Beatrice Weder di Mauro

Beatrice Weder di Mauro (* 3. August 1965 in Basel) ist eine Schweizer Wirtschaftswissenschaftlerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Weder di Mauro verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Guatemala, wo sie die Deutsche Schule besuchte. Im Alter von 16 Jahren kam sie mit der Familie in die Schweiz zurück.

Nach der Matura in Münchenstein und einem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Basel promovierte sie 1993 dort mit einer Arbeit zum Thema Wirtschaft zwischen Anarchie und Rechtsstaat. Danach (1994–1996) war Weder di Mauro als Ökonomin beim Internationalen Währungsfonds und (1996–1997) bei der Weltbank tätig. 1998–2000 war sie an der Universität Basel Assistenzprofessorin, 2000–2001 Titularprofessorin der Nationalökonomie. Ab 1999 folgten sporadische Gastaufenthalte beim Internationalen Währungsfonds, 2000 Gastaufenthalt an der Universität der Vereinten Nationen in Tokio und an der Harvard University sowie ab 2003 Gastaufenthalt bei Federal Reserve Board of New York.

Seit April 2001 hält Weder di Mauro eine Professur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit Fragen der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und der internationalen Finanzmärkte. 2002–2004 war Weder di Mauro Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Konjunkturfragen in Bern. Seit 2003 ist sie Mitherausgeberin des Applied Economics Quarterly, seit 2003 "Research Affiliate" des Center for Economic Policy Research (CEPR) in London.

Im Juni 2004 wurde Weder di Mauro als Nachfolgerin Axel Webers in den deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung («fünf Wirtschaftsweise») berufen. Sie ist in dieser Position das jüngste berufene Mitglied, die erste Frau und die erste Nichtdeutsche.

Von 2005 bis 2010 war sie im Aufsichtsrat der Ergo Versicherungsgruppe, seit 2010 ist sie im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp und seit 2011 der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft. Daneben gehört sie seit 2006 dem Verwaltungsrat von Hoffmann-La Roche an.[1]

Neben Beiträgen in Fachzeitschriften verfasst sie auch populärwissenschaftliche Artikel. Zudem schrieb sie Kolumnen für die Basler Zeitung (über Themen wie Konjunktur, Börse, internationale Finanzströme und Entwicklungshilfe). Des Weiteren ist sie seit 2006 Mitglied der Jury des Postbank Finance Award.

Weder di Mauro spricht Deutsch, Englisch, Italienisch und Spanisch, sie kann sich auch auf Französisch und mit Einschränkungen auch auf Japanisch und Russisch verständigen. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn.

Werke

  • Five essays on economic causes of corruption – Basel : WWZ-Forum, 2002
  • Institutional reform in transition economics – Washington, DC : Internat. Monetary Fund, 2001
  • Model, myth or miracle – Tokyo : United Nations Univ. Pr., 1999. ISBN 92-808-1030-8
  • Wirtschaft zwischen Anarchie und Rechtsstaat – Chur : Rüegger, 1993. ISBN 3-7253-0469-6

Einzelnachweise

  1. Lebenslauf, Website der Universität Mainz. Abgerufen am 29. April 2011.

Weblinks

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