Waldenser
Das Wappen der Waldenser: Leuchter mit Umschrift Lux lucet in tenebris „Das Licht leuchtet in der Finsternis“

Die Waldenser sind eine protestantische Kirche mit Verbreitung in Italien und Südamerika. Ursprünglich als Gemeinschaft religiöser Laien Ende des 12. Jahrhunderts durch den Lyoner Kaufmann Petrus Valdes in Südfrankreich gegründet, wurden die Waldenser während des Mittelalters von der katholischen Kirche als eine der bedeutendsten Gruppen sogenannter Häretiker durch die Inquisition verfolgt.

Ein wichtiges Rückzugsgebiet waren die Waldensertäler in den Westalpen, an der Grenze zwischen Savoyen und Piemont. Doch auch dort kam es Ende des 17. Jahrhunderts zu Vertreibungen, in deren Folge in Südwestdeutschland und in Hessen mehrere Tausend Waldenser, vielfach in neuen Siedlungen, angesiedelt wurden.

Die Bezeichnung Waldenser wurde im Piemont, in Savoyen, Frankreich, in der Schweiz und in den Niederlanden oft zum Synonym nicht nur für Ketzer schlechthin, sondern speziell für Hexen, Zauberer, Magier und Astrologen in Teufelsdiensten.[1]

Weltweit zählt die Waldenserkirche heute etwa 98.000 Mitglieder, davon allein 47.500 in Italien, wo sie seit 1979 mit den Methodisten eine gemeinsame Kirche bilden, die Chiesa Evangelica Valdese (englisch Union of the Methodist and Waldensian Churches)

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Wurzeln der Waldenser sind im Kontext eines gesellschaftlichen Phänomens zu sehen, das eine große Anzahl von Laien im ausgehenden 12. Jahrhundert erfasste: Aufgrund verschiedener Ursachen, insbesondere aber weil sie die "Verweltlichung und die Unwürdigkeit des Klerus [...] für den Niedergang des religiösen Lebens verantwortlich machten"[2], versuchte eine zunehmende Zahl an Christen in Europa, sich selbst aktiv religiös zu betätigen und in freiwillig gewählter Armut dem Vorbild der Apostel Christi folgend das Evangelium zu verkündigen (Vita apostolica). Aus dem großen Kreis dieser Laien sollten sowohl die als ketzerisch gebrandmarkten Gemeinschaften der Waldenser, der Katharer und der Humiliaten hervorgehen als auch kirchlich anerkannte Orden, etwa die Franziskaner. Aufgrund der theologischen Parallelen zur Reformation werden die Waldenser auch als vorreformatorisch betrachtet – so bezeichnete etwa der im 16. Jahrhundert wirkende lutherische Theologe istrischer Herkunft, Matthias Flacius Illyricus, die Waldenser in seinem Catalogus testium veritatis als „Protestanten vor der Reformation“.

Petrus Valdes

Hauptartikel: Petrus Valdes

Valdes († vor 1218), ein reicher Kaufmann aus Lyon, gab nach einem Läuterungserlebnis sein Vermögen auf, organisierte um 1176/77 Armenspeisungen und hielt mit seinen Anhängern Wanderpredigten auf Basis volkssprachlicher Evangelienübersetzungen ab. Es kam unausweichlich zum Konflikt mit der Katholischen Kirche, weil diese das Recht auf Predigt ihrem eigenen Klerus vorbehalten sah und weil die Freigabe des Predigtrechts an Laien die Kirche in ihrer Existenz grundlegend in Frage gestellt hätte. Valdes wurde 1182/83, nachdem er dem durch den Lyoner Erzbischof verhängten Predigtverbot nicht Folge leisten wollte, von diesem exkommuniziert und mit seinen Anhängern aus der Umgebung der Stadt vertrieben. Die Waldenser verbreiteten sich danach zunächst in Südfrankreich und von dort aus in viele Gegenden Europas.

Kennzeichen der frühen Waldenser

Die frühen Anhänger von Valdes, sowohl Männer als auch Frauen, verzichteten auf persönlichen Besitz, lebten vom Betteln, trugen einfache Gewänder und Sandalen und wurden deshalb in Südfrankreich als Arme von Lyon (auch: Leonisten) bezeichnet. Sie folgten dem biblischen Auftrag Christi an seine Jünger: Verkündet das Evangelium allen Geschöpfen (Mk 16,15 EU) und hielten als Wanderprediger Predigten ab, die (im Gegensatz zu den lateinischen der Priester) in der Volkssprache vorgetragen wurden. Zwar wurden Missstände in der katholischen Kirche von den Armen von Lyon stets kritisiert, doch betrachteten sie sich selbst zunächst durchaus noch als Mitglieder dieser Kirche. Dies änderte sich, nachdem die Armen von Lyon trotz Predigtverbot die öffentliche Verkündung der Evangelien nicht aufgeben wollten und von kirchlicher Seite deshalb zunehmend als Ketzer betrachtet wurden. Als solche wurden sie erstmals in der im Jahr 1184 nach dem Konzil von Verona niedergelegten Bulle Ad Abolendam aufgeführt. Die Armen von Lyon beharrten ihrerseits auf bibeltreueren, biblizistischen Lesarten der Evangelien und Anschauungen, die jenen der katholischen Kirche zuwiderliefen. Daneben entwickelten die norditalienischen Waldenser, die Lombardischen Armen, die nicht von Spenden sondern (ähnlich wie die Humiliaten) von Handarbeit in Arbeitsgemeinschaften (Werkkommunen) lebten, eigene Vorstellungen.

