Weißenburg in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weißenburg i.Bay.
Weißenburg in Bayern
Deutschlandkarte, Position der Stadt Weißenburg i.Bay. hervorgehoben
49.03055555555610.971944444444422
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Höhe: 422 m ü. NN
Fläche: 97,55 km²
Einwohner:

17.513 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 180 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91781
Vorwahl: 09141
Kfz-Kennzeichen: WUG
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 177
Stadtgliederung: 27 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 19
91781 Weißenburg i.Bay.
Webpräsenz: www.weissenburg.de
Oberbürgermeister: Jürgen Schröppel (SPD)
Lage der Stadt Weißenburg i.Bay. im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Gunzenhausen Absberg Alesheim Muhr am See Bergen (Mittelfranken) Burgsalach Dittenheim Ettenstatt Haundorf Heidenheim (Mittelfranken) Höttingen Langenaltheim Markt Berolzheim Meinheim Nennslingen Pappenheim Pfofeld Polsingen Solnhofen Theilenhofen Treuchtlingen Weißenburg in Bayern Westheim (Mittelfranken) Raitenbuch Pleinfeld Gnotzheim Ellingen Landkreis Donau-Ries Landkreis Roth Landkreis Ansbach Landkreis EichstättKarte
Über dieses Bild

Weißenburg in Bayern (amtlich: Weißenburg i.Bay. – früher auch: Weißenburg im Nordgau, Weißenburg am Sand) ist eine Große Kreisstadt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Sitz des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Der nahe Wülzburger Berg mit der Wülzburg

Weißenburg in Bayern liegt im Süden des Regierungsbezirks Mittelfranken. Größere Städte in der Umgebung sind Ingolstadt (55,5 km), Nürnberg (61,7 km), Augsburg (85 km) und München (134,6 km), Nachbarstädte sind Ellingen (3 km), Treuchtlingen (12 km), Gunzenhausen (23 km), Eichstätt (25 km), Monheim (25 km), Donauwörth (40 km) und andere.

Die Stadt liegt als Namensgeber der Weißenburger Alb, die neben der Eichstätter Alb der zweite südwestliche Teil der Fränkischen Alb ist, im Naturpark Altmühltal. Etwas westlich vorbei an ihrer Kernstadt fließt die Schwäbische Rezat und östlich erheben sich der Wülzburger Berg mit der Wülzburg und der Rohrberg.

Rund 1 km südlich der Altstadt befindet sich der Ludwigswald an der Ludwigshöhe, der der Stadtwald von Weißenburg ist. Weißenburg befindet sich im Fränkischen Keuper-Lias-Land. Zu diesem Gebiet gehört auch der 4 km von Weißenburg entfernte Flüglinger Berg, der ein Zeugenberg ist. Rund 4 km südlich von Weißenburg befindet sich die Altmühl. Diese wird wegen der zwischen Weißenburg und Treuchtlingen verlaufenden Europäischen Hauptwasserscheide nach Süden hin umgelenkt.

Nachbargemeinden

Ellingen Höttingen, Ettenstatt Bergen
Alesheim Nachbargemeinden Burgsalach
Treuchtlingen Pappenheim Raitenbuch, Schernfeld

Gemeindegliederung

Der Weißenburger Ortsteil Gänswirtshaus

Die politische Gemeinde Weißenburg hat 27 amtlich benannte Ortsteile[2]:

  • Stadelhof
  • Suffersheim
  • Weimersheim
  • Weißenburg i.Bay.
  • Weißenhof
  • Wülzburg

Ausdehnung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet Weißenburgs misst in der Nord-Süd-Ausdehnung 11,8 Kilometer, in Ost-West-Richtung sind es 15,2 Kilometer. Der Umfang der Stadt beträgt rund 61 Kilometer. Die Gesamtfläche beträgt 97,55 Quadratkilometer, damit ist Weißenburg von der Fläche her die zweitgrößte Stadt im Landkreis. 6,26 km² sind mit Häusern bebaut. Die Landwirtschafts- und Grünflächen benötigen 49,79 km², während 5,34 km² für Verkehrsflächen genutzt werden und 35,75 km² für Waldflächen. Die Wasserfläche beträgt 0,43 km²[3].

