Beamer

Ein Videoprojektor (auch Bildwerfer, Digitalprojektor, Daten-Video-Projektor), umgangssprachlich meist Beamer [ˈbiːmɐ] (engl. beam „Strahl“) ist ein spezieller Projektor, der Bilder aus einem visuellen Ausgabegerät (Computer, DVD-Player, Videorekorder usw.) für ein Publikum in vergrößerter Form an eine Leinwand projiziert. Die Bandbreite der Geräte reicht von stationären Hochleistungsprojektoren bis zu sehr kleinen Präsentationsprojektoren für den mobilen Einsatz.

Videoprojektor für Werbezwecke in einer S-Bahn-Station

Inhaltsverzeichnis

Anzeigeverfahren

Videoprojektoren lassen sich grundsätzlich hinsichtlich des verwendeten Projektionsverfahrens unterscheiden.

Eidophor-System

Das Eidophor-System war das erste System, das lichtstarke Bilder in hoher Auflösung liefern konnte. Im professionellen Bereich war es bis in die späten 1980er Jahre üblich. 1985 bezeichnete Dieter Thomas Heck die Projektionswand noch als „Eidophorwand“.

Röhrenprojektoren

Die ersten Videoprojektoren mit weiterer Verbreitung verwendeten spezielle Kathodenstrahlröhren zur Darstellung des Bildes. Diese Röhren wurden auf sehr hohe Helligkeit getrimmt, um genügend Licht für die Projektion zu liefern. Für Farbprojektoren werden drei Röhren – eine für jede Grundfarbe – verwendet, die in der Regel getrennte Objektive hatten. Zur Erhöhung der Helligkeit kommen manchmal auch sechs Röhren zum Einsatz. Diese Technik wurde auch hauptsächlich in Rückprojektionsfernsehgeräten verwendet.

Vorteile

  • Wegen der Bildröhren sind die Projektoren sehr variabel in der Auflösung. Sie können in der Regel alles zwischen NTSC und sehr hochauflösenden Videos darstellen.
  • Das Verfahren kennt keine Pixel (Bildpunkte). Somit werden die Bilder etwas unschärfer, aber natürlicher dargestellt.
  • Es existiert fast keine Verzögerungszeit. Dadurch ist Video mit Zeilensprungverfahren (interlacing) kein Problem.
  • Es ist keine Lampe erforderlich, da die Röhren selbst Licht erzeugen und typische Lebensdauern von mindestens 10.000 Stunden haben.
  • Die Röhren erzeugen sehr hohe Kontraste (1:10.000 bis 30.000) und sehr gute Schwarzwerte.

Nachteile

  • Relativ geringe Gesamthelligkeit. Der Raum muss bei den meisten Modellen komplett abgedunkelt sein.
  • Die Röhren sind sehr empfindlich gegenüber Einbrennen. Werden Stellen der Leuchtschicht zu stark oder zu lange angeregt, dunkeln sie dort nach und nach ab.
  • Da bei Farbprojektoren die drei Projektionssysteme getrennt arbeiten, erfordern sie eine sehr aufwändige Einrichtungsprozedur. Die erschwert den mobilen Einsatz.
  • Die Projektoren sind durch die Röhren sehr schwer.
  • Abgesehen von älteren gebrauchten Modellen teuer bis sehr teuer.

LCD-Projektoren

Flüssigkristallprojektoren (LCD) funktionieren im Prinzip wie Diaprojektoren, anstelle eines Dias haben sie jedoch kleine, transparente Flüssigkristallelemente. Heutzutage übliche Geräte verwenden drei LCD-Elemente – für jede Grundfarbe eines –, deren Projektion über ein speziell angeordnetes Projektionssystem mit dichroitischen Spiegeln zu einem Bild zusammengefügt wird. Dadurch kann in jedem Bildpunkt jede Farbe erzeugt werden. Besonders hochwertige Geräte verwenden eine optische Einheit mit vier LCD-Panels, wobei ein Panel extra für die differenzierte und lichtstarke Darstellung des Gelb verwendet wird. Hierdurch kann man hohe Lichtausbeute mit guter Farbbalance verbinden, was herkömmlichen Geräten mit drei LCD-Panels recht schwer fällt – ihre Grün-Darstellung besitzt einen leichten Gelbstich, eine Korrektur des Farbstiches ist meist mit einem recht hohen Helligkeitsverlust verbunden. Bei Geräten mit nur einem Flüssigkristallelement werden die drei Grundfarben wie auf LCD-Flachbildschirmen nebeneinander dargestellt, was zu einem gröberen Bildeindruck führt.[1]