In Summe lassen sich die frühen Waldenser in religiöser Auffassung und Lebensart in folgender Weise kennzeichnen:

Im Gegensatz zu den Armen von Lyon lehnten die Lombardischen Armen die Bedeutung der sieben Sakramente ab und vertraten die donatistische Auffassung, dass Wirksamkeit und Gültigkeit der Beichte nur erlangt werden könne, wenn deren Spender selbst ein sünden- bzw. makelloses Leben führt. Noch im Lauf des Mittelalters verwischten sich diese Auffassungsunterschiede innerhalb des Waldensertums, weitgehend zugunsten der Standpunkte der Lombardischen Armen.

Verbreitung

Nach ihrer Vertreibung aus Lyon 1182/83 gewannen die Waldenser vor allem im südfranzösischen Languedoc neue Anhänger, waren aber bereits um 1184 auch in Oberitalien aktiv. In Spanien und Nordostfrankreich tauchten sie in den 1190er Jahren auf. Wenig nach 1200 dürften die Waldenser den süddeutschen Sprachraum erreicht haben. Bis 1250 existierten hier bereits starke Gemeinden, insbesondere im österreichischen Donauraum und in Bayern, aber auch in Schwaben und im oberen Rheinland. Nach Mittel- und Norddeutschland drangen die Waldenser vermutlich erst am Beginn des 14. Jahrhunderts vor, in dessen Verlauf es danach auch Waldenser in Polen, Böhmen, der Slowakei und Ungarn gab. Vermutlich während des 15. Jahrhunderts verschwanden die Waldenser weitgehend aus dem deutschen Sprachgebiet. Als mögliche Ursachen dafür werden die Hinwendung der Waldenser zum Hussitentum oder ein erfolgreiches Vorgehen der Inquisition gesehen. Die heutigen Waldensergemeinden in Deutschland gehen auf Wiederansiedelungen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück, z.B. in Hessen unter Thomas Gautier.

Auch in der Provence wohnten Waldenser. Sie wurden dort am Ende des Mittelalters von den Feudalherren angesiedelt, um die damals verlassenen Orte neu zu beleben. In Mérindol en Luberon fanden mehrere Waldensersynoden statt.[3]

Gruppen, Organisation und Bezeichnungen

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts existierten zwei waldensische Großgruppen: Die südfranzösischen Armen von Lyon und die oberitalienischen Lombardischen Armen unter ihrem Wortführer Giovanni de Ronco. Der deutsche Sprachraum wurde von beiden Gruppen missioniert. Obwohl 1218 ein Einigungsversuch zwischen Armen von Lyon und Lombardischen Armen bei einer eigens dafür einberufenen Versammlung in Bergamo scheiterte, dürfte die Gruppenunterscheidung im Zuge der späteren Verfolgungen noch während des 13. Jahrhunderts an Bedeutung verloren haben. Zu einer bedeutenden Abspaltung kam es im Jahr 1207, als der waldensische Gelehrte Durandus von Osca (in der deutschsprachigen Literatur oft: Durandus von Huesca[4]) mit einer großen Anzahl von italienischen Glaubensbrüdern zur römischen Kirche zurückkehrte. Dabei legte Papst Innozenz III. eine Professio fidei Waldensibus praescripta, ein Glaubensbekenntnis, vor, das Durandus von Huesca und andere Waldenser, die zur Kirche zurückkehren wollten, ablegen mussten. Dieses Glaubensbekenntnis enthält allerdings auch den Widerruf von dualistischen Irrtümern, die von den Waldensern nicht vertreten wurden, sondern für die Katharer charakteristisch waren.[5] Diese rückkehrwilligen Waldenser erhielten die Bezeichnung Katholische Arme (Pauperes Catholici) und gingen nach 1245 im Augustinerorden auf.

Innerhalb der waldensischen Gemeinschaften standen über den einfachen Gläubigen die waldensischen Prediger, die im deutschen Sprachraum auch Meister, Kunden oder Beichtiger genannt wurden. Im französischen Sprachraum wurden sie aufgrund ihrer Bärte oft als Barben bezeichnet. Das Predigeramt konnte erst nach einer längeren Ausbildung erworben werden. Die Hauptaufgabe der Prediger bestand in der Predigt, der Missionierung und der Gewinnung von Spendengeldern bzw. der Verteilung von Einkünften. Gepredigt wurde sowohl auf Wanderschaft, die üblicherweise von zwei Predigern gemeinsam angetreten wurde, als auch in eigens eingerichteten Hausgemeinschaften bzw. Versammlungszentren, die als Schulen bezeichnet wurden. Obwohl das mittelalterliche Waldensertum eher flach organisiert war, bildete es trotz Verfolgung immer wieder regional übergeordnete Leitungsgremien aus. Leiter- bzw. Bischofsämter existieren im 13. Jahrhundert in Oberitalien und Österreich, im 14. Jahrhundert in Südfrankreich. Zudem wurden periodisch in der Provence und der Lombardei auch größere Versammlungen einberufen, die der internationalen Koordination dienten.

