Beckedorf (Schwanewede)

Beckedorf ist eine Ortschaft der Gemeinde Schwanewede und gehört zum Landkreis Osterholz im Land Niedersachsen. Der Ort grenzt im Westen, Süden und Osten an das Gebiet Bremen-Nord und hat daher nur wenige Verbindungen mit dem restlichen Gemeindegebiet. Bei der namensgebenden Beckedorfer Beeke handelt es sich um einen Geestbach, der über die Blumenthaler Aue in Bremen-Blumenthal in die Weser mündet.

Zu Beckedorf gehören die Ortsteile Fredeholz, Rosenbusch, Sandfurt, Schwankenfurt, Vollershagen und Wölpsche

Streckenverlauf der Farge-Vegesacker Eisenbahn mit der Station „Klinikum Nord/Beckedorf“ (etwas rechts der Bildmitte)

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In der ersten urkundlichen Erwähnung Beckedorfs aus dem Jahr 1260 wird die Ortschaft als Bauerngemeinde bezeichnet. Aufgrund von Urnenfunden wird allerdings vermutet, dass hier schon in der Bronzezeit eine Siedlung bestand. Das älteste heute noch bestehende Haus stammt aus dem Jahre 1535.

Beckedorf gehörte zum Amt Blumenthal. 1436 wurde diese Vogtei durch Bremen als Pfand erworben. Die Verwaltung des gesamten Amtsbezirkes wurde etwa ab 1600 durch einen vom bremischen Senat entsandten Amtsmann durchgeführt. Nach dem Ersten Bremisch-Schwedischen Krieg jedoch musste Bremen im Ersten Stader Vergleich seine Ansprüche an dem Amtsbezirk und damit an Beckedorf an Schweden abtreten. Bremen verblieb allerdings das Patronatsrecht über die Kirchen des Amtsbezirkes und führte für Schweden die Verwaltung. Dieser Zustand wurde im Friede zu Habenhausen nach dem Zweiten Bremisch-Schwedischen Krieg 1666 bestätigt. 1712 fiel der Amtsbezirk Blumenthal mit den übrigen schwedischen Besitzungen im Herzogtum Bremen an Dänemark, das diese Gebiete 1719 an Hannover verkaufte. Im Zweiten Stader Vergleich verzichtete Bremen endgültig auf die Ansprüche auf das Amt Blumenthal, behielt aber das Patronatsrecht über die kirchlichen Belange. Ab 1885 war Beckedorf ein Teil des neu gegründeten Kreises Blumenthal, der 1932 im Landkreis Osterholz aufging.

Bei der Neuordnung des Gebietes zum 1. November 1939 blieb Beckedorf als selbständige Gemeinde im Landkreis Osterholz, während ein großes Gebiet des Kreises Blumenthal Bremen zugeschlagen wurde. Daraus entstand die „Insellage“ des Ortes, da hierbei die Nachbargemeinden der Stadt Bremen zugeordnet wurden. 1954 wurde vom Rat ein Anschluss an die Stadt Bremen beantragt, der aber 1956 von der niedersächsischen Landesregierung abgelehnt wurde. Da bei der Neugliederung zwei Bundesländer betroffen gewesen wären, hätte es hier einer Volksabstimmung bedurft. Seit dem 1. März 1974 bildet die bis dahin selbständige Gemeinde Beckedorf zusammen mit den Ortschaften Aschwarden, Brundorf, Eggestedt, Harriersand, Hinnebeck, Leuchtenburg, Löhnhorst, Meyenburg, Neuenkirchen, Rade und Schwanewede die Gemeinde Schwanewede.

Die Einwohnerzahl Beckedorfs betrug Ende 2006 rund 1.400.

Politische Vertretung

Innerhalb der Gemeinde Schwanewede werden die örtlichen Belange Beckedorfs durch den Ortsrat wahrgenommen. Dieser besteht derzeit aus sieben regulären und drei beratenden Mitgliedern. Aus seiner Mitte bestimmt der Ortsrat einen Vorsitzenden, der die Bezeichnung "Ortsbürgermeister" führt. Der Ortsrat hat die Belange der Ortschaft zu wahren und auf ihre gedeihliche Entwicklung innerhalb der Gemeinde hinzuwirken. In diesem Zusammenhang gehören Regelungen zu örtlichen öffentlichen Einrichtungen, die Förderung des Vereinslebens (Kultur und Sport), die Priorisierung von Baumaßnahmen sowie die Repräsentation der Ortschaft zu seinen Aufgaben. Zu anderen die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit des Gemeinderates fallen, ist der Ortsrat zuvor zu hören.

Sitzverteilung im Ortsrat Beckedorf

Ortsrat Beckedorf
Stimmen/Sitzverteilung:
SPD CDU Gesamt
10. September 2006 1163 = 4 Sitze 745 = 3 Sitze = 7 Sitze

Die nächste Kommunalwahl in Niedersachsen findet im September 2011 statt.

Verkehr

Die Bus-Linie 677 verbindet Beckedorf mit dem Kern der Gemeinde Schwanewede und mit dem Bahnhof Bremen-Vegesack.

Über die an der von der NordWestBahn GmbH betriebenen Bahnstrecke Bremen-Vegesack – Bremen-Farge gelegene Station Klinikum Bremen Nord/Beckedorf ist der südliche Teil der Ortschaft im 30-Minuten-Takt von Bremen-Vegesack und -Farge aus erreichbar. Im Rahmen des S-Bahn-Konzepts der Stadt Bremen, dessen erste Ausbaustufe Mitte Dezember 2010 in Betrieb genommen wurde, ist ab Mitte Dezember 2011 eine durchgehende Elektrifizierung der Strecke Bremen-Vegesack–Bremen-Farge und eine umsteigefreie Verbindung Verden–Bremen-Hauptbahnhof–Klinikum Bremen Nord/Beckedorf–Bremen-Farge geplant.

Öffentliche Einrichtungen

An öffentlichen Einrichtungen verfügt Beckedorf über einen Kindergarten mit zwei Betreuungsgruppen für insgesamt etwa 50 Kinder, eine zweizugige Grundschule, deren Einzugsbereich sich auf die Ortschaften Beckedorf, Leuchtenburg und Löhnhorst erstreckt, eine Sporthalle sowie einen Jugendraum im Rahmen der dezentralen Jugendarbeit der Gemeinde Schwanewede. Sämtliche Einrichtungen wurden in den 1990er-Jahren neu errichtet beziehungsweise renoviert und erweitert (Kindergarten).

Örtliches Leben

In Beckedorf existieren mehrere Vereine, die in den Bereichen Kultur, Sport, Mäzenatentum und Gemeinschaftsförderung tätig sind.

Sehenswert ist die 1812 gegründete Wildhacksche Waldschmiede. In dem historischen Gebäude wurde 1996 ein Schmiedemuseum eröffnet, das neben einer voll funktionsfähigen Schiede auch über historische Werkzeuge und einen Ausstellungsraum verfügt.[1] Über die Nutzung wurde im Jahr 1994 ein Vertrag zwischen der Gemeinde Schwanewede und der Besitzerfamilie geschlossen.

Einzelnachweise

  1. Informationen zum Schmiedemuseum

Weblinks

53.191048.59815

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