A27 (Italien)

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Autostrada A27 in Italien
A27 (Italien)
Karte
Verlauf der A27
Basisdaten
Betreiber: Autostrade per l'Italia
Gesamtlänge: 84 km

Regionen:

Veneto

Die Autobahn bei Mogliano Veneto Richtung Belluno
Die Autobahn bei Mogliano Veneto Richtung Belluno
Streckenverlauf der A27

Die Autobahn A27 (Autostrada d'Alemagna) ist eine italienische Autobahn im Norden des Landes. Sie liegt in der Region Veneto und führt von Mestre nach Belluno. Die Autobahn ist mautpflichtig. Betrieben wird sie von der italienischen Autobahngesellschaft Autostrade per l'Italia.

Inhaltsverzeichnis

Streckenverlauf

Die A27 beginnt östlich von Venedig, wo sie von der Tangenziale di Mestre abzweigt. Ursprünglich war auch der Autobahnzweig zum Flughafen Venedig Teil der A27. Er ist seit 2009 jedoch Bestandteil der A57.

Die Autobahn ist sechspurig ausgebaut, vorbei an Mogliano Veneto erreicht sie den Knoten mit der A4 bei km 6,4. Weiter leicht nach Nordost erreicht sie die Provinzhauptstadt Treviso und Conegliano. Hier existiert eine Anbindung an die Autobahn A28. Sie wurde am 23. Oktober 2010 eröffnet. [1]

Die Autobahn ist ab Conegliano nur mehr vierspurig und führt weiter nach Norden nach Vittorio Veneto. Nördlich erreicht sie die Alpen und bei km 84,0 schließlich Ponte nelle Alpi. Von hier führen Straßen weiter nach Belluno und die Strada Statale 51 di Alemagna in das Cadore und nach Cortina d’Ampezzo.

Bauwerke an der A27

Im Abschnitt zwischen Venedig und Vittorio Veneto gibt es, abgesehen von kleineren Brücken, die der Überquerung von Flüssen, wie z.B. dem Piave dienen, keinerlei Kunstbauwerke.

Der Abschnitt ab Vittorio Veneto bis zum Autobahnende liegt bereits in den Alpen. Daher waren zum Passieren der Strecke zahlreiche Tunnels und Brücken notwendig. Der längste Tunnel der Strecke ist der La Cave. Er hat in Fahrtrichtung Süd eine Länge von 3790 m, in Fahrtrichtung Nord 3153 m. Auch die beiden längsten Brücken, Fadalto, liegen in diesem Abschnitt. Sie erreichen eine Gesamtlänge von 3567 m (Richtung Süden) und 3485 m (Richtung Norden). Von den insgesamt 82,5 km liegen Richtung Venedig 8,5 km in Tunneln, Richtung Belluno sind es 7,1 km. [2]

Geschichte

Die Autobahn wurde 1978 bis Vittorio Veneto für den Verkehr freigegeben und band die Städte Conegliano, Treviso und Vittorio Veneto an das italienische Autobahnnetz an. 1995 folgte die Verlängerung bis nach Ponte nelle Alpi. Auf diesem Streckenabschnitt befinden sich auch mehrere Viadukte und Tunnels mit über 1000m Länge. [3]

Weiterbau

Es ist vorgesehen, die Autobahn zunächst Richtung Cadore und dann nach Osten über Tolmezzo bis zur A23 Tarvisio - Udine/Palmanova zu verlängern. [4]

Strecke Belluno-Tolmezzo

Insgesamt ist die geplante Strecke 85 km lang, davon sollen 42 km in Tunnel geführt werden und 6,4 km auf Brücken; die Strecke wird in 3 Abschnitte eingeteilt.

Es sind 6 Anschlussstellen geplant. Die gesamte Strecke soll 3 Milliarden Euro kosten. [5][6]

Der erste Abschnitt soll 900 Millionen Euro kosten. Das Verkehrsaufkommen auf diesem Abschnitt soll bis 2015 von derzeit 15 - 20 Tausend Fahrzeugen pro Tag, auf bis zu 32 - 38 Tausend ansteigen..[6] Hier sind die Anschlussstellen Longarone und Macchietto - Pian de l'Abate geplant. Von den 22 km geplanten Kilometern werden 10,7 km in Richtung Süden, und 11,5 km Richtung Norden in Tunnel verlaufen. [2]

Befürworter und Gegner dieser Streckenvariante der Alemagna

Es gibt bereits Widerstand gegen den geplanten Weiterbau, speziell seitens des WWF und Bewohner an der geplanten Strecke. Sie befürchten durch den Bau der Autobahn eine Schädigung der Natur entlang der geplanten Trasse im Tagliamentotal sowie einen Anstieg des Transitverkehrs. [7][8]