Im deutschen Sprachraum wurden die Waldenser in Ableitung des Namens Giovanni de Roncos oft als Rünkler bezeichnet. Ein besonders dichtes Netz an Versammlungszentren bestand im 13. Jahrhundert im österreichischen Donauraum. Der Begriff Waldenser (als Ableitung von Valdes) stellte ursprünglich eine Fremdbezeichnung dar und wurde von den Nachfahren des Valdes erst Anfang des 16. Jahrhunderts übernommen.

Verurteilung und Verfolgung der mittelalterlichen Waldenser

Nach der Exkommunikation Valdes’ durch den Erzbischof von Lyon aufgrund des Streits um die Laienpredigt, wurden die „Armen von Lyon“ 1184 erstmals in dem von Papst Lucius III. nach dem Konzil von Verona verfassten Edikt Ad Abolendam als Häretiker aufgeführt, mit dauernder Exkommunikation belegt und mit schweren Strafsanktionen bedroht. Eine weitere Verurteilung erfolgte 1215 im Zuge des IV. Laterankonzils unter Papst Innozenz III. 1252 wurden die Waldenser in der von Papst Innozenz IV. verfassten Bulle Ad Extirpanda neuerlich namentlich verurteilt: „Cataros, … Valdenses, … et omnes Hereticos … perpetue damnamus infamia“ („für immer verurteilen wir die Katharer, Waldenser und alle Häretiker zur Rechtlosigkeit ("Infamie")“). Ab den 1230/1240er Jahren begann die Verfolgung durch die Inquisition. Diese Verfolgungen waren meist regional und für kürzere Zeiträume organisiert. Aber auch außerhalb der inquisitorischen Nachstellungen wurden Waldenser von lokalen Machthabern verfolgt. Bis in die Neuzeit kam es immer wieder zu zahlreichen Versuchen, das Waldensertum auszurotten, insbesondere in Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich und Böhmen.

Spätere Entwicklungen

Im Zuge der Verfolgungen wurde die Missionstätigkeit der Waldenser schwer gestört. Hatten die Waldenser bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts in Südfrankreich, Norditalien und Österreich zunächst Bibelschulen und Versammlungszentren in eigenen Häusern eingerichtet, so mussten diese unter dem Verfolgungsdruck wieder aufgegeben werden. Die waldensischen Prediger mussten vermehrt im Geheimen wirken und widmeten sich nun kaum mehr der Mission, sondern verstärkt der Betreuung der verbliebenen Gemeinden. Im deutschsprachigen Raum gewann unter den Waldensern im 14. Jahrhundert die Beichte gesteigerte Bedeutung. Große Anziehungskraft für die deutschsprachigen Waldenser übte Anfang des 15. Jahrhunderts die Lehre des Jan Hus aus. Viele von ihnen schlossen sich deshalb den Hussiten an, insbesondere der hussitischen Gemeinschaft der Böhmischen Brüder (siehe auch: Friedrich Reiser). Danach existieren bis zur Wiederansiedelung der Waldenser im 17. Jahrhundert kaum mehr Hinweise auf Waldenser im deutschsprachigen Raum.

In Europa hielten sich waldensische Gemeinschaften vor allem in unzugänglichen Gebirgstälern der französisch-italienischen Alpen, bis sie sich Anfang des 16. Jahrhunderts der Reformation anschlossen. 1532 gründeten die Waldenser in den Waldensertäler der Cottischen Alpen eine eigene reformierte Kirche. Als sie in den Verdacht der Häresie gerieten, übergaben sie dem Herzog von Savoyen 1560 ihr Bekenntnis in Form der calvinistischen ''Confessio gallicana''.[6] Es gilt in seiner Darmstädter Fassung von 1655 als offizielles Glaubensbekenntnis der Waldenser, obwohl sie sich in Deutschland mehrheitlich den lutherisch geprägten Landeskirchen anschlossen.

Schließlich wurde am 17. Februar 1848 den italienischen Waldensern in einem Patent von Karl Albert I., dem König von Piemont-Sardinien, die Glaubensfreiheit zugestanden. Mit diesen Lettere Patenti erlangten die Waldenser zudem die bürgerliche Gleichberechtigung, d. h. auch das Recht der freien Berufswahl und das Recht auf Grunderwerb.[7]

Regionale Entwicklungen

Waldenser in Deutschland

Große Gruppen von Waldensern und Hugenotten, die 1698 aus dem Piemont vertrieben wurden, fanden Aufnahme in Hessen-Darmstadt, Hessen-Homburg, Nassau-Dillenburg, Baden-Durlach und im Herzogtum Württemberg. Sie gründeten neue waldensische Gemeinden unter anderem in Rohrbach, Wembach und Hahn (heute Stadtteile von Ober-Ramstadt), Walldorf (heute Stadtteil von Mörfelden-Walldorf), Dornholzhausen (heute Stadtteil von Bad Homburg vor der Höhe), Charlottenberg (heute Ortsteil der Verbandsgemeinde Diez), Neureut (heute Stadtteil von Karlsruhe) und mehreren Ortschaften im Herzogtum Württemberg.

