Bašćanska ploča
Bašćanska ploča (Tafel von Baška), gefunden auf der Insel Krk (Kroatien)

Die Tafel von Baška (auch: Bašćanska ploča, nach ihrem kroatischen Namen) ist eines der ältesten und bekanntesten Kulturdenkmäler der kroatischen Sprache und Geschichte. Sie stammt aus der Kapelle St. Lucija in Jurandvor bei Baška auf der Insel Krk und wird auf das Jahr 1100 datiert.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt und Bedeutung

Die Tafel von Baška war ursprünglich der linke Teil der Altarschranke in der frühromanischen Kapelle Sv. Lucija. Gefunden wurde die 99,5 cm * 199 cm große Steintafel im 19. Jahrhundert und seit 1934 wird sie in der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Zagreb aufbewahrt. In der Kapelle St. Lucija kann eine Kopie der Tafel besichtigt werden.

Die Inschrift ist in glagolitischer Schrift verfasst, sie dokumentiert, dass der kroatische König Dmitar Zvonimir der Kirche der heiligen Lucija eine Schenkung machte. Die Kirche gehörte zu einer Benediktinerabtei. Der Text umfasst folgende Abschnitte:

  • die Anrufung Gottes (invocatio dei)
  • die Aussage des Abtes Držiha, dass König Zvonimir der Kirche Sv. Lucija ein Stück Land schenkte
  • eine Zeugenliste
  • eine Drohung gegen alle, die diese Schenkung anfechten
  • die Verpflichtung der Mönche für den Stifter (und die Zeugen) zu beten
  • die Aussage des Abtes Dobrovit, dass er die Kirche mit neun Brüdern zur Herrschaftszeit des Fürsten Kosmat erbaut habe
  • die Bemerkung, daß zu dieser Zeit „M-IKULA VЪ OTOČЪCI“ mit Sv. Lucija vereint war

Die verwendete Schrift stellt eine Übergangsform von der älteren runden Glagoliza zur neueren (kroatischen) eckigen Glagoliza dar. Neben den glagolitischen Schriftzeichen enthält die Inschrift auch einige lateinische und kyrillische Buchstaben. Die Sprache der Tafel ist eine Mischung aus einer (alten) Form des Čakavischen und des Kirchenslavischen.

Die Inschrift ZЪVЪNIMIRЪ KRALЪ HRЪVATЪSKЪÏ (Zvonimir, König Kroatiens) macht die Tafel von Baška zu einem bedeutenden Dokument und Kulturdenkmal für die kroatische Geschichte, vor allem, da dies die älteste derartige Inschrift in kroatischer Sprache ist. Der Text der Tafel stellt eine bedeutende Quelle für die historische Linguistik, die Slawistik und die Kroatistik dar, da aus dieser Zeit nur sehr wenige Schriftzeugnisse in kroatischer Sprache erhalten geblieben sind.

Text der Tafel von Baška

AZ V' IME OTCA I S(I)NA I SVETAGO DUHA AZ'
OPAT' DR'ZhIHA PISAH SE O LEDNINE JuZhE
DA Z'V'NIM(I)R KRAL' HR'VAT'SKI V'
DNI SVOE V' SVETUJu LUCIJu I SVEDO -
MI ZhUPAN' DESIMIRA KR'BAVE MARTIN' V L(I) -
CE PRB'NEBZhA S' POSL' VIN(0)DOLE JaK(O)V' V O-
TOCE DA IZhE TO POREChE KL'NI I BO(G) I *BI* AP(OSTO)LA I *G* E -
VANJELISTI I S(VE)TAJa LUCIJa AM(E)N' DA IZhE SDE ZhIVE -
T' MOLI ZA NE BOGA AZ OPAT' DBROVIT' Z' -
DAH' CREK'V' SIJu I SVOEJu BRATIJu S DEV -
ETIJu V' DNI K'NEZA KOS'M'TA OBLAD -
AJuChAGO V'SU K'RAINU I BJeShE V' T' DNI M -
IKULA V' OTOCh'CI S' SVETUJu LUCIJu V' EDINO

Deutsche Übersetzung

Ich, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes, Ich
Abt Držiha schrieb dies über dieses Stück Land, welches
Zvonimir, König Kroatiens, in
seinen Tagen, der Heiligen Lucija schenkte. Und die Zeugen (sind):
Präfekt Desimir aus Krbava, Mratin aus
Lika, Pribineg, dieser Gesandte aus Vinodol (und) Jakov von der
Insel. Sollte jemand dies bestreiten, so verfluche ihn Gott und die 12 Apostel und die 4
Evangelisten und die Heilige Lucija. Amen. Sollte hier jemand leben
so solle er für sie zu Gott beten. Ich, Abt Dobrovit,
erbaute diese Kirche und mit meinen neun Brüdern
in den Tagen des Fürsten Kosmat, der dieses
Land beherrschte. Und es war in diesen Tagen Mikula
in Otočac mit der (der Abtei der) Heiligen Lucija vereint.

Literatur

  • Branko Fučić: Croatian Glagolitic Epigraphy. London: Osborne, 1999.

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