Because It's Time NETwork

Das BITNET (Because It's Time NETwork) war ein kooperatives Rechnernetzwerk. Es verband Großrechner von wissenschaftlichen Institutionen und öffentlichen Forschungseinrichtungen in den USA. Die erste Verbindung wurde 1981 zwischen der City University of New York (CUNY) und der Yale University hergestellt.

BITNET benutzte ein einheitliches Kommunikationsverfahren, das auch von Rechnernetzen wie EARN in Europa und NetNorth in Kanada eingesetzt wurde. So entstand ein weltweites homogenes Rechnernetz. Auf seinem Höhepunkt zu Beginn der 1990er Jahre kommunizierten an die 3500 Rechner in über 1400 Organisationen miteinander. Danach wurden die Rechner immer kleiner und zahlreicher. Das Internet übernahm die Kommunikation. Das BITNET wurde aufgelöst.

Inhaltsverzeichnis

Dienste

Das Schwergewicht der Dienste lag zunächst bei der Kommunikation zwischen den Rechnern und zwischen Mensch und Rechner.

Eine wichtige Funktion war die Nutzung von Rechen- und Speicherkapazität entfernt aufgestellter Rechner. So konnte ein Wissenschaftler in Europa einen Rechenauftrag – kurz Job genannt – zu einem in den USA aufgestellten Rechner schicken und sich die Ergebnisse seiner Berechnungen in seinem Institut ausdrucken lassen.

Auch Dateien konnten übertragen werden, ähnlich wie mit dem File Transfer Protocol (FTP) im Internet.

Ein weiterer Dienst war die Elektronische Post (E-Mail) zur zwischenmenschlichen Kommunikation. Diese Nachrichten wurden nicht nur innerhalb BITNET/EARN/NetNorth verschickt, sondern auch in Netze, die andere Kommunikationsverfahren benutzten.

Listserv, ein ausgeklügeltes Verteilsystem für Elektronische Post, ermöglichte effektive und sichere Gruppenkommunikation. Es gab geschlossene und offene Verteilerlisten (Mailinglisten). Die geschlossenen Listen waren für einen bestimmten Personenkreis reserviert, an den offenen konnte sich jeder beteiligen.

BITNET Relay Chat war ein Dienst, der eine unmittelbare Kommunikation der Teilnehmer ermöglichte, die gleichzeitig an ihren Endgeräten saßen.

Mit einem ähnlichen Verfahren konnte man sich an einen Server wenden, um eine Datei anzufordern oder sich in eine offene Verteilerliste einzutragen.

Weltweite Verbindungen

Zu Beginn der 1990er Jahre erstreckte sich das einheitliche Gesamtnetz über 52 Länder in fünf Kontinenten. Die Hauptbestandteile dieses Netzes waren:

  • BITNET in den USA, Costarica und Mexiko,
  • EARN in Europa und Afrika,
  • NetNorth in Kanada,
  • AsiaNet und CAREN in Hong Kong, Indien, Korea, Malaysia, Singapur, Taiwan und Japan,
  • RUNCOL und ANSP in Südamerika,
  • GULFNET in den Staaten um den Arabischen Golf.

Die Unterscheidung war nicht technisch sondern politisch bedingt.

EARN

Das European Academic and Research Network, kurz EARN, war das erste europäische Rechnernetz, durch das eine ständige Verbindung zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen in Nordamerika und Europa hergestellt wurde. Die erste Standleitung für EARN über den Atlantik wurde 1984 geschaltet.

EARN verband die Rechner in Europa, Russland, der Türkei, Israel, Ägypten, Marokko, Algerien, Tunesien und der Elfenbeinküste. Über BITNET war eine Verbindung nach Australien, Asien, Kanada, Südamerika und in die Golfregion möglich.

Weil es keine technischen Unterschiede zwischen EARN und den übrigen Teilnetzen gab, standen allen Teilnehmern die gleichen Dienste zur Verfügung.