Le Bourcet, seit 1711 amtlich Neuhengstett

Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg erlaubte den vertriebenen Waldensern die Ansiedelung in seinem Herzogtum. Unter der Leitung des Pfarrers Henri Arnaud besiedelten die Vertriebenen eine abgelegene, menschenarme Gegend im Nordwesten des Herzogtums, nahe dem Ort Ötisheim im jetzigen Ortsteil Schönenberg, in dem heute im ehemaligen Wohnhaus von Henri Arnaud ein Waldensermuseum beherbergt ist.

Die Waldenser pflanzten dort bei ihrer Ankunft unter anderem Kartoffeln an, die bis dahin bei den Einheimischen unbekannt waren. Somit hängt die Niederlassung der Waldenser in Süddeutschland unmittelbar mit der Verbreitung der Kartoffel zusammen. Der Einführung der Kartoffel wurde sogar eine Erinnerungstafel gewidmet, die in Schönenberg am Haus von Henri Arnaud angebracht ist.

Das Recht der freien Religionsausübung wurde den reformierten Waldensern ausdrücklich zugesichert. Die Gottesdienste wurden bis ins frühe 19. Jahrhundert in französischem Dialekt gehalten. Obwohl sich die württembergische Siedlung als die dauerhaftere erwies, ging auch sie im 19. Jahrhundert in der evangelisch-lutherischen Landeskirche auf.

Zwischen Pforzheim und Stuttgart erinnern heute noch Ortsnamen wie Pinache, Perouse, Corres, Sengach, Serres, an die alten Waldenseransiedlungen. Auch im Großraum Karlsruhe finden sich Waldensersiedlungen, so in Großvillars, das heute zu Oberderdingen gehört oder Kleinvillars, das heute ein Stadtteil von Knittlingen ist. Auch der Karlsruher Stadtteil Palmbach ist aus einer Waldensersiedlung entstanden, ebenso Nordhausen (heute Teilort der Gemeinde Nordheim) als einziger Waldenserort der Region Heilbronn-Franken. Schon im Ortsbild mit seinen straßenseitigen Giebeln lässt sich die besondere Siedlungsstruktur der Waldenserdörfer noch heute in diesen Orten erkennen. Auch die französischen Familiennamen vieler Bewohner, wie Gille, Roux, Granget, Conle, Common, Jourdan, Piston, Richardon, Servay, Conte, Baral, Gay, Orcellet oder Salen erinnern noch an die Herkunft aus Savoyen. In Stuttgart existiert zudem eine von der Landeskirche unabhängige italienischsprachige Waldensergemeinde mit 90 Mitgliedern.

Waldenser in Österreich

Auch in Österreich gab es im 13. und 14. Jahrhundert waldensische Gemeinschaften. Nachweisbar sind sie hier seit der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Ihr Hauptverbreitungsgebiet lag im südlichen Donauraum vom Salzkammergut bis zum Wienerwald. In diesem Gebiet fand die Inquisition erstmals etwa um 1260 in über vierzig Pfarren waldensische Gemeinschaften vor, wovon viele mit halböffentlichen Versammlungszentren („Schulen“) ausgestattet waren.

Bis zum Einsetzen der Inquisition kann von einer Duldung der Nachbarn waldensischen Glaubens durch die katholische Mitbevölkerung ausgegangen werden. Die Inquisition ab etwa 1260 drängte die Waldenser in den Untergrund, es kam zu zahlreichen Hinrichtungen. Neuerlich verfolgt wurden die Waldenser 1311–1315 in den Gebieten um Steyr, St. Pölten, Wien und Krems sowie um etwa 1370 im Gebiet von Steyr, das in der österreichischen Ketzergeschichte als Hochburg des Waldensertums gesehen wird. Im Zuge der letztgenannten Verfolgungswelle kehrten einige hochrangige Mitglieder der Waldensergemeinde zum Katholizismus zurück und griffen ihre ehemaligen Mitbrüder in Pamphleten an. Unter dem Inquisitor Petrus Zwicker kam es von 1391 bis 1402 neuerlich zu schweren Verfolgungen, u. a. in Steyr, Enns, Hartberg (Steiermark), Ödenburg und Wien. 1397 wurden in Steyr zwischen 80 und 100 Waldenser verbrannt, woran dort ein 1997 errichtetes Denkmal erinnert. Im 15. Jahrhundert verlieren sich die Spuren der österreichischen Waldenser. Die Ursachen hierfür sind nicht geklärt. Vermutet wurde auch ein Aufgehen der österreichischen Waldenser im Hussitentum oder der durchschlagende Erfolg der Ketzerinquisition durch Petrus Zwicker.

