Beckensymphyse
Menschliche Beckenhälfte von der Seite. Die Schambeinfuge ist angeschnitten und befindet sich links im Bild.

Die Schambeinfuge (Symphysis pubica) ist der vordere Kontaktpunkt, an dem die rechte und linke Beckenhälfte, genauer die Schambeine beider Seiten verbunden sind. Bei den vierfüßigen Säugetieren bildet die Schambeinfuge nur einen Teil der Verbindung der beiden Beckenhälften. Hier ist auch das Sitzbein in Form einer Symphysis ischiadica beteiligt. Beide Anteile zusammen werden als Beckensymphyse (Symphysis pelvina) bezeichnet. Die Verbindung der beiden Beckenhälften erfolgt bei allen Säugetieren über eine Faserknorpelverbindung (Symphyse).

Klinische Bedeutung

Zwischen den knöchernen Anteilen liegt beim Menschen eine Bandscheibe (Discus interpubicus), die die Verbindung flexibel hält. Das ist z. B. bei einer Geburt sehr wichtig. Hormonell gesteuert wird während der Schwangerschaft diese Faserknorpelverbindung weicher und flexibler. Bei schätzungsweise einer von 600 Schwangeren ist diese Lockerung zu stark und es kommt zu einer sogenannten Symphysenlockerung, die sehr schmerzhaft ist. Während der Entbindung kann die Symphyse überdehnt werden (Symphysendehiszenz) oder gar reißen (Symphysenruptur), was ebenfalls zu starken Schmerzen führt.

Bei einer symptomatischen Symphysenlockerung ist es wichtig, alles, was Schmerzen hervorruft, zu vermeiden. Welche Behandlung die effektivste ist, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht. Bewährt haben sich Training der beckenstabilisierenden Muskulatur, Wassergymnastik, Trochantergurt und Akupunktur. Auch Alternativmedizin wie Osteopathie, Chiropraktik und Homöopathie werden häufig angewendet.

Weil an den knöchernen Anteilen der Schambeinfuge auch die geraden Bauchmuskeln (Musculus rectus abdominis) ansetzen, ist die Schambeinfuge oft druckschmerzhaft, wenn man sich eine Bauchmuskelansatzreizung zugezogen hat.

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