Becherblüte
Weißbecher
Nierembergia repens

Nierembergia repens

Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Weißbecher
Wissenschaftlicher Name
Nierembergia
Ruiz & Pav.

Die Weißbecher (Nierembergia) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die meisten der 20 Arten wachsen in westlichen und südlichen Gebieten Südamerikas, eine Art wächst ausschließlich in Mexiko.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Nierembergia scoparia

Die Arten der Gattung Nierembergia sind meist aufrecht, niedergebeugt oder niederliegend wachsende, krautige Pflanzen mit einer Höhe von meist 20 bis 40 (selten 5 bis 60) cm. Gelegentlich bilden sie Rhizome, die in einigen Arten knollige Knoten aufweisen. Nur selten sind Nierembergia auch Sträucher mit einer Höhe von 0,2 bis 2 m. Die Endodermis weist Casparische Streifen auf, eine stärkehaltige Scheide ist nicht vorhanden.

Die Laubblätter sind aufsitzend oder mit 2 bis 4 mm langen Blattstielen versehen. Die Blattspreiten sind 8 bis 65 (selten auch nur 3) mm lang und 0,6 bis 4 (selten 0,3 bis 19) mm breit. Sie sind linealisch, elliptisch, eiförmig, umgekehrt eiförmig oder rund geformt.

Blütenstände und Blüten

Die Blüten stehen einzeln oder in lockeren, zymösen Blütenständen. Die Blütenstiele sind 1 bis 12 mm (selten 0,2 bis 21 mm) lang oder fehlen ganz. Der Kelch ist meist 11 bis 18 mm, selten 8 bis 34 mm lang, die Kronröhre ist trichterförmig oder glockenförmig und von zehn längsgerichteten Rippen durchzogen. Die Kelchröhre ist mit Kelchzipfeln besetzt, die kürzer oder länger als die Röhre sein können, langgestreckt, dreieckig, eiförmig oder linealisch sind und drei bis fünf Adern aufweisen. Die zygomorphe Krone ist tellerförmig, meist 12 bis 30 mm, selten auch 8 bis 70 mm lang. Die fadenförmige Kronröhre erweitert sich abrupt in einen glocken-, trichter- oder becherförmigen Kronsaum, der einen Durchmesser von 14 bis 20 mm (selten auch 6 bis 33 mm) erreicht. Der Saum ist mit fünf kurzen und breiten Lappen besetzt, deren unteres Drittel bei den meisten Arten mit kurzen, drüsigen Trichomen besetzt ist. Diese sondern Öle aus, die für besondere Bedeutung für die Bestäubung durch verschiedene Bienen sind.

Alle fünf Staubblätter sind fertil, die Staubfäden sind gelegentlich gleich lang, meist sind jedoch drei kurze und zwei längere Staubfäden ausgebildet, wobei letztere größere Staubbeutel tragen. Die Staubfäden sind leicht drüsig behaart und setzen an der Öffnung der Kronröhre an. Der Umriss der Staubbeutel ist kreisförmig (dann mit einem Durchmesser von 0,6 bis 1,45 mm) oder nierenförmig (und dann 0,65 bis 0,8 × 0,8 bis 1,2 mm groß). Die Theken der Staubbeutel stehen in ihrer unteren Hälfte frei. Die Pollenkörner sind mit 45 bis 70 µm relativ groß, ihre Form weist eine große Variation auf. Sie werden einzeln oder zu Tetraden oder Pollenballen verklebt abgegeben. Nektarien sind nicht vorhanden. Die Narben sind köpfchenförmig-eingedrückt, lappig oder halbmondförmig. Im letzteren Fall umschließen sie oftmals die Staubbeutel mit den langen, verjüngten Enden.

Früchte und Samen

Die Früchte sind Kapseln, die kaum über die Kelchröhre hinaus stehen. Sie enthalten 20 bis 100 kleine polyedrische Samen, die 0,9 bis 1,9 × 0,7 bis 1 × 0,7 bis 0,9 mm groß sind. Die Keimblätter sind etwas länger als der restliche Embryo.

Sonstige Merkmale

Die Chromosomenzahl wurde nur von vier Arten untersucht, die Basiszahl lag bei x=8 oder x=9. In Nierembergia linariifolia wurde erstmalig der Stoff Pyrrole-3-Carbamidin nachgewiesen, durch den die Pflanze unter anderem für Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und Hasen giftig ist. Drei weitere Glykoside wurden in Nierembergia rigida nachgewiesen.

Vorkommen

Die meisten Arten der Gattung sind in westlichen und südlichen Gebieten Südamerikas verbreitet, nur Nierembergia angustifolia wächst ausschließlich in einem vom restlichen Verbreitungsgebiet disjunkten Gebiet in Mexiko. Der Verbreitungsschwerpunkt mit 15 Arten liegt in Argentinien, mit Nierembergia linariifolia erreicht eine Art das nördliche Patagonien.

Systematik

Innerhalb der Gattung werden etwa 20 Arten unterschieden. Auswahl:

Die Typusart ist Nierembergia repens.

Verwendung

Die Arten Nierembergia linariifolia, Niermebergia repens und Niermebergia scoparia sowie möglicherweise ein oder zwei weitere Arten werden als Zierpflanzen gezogen.

Literatur

  • Armando T. Hunziker: The Genera of Solanaceae. A.R.G. Gantner Verlag K.G., Ruggell, Liechtenstein 2001, ISBN 3-904144-77-4.

Weblinks


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