Gegenwart

Weltweite Diaspora

In Folge der italienischen Auswanderungswelle 1880–1914 leben heute rund 13.300 Waldenser in Argentinien und Uruguay. Außerhalb Italiens leben weltweit heute etwa 50.000 Mitglieder der Waldenser-Kirche, darunter 400 in sechs Gemeinden der Chiesa Evangelica di lingua italiana in der Schweiz. Hinzu kommen einige Waldenser, die sich, wie in Deutschland (ca. 4.000), Frankreich und in den US-Bundesstaaten New York und North Carolina dortigen evangelischen Kirchen angeschlossen haben.

Waldenser in Deutschland

Selbständige Waldensergemeinden gibt es in Deutschland bereits seit 1830 nicht mehr, diese wurden in die jeweiligen Evangelischen Landeskirchen eingegliedert. Ehemalige deutsche Waldensergemeinden befinden sich in Neuhengstett, Karlsruhe-Neureut, Charlottenberg, Schwabendorf, Todenhausen, Mörfelden-Walldorf, Dornholzhausen, Ötisheim-Schönenberg mit Sitz der Deutschen Waldenservereinigung, Ober-Ramstadt -Rohrbach und -Wembach-Hahn, Waldensberg, Palmbach, Großvillars, Kleinvillars, Nordheim-Nordhausen, Perouse, Pinache, Sengach, Serres, Wurmberg mit ehemaligem Waldenser-Ortsteil Lucerne, Gewissenruh und Gottstreu, wo seit 1991 auch ein Waldensermuseum besteht.

Die italienischen Waldenser seit 1848

Waldenser-Kirche auf der Piazza Cavour in Rom
Waldenser-Kirche in Mailand.

Nach der Zuerkennung ihrer religiösen Rechte und bürgerlichen Freiheit im Jahre 1848 ging für die Waldenser eine fast 700-jährige Zeit der Verfolgung, Vertreibung und Unterdrückung zu Ende. Die Lettere Patenti sicherten ihnen das Recht der freien Berufswahl und das Recht auf Grunderwerb zu.[7] Noch heute wird in den italienischen Waldensergemeinden die Unterzeichnung der Lettere Patenti jedes Jahr am 17. Februar festlich begangen.

Ab 1848 gründeten die Waldenser in ganz Italien verschiedene soziale Einrichtungen, darunter Altenheime, Kinderheime, Schulen und Begegnungszentren wie zum Beispiel Agape in Prali (Provinz Turin). Um diese herum entstanden die heutigen Gemeinden der waldensischen Diaspora, die in ganz Italien verstreut sind. Geografisches Zentrum der Waldenser bilden nach wie vor die sogenannten Waldenser Täler in den Cottischen Alpen westlich von Turin, wo sich die meisten und größten Gemeinden finden. Das theologische Zentrum in Form einer theologischen Fakultät liegt hingegen in Rom, wo auch die tavola – die demokratisch gewählte Kirchenverwaltung und der gewählte Repräsentant, der moderatore, ihren Sitz haben.

1855 entstand in Torre Pellice die „Facoltà Valdese di Teologia“ (Waldensische Theologische Fakultät); 1922 wurde sie nach Rom (Via Pietro Cossa 42; Nähe Piazza Cavour) verlegt. Während des Faschismus (1922–1945) wurden die Waldensergemeinden unter staatliche Beobachtung gestellt; Protestanten durften auf Grund der privilegierten Beziehung des Regimes zur katholischen Kirche keine öffentlichen Ämter bekleiden, die französische Sprache wurde, auch im Gottesdienst, verboten, ebenso die Kirchenpresse. Viele piemontesische Waldenser schlossen sich daher während des Zweiten Weltkriegs der Resistenza gegen das Regime Mussolinis und die deutsche Besatzung Norditaliens an, dort vor allem den Partisanengruppen der Partito d'Azione, was bei den faschistischen Behörden zu der Ansicht „I valdesi sono tutti ribelli – Die Waldenser sind alle Rebellen“ führte.

Mit der italienischen Verfassung von 1948 wurden alle Religionen (neu: „confessioni“) vor dem Gesetz gleichgestellt und die freie Religionsausübung garantiert. Das 1929 geschlossene Konkordat zwischen Staat und Vatikan wurde darin jedoch bestätigt und die Römisch-katholische Kirche blieb bis 1984 Staatskirche. Erst nach der Revision des Konkordates und der Abschaffung einer verfassungsmäßigen Staatskirche wurde zwischen dem italienischen Staat und der „Tavola“ der Waldenser ein Vertrag („Intesa“) abgeschlossen, der erlaubte, die entsprechenden Verfassungsartikel von 1948 voll umzusetzen, auch staatliche Leistungen zu beanspruchen.[8]

Im Januar 2005 wurde in der norditalienischen Stadt Pinerolo bei Turin ein Denkmal zur Erinnerung an die Verfolgung der Waldenser durch die katholische Inquisition enthüllt. Es ist das erste ökumenische Monument in Italien überhaupt und wurde von der Waldenserkirche und dem römisch-katholischen Bischof von Pinerolo in Auftrag gegeben. Die vom österreichischen Bildhauer Gerald Brandstötter in Bronze gestaltete Rundplastik hat die Form einer großen Flamme und soll die Verbrennung der Waldenser durch die Inquisition darstellen. Hoffnung und Versöhnung symbolisiert eine Mädchengestalt mit erhobenen Händen und mit Blick zum Himmel.