Klima

Klimadiagramm von Weißenburg[4]

Weißenburg hat ein humides warmgemäßigtes Übergangsklima, das weder sehr kontinental noch sehr maritim ausgeprägt ist. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen -1,7 °C im Januar und 17,1 °C im Juli. Die Durchschnittstemperatur beträgt 7,9 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt insgesamt 670 mm, wobei es im März am trockensten und im Juli am feuchtesten ist. Die Gegend um Weißenburg ist wegen der Nähe zu den Bergen der Fränkischen Alb viel trockener als die Nachbargegenden.

Geschichte

Besiedlung

Rekonstruktionsversuch des Kastells
Tor des Kastells Biriciana
Tor des Kastells - Vorderansicht

Ausgehend von einer römischen Siedlung um das Kastell Biriciana – der Limes lag nur wenige Kilometer entfernt – entwickelte sich die spätere Reichsstadt, die um das 9. Jahrhundert von einem fränkischen Königshof geprägt wurde.

Um die Mitte des 2. Jahrhunderts wurde das um das Jahr 90 errichtete Holz-Erde-Kastell durch ein gemauertes Steinkastell von 3,1 Hektar Größe ersetzt. Wohl um 253, spätestens 254, wurden Kastell und Vicus im Zuge der Alemanneneinfälle zerstört. Die Schlussmünzen aus einem Münzschatzfund an der Via principalis dextra datieren auf die Jahre 251 und 253.

Das Kastell war bis auf eine kleinere Unterbrechung wohl durchgängig von der Ala I Hispanorum Auriana (1. Spanische Kavallerie-Einheit Auriana) belegt. Eine ebenfalls in Weißenburg bezeugte Cohors IX Batavorum equitata milliaria exploratorum (9. Batavische teilberittene 1000 Mann starke Aufklärungskohorte) muss wohl dem zweiten, im Osten gelegene Holzkastell zugerechnet werden, das sich etwa 1,6 km östlich im Flurstück Breitung befand und nur vorübergehend in trajanischer bzw. hadrianischer Zeit genutzt wurde. Nahe dem Kastell bildeten sich ein Vicus und eine Therme, die in den Jahren 90, 130 und 180 erbaut und umgebaut wurden.

Es gibt keine Belege für die direkte Fortführung der römischen Siedlung um das Kastell. Vielmehr deuten die Reihengräberfriedhöfe auf eine merowingische Neubesiedlung etwa 600 Meter östlich des ehemaligen Kastells hin. Dieses fränkische Dorf im 7. Jahrhundert hob sich in keiner Weise von den anderen Dörfern der Umgebung ab und war am heutigen Stadtbach bzw. Volkammersbach gelegen. Auch die erste Pfarrkirche St. Martin (unter der heutigen Schranne gelegen) ist ein Beleg für ein Dorf in der späten Merowinger- bzw. frühen Karolingerzeit. Neben diesem Dorf (im Westen) entstand um das Ende des 7. Jahrhunderts ein Königshof. Darauf deutet, dass der Hof zur sogenannten Regnitz-Rezat-Linie gehört. 793 n. Chr hält sich vermutlich Karl der Große während dem Bau der Fossa Carolina weiter südlich in der Stadt auf.

Die erste urkundliche Erwähnung war am 14. Juni 867 als „Uuizinburc“ in der Schenkungsurkunde König Ludwigs des Deutschen an das Kloster Metten. Im Jahre 1028 wurde die Stadt Königsgut der Salier, später der Staufer. Zu dieser Zeit wurde das Kloster Peter und Paul auf dem Wülzburger Berg gebaut.