Vorteile

  • Relativ preiswert
  • Gute Lesbarkeit bei Texten und Grafiken durch die scharfe Abgrenzung der Bildpunkte
  • Klein und leicht
  • Im Vergleich zu Ein-Chip-DLP-Projektoren der gleichen Lichtleistungsklasse wesentlich bessere Farbintensität

Nachteile

  • die scharf abgezeichnete Pixelstruktur („Fliegengitter“/Screendoor-Effekt) kann störend wahrgenommen werden, HD-Projektoren leiden allerdings nicht mehr so stark unter diesem Problem wie frühere XGA-Geräte.
  • aufgrund fixer Displayauflösung im Gerät ist die beste Qualität nur bei einer bestimmten Auflösung des Eingangssignals gegeben. Ansonsten ist eine qualitätsmindernde Skalierung nötig
  • bei frühen Geräten: Nachziehen des Bildes durch die Trägheit der LCDs.
  • LCD-Memory-Effekt (Einbrennen): Werden Stellen zu lange mit zu hellen Bildern angeregt, so werden diese Stellen langsam permanent dunkel.
  • Ausbleichen der Farbstoffe von organischen LCDs. Nach einigen 1000 Stunden Betriebsdauer sind die Farbstoffe dieser LCDs im Allgemeinen infolge der hohen Lichtintensität ausgeblichen. Anorganische LCD-Panels, welche seit 2008 vermehrt eingesetzt werden, besitzen dieses Manko laut Herstellerangaben nicht mehr und besitzen eine "weit längere", allerdings bisher noch unspezifizierte Lebensdauer
  • Geräuschentwicklung durch Lüfter
  • Empfindlichkeit gegenüber Staub und Rauch, da sowohl die Lampe als auch die Panels mit frischer Luft gekühlt werden müssen. Eine Einkapselung/Versiegelung der optischen Einheit ist daher nicht möglich (im Gegensatz zu DLP-Projektoren). In sehr staubigen oder rauchigen Umgebungen lässt die Bildqualität daher schnell nach.
  • Die Lichtleistung der Lampe lässt innerhalb der ersten 100 Stunden um ca. 15% bis 25% nach
  • Fehlerhafte Konvergenz bei Mehr-Panel-Projektoren möglich

DLP-Projektoren

Als Bildwandler eines DLP-Projektors (Digital Light Processing) kommt ein Digital Micromirror Device (DMD) zum Einsatz, eine Integrierte Schaltung, auf der sich für jeden einzelnen Bildpunkt ein winziger, durch einen elektrischen Impuls kippbarer Spiegel befindet. Die Bilderzeugung erfolgt durch gezieltes Ansteuern der Kippspiegel, so dass das Licht in Richtung der Projektionsoptik geleitet oder abgelenkt wird. Da diese Art der Bilderzeugung nur die zwei Zustände an und aus kennt, müssen Helligkeitsabstufungen durch schnelles Pulsieren erreicht werden. Die DLP-Spiegel schalten bis zu 5000 Mal pro Sekunde.