Technik

Das Netzwerkprotokoll und die Rechnerprogramme waren zum Zeitpunkt der Einführung von BITNET schon verfügbar und wurden für das interne Firmennetz VNET der Firma IBM genutzt. Das Netzwerkprotokoll hieß Remote Job Entry (RJE), später Network Job Entry/Network Job Interface (NJE/NJI). Das Remote Spooling and Communications Subsystem (RSCS), auf dessen Grundlage das Netz zunächst arbeitete, war Bestandteil des Betriebssystems VM/CMS, das von vielen Universitäten und Forschungseinrichtungen eingesetzt wurde. Deshalb stand BITNET ursprünglich für Because It's There Network. IBM stellte das Verfahren der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zur Verfügung, auch Nicht-IBM-Rechner wurden in das Rechnernetz eingebunden. 1988 standen entsprechende Programme für die Betriebssysteme VMS (DEC), Unix, NOS (Control Data Corporation) und 25 weitere zur Verfügung.

Das Netz hatte eine starre Topologie. Jeder Rechnerknoten hatte seine festen Nachbarknoten, mit denen er unmittelbar kommunizierte. Wenn Dateien oder Rechenaufträge – Programme, Daten und Steuerinformation – zu übertragen waren, so wurden sie als Ganzes bei einem Nachbarknoten gespeichert und von dort weitertransportiert, bis sie schließlich am Ort der Bestimmung ankamen (store and forward). Der Anwender brauchte natürlich diese interne Struktur nicht zu kennen, sondern nur den Namen des Zielrechners.

Die Netztopologie wurde zentral verwaltet. Wenn Rechnerknoten entfernt wurden oder neue hinzukamen, so wurde die Information über die neue Topologie allen Administratoren zur Verfügung gestellt.

Die Rechnerknoten waren durch Standleitungen verbunden, deren Datenübertragungsraten für den Transport von Programmen und Daten ausgelegt waren. Typische Übertragungsraten in den USA waren 9,6 kbit/s oder 56 kbit/s. Später kamen Standleitungen mit einer Übertragungsrate von 1,544 Mbit/s hinzu.

Über Gateways war BITNET mit andersartigen Rechnernetzen verbunden. Über E-Mail-Gateways konnte Elektronische Post zwischen dem BITNET und dem Internet oder UUCP-basierten Netzen ausgetauscht werden.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • It's the Great Pumpkin, Charlie Brown — Infobox Television show name = It s The Great Pumpkin, Charlie Brown caption = show name 2 = genre = Animated TV Special creator = Charles M. Schulz director = Bill Meléndez creative director = developer = presenter = starring = voices = Bill… …   Wikipedia

  • It's a Wonderful Life — Infobox Film name = It s a Wonderful Life image size = 200px director = Frank Capra writer = Screenplay: Frances Goodrich Albert Hackett Jo Swerling Frank Capra Short Story: Philip Van Doren Stern starring = James Stewart Donna Reed Lionel… …   Wikipedia

  • It's a Living (1980 TV series) — infobox television show name = It s a Living caption = It s a Living title card format = Sitcom runtime = 30 min. creator = Stu Silver Dick Clair Jenna McMahon starring = Ann Jillian Gail Edwards Crystal Bernard Louise Lasser Marian Mercer Sheryl …   Wikipedia

  • Oh, No! It's Devo — Studio album by Devo Released November 1982 Recorded May–September 1982 …   Wikipedia

  • Network (film) — Network Theatrical release poster Directed by Sidney Lumet Produced by Howard Gottfried …   Wikipedia

  • Network performance — refers to the service quality of a telecommunications product as seen by the customer. It should not be seen merely as an attempt to get more through the network. The following list gives examples of Network Performance measures for a circuit… …   Wikipedia

  • Time Squad — From left to right, Buck Tuddrussel, Otto Osworth, and Larry 3000 Genre Science fiction Comedy Format Animated se …   Wikipedia

  • Network traffic simulation — is a process used in telecommunications engineering to measure the efficiency of a communications network. Contents 1 Overview 2 Simulation methods 3 Advantages of simulation 4 …   Wikipedia

  • S Club — 7 in 2002. L R, back row: Rachel Stevens, Bradley McIntosh, Jo O Meara, Jon Lee; L R, front row: Paul Cattermole, Tina Barrett, Hannah Spearritt Background …   Wikipedia

  • S-train — An A S train ready to depart from Copenhagen Central Station …   Wikipedia

  • Network computer — (abbreviated NC) is a trademark of Oracle Corporation. It was used (c. 1996 c. 2000) by Oracle, and an alliance of businesses including Sun and Acorn, to mean a diskless desktop computer or in some cases a set top box [http://news.com.com/2100… …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”