Bazartete
Subdistrikt Bazartete
Bazartete (Osttimor)
Red pog.svg
Bekas Penjara Aipelo
Hauptstadt Bazartete
Fläche 187,53 km²[1]
Einwohnerzahl 23.955 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Fahilebo 963
Fatumasi 1.583
Lauhata 3.639
Leorema 5.056
Maumeta 3.179
Metagou 1.692
Motaulun 1.831
Tibar 3.096
Ulmera 2.916
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Liquiçá
Lage des Distrikts Liquiçá

Bazartete (auch: Bazar Tete) ist ein Dorf und ein Subdistrikt im Distrikt von Liquiçá in Osttimor.

Inhaltsverzeichnis

Der Ort

Der Ort Bazartete liegt auf einem Berggipfel, auf 645 m Höhe, im Regenwald, sieben Kilometer in Luftlinie südöstlich vom Ort Liquiçá. Im Ort leben 3.368 (2006).

Der Subdistrikt

Bazartete liegt im Osten des Distrikts Liquiçá

Der Subdistrikt Bazartete bildet den Ostteil des Distrikts. Er teilt sich in neun Sucos: Fahilebo, Fatumasi, Lauhata, Leorema, Maumeta, Metagou, Motaulun, Tibar und Ulmera.

Im Subdistrikt leben 23.955 Menschen (2010,[1] 2004: 20.190[3]). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Mambai. Der Altersdurchschnitt liegt bei 18,1 Jahren (2010,[1] 2004: 16,7 Jahre[4]).

68 % der Haushalte bauen Mais an, 62 % Maniok, 50 % Kokosnüsse, 48 % Gemüse, 43 % Kaffee und nur 2 % Reis.[4]

29 km westlich von Dili liegt an der Küste Bekas Penjara Aipelo, ein portugiesisches Gefängnis aus dem 19. Jahrhundert. Die auffälligen Ruinen sind heute eine Sehenswürdigkeit für Touristen.

In Bazartete wurde der Politiker und Freiheitskämpfer Nicolau dos Reis Lobato geboren. Sein Vater stammt aus dem Suco Leorema.

Geschichte

Ulmera war eines der traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Das von den Tetum dominierte Reich erscheint auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[5][6]

Im Frühjahr 1861 brach gegen die Zwangsarbeit an öffentlichen Projekten hier eine der Revolten von 1861 gegen die portugiesische Kolonialherrschaft aus. Gouverneur Afonso de Castro schlug sie im September desselben Jahres nieder. Es wird spekuliert, dass Dom Carlos, der Liurai von Maubara, das Reich von Ulmera zurr Rebellion angestachelt hatte. Er hatte sich trotz gutem Zuredens der Niederländer nicht mit den Portugiesen als neue Herren abgefunden.[7]

1863 kam es in Fatumasi zum Aufstand. Bei der Niederschlagung wurden die Portugiesen hier durch den Herrscher von Ermera unterstützt. 1889 wurde in Aipelo eine Zollstation errichtet.[7]

Am 7. Dezember 1975 landeten beim Ponta Tibar schwere Landungsboote der Indonesier. Dies war Teil der Invasion in deren Folge Osttimor besetzt wird.

Ende 1979 befanden sich in Leorema, Raucassa (Suco Lauhata), Tibar und im Ort Bazartete indonesische Umsiedlungslager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten.[8]

Der Subdistrikt Bazartete war 1999 während der Unruhen vor und nach dem Unabhängigkeitsreferendum Schauplatz von Einschüchterungen, Vergewaltigungen und Mord durch Mitglieder der Besi Merah Putih Miliz. Zwei Wochen lang terrorisierte die BMP die Bevölkerung und zwang viele nach Westtimor zu fliehen, beziehungsweise deportierte die Menschen dorthin.[8]

Am 24. Mai kam es bei Tibar während der Unruhen in Osttimor 2006 zu Gefechten zwischen Mitgliedern der Verteidigungskräfte Osttimors und meuternden Soldaten.

Einzelnachweise

  1. a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English)
  2. Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch)
  3. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  4. a b Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004
  5. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história
  6. East Timor - PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR (Archivversion vom 21. Februar 2004)
  7. a b History of Timor – Technische Universität Lissabon
  8. a b „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)

Weblinks


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