Mittelalter, Reformation und napoleonische Zeit

Seeweihermauer
Um 1725 entstandener Kupferstich von Johann Baptist Homann, der als Prospekt und Grundriss von Weißenburg diente.
Schießgrabenmauer
Die Festung Wülzburg 1656

Die erste Stadtmauer stammt aus dem 12. und 13. Jahrhundert (Obertor = 1110, Spitaltor = 1152). 1188 wurde Weißenburg daher erstmals als burgus bezeichnet. Im 14. Jahrhundert wurde mit einem kaiserlichen Steuerprivileg die Stadtmauer nach Süden hin die Vorstadt mit dem Augustinerkloster durch eine zweite Stadtmauer einbezogen. Zusätzlich zur Mauer wurde noch ein 30 Meter breiter Graben um die Stadt angelegt, der im südlichen Teil mit Wasser gefüllt war, bzw. noch heute gefüllt ist. Die Stadtmauer hatte mehrere Dutzend Türme, von denen nur noch 38 erhalten sind. Die meisten Türme haben eine viereckige Grundform. Der Scheibleinsturm ist der einzige noch erhaltene runde Turm; der Fünfeckturm ist der einzige fünfeckige Turm.

Die Stadtwerdung erfolgte im 13. Jahrhundert. In einem Krieg zwischen den Herzögen von Oberbayern und den Marschällen von Pappenheim wurde Weißenburg im Jahr 1262 durch König Ludwig den Strengen völlig zerstört. 1296 wurde das wieder aufgebaute Weißenburg eine Freie Reichsstadt, die allerdings die ärmste fränkische Reichsstadt war. 1322 nahm vermutlich eine Gruppe von Weißenburgern in der Schlacht bei Mühldorf unter Seyfried Schweppermann teil. 1327 wurde St.-Andreas-Kirche, die Stadtkirche Weißenburgs, geweiht. 1338 schenkte Ludwig der Bayer der Stadt den Stadtwald, der jahrhundertelang die wichtigste Geldquelle der Stadt war. 1377 wurde die Ratsverfassung verfasst, wodurch im Rat der Stadt das Patriziat vom Bürgertum abgelöst wurde. 1447 wurde der Stadt ein bürgerliches Spital gestiftet, welches mit dem Spital der Karmeliter konkurrierte. 1481 überschuldete sich die Stadt so sehr, dass der König den gesamten Rat ins Gefängnis werfen ließ und einen neuen Rat einsetzte. 1490 schien die Finanzkrise überwunden zu sein, weswegen man einen Umbau der Stadtkirche plante, welcher wegen Geldmangel kürzer gesetzt werden musste. Von 1449 bis 1450/51 verzögerten sich mehrere Bauprojekte wegen des süddeutschen Städtekriegs. Am 15. November 1530 wurde mit einer großen Mehrheit in der St.-Andreas-Kirche beschlossen, die Confessio Augustana anzunehmen und dadurch evangelisch zu werden. Um diese Zeit besuchte Philipp Melanchton zweimal nachweislich die Stadt. Als eine der ersten Reichsstädte erklärte sie auf dem Reichstag in Augsburg 1530 öffentlich ihr Bekenntnis zur Confessio Augustana. Von 1588 bis 1610 baute das Fürstentum Ansbach das Kloster auf dem Wülzburger Berg zur Artilleriefestung Wülzburg um, trotz des Widerstands des Deutschen Ordens, des Bistums Eichstätt, der Marschälle von Pappenheim und der Reichsstadt Weißenburg.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt wegen der nahen Festung Wülzburg mehrfach belagert, beschossen und geplündert, am folgenschwersten im Januar 1647. 1610 wurde die Festung von den Truppen von Tilly eingenommen und 1634 niedergebrannt. 1688, 40 Jahre nach dem Ende des Krieges, standen immer noch 29 Gebäude in Weißenburg leer und erst am Ende des 17. Jahrhunderts wurden Neubauten erstellt. Trotzdem gelang es der Stadt, nach dem Friedensschluss alle früheren Rechte zurückzuerhalten. Während der Napoleonischen Kriege wurde die Stadt wiederholt besetzt. 1798 wurden die Räuber der Großen Fränkischen Diebes- und Räuberbande in der Wülzburg inhaftiert, darunter Franz Troglauer. Einige wurden hingerichtet, andere brachte man ins Zuchthaus. Ab 1801 verkaufte Weißenburg aus Geldnot seine Stadtmauer. Im September 1802 verlor die Stadt ihre Reichsfreiheit, kam zuerst an Kurbayern, dann 1804 an Preußen und 1806 endgültig zum Königreich Bayern. Erst im 19. Jahrhundert wuchs Weißenburg über seine mittelalterlichen Mauern hinaus.