Die früheren Präsidenten der Region Venetien, Giancarlo Galan (PDL) sowie Friaul Julisch Venetiens, Riccardo Illy, befürworteten die Verlängerung der A27 bis Tolmezzo. Der seit 2010 amtierende Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, ist jedoch gegen diese Baumaßnahmen. Laut ihm ist das Projekt nichts mehr als eine "kopernikanische Revolution für Nord-Süd-Verbindungen". Auch der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder lehnt die Pläne ab: Die Alpenkonvention sieht vor, dass keine neuen alpenquerenden Straßen mehr gebaut werden. Die geplante Verlängerung würde diese Alpenkonvention verletzen. [9]

Der Alpenverein warnte im Juli 2010 vor einer Verlängerung der Alemagna bis nach Toblach. "Steht die Autobahn in Toblach, kann man sich vorstellen, welche Verkehrslawine da auf Osttirol und Spittal zurollt, sagte Peter Haßlacher, zuständig für Raumplanung im Alpenverein. [10]

Ob die Alemagna wirklich bis nach Tolmezzo verlängert wird, ist derzeit unklar, da die Finanzierung des Abschnittes von Pieve di Cadore bis nach Tolmezzo unsicher ist, weil die für Autobahnbau zuständige ANAS kein Geld für eine Alpenquerung bereitgestellt hat. [11] Auch wenn die Autobahn bis Tolmezzo verlängert werden sollte, kommt immer noch die Errichtung eines Tunnels unter dem Plöckenpass in Frage, da die Felbertauern Straße südlich verlängert werden soll. Geplant ist ein 3,2 km langer Scheiteltunnel. Für den Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler kommt jedoch eine Öffnung der Strecke für den Transitverkehr nicht in Frage. [12]

Die italienische Regierung in Rom bestätigte Ende Juli 2010, dass derzeit keine Gespräche über eine "alpenquerende Trasse" zwischen Italien, Österreich und Deutschland stattfinden. [11]

Die für den Bau und die Verwaltung der Autobahn zuständige Società per L'autostrada Alemagna Spa (Eigentümer ist die Region Venetien) mit Sitz in Venedig hat die Aufgabe zur Verwaltung der Autobahn Venedig-München. [13]

Ursprünglich geplante Strecke Belluno-Zillertal-München

Ursprünglich sollte die A27 über Cortina d'Ampezzo, Toblach und Bruneck ins Ahrntal führen. Ab dem Ahrntal gab es zwei Varianten: In der ersten Variante sollte die Inntal Autobahn über das Zillertal erreicht werden. Die zweite Variante sah eine Verbindung über Gerlos ins Brixental vor um auf diesem Weg das Inntal zu erreichen. Mit beiden Variante wäre eine neue Alpenquerung geschaffen worden und ein direkter Anschluss zwischen Venedig und München entstanden. Später war nur noch der Weiterbau bis Toblach geplant.[14] Dadurch dass sich die Pustertalstraße und die Drautal Straße im Ausbau befinden, wäre trotzdem ein leistungsfähiger Anschluss der neuen Autobahn nach Westen zur Brennerautobahn und nach Osten zur Tauernautobahn vorhanden.[15]

Gegen die ursprüngliche geplante Verlängerung der Alemagna gab es Ende der 1990er Jahre Widerstand in Süd- und Osttirol. [16]

Bilder

Einzelnachweise

  1. A28 Aperto, Bericht der la Tribuna, Treviso
  2. a b Bauwerke an der A27
  3. Die Eröffnungdaten für die A27, in der Mitte des Artikels
  4. Artikel zum geplanten Weiterbau der Autobahn (italienisch)
  5. Daten zum Projekt
  6. a b Bericht zum geplanten Projekt
  7. Bericht des WWF zum geplanten Ausbau (italienisch)
  8. Mitteilung der Projektgegner "Per Altre Strade" (italienisch)
  9. "In Zwei Stunden an der Adria, Bericht des Wirtschaftsblattes vom 26. Juli 2010, abgerufen am 8. August 2010
  10. "Kampf gegen "Alemagna"", Bericht der Kleinen Zeitung vom 15. Juli 2010, abgerufen am 18. Juli 2010
  11. a b Kein Geld für Alpenquerung, Artikel von rmi.it vom 22. Juli 2010
  12. "Neuer Anlauf für Tunnel", Bericht der Kleinen Zeitung vom 15. März 2010
  13. Seite der zuständigen Gesellschaft, auf der Seite der Region Venetien
  14. Straßenprojekt Alemagna, Internetauftritt des Österreichischen Alpenvereins
  15. Mitteilung des Senats zum ursprünglich geplanten Weiterbau bis Toblach (2008), in italienisch
  16. Bericht der Kleinen Zeitung vom 14. Juli 2010, abgerufen am 18. Juli 2010

Weblinks

 Commons: Autostrada A27 Italia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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