Die meisten Geräte verwenden zur Erzeugung eines Farbbildes ein schnell rotierendes Farbrad, wobei mit einem DMD nacheinander alle drei Grundfarben projiziert werden. Bei DLP-Projektoren neuerer Bauart wurde die Anzahl der Farbsegmente auf sechs bis sieben erhöht, um bei Farbmischungen exaktere Resultate erzielen zu können. Beachtenswert ist der Einsatz eines transparenten Segmentes im Farbrad bei allen neueren 1-Chip-DLP-Projektoren welche nicht speziell für den Heimkinoeinsatz vorgesehen sind. Dies hat den Vorteil einer höheren Lichtleistung bei der Darstellung weißer Flächen. Allerdings geht das transparente Segment auf Kosten der Farblichtleistung, wodurch DLP-Projektoren bei der Projektion auf größere Flächen eine sichtbar schlechtere Farbdarstellung und Intensität besitzen. Bei Projektoren für den professionellen Bereich (zum Beispiel Kino) kommen drei separate Bildwandler (DMD) zum Einsatz. LED-Beamer schalten die Farben elektronisch um. [2]

Der alleinige Technologieinhaber der DMD-Produktion ist die Firma Texas Instruments (Ti)

Vorteile

  • Sehr hohe Geschwindigkeit, dadurch kein Nachleuchten/Nachziehen des Bildes, hierdurch sehr gut für 3D-Projektion geeignet
  • Kein Einbrennen des Bildes (z. B. bei Computerspielen)
  • Höherer Kontrast (durch das tiefere Schwarz) als beim LCD-Projektor
  • Weniger stark ausgeprägte Pixelstruktur als bei LCD-Projektoren
  • Durch gekapselte Optik und langlebiges DMD weniger staubempfindlich als LCD-Projektoren

Nachteile

  • Die Auflösung des Eingangssignals sollte für eine gute Bilddarstellung genau der Panel-Auflösung entsprechen
  • Regenbogeneffekte bei einigen Geräten mit Farbrad, wenn das Farbrad keine hohe Umdrehungsgeschwindigkeit hat (herstellerabhängig)
  • Bei der Darstellung bestimmter, einzelner Grau-/Farbwerte kann es zu einem sichtbaren Flimmern kommen.
  • Farbtreue ist mitunter nicht gegeben. Insbesondere haben DLP-Projektoren ein Problem, sattes Grün darzustellen und auch alle Rot- und Orange-Farbtöne. Das betrifft hauptsächlich die Consumer-Geräte (Ein-Chip-DLP), da bei diesen die Farbrad-Technik zum Einsatz kommt.
  • Geräte mit Weißsegment besitzen eine schlechtere Farblichtleistung als LCD-Projektoren der gleichen Helligkeitsklasse
  • Geräuschentwicklung durch Lüfter und Farbrad
  • Die Lichtleistung der Lampe lässt schon innerhalb der ersten 100 Stunden um ca. 25% nach

LED-Projektor

LED-Taschenbeamer (14 Lumen)

Bei LED-Projektoren kommen LEDs (Light Emitting Diode) als Lichtquelle zum Einsatz. Bildgebend war anfangs ein DLP-Element. Neuere Beamer setzen auch die LCD-Technik ein (z.B. Samsung SP-F10M).

Vorteile

  • LEDs besitzen im Vergleich zu herkömmlichen Projektorlampen eine höhere Energieeffizienz: Bei gleicher Lichtleistung wird weniger Energie in Wärme umgesetzt, wodurch der Kühlbedarf sinkt
  • Der geringere Kühlbedarf erlaubt kleinere Gehäuse und geringere Lüftergeräusche (im Extremfall Passivkühlung)
  • Der geringere Energiebedarf ermöglicht den Betrieb mit einem Akku.
  • LEDs halten mehr als 20.000 Stunden, während herkömmliche Projektorlampen rund 4.000 Stunden halten.
  • Da die Farben durch sequenzielles Aufleuchten der RGB-LEDs gebildet werden, fällt auch das normalerweise bei DLP-Projektoren notwendige Farbrad weg.

