Beerfelder Land
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Beerfelden
Beerfelden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Beerfelden hervorgehoben
49.5666666666678.9666666666667420Koordinaten: 49° 34′ N, 8° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Odenwaldkreis
Höhe: 420 m ü. NN
Fläche: 71,18 km²
Einwohner: 6722 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64743
Vorwahl: 06068
Kfz-Kennzeichen: ERB
Gemeindeschlüssel: 06 4 37 002
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Metzkeil 1
64743 Beerfelden
Webpräsenz:
Bürgermeister: Gottfried Görig

Beerfelden ist eine Stadt im Süden des hessischen Odenwaldkreises. Die Region um Beerfelden wurde aus touristischen Gründen Beerfelder Land genannt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Beerfelden liegt im Herzen des Odenwaldes auf der Wasserscheide zwischen Main und Neckar an der Quelle der Mümling. Der Ortskern befindet sich in 420 Meter Höhe[1] auf dem Sattel, der das Mümlingtal im Norden mit dem nach Süden zum Neckar hinabziehenden engen und waldigen Gammelsbacher Tal verbindet. Diesen verkehrsgünstig liegenden Talzug mit Beerfelden als Bindeglied erschließt die Bundesstraße 45 als wichtigste durchgehende Nord-Süd-Verbindung im Hinteren Odenwald. Das Gebiet der Stadt Beerfelden reicht von 330 bis 540 Meter Höhe.

Das Beerfelder Land umfasst als Tourismusregion neben der Stadt Beerfelden auch die Gemeinden Rothenberg, Sensbachtal und Hesseneck im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und damit eines der waldreichsten Gebiete des hessischen Odenwalds. Das Beerfelder Land liegt auf einer Höhenlage zwischen 200 Metern und 555 Metern über Normalnull.

An der östlichen Grenze von Beerfelden, auf dem Gebiet von Sensbachtal, erhebt sich mit 555 Meter Höhe der höchste Berg des Odenwaldkreises, der Krähberg. Auf seiner Spitze liegt ein Jagdschloss der Grafen von Erbach-Fürstenau. Unter diesem Berg verbindet der Krähbergtunnel, zu seiner Entstehungszeit einer der größten (3,1 km lang, in 348 m Höhe) Eisenbahntunnel in Deutschland, für die Odenwaldbahn das Mümlingtal mit dem Schöllenbachtal. Die Siegfriedstraße hingegen führt auf einer kurvenreichen Strecke bis auf 515 Meter Höhe am Reußenkreuz über seine südliche Schulter hinweg.[1]

Nachbargemeinden

Beerfelden grenzt im Norden an die Gemeinde Mossautal und die Stadt Erbach, im Osten an die Gemeinden Hesseneck und Sensbachtal, im Süden an die Stadt Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg) und die Gemeinde Rothenberg sowie im Westen an die Gemeinde Wald-Michelbach (Kreis Bergstraße).

Stadtgliederung

Die Stadt besteht aus folgenden Stadtteilen:

  • Olfen
  • Airlenbach
  • Beerfelden
  • Etzean
  • Falken-Gesäß
  • Gammelsbach
  • Hetzbach

Geschichte

Beerfelden wurde bereits im 10. Jahrhundert vom Kloster Lorsch zum Lehen gegeben. Beerfelden wurde 1032 erstmals unter dem Namen „Burrifelden“ im Lorscher Kodex urkundlich erwähnt.

1328 wurden Beerfelden (damalige Schreibweise „Baurenfelden“) die Stadtrechte verliehen.

1806 kam der Ort im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses von der Grafschaft Erbach an Hessen.

Am 29. April 1810 brannte fast der gesamte Ort ab. Der Großherzog von Darmstadt sowie der Graf von Erbach-Fürstenau sorgten für Hilfsmaßnahmen. Die Hessische Brandassekuratorionskasse zahlte 172.802 Gulden für den Wiederaufbau.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 16,4 4 14,3 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 51,4 13 50,5 16
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 5,6 1 6,1 2
ÜWG Überparteiliche Wählergemeinschaft Beerfelden 26,6 7 29,1 9
Gesamt 100,0 25 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 62,9 64,3

Partnerschaften

Der Stadtteil Olfen pflegt seit 1966 eine Partnerschaft mit der Gemeinde Trévignin im französischen Département Savoie.

Öffentliche Einrichtungen

Bildungseinrichtungen

In Beerfelden befinden sich zwei Grundschulen: eine in der Kernstadt und eine im Ortsteil Gammelsbach. In der Kernstadt befinden sich ebenfalls zwei Kindergärten, ein Städtischer und ein Evangelischer. Weiterhin befindet sich in der Kernstadt eine Gesamtschule mit dem Namen "Oberzent-Schule".

