Bedak

Pál Bedák (* 8. September 1985 in Budapest) ist ein ungarischer Boxer. Er war Vize-Weltmeister 2005 in Mianyang/China im Halbfliegengewicht.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Pál Bedák wuchs in Budapest auf und stammt aus einer sog. Boxer-Familie. Er begann schon als Schüler mit dem Boxen und erzielte bereits als Junior grosse Erfolge auf internationaler Ebene.

Seinen ersten Start bei einer internationalen Meisterschaft absolvierte er im Mai 2002 in Kecskemet bei der Junioren-Weltmeisterschaft (Cadets = bis zum 17. Lebensjahr) im Halbfliegengewicht. Er belegte dabei hinter Suranjoy Balbir aus Indonesien den 2. Platz. Noch im gleichen Jahr fanden in Lemberg auch Junioren-Europameisterschaften (Cadets) statt und hier gewann er mit einem Punktsieg im Finale über Denis Dredichin aus Russland seinen ersten Europameistertitel. Er startete im gleichen Jahr dann in Santiago de Cuba bei der Junioren-Weltmeisterschaft der 18-jährigen, erlitt dort aber im Achtelfinale gegen Jose Luis Mustelier aus Kuba eine Punktniederlage (16:28).

Im Jahre 2002 wurde Pál Bedák auch schon ungarischer Meister bei den Senioren im Halbfliegengewicht. Diesen Erfolg wiederholte er 2003 durch einen Abbruchsieg in der 2. Runde über Sandor Lakatos. Beim Bocskai-Memorial 2003 in Debrecen unterlag er im Finale dem Moldawier Wjatscheslaw Gojan nach Punkten. Anschließend gewann er bei der Junioren-Europameisterschaft in Warschau mit einem Punktsieg im Finale gegen Rafik Magermanow aus Russland seinen zweiten Europameistertitel. Er startete dann auch bei der Weltmeisterschaft der Senioren in Bangkok und siegte in seinem ersten Kampf über Yuji Noguchi aus Japan durch Abbruch in der 2. Runde. Im Achtelfinale war jedoch Endstation für ihn, denn er unterlag dem Einheimischen Suban Punnon nach Punkten (14:23).

Bei der Europameisterschaft 2004 in Pula gewann Pál Bedák hinter Sergei Kazakow aus Russland, gegen den er im Halbfinale dieser Meisterschaft verlor und Alfonso Pinto aus Italien den 3. Platz. Im Mai 2004 startete er dann beim vorolympischen Test-Turnier in Athen im Halbfliegengewicht. Er siegte dabei gegen Redouane Bouchtouk aus Marokko (31:2) und Hong Moo-Won aus Südkorea (27:25) nach Punkten und unterlag im Endkampf gegen Weltmeister Yan Barthelemi aus Kuba denkbar knapp nach Punkten (16:17). Im Juni 2004 wurde Pal Bedak im südkoreanischen Jeju Junioren-Weltmeister im Halbfliegengewicht. Er besiegte dabei im Finale Sergei Wodopjanow aus Russland nach Punkten (32:24) Nach diesen guten Ergebnissen hoffte er auch bei den Olympischen Spielen 2004 selbst gut abzuschneiden. Dies gelang ihm aber nicht, denn schon in seinem ersten Kampf unterlag er dort gegen Jeyhan Abijew aus Aserbaidschan nach Punkten (8:23) und musste unplaziert ausscheiden.

Pál Bedák ließ sich von dieser Enttäuschung nicht unterkriegen und nahm auch weiterhin die Tortur des ständigen Abtrainierens in das Halbfliegengewicht, also bis 48 kg Körpergewicht, in Kauf. Auch wenn er dabei vor den Turnieren bei denen er startete kaum Nahrung aufnehmen und vor allem nur ganz wenig trinken durfte. Bei der Weltmeisterschaft 2005 in Mianyang in China stellten sich dann auch wieder die Erfolge ein, denn er besiegte dort Arlen Contreras aus Kolumbien (35:16), Pürewdordschiin Serdamba aus der Mongolei (30:15) und Europameister Sergei Kazakow (24:16) nach Punkten und siegte im Halbfinale über Birschan Tschakipow aus Kasachstan durch Abbruch in der 3. Runde. Er stand damit im Endkampf dem Chinesen Zhou Shiming gegenüber. Er lieferte diesem einen beherzten Kampf, den er ausgeglichener gestalten konnte, als das Trefferverhältnis von 31:13 zugunsten von Shiming aussagt.

2006 siegte Pál Bedák beim 50. Bocskai-Memorial in Debrecen im Halbfliegengewicht mit Siegen über Hovhannes Danieljan aus Armenien, Ronny Beblik aus Deutschland und Paramjeet Singh aus Indien. Einen kleinen Rückschlag musste er bei der Europameisterschaft des gleichen Jahres in Plowdiw hinnehmen, denn er verlor dort im Viertelfinale gegen David Ayrapetjan aus Russland nach Punkten und kam damit nur auf den 5. Platz im Halbfliegengewicht.

