Bedrich Katzer

Friedrich (auch Bedřich ) Katzer (* 5. Juni 1861 in Rokycany; † 3. Februar 1925 in Sarajevo) war ein österreichisch-ungarischer Geologe und Mineraloge.

Leben

Seine Schulausbildung erhielt Katzer am Realgymnasium in Kuttenberg/Kutná Hora und Prag. Danach studierte (1880-1883) er in Prag an der Technischen Hochschule und an der Universität. Die Studienzeit beendete er mit dem philosophischen Doktorgrad an der Universität Gießen. Von 1883 bis 1888 wirkte er als Assistent an der Technischen Hochschule von Prag. Danach leitete er die Prüfstation für Baumaterialien in Wrschowitz bis 1891. Ein Jahr später erschien sein bemerkenswertes und umfangreiches Werk „Geologie in Böhmen“. Katzer war Schüler und Assistent des Geologen Jan Krejčí.

Von 1892 bis 1895 trat er als Assistent für Mineralogie, Geologie und Lagerstättenlehre in den Dienst der Steiermärkisch-Ständische Montanlehranstalt von Leoben.

Die drei folgenden Jahre bis 1898 verbrachte er in leitender Stellung und als Staatsgeologe im brasilianischen Bundesstaat Pará. Im Landesmuseum Museu Paraense wurden von ihm im der mineralogisch-geologischen Bereich verschiedene Sammlungen errichtet. Die fast unerträglichen hygienischen und gesundheitlichen Lebensbedingungen zwangen ihn zur Rückkehr. Er bewarb sich um eine Stelle in Europa.

Am 15. Juli 1898 übernahm Katzer bei der Berghauptmannschaft Sarajevo die Tätigkeit als Adjunkt und errichtete Ende 1898 eine geologische Dienststelle. In seiner Dienststellung wurde er 1901 Landesgeologe und 1909 Bergrat. Im Jahr 1903 fand in Sarajevo der IX. Internationale Geologenkongress statt. Friedrich Katzer verfasste dafür einen Geologischen Führer und organisierte gemeinsam mit Julius Dreger für die Teilnehmer eine mehrtägige Exkursion durch das Land.

Bis zu seinem Tode war er Direktor der im Jahr 1912 aus der Berghauptmannschaft heraus gegründeten Bosnisch-Hercegovinischen Geologischen Landesanstalt. In dieser Zeit wurden umfassende geologische Erkundungs- und Kartierungsarbeiten durchgeführt. Die damals bekannten Gold-, Zinnober-, Graphit-, Kupfer-, Schwefel-, und Eisenerzlagerstätten untersuchen Katzer und weitere Geologen. Dadurch entstand eine gründliche Beschreibung dieser Rohstoffquellen, die der späteren industriellen Entwicklung diente.

Besondere Schwierigkeiten stellten sich den geologischen Arbeiten in den Kriegsjahren 1914-1918 entgegen. Bei den wochenlangen Feldarbeiten der Mitarbeiter kamen landesspezifische Erschwernisse durch unzureichende Verpflegung, schlechte Unterkünfte und Insekten hinzu.

Die in Bosnien und Herzegowina gesammelten paläontologischen Proben kamen nicht nur in Sarajevo sondern auch in Berlin bei Leo Paul Oppenheim und in Dresden bei H. Engelhardt zur Untersuchung.

Das Standardwerk „Geologie Bosniens und der Hercegovina“ blieb durch den Tod Katzers unvollständig und erschien posthum 1925.

Er schuf mineralogisch-geologische Sammlungen in Brasilien für das Museum in Pará und dem bosnischen Landesmuseum in Sarajevo. Unter Katzer erfolgte die Organisation der ersten umfassenden geologischen Erkundung und Beschreibung von den Erzlagerstätten in Bosnien-Herzegowina.

Publikationen (Auswahl)

  • Katzer, Friedrich: Geologischer Führer durch Bosnien und die Hercegovina. Landesdruckerei, Sarajevo 1903
  • Katzer, FRiedrich: Die fossilen Kohlen Bosniens und der Hercegovina. 2 Bde., Wien, Sarajevo 1918/1921
  • Katzer, Friedrich: Geologie Bosniens und der Hercegovina. 1.Bd.1.Teil, Sarajevo 1924
  • Katzer, Friedrich: Geologie Bosniens und der Hercegovina. 1.Bd.2.Teil, Sarajevo 1925
  • geologische Übersichtskarte Bosniens und der Hercegovina 1:200.000

Literatur

  • Ćorić, Stjepan: Die geologische Erforschung von Bosnien und der Herzegowina und der grundlegende Beitrag der österreichischen Geologen. In: Abh. d. GBA, Bd 56/1 Wien 1999, S. 130-132, ISBN 3-85316-004-2
  • OPPENHEIM, LEO PAUL in: JewishEncyclopedia.com

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