Die Frauenordination ist bei den Waldensern in Italien erlaubt.

Zeittafel zur Geschichte der Waldenser

Jahr Ereignis
1177 Valdes wird Wanderprediger und begründet die Glaubensgemeinschaft in Lyon.
1179 Die Waldenser ersuchen Papst Alexander III. um die Genehmigung ihrer Predigttätigkeit.
1182 –1183 Vertreibung der Waldenser aus Lyon. Beginn der Ausbreitung der Gemeinschaft.
1184 Papst Lucius III. verurteilt auf dem Konzil von Verona die Waldenser erstmals als Ketzer.
1218 Valdes stirbt vor diesem Datum. Die Waldenser halten in diesem Jahr in Bergamo eine Konferenz über Glaubens- und Organisationsfragen ab.
1231 Waldenser sind in Trier. Erste sichere Nachricht über Waldenser in Deutschland.
1335 –1353 Verfolgung der Waldenser in Südböhmen unter Inquisitor Gallus von Neuhaus
1391 –1398 Schwere Verfolgungen in Deutschland und Österreich durch die Inquisition unter Petrus Zwicker
1532 Die Waldenser der Cottischen Alpen, des Luberon und Kalabriens schließen sich der Reformation an.
1545 Verfolgung der Waldenser im Luberon
1561 Die waldensischen Gemeinden in Kalabrien werden ausgelöscht.
1655 Viele Waldenser des Piemont fallen einem Massaker zum Opfer.
1685 Der französische König Ludwig XIV. (Louis XIV.) verbietet die Evangelisch-reformierte Kirche im Chisonetal. Die dort ansässigen Waldenser fliehen in die Schweiz und nach Deutschland.
1687 Die piemontesischen Waldenser werden durch den Herzog von Savoyen vertrieben.
1689 Glorreiche Rückkehr – Die piemontesischen Waldenser verlassen ihr Schweizer Exil und kehren zurück.
1698 Die französischen Waldenser werden wieder aus dem Piemont vertrieben. Sie finden Aufnahme in Deutschland.
1699 – 1701 In Südhessen, Württemberg und Baden kommt es zur Gründung von Waldenserkolonien.
1805 –1830 Ende der deutschen Waldensergemeinden; sie werden in die bestehenden evangelischen Landeskirchen integriert.
1848 Die Waldenser erhalten im Königreich Sardinien-Piemont am 18. Februar 1848 volle bürgerliche Rechte. Bei der Gründung des italienischen Nationalstaates 1861 wird diese Regelung beibehalten, die Waldenserkirche wird grundgesetzlich toleriert („culto tolerato“).
1929 Mit dem Konkordat zwischen Mussolini und dem Papst als Teil der Lateranverträge vom 11. Februar 1929, die die Römische Frage klären, wird die Römisch-katholische Kirche zur italienischen Staatskirche. Die Waldenserkirche wird in Italien gesetzlich zugelassen („culto ammesso“).
1948 In der italienischen Verfassung werden alle Religionen (neu: „confessioni“) vor dem Gesetz gleichgestellt und die freie Religionsausübung garantiert. Das Konkordat von 1929 wird bestätigt und die Römisch-katholische Kirche bleibt Staatskirche.
1975/1979 Vereinigung der italienischen Waldenser mit den italienischen Methodisten zur Chiesa Evangelica Valdese.
1984 Nach Aufhebung des Konkordats wird der bereits in der Verfassung von 1948 enthaltene Auftrag, von Seiten des Staates Verträge („Intesa“) mit den Einzelkirchen abzuschließen, für die Waldenserkirche 1984 umgesetzt.