Jüngere Geschichte

1808 wurde das Landgericht Weißenburg errichtet, das zunächst zum Altmühlkreis, ab 1810 zum Oberdonaukreis und ab 1817 zum Rezatkreis gehörte, der 1838 zu Mittelfranken umbenannt wurde. Die Landgerichte von Ellingen und Pappenheim bildeten ab 1862 mit dem Landgericht Weißenburg das Bezirksamt Weißenburg. Die Stadt Weißenburg schied 1863 aus dem Bezirksamt Weißenburg aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern 1972 wurden der Landkreis Weißenburg in Bayern, der Landkreis Gunzenhausen sowie die bisher kreisfreie Stadt Weißenburg zu einem neuen Landkreis vereinigt mit dem Namen „Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen“.

Postkarte von 1914 mit französischen Kriegsgefangenen auf der Wülzburg

Im 19. Jahrhundert wurden viele Gebäude in der Altstadt abgerissen, z. B. das Frauentor (1878), das Obertor (1874), Schrecker-Turm (1824/1825) und ein Teil der Schanzmauer (1874). Der geplante Abriss des Ellinger Tors und des Alten Rathauses wurden aber nie realisiert. 1882 kaufte die Stadt Weißenburg (fast) die gesamte Wülzburg auf, die seit Jahren leer steht. Am 29. Juli 1821 unterschrieb König Maximilian I. Joseph ein Edikt, mit dem die Stadt den nahen Stadtwald als Kommunaleigentum erhielt. 1904 entschied man sich für den Namenszusatz "in Bayern"; der Zusatz "in Franken" war nie im Gespräch. Die Festung Wülzburg war während des Ersten und Zweiten Weltkrieges ein Gefangenenlager. 1918 wurde der spätere französische Präsident Charles de Gaulle in der Wülzburg gefangen gehalten. Bei einem Bombenangriff auf Weißenburg am 23. Februar 1945 wurden 22 Menschen getötet; Kriegsende war in Weißenburg am 23. April mit dem kampflosen Einmarsch der Amerikaner. Etwa 6000 Heimatvertriebene aus dem Sudetenland und Schlesien ließen sich in Weißenburg nieder.

Heute zeugen das historische Stadtbild mit der weitgehend erhaltenen Stadtmauer, dem gotischen Rathaus und dem Ellinger Tor von der Zeit als Handelsstadt und der Nähe zum wohlhabenden Nürnberg.

Einwohnerentwicklung

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2000 2009
Anzahl der Einwohner[5] 7.952 8.238 9.638 10.952 11.634 18.112 17.591 18.076 17.445 17.763 17.519

Mit einer Einwohnerzahl von 17.519 Personen ist Weißenburg die größte Stadt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Davon waren im Jahr 2009 9.103 weiblich und 8.416 männlich. 2009 gab es 130 Lebendgeborene, 246 Verstorbene, 756 Zugezogene und 738 Weggezogene. In der Stadt gibt es 4.398 Wohngebäude mit 8.593 Wohnungen. Die Weißenburger haben durchschnittlich eine Wohnfläche von 44,97 m², was leicht über dem bayrischen Durchschnitt von 42 m² liegt. Gut 53 % der Bevölkerung gehören dem evangelischen Glauben, knapp 29 % dem katholischen Glauben und rund 17 % anderen Glaubensrichtungen an, hauptsächlich dem islamischen.

