Beatrice Winde

Beatrice Winde (* 5. Januar 1924 in Chicago, Illinois; † 3. Januar 2004 in New York City, New York; eigentlich Beatrice Lucille Williams) war eine US-amerikanische Schauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Beatrice Winde wurde 1924 als Beatrice Lucille Williams in Chicago geboren, wo sie auch aufwuchs und die Schule besuchte. Das farbige Mädchen wuchs als eines von vier Kindern von Marshall Turner Williams und dessen Ehefrau Elizabeth (Geburtsname: Crawford) auf. Ihr Vater war Friseur, ihre Mutter arbeitete als Stenografin und Sekretärin bei der National Association of Colored Women (NACW).[1]

Sie besuchte die Lucy Flower High School, trat als Sängerin in Bands und im örtlichen Kirchenchor in Erscheinung[2] und lernte am Chicago Conservatory of Music. Später studierte sie an der Yale University School of Music und gewann ein Stipendium. Dies ermöglichte ihr den Besuch der renommierten Juilliard School in New York. Dort wurde ihr Interesse für die Schauspielerei geweckt. Schon bald trat sie in Chicago in Theaterstücken auf und gewann für ihre Leistung in Horton Footes Drama The Young Man From Atlanta den Joseph-Jefferson-Preis. Als sie der Schauspielerorganisation Actors' Equity Association (AEA) beitrat, musste sie ihren Namen ändern, da dieser bereits belegt war. Daraufhin trat sie von nun an unter dem Künstlernamen Beatrice Winde auf.[1]

Ab Anfang der 1960er Jahre arbeitete Winde an New Yorker Bühnen.[3] Ihr Debüt am New Yorker Broadway feierte die Schauspielerin 1971 mit Gilbert Moses’ Musical Ain't Supposed to Die a Natural Death am Ethel Barrymore Theatre. Die Produktion brachte es im Lauf von zehn Monaten auf über 300 Aufführungen und Winde erhielt den Theatre World Award und eine Nominierung für den Tony Award als Beste Nebendarstellerin. Parallel zu ihrer Theaterkarriere gab sie ihr Fernsehdebüt 1974 mit einer Nebenrolle in John Kortys preisgekrönten Drama Die Geschichte der Jane Pittman. Ein Jahr später feierte sie ihr Kinodebüt in Joseph Sargents Actionfilm Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123 an der Seite von Walter Matthau und Robert Shaw. Daraufhin sollten bis 2001 über dreißig weitere Film- und Fernsehrollen folgen, fast ausschließlich Nebenrollen. Sie absolvierte unter anderem auch Gastauftritte in so bekannten Serien wie Die Bill Cosby Show (1992), New York Cops – NYPD Blue (1995), Law & Order (1991,1992, 1994 und 2001) oder Die Sopranos (2000).

Beatrice Winde war mit ihrem Schauspielkollegen Raymound Stough verheiratet. Die Ehe wurde geschieden. Die Schauspielerin verstarb 2004 nur wenige Tage vor ihrem 80. Geburtstag an Krebs. In Anerkennung an ihre Arbeit hatte sie im Jahr 1997 einen Living Legend Award des National Black Theater erhalten.[2]

Theaterstücke

Schauspieler (Auswahl)

  • 1963: In White America (Off-Broadway)
  • 1971/72: Ain't Supposed to Die a Natural Death (Broadway)
  • 1987: Richard II (Off-Broadway)
  • 1987: One Two Three Four Five (Off-Broadway)
  • 1990: The American Plan (Off-Broadway)
  • 1994: Night Seasons (Off-Broadway)
  • 1995: The Young Man from Atlanta (Off-Broadway)
  • 1997: The Young Man from Atlanta (Broadway)
  • 2000: A Lesson Before Dying (Off-Broadway)

Regie

  • 1984: Ain't Supposed to Die a Natural Death (Chicago, Creative Arts Foundation)

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen

  • 1972: Theatre World Award für Ain't Supposed to Die a Natural Death
  • 1972: Nominierung für den Tony Award als Beste Nebendarstellerin für Ain't Supposed to Die a Natural Death
  • 1991: Nominierung für den Soap Opera Digest Award für Springfield Story
  • 1997: Living Legend Award des National Black Theater

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b vgl. Warner Rotzoll, Brenda: Beatrice Winde. In: Chicago Sun-Times, 26. Februar 2004, S. 80
  2. a b vgl. Saxon, Wolfgang: Beatrice Winde, Actress in Film, TV and the Theater, Dies at 79. In: The New York Times, 25. Januar 2004, S. 39
  3. vgl. Biografie im All Movie Guide (aufgerufen am 23. August 2009)

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Beatrice Winde — (January 5, 1924 January 3, 2004) was an American actress.Born Beatrice Lucille Williams in Chicago, Illinois, Winde appeared on Broadway in the 1971 Melvin Van Peebles musical Ain t Supposed to Die a Natural Death , which won her the Theatre… …   Wikipedia

  • Winde — steht für: ein einfaches Werkzeug, siehe Winde (Mechanik) eine Einrichtung zum Starten von Flugzeugen oder Gleitschirmen; siehe Windenstart eine Kletterpflanze, siehe Windengewächse medizinisch die Flatulenz Schweizerdeutsch für Dachboden Winde,… …   Deutsch Wikipedia

  • Beatrice (given name) — Infobox Given Name Revised name = Beatrice imagesize=200px caption=Dante Gabriel Rossetti s depiction of Dante s Beatrice in Beata Beatrix pronunciation= gender = female meaning = bringer of joy region = origin = Latin related names = footnotes …   Wikipedia

  • Kurbelwinde — Winde steht für: ein einfaches Werkzeug, siehe Winde (Mechanik) eine Einrichtung zum Starten von Flugzeugen oder Gleitschirmen; siehe Windenstart eine Kletterpflanze, siehe Windengewächse medizinisch die Flatulenz Schweizerdeutsch für Dachboden… …   Deutsch Wikipedia

  • Ladewinde — Winde steht für: ein einfaches Werkzeug, siehe Winde (Mechanik) eine Einrichtung zum Starten von Flugzeugen oder Gleitschirmen; siehe Windenstart eine Kletterpflanze, siehe Windengewächse medizinisch die Flatulenz Schweizerdeutsch für Dachboden… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Win — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • 5. Jänner — Der 5. Januar (in Österreich und Südtirol: 5. Jänner) ist der 5. Tag des Gregorianischen Kalenders, somit bleiben 360 Tage (in Schaltjahren 361 Tage) bis zum Jahresende. Historische Jahrestage Dezember · Januar · Februar 1 …   Deutsch Wikipedia

  • Dangerous Minds - Wilde Gedanken — Filmdaten Deutscher Titel: Dangerous Minds – Wilde Gedanken Originaltitel: Dangerous Minds Produktionsland: USA Erscheinungsjahr: 1995 Länge: 94 Minuten Originalsprache: Englisch …   Deutsch Wikipedia

  • Dangerous Minds – Wilde Gedanken — Filmdaten Deutscher Titel: Dangerous Minds – Wilde Gedanken Originaltitel: Dangerous Minds Produktionsland: USA Erscheinungsjahr: 1995 Länge: 94 Minuten Originalsprache: Englisch …   Deutsch Wikipedia

  • Gangsta’s Paradise — Filmdaten Deutscher Titel: Dangerous Minds – Wilde Gedanken Originaltitel: Dangerous Minds Produktionsland: USA Erscheinungsjahr: 1995 Länge: 94 Minuten Originalsprache: Englisch …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”