Siehe auch

Literatur

  • Gabriel Audisio: Die Waldenser. Die Geschichte einer religiösen Bewegung. München 1996.
  • Peter Biller: The Waldenses, 1170–1530. Between a religious order and a church. Variorum Collected Studies Series 676, Aldershot 2001.
  • Euan K. Cameron: Art. Waldenser. In: Theologische Realenzyklopädie 35 (2003), S. 388–402.
  • Albert de Lange: Reformierte Konfessionsmigration: Die Waldenser in Südwestdeutschland (1699–1823), in: Europäische Geschichte Online, hrsg. vom Institut für Europäische Geschichte (Mainz), 2011, Zugriff am: 11.11.2011.
  • Albert de Lange, Gerhard Schwinge (Hrsg.): Beiträge zur Waldensergeschichtsschreibung. Insbesondere zu deutschsprachigen Waldenserhistorikern des 18. bis 20. Jahrhunderts, Waldenserstudien 1, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2003, ISBN 978-3-89735-235-3.
  • Albert de Lange, Gerhard Schwinge (Hrsg.): Pieter Valkenier und das Schicksal der Waldenser um 1700. Waldenserstudien 2, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 978-3-89735-273-5.
  • Albert de Lange, Kathrin Utz Tremp (Hrsg.): Friedrich Reiser und die „waldensisch-hussitische Internationale“ im 15. Jahrhundert. Akten des Kolloquiums Ötisheim-Schönenberg, 2. bis 4. Oktober 2003, Waldenserstudien 3, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2006, ISBN 978-3-89735-433-3.
  • Martin Erbstößer: Sozialreligiöse Strömungen im späten Mittelalter. Geißler, Freigeister und Waldenser im 14. Jahrhundert. Berlin 1970.
  • Martin Erbstößer: Strukturen der Waldenser in Deutschland im 14. Jahrhundert. In: Sabine Tanz (Hg.): Mentalität und Gesellschaft im Mittelalter. Beiträge zur Mentalitätsgeschichte 2, Frankfurt am Main 1993, S. 95–106.
  • Klaus Fitschen: Protestantische Minderheitenkirchen in Europa im 19. und 20. Jahrhundert. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2008, ISBN 978-3-374-02499-5.
  • Bernard Gonnet: Les Vaudois au Moyen Age. 1976.
  • Giovanni Gonnet: Le cheminement des vaudois vers le schisme et l'hérésie. Cahiers de civilisation médiévale 19, 1976.
  • Herman Haupt: Waldenserthum und Inquisition im südöstlichen Deutschland bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. In: Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 1, 1889, S. 285–330.
  • Herman Haupt: Waldenserthum und Inquisition im südöstlichen Deutschland seit der Mitte des 14. Jahrhunderts. In: Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 3, 1890, S. 337–401.
  • Theo Kiefner: Henri Arnaud – Pfarrer und Oberst bei den Waldensern. Stuttgart 1989.
  • Theo Kiefner: Die Privilegien der nach Deutschland gekommenen Waldenser. Stuttgart 1991.
  • Theo Kiefner: Die Waldenser auf ihrem Weg aus dem Val Cluson durch die Schweiz nach Deutschland 1532–1820/30, 5 Bände.
    • Band 1: Reformation und Gegenreformation im Val Cluson 1532–1730. Göttingen 1985.
    • Band 2: Vorübergehend nach Deutschland 1685–1698. Göttingen 1985.
    • Band 3: Endgültig nach Deutschland 1698–1820/30. Göttingen 1995.
    • Band 4: Die Pfarrer der Waldenserkolonien in Deutschland. Die Pfarrer und ihre Gemeinden. Göttingen 1997.
  • Julius Köbner: Die Waldenser. Ein dramatisches Gemälde mit lyrischen Randzeichnungen. Tilsit 1924 (?).
  • Dietrich Kurze: Zur Ketzergeschichte der Mark Brandenburg und Pommerns vornehmlich im 14. Jahrhundert. Luziferianer, Putzkeller und Waldenser. In: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 16/17 (1968), S. 50–94.
  • Peter Georg Lantelme: Die Geschichte der Waldensergemeinden Rohrbach Wembach und Hahn. Jacob Helene, Pfungstadt 1950.
  • Albert de Lange: Die Waldenser. Geschichte einer europäischen Glaubensbewegung in Bildern. Karlsruhe 2000, ISBN 3-89116-048-8.
  • Sandra Marcella Lucia Liebscher: Gegenwärtige kulturelle Probleme und Varianten der Valdesi. Ethnographie der italienischen Waldenser 1991–1993. In: Abhandlungen zur Geschichte der Geowissenschaften und Religion. Umwelt-Forschung, Beiheft 8, Bochum 1994, ISBN 3-8196-0301-8.
  • Barbro Lovisa: Italienische Waldenser und das protestantische Deutschland 1655 bis 1989. Göttingen 1993.
  • Amadeo Molnár: Die Waldenser. Geschichte und europäisches Ausmaß einer Ketzerbewegung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1980.
  • Karl Müller: Die Waldenser und ihre einzelnen Gruppen bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts. Gotha 1886.
  • Maurice Pezet: L’épopée des Vaudois. Seghers éditeur.
  • Waltraud Plieninger: Waldenser – Glaubensflüchtlinge nach dem Dreißigjährigen Krieg in Württemberg. In: Migration 45 (2002) (online) (Link nicht mehr abrufbar).
  • Martin Schneider: Europäisches Waldensertum im 13. und 14. Jahrhundert. Gemeinschaftsform – Frömmigkeit – sozialer Hintergrund. Berlin 1981.
  • Kurt-Victor Selge: Die ersten Waldenser. Mit Edition des Liber Antiheresis des Durandus von Osca. 2 Bände, Arbeiten zur Kirchengeschichte 37, Berlin 1967.
  • Paul R. Tarmann: Der Armutsbegriff der Waldenser. Eine sozialphilosophische Annäherung. Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-631-60203-4.
  • Giorgio Tourn: Geschichte der Waldenser. Kitab-Verlag, Klagenfurt 2006.
  • Giorgio Tourn: Geschichte der Waldenser-Kirche. Erlangen 1980.
  • Giorgio Tourn: Les Vaudois, l'étonante aventure d'un peuple-église. éditeur Claudiana, 1999.
  • Kathrin Utz Tremp (Hg.): Quellen zur Geschichte der Waldenser von Freiburg im Üchtland (1399–1439). Monumenta Germaniae Historica, Quellen zur Geistesgeschichte des Mittelalters 18. Hannover 2000, ISBN 3-7752-1018-0.
  • Vaudois languedociens et pauvres catholiques. Cahiers de Fanjeaux n° 2, Privat éditeur, 1967.
  • Tullio Vinay: Liebe, die Berge versetzt. Quell-Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-7918-3452-5.
  • Martin Windischhofer: Die Waldenser in Österreich. Aufbruch, Verfolgung und Wandel der frühen Bewegung bis 1315. Universitätsschrift, Wien 2006.
  • Siegfried Wittwer: Licht in der Finsternis - Ein Waldenser-Roman. SCM Hänssler, Holzgerlingen 2009, ISBN 978-3-7751-5128-3.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Waldenser – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Waldensians – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Amedeo Molnár: Die Waldenser – Geschichte und europäisches Ausmaß einer Ketzerbewegung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1980.
  2. Josef Neuner SJ und Heinrich Roos SJ: Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, hg von Karl Rahner SJ, Pustet, Regensburg 1965 (7), S. 270)
  3. Waldenser Magazin Nr. 243 1/2010 ISSN 0174-786x
  4. z. B. Neuner/Roos: Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, Pustet, Regensburg 1965(7); Malcolm Lambert: Ketzerei im Mittelalter
  5. Denziger-Schönmetzer: Enchiridion Symbolorum Definitionum et Declarationum de rebus fidei et morum, Herder, Friburgi Breisgoviae 1965, editio XXXIV, 79-797
  6. Th.Kiefner: Die Waldenser auf ihrem Weg... nach Deutschland, Confessio gallicana, p.59
  7. a b Fitschen, Protestantische Minderheitenkirchen in Europa im 19. und 20. Jahrhundert, S. 57
  8. Fitschen, Protestantische Minderheitenkirchen in Europa im 19. und 20. Jahrhundert, S. 78 ff.