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Eingemeindungsjahr
Dettenheim 1972
Emetzheim 1978
Haardt 1978
Hagenbuch 1978
Holzingen 1972
Kattenhochstatt 1972
Oberhochstatt 1978
Rothenstein 1972
Suffersheim 1978
Weimersheim 1972

Politik

Stadtrat

Zusammensetzung des Stadtrates (Stand Wahl 2008):

Die (Ober-)Bürgermeister der Stadt

  • 1807–1821 Johann Jakob Roth
  • 1821–1825 Georg Friedrich Zencker
  • 1826–1832 Karl Meyer
  • 1832–1834 Christian Böhm
  • 1834–1846 Georg Adam Voltz
  • 1846–1854 Karl Castner
  • 1854–1887 August Fleischmann
  • 1887–1897 Wilhelm Söldner
  • 1897–1898 Friedrich Krebs
  • 1898–1905 Hans Küfner
  • 1906–1920 August Lober
  • 1920–1927 Karl Danler
  • 1927–1933 Hermann Fitz
  • 1934–1945 Michael Gerstner
  • 1945–1948 Friedrich Traber
  • 1949–1960 Ludwig Thumshirn
  • 1960–1972 Horst Lenz
  • 1972–1984 Günther W. Zwanzig
  • 1984–2008 Reinhard Schwirzer
  • 2008- ... Jürgen Schröppel

Patenschaft

1955 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Städten Kaaden, Duppau und Klösterle an der Eger und dem Kreis Kaaden übernommen. Zum 50-jährigen Jubiläum der Patenschaft wurde 2005 das Haus Kaaden im Reichsstadtmuseum eröffnet.

Wappen

Wappen von Weissenburg.png

1481 erhielt Weißenburg vom Kaiser Friedrich III. sein Stadtwappen[6]. Die Blasionierung lautet:“ In Rot eine silberne Burg mit zwei Zinnentürmen, darüber schwebend ein goldener Schild mit schwarzem Doppeladler.“ Der schwarze Doppeladler ist der Reichsadler und weist auf das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hin, als Weißenburg eine Freie Reichsstadt war. Von 1808 bis 1835 stand im kleinen Schild anstelle des Adlers ein großes W.

Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Kirchen

Die Urpfarrei St. Martin entstand um 700 im ältesten Teil der Altstadt. 1329 wurde die Martinskirche als Stadtkirche von der St. Andreaskirche abgelöst. Im Zuge der Reformation im Jahr 1534 wurde die Kirche profaniert. 1863 wurde sie abgebrochen und durch einen von Eduard Bürklein entworfenen Neubau, der heutigen Schranne, ersetzt. Eine weitere, nicht mehr existierende Kirche wurde 1182 vermutlich auf den Grundmauern einer Kapelle gebaut, die 1290 abgerissen wurde. 1520 wurde Anstelle der Synagoge eine hölzerne Marienkapelle geplant, die allerdings wegen der Reformation nie gebaut wurde.

Die heutige gotische, evangelische Stadtpfarrkirche St. Andreas wurde 1327 geweiht, um 1400 erweitert, 1891 erhöht und 1958 in ihre ursprüngliche gotische Gestalt umgewandelt. Der Hallenchor der denkmalgeschützten Kirche ist relativ hoch und gilt als herausragendes Werk der süddeutschen Spätgotik.

1447 wurde die evangelische Spitalkirche zum Heiligen Geist errichtet. 1729 durch Gabriel de Gabrieli barockisiert, bildete die Kirche eine große Geldquelle für die Reichsstadt.

Die erste katholische Kirche Weißenburgs ist die St. Willibaldskirche. Die mehrmals renovierte und restaurierte Kirche wurde 1871 geweiht. Die katholische Heilig-Kreuz-Kirche vom Architekten Alexander von Branca wurde in den 1960er Jahren in Form eines griechischen Kreuzes erbaut.

Die evangelisch-methodistische Kirchengemeinde von Weißenburg hat ein eigenes Kirchengebäude namens Christuskirche.

Klöster

Das Karmeliterkloster

Das älteste Kloster der Stadt wurde 1238 als Frauenkloster nach den Regeln des Augustinus außerhalb der Stadtmauer gegründet. 1276 zogen die Nonnen nach schweren Schäden im Städtekrieg 1262 nach Adlersberg. Durch die Stadterweiterung befand sich das leerstehende Gebäude mitten in der Kernstadt und wurde daher 1331 zum Spital, 1536 zum Sitz des markgräflichen Verwalters und seit 1812 ein Teil des Bezirksamts, dem heutigen Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen.

