Beckmannthermometer
absolutes Beckmann- Thermometer

Das Beckmann-Thermometer (nach Ernst Otto Beckmann) ist eine spezielle Bauweise eines Quecksilberthermometers.

Es ermöglicht die Messung von Temperaturen mit einer Genauigkeit von 0,01 °C. Erreicht wird dies durch Verwendung einer besonders feinen Quecksilber-Kapillaren. Der Nachteil des Beckmann-Thermometers ist, dass aufgrund der großen Aufspreizung des Temperaturbereichs (1 °C entspricht einem Quecksilberfaden von etwa 5 cm Länge) der Gesamtmessbereich klein ist, etwa 5 °C. (d.h. um 0 °C bis 100 °C darstellen zu können, müsste das Thermometer 5 m lang sein.)

Umgangen wird diese Hürde dadurch, dass das Thermometer auf den benötigten Temperaturbereich eingestellt wird. Dazu kann die Quecksilbermenge in der Kapillare von Hand so eingestellt werden, dass der Quecksilber-Spiegel für den interessierenden Bereich innerhalb der Skala liegt – dessen Einstellung erfordert ein gewisses Mindestmaß an Geschicklichkeit.

Das heißt, dass das Beckmann-Thermometer lediglich relative Temperaturen liefern kann, jedoch keine absoluten Werte. Benutzt wurde es früher zur genauen Bestimmung von Schmelzpunkts- und Siedepunktsänderungen, heute nutzen es hauptsächlich noch Studenten im Grundpraktikum der physikalischen Chemie.

Der Preis für ein Beckmann-Thermometer liegt bei etwa 150 Euro. Es gibt heute elektronische Geräte, die dieselbe Genauigkeit erreichen und noch teurer sind, aber den Vorteil haben, Absoluttemperaturen zu liefern (z.B. PT100-Widerstandthermometer).


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