Be-Bop-A-Lula
Label der Single Be-Bop-A-Lula von Gene Vincent, deutsche Pressung aus dem Jahr 1956

Be-Bop-A-Lula ist ein Rockabilly-Lied von Gene Vincent aus dem Jahre 1956, das er mit seiner Band, den Blue Caps, einspielte. Die Musikzeitschrift „Rolling Stone“ führt Be-Bop-A-Lula auf Platz 102 ihrer 2004 erstellten Liste der 500 besten Songs aller Zeiten.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte

Als Songschreiber werden Gene Vincent und Bill Davis geführt, jedoch wirft die Entstehung des Liedes bis heute Fragen auf. Einer gängigen Theorie zufolge[1] liegt der Ursprung von "Be-Bop-A-Lula" im Jahr 1955, als Vincent nach einem Motorradunfall in einem Navy-Krankenhaus in Norfolk (Virginia) lag. Dort traf er Donald Graves, der den Text schrieb, während Vincent die Musik komponierte. Davis, der damals Vincents Manager war, gefiel Graves’ Arbeit. Er kaufte ihm den Text für 50 US-Dollar ab und führte sich fortan selbst als Textschreiber. Davis dagegen behauptet, er habe den Song mit Vincent zusammen geschrieben, nachdem man das Lied Don’t Bring Lulu gehört hatte, während Vincent einst sagte, der Comicstrip „Little Lulu“ habe ihn zum Text inspiriert.

Die Phrase „Be-Bop-A-Lula“ könnte auch auf Be-Baba-Leba, einen Hit von Helen Humes aus dem Jahre 1945 zurückgehen, der es in den R&B-Charts auf Platz drei schaffte und später als Hey! Ba-Ba-Re-Bop in der Version von Lionel Hampton ein noch größerer Hit wurde. Derartige Nonsensphrasen waren im Jazz in den 1940er-Jahren weit verbreitet und gehen wahrscheinlich auf den Ausruf „Arriba! Arriba!“ zurück, den spanischsprachige Bandleader gebrauchten, um ihre Musiker anzufeuern.[2]

Aufnahmen

Anfang 1956 spielte Vincent Be-Bop-A-Lula in einer Radioshow in Norfolk (Virginia) und machte eine Demoaufnahme, die an Capitol Records weitergereicht wurde. Capitol suchte damals nach einem jungen Musiker, der in der Lage wäre, mit Elvis Presley zu konkurrieren. Capitol lud Vincent ein, Be-Bop-A-Lula in Owen Bradleys Studio in Nashville (Tennessee) einzuspielen. Dies geschah am 4. Mai 1956. Vincent konnte auf die Studiomusiker Cliff Gallup (Leadgitarre), „Wee“ Willie Williams (Rhythmusgitarre), „Jumpin’“ Jack Neal (Kontrabass) und Dickie „Be Bop“ Harrell (Schlagzeug) zurückgreifen.[3] Bei der Aufnahme schrie Harrell wild im Hintergrund. Später sagte er, er habe dies getan, damit seine Familie ihn auf der Aufnahme höre. Das improvisierte Schreien sollte fortan fester Bestandteil des Vincent-Sounds werden.

Im Juni 1956 wurde Be-Bop-A-Lula als Single F3450 von Capitol Records veröffentlicht und verkaufte sich, obwohl der Titel nur die B-Seite der Single Woman Love war, auf Anhieb gut. Die Radiostationen spielten die B-Seite jedoch weitaus häufiger, sodass der Titel in die Charts gelangte. Im April 1957 gab Capitol bekannt, Be-Bop-A-Lula habe sich bis dato zwei Millionen Mal verkauft. In den US-Billboard-Charts erreichte die Single Platz 7 und schaffte es auch in die Top-10 der R&B-Charts sowie auf Platz 5 der Country-Charts. Im August 1956 schaffte sie es in Großbritannien auf Platz 16. Im gleichen Jahr wurde die Single in Deutschland veröffentlicht. Da die die deutsche Lizenz von Capitol Records kurze Zeit später von Teldec zu EMI Electrola wechselte, existieren unterschiedliche Labels der deutschen Erstpressung.

In dem Film The Girl Can’t Help It, in dem auch andere Rock’-n’-Roll-Größen wie Eddie Cochran, Fats Domino und Little Richard zu sehen sind, spielt Vincent dieses Lied live, allerdings nicht mehr in der Originalbesetzung mit Cliff Gallup an der Lead Gitarre.

Inzwischen ist Be-Bop-A-Lula zu einem Rockstandard avanciert und es existieren unzählige Live- und Studioaufnahmen verschiedener Künstler, unter anderem von Elvis Presley, Jerry Lee Lewis, The Beatles, Suicide, David Cassidy, The Everly Brothers, Foghat, John Lennon, Paul McCartney, Gene Summers, Carl Perkins, Raul Seixas, Demented Are Go, Stray Cats, Queen, Sting, 77 (Band) und Eric Burdon.

Trivia

Als Elvis Presleys Bassist Bill Black Be-Bop-A-Lula zum ersten Mal hörte, war er derart fest davon überzeugt, das Lied sei von Presley, dass er diesen beschuldigte, Songs ohne seine Band aufzunehmen.[4]

Im The Who-Film Quadrophenia singt ein Rocker das Lied in einem Waschhaus, woraufhin er von einem Mod, der in einer benachbarten Kabine badet, zurechtgewiesen wird.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. The True Story on How "Be Bop A Lula" was Written
  2. Peter Gammond: The Oxford Companion to Popular Music, 1991, ISBN 0-19-311323-6
  3. Gene Vincent & The Blue Caps: BE BOP A LULA rockabillyhall.com
  4. Gene Vincent History, Charts, and Songs

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