1325 zogen die Karmeliter nach Weißenburg und gründeten das Kloster Weißenburg. Das barockisierte Kirchengebäude ist heute das Kulturzentrum der Stadt.

Kultur

Büchereien

Die Stadtbibliothek Weißenburg befindet sich in der Alten Post, direkt neben dem Landratsamt. Es gibt dort einen öffentlichen Internetanschluss und über 42.000 Medieneinheiten auf einer Fläche von 1.000 m²[7]. Die Bücherei wurde nach Renovierung und Erweiterung im Juli 2001 wiedereröffnet.

Die Katholische Öffentliche Bücherei Weißenburg hat über 9000 Bücher und befindet sich in der Heilig-Kreuz-Kirche.

Im Ellinger Tor befindet sich die Historische Ratsbibliothek Weißenburg, die jedoch nicht öffentlich zugänglich ist.

Parkanlagen

Der Klostergarten des Karmelterklosters wurde früher als Brauereihof genutzt. 1976 erwarb die Stadt Weißenburg die gesamte Anlage samt Klostergebäude. Während das Kloster zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde, wurde der 719 m² große Klostergarten im Jahr 2000 eröffnet. Dort befinden sich eine Staue der heiligen Walburga von Ernst Steinacker und ein Brunnen als Nachbild eines Brunnens im Reichsstadtmuseum.

Der Stadtgarten war früher die Gartenanlage des Krankenhauses und ist seit 1985 ein öffentlicher Park von einer Größe von einem Hektar. Der Stichvillenpark, auch Seeweiherpark genannt, wurde 1835 um die klassizistische Stichvilla im Stil der Englischen Gärten angelegt. Die Parkanlage befindet sich an der Seeweihermauer und ist 1,3 Hektar groß.

Museen

Apothekenmuseum

Im Apothekenmuseum in den Kellergewölben des Blauen Hauses an der Rosenstraße wird eine Apothekeneinrichtung aus der Zeit Ende des 19. Jahrhunderts gezeigt. Der Betreiber ist die 1979 gegründete Stiftung "Kohl’sche Einhorn-Apotheke" in Erinnerung an den Apotheker Wilhelm Kohl.

Das Römermuseum mit dem 1979 gefundenen Weißenburger Römerschatz ist ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München. Schwerpunkte der Ausstellung sind die vor- und frühgeschichtlichen Kulturen der Region. Das Reichsstadtmuseum erzählt die Geschichte der ehemaligen Reichsstadt Weißenburg mit einer Unterteilung in die Themenbereiche Musik und Wissenschaft, Handel, Kirche, Handwerk und Zünfte. 2005 wurde das Museum um die Abteilung Haus Kaaden, welches die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei thematisiert, erweitert.

Das Brauereimuseum der Brauerei Schneider zeigt historische Braugeräte. Im Römermuseum befindet sich das Bayrische Limesinformationszentrum.

Gedenkstätte Fallgarten / Russischer Friedhof

Gedenkstein an Erwin Schulhoff im Russischen Friedhof Weißenburg

Von den während des Zweiten Weltkriegs auf der Wülzburg untergebrachten sowjetischen Kriegsgefangenen verloren über 40 als Zwangsarbeiter ihr Leben. Sie wurden im Fallgarten begraben, woran heute ein Mahnmal - ohne genauere Angaben zum Sachverhalt - erinnert.[8]

Kulturzentrum Karmeliterkirche

Das Kulturzentrum (links) vom Kaiser-Ludwig-Brunnen aus gesehen

1325 gründeten die Karmeliter ein Kloster in Weißenburg. 1544 kaufte die Reichsstadt Weißenburg das Kloster. Eine Barockisierung fand 1729 statt. 1976 erwarb die Stadt Weißenburg das einsturzgefährdete Gebäude und ließ es von 1981 bis 1983 renovieren. Am 15. Oktober 1983 öffnete das Kulturzentrzm Karmeliterkirche erstmals seine Pforten und bietet seitdem der Stadt ein Tagungs-, Ausstellungs- und Kongressgebäude.