Im Jahre 2007 gewann Pál Bedák auch beim 51. Bocskai-Memorial in Debrecen. Er bezwang dabei im Endkampf des Fliegengewichtes den starken Moldawier Igor Samoylenko klar nach Punkten (30:5). Anschließend siegte er auch bei der Meisterschaft der Europäischen Union in Dublin im Halbfliegengewicht. Er siegte dabei über Alfonso Pinto aus Italien (24:9), Nordine Oubaali, Frankreich (21:11) und Kelvin de la Nieve aus Spanien (20:10) jeweils nach Punkten. Kein Erfolg war ihm dann bei der Weltmeisterschaft in Chicago beschieden. Er siegte dort zwar in seinem ersten Kampf über Oscar Negrete aus Kolumbien nach Punkten (24:9), schied aber schon in seinem nächsten Kampf durch eine Punktniederlage (18:27) gegen David Ayrapetjan aus. In der Endabrechnung kam er nur auf den 17. Platz und verpasste damit auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking.

Im Jahre 2008 musste er deshalb zunächst sein Hauptaugenmerk auf die europäischen Qualifikations-Turniere für diese Olympischen Spiele legen. Beim ersten Turnier in Pescara/Italien siegte er über Jeyhun Abijew aus Aserbaidschan nach Punkten (10:22), unterlag dann aber dem zu seinem Angstgegner gewordenen Russen David Ayrapetjan im Viertelfinale klar nach Punkten (9:25) und konnte sich damit wieder nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren. Er musste deshalb wenige Wochen später auch beim zweiten europäischen Qualifikations-Turnier in Athen antreten. Dort gelang ihm dann mit Siegen über Anton Bekesh aus Weißrussland, Ferhat Pehlivan aus der Türkei und Kelvin de la Nieve endlich die Qualifikation für Peking. Ein weiterer Erfolg gelang ihm dann im Juni 2008 in Cetniewo/Polen, denn er wurde dort im Halbfliegengewicht mit Siegen über Lukasz Maszczyk aus Polen und Patrick Barnes aus Nord-Irland erneut Meister der Europäischen Union.

Internationale Erfolge

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, Hfl = Halbfliegengewicht, Fl = Fliegengewicht, bis 48 kg bzw. 51 kg Körpergewicht).

  • 2002, 9. Platz, Junioren-WM in Santiago de Cuba, Hfl, Sieger: David Ayrapetjan, Russland vor Jose Luis Mustellier, Kuba;
  • 2003, 2. Platz, 47. Bocskai-Memorial in Debrecen, Hfl, hinter Wjatscheslaw Gojan, Moldawien;
  • 2003, 1. Platz, Junioren-EM in Warschau, Hfl, vor Rafik Magermanow, Russland, Sofiane Takouchi, Frankreich u. Wladimir Nikiforow, Estland;
  • 2004, 3. Platz, EM in Pula, Hfl, hinter Sergei Kazakow u. Alfonso Pinto, Italien, gemeinsam mit Salim Salimow, Bulgarien;
  • 2004, unpl., OS in Athen, Hfl, Sieger: Yan Barthelemi, Kuba vor Atagun Yalcinkaya, Türkei, Sergei Kazakow u. Zhou Shiming;
  • 2006, 1. Platz, 50. Bocskai-Memorial in Debrecen, Hfl, vor Parmajeet Singh, Indien u. Ronny Beblik, Deutschland;
  • 2006, 5. Platz, EM in Plowdiw, Hfl, hinter David Ayrapetjan, Alfonso Pinto, Mumin Veli, Mazedonien u. Hovhannes Danieljan, Armenien;
  • 2007, 1. Platz, 51. Bocskai-Memorial in Debrecen, Fl, vor Igor Samoylenko, Moldawien;
  • 2007, 17. Platz, WM in Chicago, Hfl, Sieger: Zhou Shiming vor Harry Tanamor, Amnat Ruanroeng, Thailand u. Nordine Oubaali;
  • 2008, 1. Platz, 52. Bocskai-Memorial in Debrecen, Hfl, vor Igor Samoylenko u. Julius Poczo, Rumänien;
  • 2008, 5. Platz, Olympia-Qualif.-Turnier in Pescara/Italien, Hfl, Sieger: David Ayrapetjan;
  • 2008, 1. Platz, Olympia-Qualif.-Turnier in Athen, Hfl, vor Kelvin de la Nieve;
  • 2008, 1. Platz, Meisterschaft der Europäischen Union in Cetniewo/Polen, Hfl. vor Patrick Barnes, Nord-Irland u. Lukasz Maszczyk, Polen

Länderkämpfe

  • 2005 in Szekesfehervar, Ungarn gegen USA, Hfl, Punktsieger über Vincent Montoya,
  • 2007 in London, England gegen Ungarn, Hfl, Punktsieger über Darren Langley,
  • 2008 in Gyongyos, Ungarn gegen England, Hfl, Punktsieger über Ben Fowl

Ungarische Meisterschaften

(Finalergebnisse)

  • 2002, Hfl, 1. Platz,
  • 2003, Hfl, Abbruchsieger 2. Runde über Sandor Lakatos,
  • 2004, Fl, Punktsieger über Sandor Hodosi,
  • 2005, Fl, Punktsieger über Otto Mucsi,
  • 2006, Fl, Abbruchsieger 2. Runde über Krisztian Lakatos,
  • 2007, Fl, Punktsieger über Krisztian Lakatos

Quellen

  • Fachzeitschrift Box Sport aus den Jahren 2002 bis 2008,
  • Website "www.amateur-boxing.strefa.pl",
  • Website "sports123.com"

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