BeNEX
BeNex GmbH
Logo der BeNex GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 2007
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Wolfgang Dirksen, Sprecher der Geschäftsführung
Mitarbeiter 23 (2008)
Umsatz 9 Mio. EUR (2010)[1]
Branche Transport, Logistik
Website www.benex.de

Die BeNex GmbH mit Sitz in Hamburg ist eine Beteiligungsgesellschaft für Schienen- und Busverkehr.

Die Hamburger Hochbahn AG (HHA) hält 51 Prozent der Anteile und die englische Investmentgesellschaft International Public Partnerships 49 Prozent. Der Name Benex ist laut HHA ein Akronym für „Better Nexus“ (engl./lat. für Bessere Verbindung). Ziel ist es, durch die Beteiligung an Ausschreibungsverfahren sowie durch Kooperationen und Übernahme etablierter Verkehrsunternehmen in Europa zu expandieren.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mit dem Beschluss des Aufsichtsrats der Hamburger Hochbahn vom 15. Januar 2007 und dem Eintrag ins Hamburger Handelsregister am 25. Mai 2007 wurde die Gesellschaft mit einem Stammkapital von einer Million Euro gegründet. Die HHA suchte bis Anfang Juni 2007 einen weiteren Partner, der sich an dem Unternehmen zu 49 Prozent beteiligt. Die vermutete Beteiligung des britischen Arriva-Konzerns, mit dem schon partnerschaftlich die Tochterfirmen metronom und ODEG betrieben werden, kam nicht zustande - die HHA gab dem australischen Investmentunternehmen Babcock & Brown den Zuschlag; dieser hält den Anteil über seinen börsennotierten Fonds Babcock & Brown Fonds Public Partnerships (im Juni 2009 in International Public Partnerships (INPP) umbenannt). Der Vertrag ist bis 2022 geschlossen, INPP darf sich aber frühestens 2017 von seinen Anteilen trennen.

Mit Hilfe der Benex soll neues Kapital aufgebracht werden, um im Schienenverkehr und im Busmarkt schneller expandieren zu können. In Form einer Holding verwaltet die Gesellschaft jene Tochterfirmen der HHA, die außerhalb Hamburgs aktiv sind. 2010 waren dies fünf Bahn- und drei Busverkehrsgesellschaften mit weiteren Tochterunternehmen. Diese Unternehmen erwirtschafteten mit 1.660 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 304 Millionen Euro[1].

Ausschreibungen

E-Netz Regensburg mit Donautalbahn

Im November 2007 gewann die HHA die Ausschreibung des E-Netzes Regensburg[2][3], das insgesamt 5,5 Mio. Zugkilometer pro Jahr auf den Strecken von Regensburg nach Neumarkt in der Oberpfalz, Plattling, Landshut und Ingolstadt umfasst.[4] Das von DB Regio Bayern veranlasste Nachprüfungsverfahren wurde am 21. Mai 2008 vom Oberlandesgericht München zurückgewiesen. Entsprechend erteilte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) der HHA den Zuschlag.[5] Hierfür wurde das Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) agilis Eisenbahngesellschaft gegründet[6]. Für den Verkehr werden insgesamt 26 neue Alstom Coradia Continental-Triebzüge beschafft[7].

Die Strecken NeumarktRegensburgPlattling und Landshut–Regensburg–Ingolstadt werden seit dem 12. Dezember 2010 von agilis bedient. Ab Ende 2011 wird der Verkehr auf der Donautalbahn über Donauwörth und Günzburg nach Ulm verlängert. Das Zugangebot wird um ca. 30 Prozent gesteigert werden. Insbesondere in den Abendstunden und am Wochenende ergeben sich Verbesserungen, sodass mindestens ein Stundentakt erreicht wird. Im Einzugsbereich von Regensburg sollen die Züge in der Hauptverkehrszeit im 30-Minuten-Rhythmus fahren. Auf der Donautalbahn wird zusätzlich unter der Woche drei Mal täglich ein Expresszug zwischen Regensburg und Ulm verkehren, am Wochenende im 2-Stunden-Takt. Mit diesem Schnellverkehr soll die Fahrzeit 2,5 Stunden betragen.[8][9]