Weißenburger Kirchweih

Hauptartikel: Weißenburger Kirchweih

Die Kerwa (Kirchweih) vom 3. bis 4. Sonntag im August ist der Treffpunkt der Weißenburger aus der ganzen Welt. Ersturkundliche Erwähnung der Kirchweih war 1455. Der Kirchweihfestzug findet am 4. Augustsonntag statt. Die Auswanderer nach Amerika feierten im 19. Jahrhundert die Weißenburger Kirchweih in New York. Mit geschätzten 70.000 Besuchern ist die Weißenburger Kirchweih das größte Volksfest im südlichen Franken.

Weißenburger Stadtwald

Der 1338 von Ludwig dem Bayern geschenkte Weißenburger Stadtwald hat eine Fläche von 2.540,1 Hektar und befindet sich an der Ludwigshöhe, östlich von Weißenburg. 1350 vergrößerte sich die Fläche durch eine zweite Waldschenkung. 1821 überließ König Maximilian I. Joseph den Wald vollständig der Stadt. Heute ist der Stadtwald ein Mischwald mit großem Fichten- und Buchenbestand und das Erholungs- und Wandergebiet der Weißenburger. Innerhalb des Waldes gibt es zwei Naturschutzgebiete und zwei Naturdenkmäler. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt im Stadtwald 7 °C; der Jahresniederschlag beträgt 750 mm.

Religion

Statue Martin Luthers am Vorplatz der Stadtkirche

Christentum

Ursprünglich gehörte Weißenburg zum Bistum Eichstätt. Seit der Reformation war es eine rein evangelische Stadt. Seit den 1850er Jahren stieg der Anteil der Katholiken in Weißenburg an: 1860 hatte die Stadt 156 Katholiken, 1872 bereits 470 und 1970 lebten in Weißenburg 5.844 Katholiken und 11.690 Protestanten. Der starke Anstieg an Katholiken, aber auch an Konfessionslosen und Methodisten nach dem Zweiten Weltkrieg ist den rund 6.000 Heimatvertriebenen zu verdanken, die nach Weißenburg gezogen sind. Heute gehören gut 53 % dem evangelischen Glauben, knapp 29 % dem katholischen Glauben und rund 17 % anderen Glaubensrichtungen an, hauptsächlich dem islamischen.

Juden

Ende des 13. Jahrhunderts siedelten sich die ersten Juden in Weißenburg an. 1298 wurden mehrere Juden wegen der „Rindfleisch-Verfolgung“ umgebracht. 1348 und 1349 gab es wegen der Pest ebenfalls eine Judenverfolgung. Die heute noch existierende ‘‘Judengasse‘‘ wurde 1514 erstmals erwähnt. Nach der Vertreibung der Juden 1520 bildete sich erneut eine relativ große jüdische Gemeinde in der Stadt. An die Juden der Stadt erinnert ein Grabstein mit hebräischer Inschrift im Reichsstadtmuseum.

Christliche Gemeinden

Islam

  • Fatih Camii Moschee der Türkisch Islamischen Gemeinde Weißenburg

Wirtschaft & Infrastruktur

Wirtschaft

  • Industrie- u. Handelskammergremium Weißenburg

Verkehr

Bei Weißenburg treffen die Bundesstraßen 2 und 13 aufeinander, die gemeinsam eine Ortsumgehung östlich des Ortes bilden. Im Westen befindet sich der 1869 eröffnete Bahnhof Weißenburg an der Bahnstrecke Nürnberg–Augsburg.

