Westabhangkeramik

Mit dem modernen Begriff Westabhangkeramik wird eine Gattung der griechischen Feinkeramik der spätklassischen und der hellenistischen Zeit bezeichnet.

Zwei Kantharoi im Agora-Museum von Athen, 225/210 v. Chr.

Die Westabhangkeramik fand besonders im östlichen Mittelmeerraum Verbreitung. Der Name wurde 1901 durch Carl Watzinger geprägt. Namensgebend waren Keramikfunde am westlichen Hang der Akropolis von Athen. Dabei handelt es sich um eine Gattung der Schwarzfirnis-Keramik. Zusätzlich wurde diese Keramikgattung mit weißem, gelbem und rosa Tonschlicker, Ritzungen, vertikalen Riefelungen und Radstempelmustern verziert. Die Westabhangkeramik entstand im 4. Jahrhundert v. Chr. aus einer Keramikgattung mit aufgelegten gelblich-orangen plastischen Ornamenten, die Vergoldungen nachahmte.

Besonders gut ist die Westabhangkeramik aus Athen bekannt. Doch lassen sich mehrere weitere Produktionszentren nachweisen. Besonders Pergamon ist als Zentrum zu nennen. Da Athen zu dieser Zeit nicht mehr den Keramikmarkt im mediterranen Raum beherrschte, ist nicht davon auszugehen, dass es sich hier um eine von attischen Erzeugnissen dominierte Form handelt, sondern dass man in Athen einen allgemeinen Trend in der Keramikherstellung lediglich aufnahm und mittrug. Die gängigsten Gefäßformen waren die Pyxis, der Krater, die Hydria, die Amphore, die Pelike, die Kanne, der Krateriskos, der Kantharos, der Kelchbecher, die Schale und die Lebes. Im westlichen Mittelmeerraum gab es ähnliche Entwicklungen. So ist die polychrome Gnathia-Gattung nahe verwandt. Westabhangkeramik gab es in mehreren Entwicklungsstufen bis in die zweite Hälfte de 2. Jahrhunderts v. Chr.

Literatur


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Westabhang-Keramik — Mit dem modernen Begriff Westabhangkeramik wird eine Gattung der griechischen Feinkeramik der spätklassischen und der hellenistischen Zeit bezeichnet. Zwei Kantharoi im Agora Museum von Athen, 225/210 v. Chr. Die Westabhangkeramik fand besonders… …   Deutsch Wikipedia

  • Gnathia-Gattung — Hase und Weinranken auf einem Glockenkrater der Laurel Spray Gruppe, um 330 v. Chr. Weibliche Theatermaske auf einer Oinochoe eines …   Deutsch Wikipedia

  • Gnathia-Keramik — Hase und Weinranken auf einem Glockenkrater der Laurel Spray Gruppe, um 330 v. Chr. Weibliche Theatermaske auf einer Oinochoe eines …   Deutsch Wikipedia

  • Gnathia-Vase — Hase und Weinranken auf einem Glockenkrater der Laurel Spray Gruppe, um 330 v. Chr. Weibliche Theatermaske auf einer Oinochoe eines …   Deutsch Wikipedia

  • Gnathia-Vasen — Hase und Weinranken auf einem Glockenkrater der Laurel Spray Gruppe, um 330 v. Chr. Weibliche Theatermaske auf einer Oinochoe eines …   Deutsch Wikipedia

  • Gnathiavasen — Hase und Weinranken auf einem Glockenkrater der Laurel Spray Gruppe, um 330 v. Chr. Weibliche Theatermaske auf einer Oinochoe eines …   Deutsch Wikipedia

  • African Red — Kännchen der Red Slip Phoenician Ware; zyprisch archaisch I (7. Jh. v. Chr.); Kunsthistorisches Museum Wien Als Red Slip Ware bezeichnet man eine rotfarbige Keramikgattung, die besonders in der phönizisch zypriotischen Eisenzeit produziert wurde …   Deutsch Wikipedia

  • Agios Onouphrios-Stil — Als Agios Onouphrios Stil bezeichnet man einen Keramikstil der frühen Vorpalastzeit (ca. 3500 2800 v. Chr.) der kretisch minoischen Kultur. Die Gefäße dieses Stils sind dunkel auf hellem Untergrund mit einfachen linearen Motiven bemalt. Die… …   Deutsch Wikipedia

  • Barbotine-Stil — Als Barbotine Stil bezeichnet man einen Keramikstil aus der späten Vorpalastzeit und der beginnenden Frühpalastzeit, der etwa um 2100 v. Chr. bis 1800 v. Chr. datiert wird. Kennzeichen des Barbotine Stils sind eine reliefierte Oberfläche der… …   Deutsch Wikipedia

  • Caeretaner Hydrien — Herakles, Kerberos und Eurystheus auf einer Hydria des Adler Malers; um 525 v. Chr. Als Caeretaner Hydrien bezeichnet man einen besonderen Stil der griechischen Vasenmalerei, der dem schwarzfigurigen Stil zugerechnet wird. Bei den Caeretaner… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”