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Galgen Beerfelden
Dreischläfriger Galgen von 1550
Zwölf-Röhren-Brunnen

Bauwerke

Beerfelden besitzt den einzigen vollständig erhaltenen Galgen in Deutschland. Dieser wurde 1597 anstatt eines einfachen Holzgalgens errichtet. Die letzte Hinrichtung fand 1804 statt, und es soll eine Zigeunerin gewesen sein, die hier starb. Sie soll für ihr krankes Kind ein Huhn und zwei Laib Brot gestohlen haben.

Der Ort soll wegen seiner schönen Aussicht gewählt worden sein, um dem Verurteilen die Strafe vermeintlich noch schlimmer zu gestalten. Auch wurde wohl an die abschreckende Wirkung des Anblicks Hingerichteter gedacht. Weiter gibt es Eisenbänder, welche die Rotsandsteinsäulen mit ihren 6 Metern Höhe zusammenhalten. Diese Bänder wurden vor langer Zeit erneuert. Sie wurden angeblich im Jahr 1814 von hier lagernden Kosaken herausgerissen, die damit ihre Pferde beschlugen. Um dem Galgen herum stehen sieben Linden, die an die alte Thing-Gerichtsbarkeit erinnern sollen, wobei es noch eine sogenannte Zentlinde gab, die dazu diente, vor ihr die Urteile zu fällen und zu verkünden. Diese soll sich am westlichen Ausgang der Stadt befunden haben; ihre Spuren sind jedoch nicht mehr erkennbar.

Mitten in der Stadt liegt die Brunnenanlage der Mümlingquelle. Sie wurde nach dem großen Brand von 1810 als Zwölf-Röhrenbrunnen neu gestaltet und war bis zum Bau der Wasserleitung in den Jahren 1895-98 von zentraler Bedeutung für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung. Die Brunnenanlage diente allein der Trinkwasserversorgung, Viehtränke und Waschplatz befanden sich abseits auf der gegenüberliegenden Straßenseite. [2]

Im Gammelsbachtal liegt die Burgruine Freienstein.

Natursehenswürdigkeiten

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Der „Beerfelder Pferde-, Fohlen- und Zuchtviehmarkt“ findet seit 105 Jahren jedes Jahr am 2. Wochenende im Juli statt. Der traditionelle Viehmarkt am Montag ist die größte Zuchtviehschau Hessens. Ein weiterer Höhepunkt des Marktes ist das Reit- und Springturnier.
  • Die Beerfelder Kerwe findet jedes Jahr am 1. Oktoberwochenende statt. Veranstaltet wird sie seit 2006 auf dem „Markt- und Sportgelände“ in Beerfelden.
  • Am 3. Oktober findet auf dem Parkplatz des Zwölf-Röhren-Brunnens der Beerfelder Herbstmarkt statt. Aussteller dieses Marktes sind Gewerbetreibende und Vereine des Beerfelder Landes.
  • An Christi Himmelfahrt findet zu Ehren des Zwölf-Röhren-Brunnens das Beerfelder Brunnenfest statt. Dies ist ein Verkaufsoffener Tag mit Ausstellungen der verschiedenen Unternehmen, Traditionellem und einem großen Flohmarkt. Das Brunnenfest zieht sich dabei quer durch die Straßen von Beerfelden. Der Metzkeil bildet dabei den Mittelpunkt des Marktes und ist zugleich der Mittelpunkt der Stadt.

Persönlichkeiten

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten

  • Horst Schnur (*1942), Landrat des Odenwaldkreises, seit 1969 in Beerfelden wohnhaft.
  • Michael Reuter (*1948), Landtagsabgeordneter des Odenwaldkreises, seit 2003 in Beerfelden wohnhaft.


Wirtschaft und Infrastruktur

Tourismus

Bei Beerfelden auf der Sensbacher Höhe befindet sich ein Wintersportgebiet mit Pisten und Loipen, die oft nicht präpariert werden, aber festgefahren sind. Wenn es die Schneelage im Winter zulässt, wird das Wintersportgebiet geöffnet. Auf der einzigen Piste befindet sich auch einer von wenigen Skiliften im Odenwald. Er ist 450 Meter lang und führt von 450 Metern auf 540 Meter über NN. Des Weiteren befindet sich im unteren Hangbereich ein zweiter Kleinlift, eine Beschneiungsanlage, Flutlicht und ein Pistenbully sind ebenfalls vorhanden. Auf der Sensbacher Höhe befindet sich eine für Landesmeisterschaften zugelassene Snowboard- und Skirennstrecke.

Verkehr

Beerfelden liegt an der Bundesstraße 45, die in einem großen Bogen um die Stadt führt. Im Ortsteil Hetzbach befindet sich ein Bahnhof der Odenwaldbahn (RMV-Linie 65).

Die 1904 eröffnete Bahnverbindung von Hetzbach nach Beerfelden wurde bereits 1954 eingestellt. Sie war seinerzeit von der SEG, der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft betrieben worden.

Einzelnachweise

  1. a b Topographische Karte 1:25.000
  2. Zwölf-Röhrenbrunnen im Internet

Weblinks


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