Dieselnetz Oberfranken

Nach dem Gewinn der Ausschreibung des E-Netzes Regensburg erhielt Benex bei der Ausschreibung des Dieselnetzes Oberfranken im Oktober 2008 den Zuschlag. Der Betrieb wird zweistufig im Juni 2011 und im Dezember 2012 auf zahlreichen nicht elektrifizierten Haupt- und Nebenbahnen zwischen Bad Steben, Weiden, Bamberg und Bad Rodach aufgenommen. Die Neigetechnik-Verbindungen und die Alex-Züge sind davon nicht betroffen. Diese Verbindungen werden von der Tochtergesellschaft agilis Verkehrsgesellschaft betrieben.[10] Das Verkehrsvolumen beläuft sich auf vier Millionen Zugkilometer jährlich und der Vertrag läuft bis Ende 2023. Damit wird das bisherige Angebot um ein Drittel erhöht, sodass auf fast allen Strecken ein durchgängiger Stundentakt gefahren werden kann und neue Direktverbindungen eingerichtet werden können (Bad Rodach - Weiden, Wunsiedel - Bayreuth).[11]

Das betroffene Streckennetz wird derzeit noch von DB Regio betrieben, die Triebwagen der Baureihen 612, 628, und 642 einsetzt. Auf einzelnen Strecken fährt die Vogtlandbahn in deren Auftrag. Zukünftig wird agilis 38 klimatisierte Stadler Regio-Shuttle RS1 mit jeweils 101 Sitzplätzen einsetzen.[12][13] Dies bedeutet gegenüber den bisher üblichen 70 Sitzplätzen eine wesentlich engere Bestuhlung[14] (in der Sitzanordnung 2+3, zuzüglich 25 Klappsitzen[15]). Die Triebwagen werden außerdem mit einem Mehrzweckabteil und einer behindertengerechten Toilette ausgestattet (laut Ausschreibungsbedingungen).

Beteiligungen

Bahngesellschaften

Busgesellschaften

  • Fulda Bus GmbH (FBG), Fulda, Hessen (100 %)
  • Hamburger Nahverkehrsbeteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg (mit zwei Partnern)
  • Norddeutsche Bus-Beteiligungsgesellschaft mbH, Kiel, Schleswig-Holstein (mit drei Partnern)
  • VBR - Verkehrsbetriebe- und Servicegesellschaft mbH, Neuhof, Hessen und München, Bayern (100 %)
    • KVL-Kraftverkehr Lauterbach GmbH & Co. KG, Lauterbach, Hessen (100 %)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Unternehmensbericht 2010. 31. Dezember 2010, abgerufen am 6. Mai 2011 (PDF).
  2. Huber: „Startschuss für weiteres Wettbewerbsprojekt in Bayern“. 10. April 2007, abgerufen am 7. November 2010 (Pressemitteilung des BStMWIVT vom 4. April 2007).
  3. Regionalnetz Regensburg mit Donautalbahn
  4. Müller: „Zugangebot wird um 30 Prozent gesteigert“. 30. November 2007, abgerufen am 7. November 2010 (Pressemitteilung des BStMWIVT vom 30. November 2007).
  5. Zuschlag für Hamburger Hochbahn AG im Rahmen der Ausschreibung „Raum Regensburg inkl. Donautalbahn“. 21. Mai 2008, abgerufen am 7. November 2010 (Pressemitteilung der BEG vom 21. Mai 2008).
  6. Neue HOCHBAHN-Tochter für Bayern: agilis fährt ab 2010 im Regensburger Regionalbahnnetz. 12. Februar 2009, abgerufen am 7. November 2010 (Pressemitteilung der HHA vom 12. Februar 2009).
  7. Newstix: BeNEX bestellt von Alstom 26 Coradia Continental-Regionalzüge im Wert von rund 100 Mio. Euro
  8. Bericht der Mittelbayerischen Zeitung vom 3. August 2008
  9. Newstix: Verkehrsvertrag Regensburger Netz und Donautalbahn unterzeichnet - Hamburger Hochbahn AG übernimmt Regionalbahnstrecken ab Ende 2010
  10. Vgl. Website der Tochtergesellschaft agilis mit Streckennetz
  11. Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH, "Verkehrsvertrag Dieselnetz Oberfranken unterzeichnet", Presseinformation vom 13. Februar 2009. Abgerufen am 18. Juni 2009 (pdf).
  12. Stadler Rail Referenzliste RS1
  13. Frankenpost, 14. Februar 2009: „Agilis“ startet mit 38 Zügen
  14. Vgl. Frankenpost, "Klimatisierte Regio-Shuttles werden Triebwagen im Hofer Land ersetzen". 12. November 2008, abgerufen am 18. Juni 2009 (pdf).
  15. Stadler-Datenblatt "Regionaltriebwagen Regio-Shuttle RS1 für die BeNEX GmbH". Abgerufen am 28. März 2011 (pdf).

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