Behörden und Institutionen

Neben der Stadtverwaltung selbst befinden sich noch folgende Behörden in der Stadt:

Ansässige Unternehmen

Hauptgebäude der Gutmann AG, des größten Arbeitgebers Weißenburgs
  • Albrecht Bender GmbH & Co, Uniform-Accessoires
  • Anselm GmbH & Co. KG Drahtgestrick- und Schaumstoffartikel
  • Leoni Draht GmbH (ehemals: Aurnhammer und Benedict), Textilien, Bekleidung, Fasern und Tuche, Schleifen, Drahtprodukte, Verpackungen
  • Faurecia Exteriors GmbH (ehemals: Dynamit Nobel Kunststoff GmbH, Plastal GmbH), Automobilzulieferer
  • kipa Plast GmbH, Kunststoffverarbeitung
  • Gutmann Kabel, Kabel und Drähte
  • Franz Raab GmbH, Kabelwerk
  • Gutmann AG, Baubeschläge
  • Gutmann Aluminium Draht GmbH (GAD)
  • Ossberger GmbH + Co, Wasserturbinen
  • petaera GmbH, IT-Unternehmen
  • Pröll KG, Siebdruckfarben
  • Rhodius, Katalysatoren
  • Regent GmbH, Herrenbekleidung
  • Schwan-Stabilo GmbH & Co. KG, Schreibgeräte, Leuchtmarker, Kosmetikstifte
  • KTW – Kunststofftechnik Weißenburg GmbH & Co. KG, Automobilzulieferer
  • Oechsler AG, Präzisions-Kunststofftechnik, Automobilzulieferer
  • Weißenburger Werkstätten der Lebenshilfe e.V., Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen
  • Wohnungsgenossenschaft Eigenheim eG
  • Schmidt Automobile GmbH

Schulen

  • Grundschule Weißenburg mit drei Schulhäusern
  • Mittelschule
  • Staatliche Realschule
  • Staatliche Berufsschule
  • Landwirtschaftsschule
  • Staatliche Fachoberschule und Staatliche Berufsoberschule
  • Werner-von-Siemens-Gymnasium
  • Berufsbildungszentrum Weißenburg der Rummelsberger Anstalten e. V.
  • Berufsfachschule für Krankenpflege auf der Wülzburg
  • Fachschule für Kunststofftechnik (staatlich anerkannt)
  • Private Schule zur individuellen Lebensbewältigung der Lebenshilfe e. V.
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum (Biberschule)
  • Sing- und Musikschule Weißenburg e. V.

Klinikum Weißenburg

Die Kreisklinik Weißenburg ist eines von drei Krankenhäusern im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und gehört seit 2002 zusammen mit der Klinik Gunzenhausen zum selbständigen Kommunalunternehmen Kliniken des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Die Klinik gibt es seit 1985[9], nachdem das Städtische Krankenhaus nach 100 Jahren seinen Betrieb einstellte.

Die Klinik Weißenburg dient der Grund- und Regelversorgung. Sie hat 190 Betten und 350 Beschäftigte in den Fachabteilungen Innere Medizin, Interdisziplinäres Bauchzentrum, Intensivmedizin, Allgemein-, Viscural- und Thoraxchirurgie, Gynäkologie, HNO-Heilkunde, Onkologie und Urologie. Jährlich werden rund 8000 Patienten behandelt und 5000 operative Eingriffe vorgenommen.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111025/230717&attr=OBJ&val=1523
  3. Werte auf baylink.de
  4. Geoklima 2.1
  5. Statistik für die Stadt (PDF) 2011
  6. fraenkisches-seenland.bayern-online.de
  7. senatsbibliothek.de
  8. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 198
  9. Geschichte des Krankenhauses

Literatur

  • Arbeitsgemeinschaft Weißenburger Heimatforschung: UUIZINBURC WEISSENBURG 867 - 1967, Beiträge zur Stadtgeschichte. Weißenburg i. Bay. 1967
  • Rainer Kammerl: Weißenburg i. Bayern. Regensburg, 2003, ISBN 3-7954-1547-0
  • Stadt Weißenburg i. Bay: Riedersche Chronik, Band 1 - 3. Weißenburg 2004
  • Wolfgang Wüst (Hg.): Frankens Städte und Territorien als Kulturdrehscheibe. Kommunikation in der Mitte Deutschlands. Interdisziplinäre Tagung vom 29. bis 30. September 2006 in Weißenburg i. Bayern (Mittelfränkische Studien 19), Ansbach 2008, ISBN 978-3-87707-713-9

Weblinks

 Commons: Weißenburg in Bayern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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