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  • Waldénser — (Waldesier), eine religiöse Genossenschaft, die ihren Namen einem reichen Bürger von Lyon (Petrus?), Valdes, Valdez oder Waldus, verdankt. Ergriffen von der Legende vom heil. Alexius und der Erzählung vom reichen Jüngling (Matth. 19,21), ließ er… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Waldenser — (v. fr. Vallése, d.i. Thalleute, Thalbewohner), 1) christliche Religionspartei, welche sich im Mittelalter von der Katholischen Kirche lossagte u. welche noch jetzt in Italien u. anderwärts fortbesteht. I. Ihre Entstehung u. Geschichte. Die in… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Waldenser — oder Waldesĭer, reformatorisch gerichtete Sekte, gestiftet um 1177 von Petrus Waldus (Valdez) in Lyon als religiöse Genossenschaft zur Predigt des Evangeliums und zur Reform der kath. Kirche durch Rückkehr zur apostolischen Armut und Einfachheit …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Waldenser — Waldenser, eine christliche Secte, die ihren Namen von deren Gründer, Petrus Waldus, einem reichen Bürger in Lyon, ableitet, sich im 12. Jahrhunderte bildete und folgende Satzungen hatte: Freiwillige Armuth, Verbesserung der Sitten, Predigten in… …   Damen Conversations Lexikon

  • Waldenser — Waldenser, eine Sekte, die schon zur Apostelzeit od. durch Schüler des Claudius von Turin entstanden sein wollte, in der That aber einem reichen Kaufmanne aus Lyon, Pierre de Vaux, latinis. Petrus Waldus, Ursprung u. Namen verdankt. Ein… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Waldenser — Wal|dẹn|ser 〈m. 3〉 Angehöriger einer von Petrus Waldus im 12. Jh. gegründeten Sekte, die ein Gemeinschaftsleben nach urchristl. Vorbild erstrebte, von der Inquisition nahezu vernichtet wurde, seit dem 16. Jh. aber wieder auflebte * * *… …   Universal-Lexikon

  • Waldenser — Wal|dẹn|ser <nach dem Lyoner Kaufmann Petrus Waldes> (Angehöriger einer religiösen Bewegung, die um 1175 in Lyon von Waldes begründet wurde) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Waldenser und Katharer im Ketzerkrieg —   Im 12. Jahrhundert verfestigte sich durch die Arbeit der scholastischen Theologen die kirchliche Dogmatik. Dadurch wurde der Spielraum für abweichende Meinungen immer kleiner, sodass es Laien kaum mehr wagen konnten, inhaltliche Aussagen zu… …   Universal-Lexikon

  • Waldenser, der — Der Waldénser, des s, plur. ut nom. sing. eine Art Ketzer, (nach Römischen Begriffen,) welche vornehmlich von dem 12ten Jahrhundert an bekannt wurden, und sich in vielen Stücken von der herrschenden Kirche absonderten. Gemeiniglich leitet man… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Heilige Inquisition — Wappen der Spanischen Inquisition: Neben dem Kreuz als Symbol für den geistlichen Charakter der Inquisition halten sich Olivenzweig und Schwert die Waage, wodurch das Gleichgewicht zwischen Gnade und Strafe angedeutet werden sollte …   Deutsch Wikipedia

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