsuniform (Tenu A) der Schweizer Armee der Kragenspiegel, die Rangschlaufen sowie die Pfeifenschnur der Unteroffiziere in der Abzeichenfarbe gehalten. Bei der Infanterie, Artillerie, den Sanitätstruppen, den Flieger- und Fliegerabwehrtruppen sowie den Logistiktruppen sind die Bérets auch in Abzeichenfarbe gehalten (sonst schwarz).

grün Infanterie
gelb Panzertruppen
rot Artillerie, Rettungstruppen
schwarz Genietruppen, Armeeführung, Militärischer Nachrichtendienst, Bereitschaftsdienst, Armeeseelsorge, Generalstab
silbergrau Übermittlungstruppen
grau Militärische Sicherheit
senfgelb ABC-Abwehrtruppen
orange Territorialdienst
blau Sanitätstruppen
dunkelblau Fliegertruppen, Fliegerabwehrtruppen
bordeauxrot Logistiktruppen
violett Militärjustiz

Tschechoslowakei

Die Streitkräfte der ersten Tschechoslawischen Republik verwendeten ab Anfang der 1920er Jahren folgende Waffenfarben:

  • Generale und Generalstab sowie Artillerie: scharlachrot[6]
  • Infanterie (einschließlich Grenzjäger, Burgwache und Gebirgsjäger) sowie Panzertruppe: kirschrot[6]
  • Kavallerie: goldgelb[6]
  • Pioniere: dunkelbraun[6]
  • Nachrichtentruppe: hellbraun[6]
  • Train: zunächst dunkelgrün, später orange, dann goldgelb[6]
  • Kraftfahrtruppe: dunkelgrün[6]
  • Luftwaffe: hellblau[7]
  • Sanitätsdienst: schwarz mit verschiedenfarbigen Vorstößen[8]:
  • Intendantur: dunkelblau[8]:
  • Justiz: violett[8]:
  • Ergänzungsbehörden: ocker[8]:
  • Lehrpersonal/Kartographie: hellgrün[8]:

Türkei

Das Türkische Heer verwendet Waffenfarben zur Unterscheidung von Waffengattungen.

[2]

UdSSR

Die sowjetischen Streit- bzw. Sicherheitskräfte verwendeten in den letzten Jahrzehnten der UdSSR folgende Waffenfarben:

Ungarn

Von 1936 bis 1945 trug die Königlich Ungarische Armee folgende Waffenfarben:

  • Offiziere in Militärkanzleien des Reichsverwesers: weiß[9]
  • Generale und Artillerie: scharlachrot[9]
  • Generalstab:: schwarzer Samt mit scharlachrotem Vorstoß[9]
  • Technischer Generalstab:: brauner Samt mit scharlachrotem Vorstoß[9]
  • Infanterie und Radfahrtruppe: grasgrün[9]
  • Grenzwache: grün mit rotem Vorstoß[9]
  • Husaren: lichtblau[9]
  • Panzertruppe: violett[9]
  • Militärmusik: lila[9]
  • Sanitätsdienst: schwarz[9]
  • Technische Truppen und Verbindungstruppe: dunkelstahlgrün[9]
  • Kraftfahrtruppe: braun[9]
  • Train: gelb, ab 1922 braun[9]
  • Offiziere in Lokalanstellungen: orange[9]
  • Wirtschaftsoffiziere: karminrot[9]

USA

Seit etwa 1830 verwendet die United States Army folgende Waffenfarben, die sich heute jedoch nur mehr an der dunkelblauen Uniform für besondere Anlässe finden lassen.

(Jäger zu Pferd und Dragoner gingen 1861 in der Einheitskavallerie auf und bekamen auch deren Waffenfarbe)

Einzelnachweise

  1. Militärhistorisches Museum der Bundeswehr - Exponat des Monats Februar/März 2009: Kragenspiegel 1959 eingesehen am 15. Juni 2009
  2. a b Chinese Civil War Armies 1911-49 Von Philip S. Jowett,Stephen Andrew
  3. Puolustusvoimat: Tunnusvärit eingesehen am 27. März 2011 (finnisch)
  4. a b c d e f g h i j k l Richard Knötel, Herbert Knötel und Herbert Sieg: Farbiges Handbuch der Uniformkunde, Band 2, Stuttgart 1994 S. 181f
  5. K. Urban: Kurze Zusammenstellung über die Polnische Armee, Berlin 1931
  6. a b c d e f g Richard Knötel, Herbert Knötel und Herbert Sieg: Farbiges Handbuch der Uniformkunde, Band 2, Stuttgart 1994 S. 168
  7. Richard Knötel, Herbert Knötel und Herbert Sieg: Farbiges Handbuch der Uniformkunde, Band 2, Stuttgart 1994 S. 211
  8. a b c d e K. Urban: Kurze Zusammenstellung über die Tschechoslowakische Armee, Berlin 1937 S. 89
  9. a b c d e f g h i j k l m n o Richard Knötel, Herbert Knötel und Herbert Sieg: Farbiges Handbuch der Uniformkunde, Band 2, Stuttgart 1994 S. 167

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