Wetzstein
Wetzstein
Der Wetzstein im Kumpf am Gürtel beim Mähen mit der Sense

Ein Wetzstein ist ein aus mineralischen Bestandteilen zusammengesetzter flacher Stein zum Schleifen und Schärfen von Werkzeugen bzw. Klingen, insbesondere von Messern, Sensen, Sichten und Sicheln.

Früher wurden Wetzsteine ausschließlich bergmännisch abgebaut – so zum Beispiel harter Kieselsandstein in den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen bei Jux bis 1923.[1]

Heutzutage bestehen sie meist aus künstlich gebundenen Korundteilchen. Oft ist eine abgestufte Körnung der Teilchen auf Vorder- und Rückseite des Wetzsteins vorhanden (für den Grob- und Feinschliff). Zum Wetzen wird der Wetzstein üblicherweise angefeuchtet; so dient der Kumpf, auch Wetzkumpf genannt, dem Mähenden nicht nur als Aufbewahrungsgefäß für den Wetzstein, sondern enthält auch Wasser, damit der Stein gleich angefeuchtet verwendet werden kann.

Der Wetzstein darf nicht mit dem feinkörnigeren Abziehstein verwechselt werden; Das Wetzen erfolgt in einem gleichmäßigen, etappenweise erfolgenden „Schwingen“ des Wetzsteines auf Vorder- und Rückseite der Klinge, während bei einem Abziehstein die Werkzeugschneide über den Abziehstein gezogen wird. Eine weitere Möglichkeit des Schärfens von Messern ist die Behandlung der Klinge mittels eines Bandschleifers und eines Schleifbandes der Körnung 200 oder eines Schleifsteines.

Literatur

  • Bernhard Lehnert: Dengeln - Die Kunst, Sense und Sichel zu schärfen, BoD GmbH, Norderstedt, 2005, ISBN 3-8334-2586-5

Einzelnachweise

  1. Theo Simon: Gesteine, Böden, Landschaft, in: Theo Müller (Schriftl.): Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, Stuttgart, Schwäbischer Albverein, 4. überarb. Aufl., 2006

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Whetstones – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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