Beethaus
Bethaus einer russlanddeutschen Baptisten-Brüdergemeinde in Hannover

Ein Bethaus ist ein Gebäude mit kirchlicher Funktion, in dem Gottesdienste und andere Veranstaltungen einer Kirchengemeinde stattfinden. Vielfach wurden Bethäuser ursprünglich als Provisorium errichtet oder umgenutzt. Architektonisch unterscheiden sie sich von Kirchen oftmals durch das Fehlen eines Glockenturms. Sie wirken von außen eher wie ein Gebäude oder größeres Wohnhaus.

Inhaltsverzeichnis

Bergwerks-Bethäuser

Bergwerks-Bethaus im Muttental

Das Huthaus oder Zechenhaus war das traditionelle Bethaus im Bergwerksbetrieb, worin die Bergleute für eine sichere Rückkehr aus dem Berg beteten, bevor sie in die Grube einfuhren. Eines der wenigen erhaltenen Bethäuser des Bergbaus in Deutschland befindet sich im Muttental bei Witten.

Freikirchliche Bethäuser

In Anlehnung an Jesaja (Jes 56,7 ELB) und Matthäus (Mt 21,13 ELB) nennen verschiedene (meist freikirchliche) christliche Vereinigungen ihre Kirchbauten Bethaus.

Beispiele in Deutschland

Das älteste freikirchliche Bethaus Deutschlands, das immer noch zum Gottesdienst genutzt wird, befindet sich in Felde, weiterhin findet sich eines in Jever, das immer noch genutzt wird. Auf einer Tafel am Giebel des jeverschen Bethauses findet sich das Bibelwort aus Jesaja 56.

Bethäuser deutscher Kolonisten

Bessarabiendeutsches Bethaus in Hannowka mit separatem Glockenturm, etwa 1940

Vielfach errichteten Auswanderer aus Deutschland, die im 19. Jahrhundert im russischen Zarenreich siedelten, in ihren Dörfern ein Bethaus. Dies war vor allem in kleineren Dörfern der Fall, die kein größeres Kirchengebäude errichten konnten. Im Bethaus fand Sonntags der Gottesdienst statt, in der Woche war es das Schulgebäude. Da die Gebäude keinen Glockenturm besaßen, war die Kirchenglocke in einem separatem Holzturm neben dem Bethaus aufgehängt.

Siehe auch


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