Beckedorf
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Beckedorf
Beckedorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Beckedorf hervorgehoben
52.3441666666679.316666666666760
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Schaumburg
Samtgemeinde: Lindhorst
Höhe: 60 m ü. NN
Fläche: 9,83 km²
Einwohner:

1.533 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 156 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31699
Vorwahl: 05725
Kfz-Kennzeichen: SHG
Gemeindeschlüssel: 03 2 57 007
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Riepenerstraße 4
31699 Beckedorf
Webpräsenz: http://www.gemeinde-beckedorf.de
Bürgermeister: Rolf Bahlmann (SPD)
Lage der Gemeinde Beckedorf im Landkreis Schaumburg
Nordrhein-Westfalen Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Nienburg/Weser Region Hannover Ahnsen Apelern Auetal Auhagen Bad Eilsen Bad Nenndorf Beckedorf Bückeburg Buchholz (bei Stadthagen) Hagenburg Haste Heeßen Helpsen Hespe Heuerßen Hohnhorst Hülsede Lauenau Lauenhagen Lindhorst Lüdersfeld Luhden Meerbeck Messenkamp Niedernwöhren Nienstädt Nordsehl Obernkirchen Pohle Pollhagen Rinteln Rodenberg Sachsenhagen Seggebruch Stadthagen Suthfeld Wiedensahl WölpinghausenKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Beckedorf liegt am Nordrand des Bückebergs, direkt an der Bundesstraße 65, zwischen Lindhorst und Bad Nenndorf im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

St.-Godehardi-Kirche

Spuren einer ersten Besiedlung des Gebietes finden sich im Dühlwald nördlich des Bückeberg vor mehreren Jahrtausenden. Der fruchtbare Boden und die Lage am alten Hellweg führten bereits im 6. Jahrhundert zur Gründung der Siedlung Beckedorf, dem „Dorf an der Beeke“.

Als Nachfolgebau einer alten Kapelle aus dem Jahr 1394 entstand 1740 die heutige Saalkirche. Auf dem Heisterberg im Bückeberg befand sich das Heisterschlösschen, eine Ringwallanlage mit 65 m Durchmesser aus dem 9.–12. Jahrhundert.

In seiner Entstehungsgeschichte ist Beckedorf eng mit dem Nachbarort Lindhorst verbunden. Beckedorf gehörte nach der Teilung der Grafschaft Schaumburg 1647 bis 1949 zum hessischen Teil Schaumburgs. 1974 erfolgte der Anschluss der bis dahin selbständigen Gemeinde Beckedorf an die Samtgemeinde Lindhorst, so dass die über 330 Jahre andauernde Trennung zwischen Lindhorst und Beckedorf ein Ende fand.

Von der ertragreichen Landwirtschaft geprägt entwickelte sich der Ort bis 1890 mit 120 Hausstellen zur drittgrößten Landgemeinde des damaligen Kreises Grafschaft Schaumburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einem Bevölkerungszuwachs durch Heimatvertriebene.

Tornado vom 15. Juni 1839

Während eines schweren Gewitters suchte am 15. Juni 1839 ein Tornado die Ortslage Beckedorf heim. Dabei wurden im östliche Dorfteil zwei Bauernhöfe und ein Wohnhaus vollständig zerstört.

Bergbau

Um einerseits der ortsansässigen Bevölkerung in Rodenberg und Sachsenhagen Arbeitsplätze anzubieten, andererseits aber auch den im Rahmen der Industrialisierung steigenden Bedarf an Steinkohle in der Region Genüge zu tun, wurden ab 1865 umfangreiche geologische Untersuchungen im Gebiet zwischen den Bückebergen im Süden und Bergkirchen nördlich des heutigen Mittellandkanals durchgeführt.

Diese Untersuchungen führten im Jahre 1874 zum Auffahren eines Stollens, der parallel der heutigen Beckedorfer Hauptstraße etwa vom Standort der heutigen Sparkasse aus nach Süden in ein Abbaufeld oberhalb Beckedorfs führte. Weitere Abbaustollen wurden in den Folgejahren nördlich der heutigen Bundesstraße 65 aufgefahren.

Im Jahre 1911 begann die Errichtung der Steinkohlenzeche Beckedorfer Schacht, die im Jahre 1924 im Tiefbau die Kohlenförderung aufnahm. Nach dem II. Weltkrieg erfolgte ein Durchschlag zum 8 Kilometer entfernten Georgschacht in Stadthagen (1946) sowie zur vier Kilometer nordwestlich von Beckedorf gelegenen Zeche in Lüdersfeld (1956), die im Gegensatz zur Zeche in Beckedorf über einen Gleisanschluss verfügten. Die im Beckedorfer Feld zwischen der Bundesstraße 65 und Lindhorst gewonnene Kohle wurde ab diesem Zeitpunkt durch eine unterirdische mit Dieselloks betriebene Zechenbahn zu den mehrere Kilometer entfernten Förderschächten transportiert und dort aufbereitet.

Obwohl die durch die Zeche Beckedorf ausgebeuteten Kohlenflöze mit 90 cm eine im Vergleich zu anderen deutschen Steinkohlenrevieren große Mächtigkeit besaßen, erschwerten hohe Vorkommen an Methangas - allein im Jahre 1955 wurden in der Zeche über 32 Mio Kubikmeter Methangas gewonnen - die Förderung massiv und führten immer wieder zu tagelangen Betriebseinstellungen. Am 2. Dezember 1959 kam es in der Zeche zu einer Schlagwetterexplosion, bei der 1 Bergmann ums Leben kam und 15 Kumpel verletzt wurden.

Im Jahre 1960 wurde der Betrieb in der Zeche Beckedorfer Schacht zusammen mit den anderen schaumburger Steinkohlenzechen in Auhagen, Lüdersfeld sowie im Georgschacht in Stadthagen eingestellt und die Schächte in Beckedorf bis zum Jahre 1962 verfüllt. Das Maschinenhaus des Schachts Beckedorf wurde im Jahre 1983 abgebrochen, die übrigen Gebäude werden heute von einem anderen Unternehmen genutzt.

Die Stilllegung des Bergbaus und der Wegfall vieler Arbeitsplätze in der Landwirtschaft konnten durch die Ansiedlung zweier Industrieunternehmen nur mäßig kompensiert werden. Zahlreiche Kumpel fanden Arbeit in den Kalirevieren rund um Hannover sowie in der dortigen Industrie. Beckedorf ist heute zu einem verkehrsgünstig gelegenen Wohnort zwischen Stadthagen und Hannover für Berufs-Pendler geworden.

Personen

Literatur

Weblinks

 Commons: Beckedorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)

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