Nachteile

  • Die Lichtleistung von LEDs ist zum Teil erheblich geringer als bei herkömmlichen Projektorlampen. Vor allem günstige Geräte besitzen teilweise nur 1/100 der Lichtleistung herkömmlicher Projektoren. Seit Sommer 2011 gibt es mit dem Samsung SP-F10M allerdings den ersten LED-Beamer mit 1.000 ANSI Lumen[3].
  • Ein permanenter Lichtstromrückgang der LEDs lässt das Bild stetig dunkler werden. Ein LED-Wechsel ist teils nicht ohne weiteres möglich. Eine teilweise eingesetzte adaptive Erhöhung des LED-Stroms kann diesen Helligkeitsverlust wieder ausgleichen.
  • Die Geräte erreichen teilweise nur geringe Auflösungen (800×600 Bildpunkten, Stand 11. September 2007). Im Sommer 2009 erreichte jedoch ein Projektor der Firma projectiondesign eine Auflösung von 1920×1080 Bildpunkten.[4]
  • Auch ohne Farbrad kommt es bei den DLP-basierten Modellen zum Regenbogeneffekt, da die Grundfarben nacheinander projiziert werden. (LCD-basierte Modelle haben diesen Nachteil nicht.)

LCoS-Projektor

Noch recht neu auf dem Markt ist die LCoS-Technik (Liquid Crystal on Silicon), bei der ebenfalls Flüssigkristallpanele zum Einsatz kommen. Anders als LCD- DLP-Technik ist diese Technik bei den verschiedenen Herstellern meist durch abweichende Markennamen wie SXRD (Sony) oder D-ILA bzw. DLA (Sanyo) vertreten. Statt die Kristalle wie bei einem LCD-Projektor zu durchleuchten, befindet sich direkt hinter ihnen ein Spiegel, so dass die Projektionsoptik letztlich eher der eines DLP-Projektors gleicht. Der Hauptvorteil der LCoS-Chips besteht darin, dass sich die Signalleitungen zum Ansteuern der einzelnen Bildpunkte hinter der Spiegelfläche verbergen, so dass die Abstände zwischen den Bildelementen gegenüber einem herkömmlichen LCD-Panel geringer ausfallen, wodurch der bekannte „Fliegengittereffekt“ deutlich reduziert ist und höhere Kontrastwerte und insbesondere ein tieferes Schwarz zu realisieren sind

Vorteile

  • kompakte Bauweise
  • scharfe Bilder
  • geringer Helligkeitsverlust bei Einsatz hochauflösender Panels

Nachteile

  • feste Auflösung des Eingangssignals erforderlich
  • leichtes Nachziehen des Bildes
  • LCD-Memory-Effekt
  • nachlassende Bildqualität mit zunehmender Betriebsdauer (Verringerung von Farbsättigung, Kontrast und Homogenität)
  • Die Lichtleistung der Lampe lässt schon innerhalb der ersten 100 Stunden um ca. 25% nach

Laser-Projektor

Die bislang nur für den professionellen Markt entwickelten Techniken setzen auf einen Bildaufbau mit Hilfe eines modulierten und schnell abgelenkten Laserstrahls. Zwei verschiedene Techniken sind bekannt: die Laser-Display-Technologie (siehe unten) und die GLV-Technik (Grating Light Valve). Streng genommen handelt es sich nicht um eine Projektion – Objektive dienen allein der Strahlaufweitung, nicht der Abbildung.

Bei der in Gera und Jena entwickelten Laser Display Technology (LDT) wird das Bild zeilenweise auf die Projektionsfläche geschrieben. Die Ablenkung erfolgt durch einen speziellen Scanner mit einem Facettenspiegel (Zeilenaufbau) und einem Kippspiegel (Zeilenvorschub). Der Laserstrahl wird zuvor moduliert, womit Helligkeit und Farbe jedes Bildpunktes definiert sind. Im Gegensatz zur GLV-Technologie wird der Speckle-Effekt des Lasers mit der LDT nahezu vollständig unterdrückt. Dazu wird der Laserstrahl im Picosekundenbereich gepulst. Gefährdungen durch den Laserstrahl werden durch die Kombination verschiedener Sicherheitstechniken ausgeschlossen. Projektionssysteme der Laser-Display-Technologie sind im Einsatz für Flugsimulatoren. Hier wird eine gesamte Halbkugel mit vier Projektoren ausgeleuchtet (360° horizontal × 90° vertikal).

