Beckerscher Nävus
Klassifikation nach ICD-10
D22.9 Melanozytennävus, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2006)
Becker-Nävus an der linken Schulter

Ein Becker-Nävus (auch Melanosis naeviformis oder Becker-Melanose) ist ein einzelner, großer, unregelmäßig braun gefärbter Hautfleck (Hyperpigmentierung), meist im Bereich der Schulter bei jungen Männern. Im Lauf der Zeit verändert sich diese gutartige Hautveränderung durch vermehrten Haarwuchs (Hypertrichose). Es handelt sich um eine bestimmte Unterart von gutartigen, pigmentierten, begrenzten Fehlbildungen der Haut (Pigmentnävi), umgangssprachlich „Muttermale“ bzw. „Leberflecken“.

Inhaltsverzeichnis

Epidemiologie

Es sind hauptsächlich Männer davon betroffen, die ersten Anzeichen der Hautveränderung beginnen meist schon vor der Pubertät oder im Laufe der Adoleszenz.

Klinik

Typischerweise bildet sich eine handtellergroße, scharf und zackig begrenzte, unregelmäßig hyperpigmentierte Einzelläsion im Bereich des Rückens oder der Schultern aus. Zunächst ist die Hautveränderung noch glatt oder leicht aufgeraut, spätestens nach einem Jahr kommt dann ein verstärkter Haarwuchs hinzu.

Im Gegensatz zu den Nävuszellnävi finden sich hier keine Nävuszellnester oder vermehrte Melanozyten, sondern ausschließlich eine gesteigerte Bildung von Melanin als Ursache für die Hyperpigmentierung.

Verlauf und Prognose

Nach einem Jahr sollte die Ausdehnung der bräunlichen Verfärbung abgeschlossen sein und nicht mehr weiter wachsen. Es kommt nur selten zu einem späteren Erblassen eines Becker-Nävus. Das verstärkte Haarwachstum tritt erst nach abgeschlossener Pigmentierung zutage.

Bis auf optische Aspekte ist der Becker-Nävus immer unbedenklich und stellt kein Risiko für die Entwicklung eines Melanoms dar. Er ist allerdings von einem potentiell gefährlichen konnatalen Nävuszellnävus abzugrenzen, der ja im Unterschied zum Becker-Nävus schon bei der Geburt vorhanden ist.

Behandlung

Verschiedene Arten von Laserbehandlungen können dabei helfen, die Hyperpigmentierung zu reduzieren oder ganz zu beseitigen. Die Behandlungserfolge sowohl bei der Haar- als auch der Pigmententfernung sind jedoch sehr untschiedlich, sodass sich darüber keine generellen Aussagen treffen lassen.

Weblinks

Literatur

  • Thomas B. Fitzpatrick, Klaus Wolff (Hrsg.): Atlas und Synopsis der klinischen Dermatologie: häufige und bedrohliche Krankheiten. 3. Auflage. McGraw-Hill, New York; Frankfurt a.M., 1998, ISBN 0-07-709988-5.
  • Ernst G. Jung, Ingrid Moll (Hrsg.): Dermatologie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart, 2003, ISBN 3-13-126685-6
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