Beaufort-en-Argonne
Beaufort-en-Argonne
Beaufort-en-Argonne (Frankreich)
Beaufort-en-Argonne
Region Lothringen
Département Meuse
Arrondissement Verdun
Kanton Stenay
Koordinaten 49° 28′ N, 5° 7′ O49.4719444444445.1133333333333186Koordinaten: 49° 28′ N, 5° 7′ O
Höhe 186 m (175–245 m)
Fläche 11,09 km²
Einwohner 160 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 14 Einw./km²
Postleitzahl 55700
INSEE-Code
Ortsschild des südlichen Stadteingangs

Beaufort-en-Argonne ist eine französische Kleinstadt mit 160 Einwohnern (Stand 1. Januar 2008) im Département Meuse in der Region Lothringen (Lorraine). Wegen einer Umgehungsstraße durch das Nachbardorf Beauclair sehr ruhig gelegen, ist Beaufort-en-Argonne eine der westlichsten Ortschaften der Region Lothringen.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Beaufort liegt am Rand der Ardennen und westlich der Maas in von jeher französischsprachigem Gebiet. Der Ort liegt am Rande des Maastales auf der ersten Anhöhe der Argonne (das ist ein Ausläufer der französischen Ardennen) und bietet schöne Ausblicke über das Wiseppetal. Durch den südlichen Teil des Dorfes fließt die Wiseppe in die Maas. Das eher hügelige Umland von Beaufort wird von Feldern bzw. Wiesen und Wäldern in etwa gleichem Verhältnis bedeckt. In kurzer Entfernung zum Dorf befinden sich das auch als Naherholungsgebiet genutzte Meuseufer sowie vier ca. 2–10 km entfernte Seen.

Geschichte

Reste der alten Festung, die bereits 1188 unter dem Namen Bell-Fortis erwähnt wurde.

Beaufort wurde 1188 erstmals nachweislich in einer Charta als Bell-Fortis erwähnt. Hierbei handelte es sich um eine im Oberdorf gelegene Festung. Die ersten heute noch existierenden Häuser aus Stein stammen aus den Jahren 1819 und 1822. Diese Gebäude wurden entlang der Hauptstraße (Grande rue) errichtet. In den folgenden 20 Jahren wurde die ganze Hauptstraße bebaut. Es folgten Gebäude in nördlicher Richtung sowie die Errichtung einer Bürgermeisterei und einer Schule. Den Höhepunkt der Ortsentwicklung erreichte Beaufort vor der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert. Zu diesem Zeitpunkt bekam Beaufort eine eigene Kirche sowie ein eigenes Waschhaus. Seitdem sind außer ein paar wenigen neuen Einfamilienhäusern keine neuen Gebäude mehr errichtet worden. Seit 1990 steht das gesamte Gebäudeensemble entlang der Grande Rue unter Denkmalschutz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Trinkwasserleitung sowie erst 1995 ein Abwassersystem, an das jedoch noch immer nicht alle Häuser angeschlossen sind, installiert. Nach Abschluss der Kanalarbeiten wurden die Straßen asphaltiert und Bürgersteige errichtet. Wegen des starken Rückganges der Geburtenrate in Beaufort wurde 1984 die „Ecole Maternelle Beaufort-en-Argonne“ im Gebäude des Bürgermeisteramtes geschlossen und zu einem Sommerkindergarten umgebaut, der wiederum 1998 wegen Kindermangels geschlossen werden musste. Bis zu diesem Zeitpunkt zogen immer mehr Einwohner aus Beaufort fort. Doch seit den 1990er Jahren versuchen mehrere private, meist ausländische Investoren, die historischen Gebäude zu sanieren, um neue Bewohner anzulocken. Ein Beispiel ist ein luxemburgischer Unternehmer, der die seit 40 Jahren stillgelegte Stadtmühle wieder in Betrieb nehmen möchte.

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Stadtkern mit Kirche

Der Dorfkern Beauforts befindet sich an der Kreuzung der beiden Hauptstraßen „Grande rue“ und „Rue du Château“. Dort stehen die Kirche mit einem kleinen Friedhof und das Bürgermeisteramt. Des Weiteren befindet sich auf der Grande rue, gegenüber der Hausnummer 2, eine Bushaltestelle.

Dorfkirche

Die Dorfkirche wurde Ende des 20. Jahrhunderts gebaut und ist von einem kleinen Friedhof umgeben. Alle fünf Wochen findet in der Kirche ein sonntäglicher Gottesdienst statt.

Grande rue

Historisches Gebäudeensemble der Grande rue

Die Grande rue, von den Bewohnern auch „Champs-Élysées de Beaufort“ genannt, ist die Hauptstraße des Dorfes; da sie unter Ensembleschutz steht, darf an Fassaden, Läden und Dächern nichts verändert werden

Historisches Waschhaus

Das alte Waschhaus

Am südlichen Ende des Dorfes befindet sich das um 1901 gebaute Waschhaus. Dieses Gebäude wurde bis 1960 genutzt. Es ist geplant, es wieder in den historischen Zustand zurückzubauen. Allerdings würde dies mehrere 100.000 Euro kosten.

Bauernhaus Beaufort

Seit 1997 wurde das Haus 2, Grande rue in zentraler Lage direkt am Ortskern künstlerisch erheblich umgestaltet. Eine mittelalterliche Malerei über die Geschichte der Gegend schmückt den Eingang. Hier wurde die größte private Solaranlage im ganzen Departement installiert. Der Garten ist in Anlehnung an den Architekten Gille Clemant als „jardin en mouvement“ gestaltet. Es besteht die Möglichkeit, das Haus für Gruppen zu mieten.

Politik

Seit März 2001 ist Guy Santoire „Mandat politique“ der Stadt Beaufort-en-Argonne.

Namensherkunft

Der Name bedeutet schöne Festung. Beau = schön, fort = stark/Festung

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung
1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008
163 181 178 186 174 170 183
Ab 1968 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Von 1968 bis 1999 ging die Einwohnerzahl zurück. So gab es im Jahr 1999 lediglich 170 Einwohner in Beaufort. Seitdem sind einige neue Familien zugezogen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Grande rue

Verkehr

Beaufort selbst verfügt nur über eine Bushaltestelle, die einmal täglich vom Rapide de la meuse bedient wird. Diese Buslinie verbindet Beaufort mit Stenay und Verdun. An Werktagen wird der Haltepunkt jedoch zusätzlich viermal täglich von einem Schulbus in Richtung Stenay und Beauclair angefahren. Bis in die 1970er Jahre gab es im Nachbarort Laneuville-sur-Meuse eine Eisenbahnverbindung nach Sedan und Verdun.

Wirtschaft

Die Einwohner Beauforts arbeiten hauptsächlich in der Landwirtschaft. Ansässige Unternehmen gibt es keine.

Weblinks

 Commons: Beaufort-en-Argonne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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