Vorteile

  • nahezu beliebig geformte Projektionsflächen
  • keine Fokussierung nötig
  • sehr hoher Kontrast
  • großer Gamut durch die Mischung reiner Grundfarben (RGB), also monochromatischen Lichts

Nachteile

  • begrenzte Lichtstärke
  • die Laserprojektoren sind klassifiziert als Laserklasse 3R (GLV) oder 4 (LDT), der Betrieb ist daher nur durch entsprechend ausgebildetes Personal erlaubt.
  • potentielle Gefahr für das Auge durch direkt in das Auge gelenkte Strahlen

Alternativ gibt es auch Ansätze, bei denen der Laserstrahl aufgefächert und mit einem herkömmlichen Bilderzeuger (z. B. LCoS) kombiniert wird.

Siehe auch: Laser-TV

Anwendungsgebiet

Je nach Einsatzzweck sind manche der oben genannten Projektionstechniken geeigneter als andere.

Für die Projektion von Filmen ist es sinnvoll, Projektoren mit Bildformat 16:9 oder 16:10 einzusetzen, da dabei schwarze Balken am oberen und unteren Bildrand reduziert werden können. Heimkinoprojektoren dieser Art gehen von einem eher gut abgedunkelten Vorführraum aus und sind nicht auf übermäßige Helligkeit ausgelegt, sondern eher auf natürliche Farbdarstellung. Häufig verfügen sie über große Lüfter, die für die gleiche Luftmassenbewegung langsamer drehen und dadurch weniger Lärm verursachen.

Viele DLP-Projektoren haben im Vergleich zu anderen Projektionstechnologien ein sehr großes Kontrastverhältnis von bis zu 4000:1. Für Heimkino optimierte LCD-Projektoren erreichen Spitzenwerte von 10000:1, dies aber vorwiegend durch Einsatz einer mechanischen Irisblende. Beim Im-Bild-Kontrast liegen LCD-Projektoren hinter den DLP-Projektoren.

Bei Präsentationen verwendet man historisch bedingt bis heute das 4:3-Format. Durch die ansteigende Verbreitung von Laptops mit 16:9/16:10 Bildformat werden immer mehr Präsentationen in diesem Format erstellt und die 4:3-Geräte gegen die Projektoren mit 16:9/16:10-Bildformat ausgetauscht. Diese Beamer dieser Art sind häufig auf große Projektionshelligkeit ausgelegt, wodurch häufig die Farbtreue (Genauigkeit der Farbdarstellung) leidet.

Technische Aspekte

Leuchtstärke

Gasentladungslampe eines Videoprojektors

Ein wesentliches Kriterium für die Nutzbarkeit von Videoprojektoren bei größerem Projektionsabstand oder großer Projektionsfläche ist die Helligkeit.

Handelsübliche Videoprojektoren verfügen über Leuchtstärken zwischen 1000 und 4500 Lumen, große Modelle für Konferenzräume oder Lichtspieltheater auch bis 30.000 Lumen. Der tatsächlich nutzbare Lichtstrom hängt von den Einstellungen des Projektors in Hinsicht auf Kontrast- und Farbverlauf ab. Bei einer ausgewogenen, natürlichen Farbmischung liegt er gelegentlich deutlich unter der nominell angegebenen Werten.[5] Die Helligkeitsangaben der Hersteller enthalten vergleichsweise große Toleranzen. Gewöhnlich liegt die Abweichung bei 10–20 %; besonders lichtstarke Geräte verlieren zudem innerhalb der ersten 100 Stunden 20–25 % an Helligkeit. Prinzipiell führt die Lampenalterung zu einem Helligkeitsverlust. Nach Erreichen ihrer vom Hersteller spezifizierten Lebensdauer soll die Helligkeit noch bei 50 % liegen.

Da die verwendeten Leuchtmittel üblicherweise einen wesentlichen Teil der zugeführten elektrischen Energie in Wärme umwandeln, müssen sie gekühlt werden, üblicherweise durch Lüfter. Besonders kompakte und besonders große Videoprojektoren fallen daher akustisch auf.

