Becklingen
Becklingen
Stadt Bergen
Koordinaten: 52° 52′ N, 9° 54′ O52.8669444444449.904722222222277Koordinaten: 52° 52′ 1″ N, 9° 54′ 17″ O
Höhe: 77–87 m ü. NN
Einwohner: 382
Eingemeindung: 1971
Postleitzahl: 29303
Vorwahl: 05051
Ehemaliges Spritzenhaus (Sprüttenhus) - 1907 erbaut - seit 1981 außer Dienst - 1992 unter Denkmalschutz gestellt
Kriegerdenkmal für die Gefallenen des I. und des II. Weltkrieges
Bauernhaus - links im Anbau befindet sich das Waldarbeiter-Museum

Becklingen ist eine Ortschaft der niedersächsischen Gemeinde Bergen im nördlichen Landkreis Celle in der Lüneburger Heide.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Becklingen liegt ca. 7 km nördlich von Bergen an der Bundesstraße 3 und hat 382 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2000). Das Dorf gliedert sich in die Ortsteile Becklingen, Oehus und Tannensieksberg.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Die folgende Tabelle zeigt die Einwohnerentwicklung von Becklingen. Anzumerken ist, dass der sprunghafte Anstieg der Einwohnerzahlen nach dem Zweiten Weltkrieg im Wesentlichen durch den Zuzug Vertriebener bedingt ist.

Jahr Einwohner Häuser Jahr Einwohner Häuser Jahr Einwohner Häuser
1820 106 1925 234 1945 ca. 500
1848 180 1939 231 2000 382

Sprache

Becklingen gehört zum niederdeutschen Sprachraum und zur nordniedersächsisch-plattdeutschen Dialektgruppe. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich allerdings die hochdeutsche Sprache weitgehend durchgesetzt und das niederdeutsche verdrängt. Insbesondere unter den älteren Dorfbewohnern spielt Plattdeutsch als Umgangssprache jedoch nach wie vor eine große Rolle.

Geschichte

Becklingen wurde urkundlich erstmals 1231 unter dem Namen Bekelinge erwähnt.

Das 19. Jahrhundert war von umfangreichen Agrarreformen geprägt. Grundlegend für die weiteren Reformen waren die Beginn des 19. Jahrhunderts durchgeführte Generalteilung, durch die die Dörfer feste Grenzen erhielten und jedes Stück Land einer Gemeinde zugehörig war. Der Umfang der den einzelnen Dörfern zugeteilten Flächen richtete sich nach den in der Vergangenheit in Anspruch genommenen Weiderechten. Dem folgten in den Jahren 1838 bis 1858 die Gemeinheitsteilungen. Die Allmende, d.h. die bis dato gemeinschaftlich genutzte Flächen, wurde nun den einzelnen Höfen als freies Eigentum übertragen, abhängig von den jeweiligen bestehenden Nutzungsrechten an der Allmende. Auf Grundlage der Ablösungsverordnung für das Königreich Hannover aus dem Jahr 1833 erfolgte die Ablösung der auf den Höfen ruhenden Verpflichtungen der Grundherrschaft gegenüber. Die nach dem sogenannten Meierrecht vergebenen Höfe waren bis dato zu zahlreichen Dienstleistungen und Geldzahlungen verpflichtet, die nun gegen Zahlung einer Summe die dem 25-fachen der bisherigen jährlichen Verpflichtung entsprach, aufgehoben wurden und die Höfe damit als freies Eigentum in den Besitz der Bauern übergingen. Westlich von Becklingen, in dem Forst „Becklinger Holz“, der heute auf dem Truppenübungsplatz Bergen liegt, wurde am 13. Januar 1872 der letzte Wolf in der Lüneburger Heide, gesehen und geschossen. Schütze war der Förster Grünewald, der Leibjäger von König Georg V von Hannover, dem letzten König von Hannover.[1]

In der Nähe der Ortschaft wurde 1951 die Kriegsgräberstätte Becklingen War Cemetery angelegt.

Politik und Verwaltung

Seit dem 14. Jahrhundert ist als unterste Verwaltungs- und Gerichtsinstanz die Amtsvogtey Bergen belegt, der ein herzoglicher Vogt vorstand. Die ausschließlich die Ortschaft Becklingen betreffenden Belange wurden von der Realgemeinde, d. h. den Besitzern der an der Allmende berechtigten Höfen, beraten und entschieden. Ein grundlegende Änderung brachten die politischen Reformen des 19. Jahrhunderts, infolgedessen die politische Gemeinde Becklingen entstand. Die Mitbestimmung der dörflichen Angelegenheiten war nun nicht mehr von den Besitzverhältnissen abhängig, jeder männliche Dorfbewohner über 25 Jahren besaß nun das Stimmrecht.

Seit der Eingemeindung im Zuge der niedersächsischen Gebiets-und Verwaltungsreform ist Becklingen seit 1971 eine Ortschaft der Stadt Bergen. Vertreten wird Becklingen durch den Ortsrat und den Ortsbürgermeister. Der Ortsrat hat u. a. Entscheidungskompetenzen für die in der Ortschaft gelegenen öffentlichen Einrichtungen, ist zuständig für die Förderung der Ortsbildpflege und des Vereinslebens und muss von der Stadt Bergen bei allen die Ortschaft betreffenden Belangen gehört werden.[2] Er setzt sich aus fünf gewählten Vertretern, den aus Becklingen stammenden Mitgliedern des Gemeinderates Bergen sowie dem Bürgermeister der Stadt Bergen zusammen. Der Ortsrat wählt den Ortsbürgermeister, aktueller Amtsinhaber ist Wilhelm Hohls.

Fußnoten und Einzelnachweise

  1. http://www.lausitz-wolf.de/index.php?id=36 Der letzte Wolf der Lüneburger Heide
  2. Informationen zur niedersächsischen Kommunalverfassung

Literatur

  • Günther Ebel (Hrsg.) - Die Geschichte der Feuerwehr in Becklingen, Becklingen 1984

Weblinks

 Commons: Becklingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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