Beerendorf
Beerendorf
Stadt Delitzsch
Wappen von Beerendorf
Koordinaten: 51° 32′ N, 12° 23′ O51.53305555555612.38305555555695Koordinaten: 51° 31′ 59″ N, 12° 22′ 59″ O
Höhe: 95 m ü. NN
Fläche: 1,11dep1
Einwohner: 585 (30. Sep. 2011)
Eingemeindung: 1. Jan. 1994
Eingemeindet nach: Döbernitz
Postleitzahl: 04509
Vorwahl: 034202

Beerendorf ist ein Ortsteil von Döbernitz und Döbernitz wiederum ein Stadtteil von Delitzsch im Landkreis Nordsachsen des Freistaates Sachsen.

Geschichte

1350 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Ortes als Berndorf. 1442 befand sich das Dorf im Besitz der Familie Spiegel zu Gruna, später im Besitz derer zu Badrina und Brodau, die Dorf und Vorwerk fast 140 Jahre verwalteten.

Am 14. November 1586 bestätigt Kurfürst Christian I. von Sachsen, dass Heinrich von Pagk d.J. nach dem Kauf von Dorf und Forwergk Berndorf nebst Zubehör von Otto Spiegel dem Landesherrn Erbhuldigung und Lehnspflicht geleistet hat.

Als nächster Besitzer wird Heinrich von Miltitz zu Döbernitz genannt, der das nunmehrige Rittergut Beerendorf kurz vor seinem Tode wegen Schulden für 21.000 Gulden seinem Neffen, Alexander von Miltitz zu Schenkenberg, am 28. Januar 1617 verkaufte. Nach Alexanders Tod wurden dessen vier Söhne am 20. Juni 1638 von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen mit Beerendorf belehnt. Die Brüder von Miltitz teilten ihren Gesamtbesitz. Carl von Miltitz erhielt Beerendorf und wurde damit am 12. Mai 1653 vom sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. belehnt. Nach dem Tod Carl von Miltitz’ verkauften dessen Söhne Alexander, Regierungsrat und Hofmeister in Hessen-Darmstadt, Dietrich, Generaladjutant des Königs von England, Haubold, kurfürstlich-sächsischer Hauptmann, Heinrich Siegmund, Kornett in Holland, Carl Gebhardt, lüneburgischer Rittmeister, Eustachius, württembergischer Hauptmann und Joachim Heinrich, kurfürstlich-sächsischer Leutnant, am 11. Januar 1692 das Rittergut Beerendorf nebst Zubehör für 19.550 Gulden an Johann Erich von Schönfeld auf Löbnitz und Leulitz.

Nach dem Tod des Johann Erich von Schönfeld im Jahre 1724 erhält dessen Sohn, Johann Christoph von Schönfeld, das Rittergut Beerendorf. Am 24. April 1733 huldigen die Untertanen und Lehnsleute von Beerendorf dem Grafen Friedrich Ludwig von Wartenberg, Ritter des Johanniterordens, als neuen Erb-, Lehn- und Gerichtsherrn auf Beerendorf. Derselbe kaufte am 29. April 1754 das Mannlehngut Beerendorf und wird am 13. Juni 1767 damit nun als Allodialgut vom Kurfürsten belehnt.

Am 29. September 1754 verpachtete Graf Friedrich Ludwig von Wartensleben das Rittergut Beerendorf nebst Zubehör bis Walpurgis 1760 für 1270 Taler an Adam Gebhard, den Pächter zu Niederglaucha. Gebhard schied bereits vorzeitig aus dem Pachtvertrag aus, so dass Graf von Wartensleben das Rittergut von Walpurgis 1757 bis Walpurgis 1766 für 1270 Taler an den bisherigen Pächter des Ritterguts Wölkau, Christoph Baumgarthen, verpachtete. Der Pachtvertrag wurde mit der Erhöhung der Pacht auf 1338 Taler bis Walpurgis 1769 verlängert. Zum gleichen Pachtzins erhielt Johann Wilhelm Beßeldt das Rittergut für die Jahre 1771-1777 zur Pacht.

1785 wird Graf Carl Wilhelm von Wartensleben und zwei Jahre später bereits Friedrich August Wilhelm Wenk als Besitzer des Ritterguts genannt.

Die verwitwete Leipziger Hofrätin Johanne Louise Wenck geb. Schmidt verlängerte am 4. Mai 1812 den Pachtvertrag über das Rittergut Beerendorf mit Carl Gottlob Wilhelm Simon bis Walpurgis 1816. Da Simon jedoch bereits am 16. November 1813 starb, schloss die Hofrätin Wenck mit dessen Witwe, Christiane Wilhelmine Simon geb. Franz, am 18. April 1815 einen neuen Pachtvertrag bis Walpurgis 1822 über das Rittergut Beerendorf für eine jährliche Pacht von 1600 Taler ab. Die Pacht wurde 1819 um 100 Taler erhöht, dafür jedoch der Pachtvertrag bis Walpurgis 1825 verlängert. Die Pächterin trug durch erneute Heirat nun den Familiennamen Küster.

Im Jahre 1824 kauft Juliane Emilie Haase geb. Wenck für 55.000 Taler das Rittergut Beerendorf und lässt ein neues Herrenhaus mit Park anlegen. Aus deren Erbengemeinschaft geht das Gut am 30. November 1853 für 77.200 Taler in den Besitz von deren Schwiegersohn Carl Gustav Lösch über. Aus dem Besitz der Familie Lösch kauft der Oberamtmann Robert Messerschmidt aus Leipzig im Jahre 1915 das Rittergut, das im September 1945 im Zuge der Bodenreform enteignet wurde.

An die preußische Provinz Sachsen gelangte Beerendorf durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses. Der ursprünglich im altsächsischen Amt Delitzsch des Leipziger Kreises gelegene Ort wurde damals dem sich herausbildenden Landratsamt Delitzsch des preußischen Regierungsbezirk Merseburg unterstellt.

Bis 1952 gehörte der Ort zum Land Sachsen-Anhalt.

Weblinks

  • Beerendorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

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