Heimkinomodelle verfügen neben in der Regel größeren Lüftern zum Teil über einen sogenannten Eco-Modus, bei dem die Helligkeit und die Lüfterdrehzahl reduziert werden und dadurch weniger Lärm verursachen. Nebenbei wird durch diese Geräuschreduktion die Lebensdauer der Lampe verlängert und das LCD-Einbrennen reduziert.

Projektionsverhältnis (auch Projektionsdistanz-Verhältnis)

Mit dem Projektionsverhältnis lässt sich zu einem gegebenen Projektionsabstand die mögliche Bildgröße (bzw. der Größenbereich) oder zu einer gewünschten Bildgröße der nötige Projektionsabstand berechnen.

Das Projektionsverhältnis p gibt das Verhältnis von Projektionsabstand a zur Bildbreite b an und ist vom eingesetzten Objektiv abhängig. Da die Geräte üblicherweise mit einem Zoomobjektiv ausgestattet sind, wird für das Projektionsverhältnis ein Bereich angegeben. Bei einem Projektionsabstand von 6 Metern führt also ein Zoomobjektiv mit den Projektionsverhältnissen 1,8:1–2,3:1 zu einem Bild, das eine minimale Breite von 2,61 Metern und eine maximale Breite von 3,33 Metern hat.

Die Bildbreite berechnet sich zu b = \tfrac{a}{p}, die Bildhöhe h lässt sich aus dem Seitenverhältnis bestimmen, d. h. h = \tfrac{3}{4}b bei Beamern mit klassischem 4:3-Seitenverhältnis bzw. h = \tfrac{9}{16}b bei Geräten mit 16:9-Breitbildformat.

Handelsübliche Modelle besitzen je nach Objektiv ein Projektionsverhältnis zwischen 0,6:1 und 3,0:1. Die meisten herkömmlichen Geräte besitzen mögliche Projektionsverhältnisse zwischen 1,5:1 und 2,2:1, wobei es bezüglich der Flexibilität des Zooms bzw. des Projektionsverhältnisses starke Unterschiede gibt. Viele günstige Beamer verfügen über keinen Zoom; ihnen steht zur Bildgrößenveränderung nur die Verschiebung des Projektors auf die Projektionsfläche zu oder von dieser weg zur Verfügung. Professionelle Videoprojektoren verfügen zum Teil über die Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln.

Lens Shift

Höherwertige Modelle für den professionellen Einsatz oder für Heimkino-Applikationen verfügen über die Möglichkeit der mechanischen Linsenverstellung (engl. Lens Shift). Diese Funktion ermöglicht eine waagerechte Plazierung des Projektors gegenüber der Projektionsfläche (stehend oder hängend) und ermöglicht es, die Benutzung der Trapezentzerrung bei schräger Aufstellung oder Aufhängung des Projektors zu vermeiden und/oder den durch starre Projektionsobjektive bedingten Höhenversatz des projizierten Bildes (so genannter Offset) zu überwinden.[6]

Anschlussmöglichkeiten

Triggerausgang, HDMI-, PC- (VGA-), S-Video-, Composite- und Komponenten-Eingang
S-Video-, Composite-, Komponenten- und SCART-Eingang

Videoprojektoren verarbeiten analoge und spätestens seit ca. 2005 (preisabhängig) digitale Bildsignale (vom z. B. DVD-Player, PC, Videorekorder, DV-Camcorder, TV-Tuner usw.). Man findet analoge Anschlüsse wie YPbPr-Komponenten-Video-Eingänge (drei Cinchstecker), SCART, S-Video, Composite Video, RGBHV oder VGA vor. Da die meisten aktuellen Videoprojektoren intern digital arbeiten (LCD, DLP usw.), werden analoge Eingangssignale zunächst digitalisiert, was zu Qualitätseinbußen führen kann.

Digitale Eingänge (in der Regel HDMI, seltener DVI) am Videoprojektor sind meistens in der Lage, verschlüsselte Signale zu verarbeiten (HDCP).

Im professionellen Bereich gibt es zudem auch das Serial Digital Interface (SDI) beziehungsweise HD-SDI mit hoher Bildauflösung.

Es existieren gelegentlich weitere Sonderanschlüsse. Bei Heimkino-Projektoren findet man beispielsweise sog. Trigger, die das Entrollen bzw. Aufrollen einer motorisierten Leinwand auslösen können. Fest zu montierende Projektoren sind manchmal mit einer seriellen Schnittstelle ausgestattet, über die man das Menü fernsteuern kann. Weiterhin gibt es Geräte mit Buchsen für eine Kabelverbindung mit einer Fernbedienung.

Selbstbauprojekte

2004 erlangte die Veröffentlichung der Computerhardware-Internetseite Tom’s Hardware Guide größere Bekanntheit, in der eine Bauanleitung[7] gegeben wurde, wie man aus einem (gebrauchten) Flachbildschirm und einem Tageslichtprojektor einen XGA-Beamer im Eigenbau erstellt. Die Anleitung ging davon aus, dass die notwendige Hardware bei eBay erstanden wird, was zu benannten Materialkosten von 250 Euro führte.

Bedarf an Alternativen zu üblichen Videoprojektoren bestand zum Teil aufgrund der damaligen hohen Neupreise für Videoprojektoren mit Auflösungen über 800×600 Bildpunkten und der teuren Ersatzlichtquellen. Tageslichtprojektoren werden zum Teil mit handelsüblichen Glühlampen betrieben, was im Preisvergleich sehr für den Eigenbau-Projektor sprach.

Gegen diese Art von Beamer sprechen verschiedene Argumente. Die Ausleuchtungseinstellmöglichkeiten eines Tageslichtprojektors sind minimal. Das Flachbildschirmpanel ist nicht auf die Leuchtdichte und Ausleuchtung eines Projektors ausgelegt, weshalb die Bildqualität professioneller Geräte nicht erreicht werden kann. Farbverzerrungen sind ein typisches Merkmal. Weiterhin verbrauchen Tageslichtprojektoren verhältnismäßig viel Strom.

Bezeichnung Beamer

Die im Deutschen und Niederländischen übliche Bezeichnung Beamer ist ein Scheinanglizismus: Der Begriff geht scheinbar auf ein englisches Wort zurück (beam = Strahl / to beam = strahlen).

Im Englischen bezeichnet Beamer etwas anderes: Es kann eine umgangssprachliche Bezeichnung für ein Fahrzeug der Marke BMW sein, oder ein Begriff in der Sportart Cricket (ein regelwidriger schneller Wurf, der den Schlagmann zu hoch erreicht).

Weitere Vorkommen ähnlicher Bezeichnungen:

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Beamer-Test – Projektoren-Test – Datenbeamer-Test. Mediastar GmbH, abgerufen am 7. Jan. 2009.
  2. http://www.mediastar.de/beamer_test.html
  3. http://www.mini-beamer-vergleich.de/samsung-sp-f10m-led-projektor.html Samsung SP-F10M
  4. http://www.projectiondesign.com/Default.asp?CatID=1781 projectiondesign FL32 mit Full-HD-Auflösung (englisch)]
  5. Die besten Tipps zum Beamer Stiftung Warentest
  6. Die besten Tipps zum Beamer, Verzerrtes Bild, test Mai 2006 (Seite 62/63) und test.de (online)
  7. XGA-Beamer im Eigenbau

Weblinks

 Commons: Projektoren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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  • Beamer — (von engl. beam = Strahl) Gerät zum Projizieren von elektronischen Bildinformationen, etwa von Videobildern oder von PC Grafikinformationen auf eine Projektionsfläche. In der elektronischen Bildbearbeitung werden Beamer eingesetzt, um… …   Das Lexikon aus „Bernie's Foto-Programm"

  • beamer — n. a user of IBM computers; one who is knowledgeable about IBM computers. (See also beemer.) □ I’m no beamer! I’m a Mac fan. □ Fred is a confirmed beamer, especially now that computers are cheaper …   Dictionary of American slang and colloquial expressions

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