Befestigungskunst
Dieser Artikel beschreibt Bauwerke. Eine andere Bedeutung des Wortes ist Halterung.

Eine Befestigung ist ein Bauwerk, das zum Schutz eines Ortes oder einer Landschaft gegen die Zerstörung durch Menschen, Tiere oder Naturgewalten errichtet ist. Sie stellt einer Bedrohung ein Hindernis entgegen. Im militärischen Bereich bezeichnet man sie auch als Fortifikation oder Wehranlage.

Bautechnische Aspekte von Befestigungen

Komponenten einer Befestigung sind etwa Zäune, Gräben und Mauern, wobei das natürliche Gelände oft mit in das Gesamtkonzept der Befestigung mit eingeschlossen und somit ein Bestandteil derselben ist.

Deiche und Uferbefestigungen sollen das Wasser (Hochwasser, Sturmflut) von dem dahinterliegenden bewirtschafteten und/oder bewohnten Land abhalten; Uferbefestigungen sollen Unter- und Wegspülungen der Böschung verhindern.

Hangbefestigungen sichern Böschungen in steilem Gelände gegen das Abrutschen (Steinschlag, Murgang). Spezielle Hangbefestigungen sind Wildbach- und Lawinenverbauungen.

Früher wurde die Gesamtheit aller mit der Befestigungskunst in Zusammenhang stehenden Einrichtungen unter dem Namen Geniewesen zusammengefasst.

Militärische Befestigung

Die etwa 5 km lange Befestigungsmauer der Stadt Ston gehört zu den längsten Europas
Der Hadrianswall in der Nähe von Greenhead
Danewerk östlich des Ortes Dannewerk

Eine für militärische Zwecke errichtete Befestigung wird auch als Wehrbau oder Fortifikation bezeichnet. Orte, die verteidigt werden sollen, werden befestigt, um die Kampfkraft des Verteidigers zu erhöhen, die Verteidigung zu erleichtern und das Vor- und Eindringen des Gegners zu erschweren. Städte und Dörfer können durch Mauern, Gräben und Landwehren befestigt werden. Selbst provisorische militärische Lager (Feldbefestigung) können durch schnell zu errichtende Palisadenzäune und ausgehobene Gräben befestigt werden. Ein weiterer Ausbau umfasst Türme, Wehrgänge, Zinnen, Hurden und Tore. Höhepunkt der militärischen Befestigungen sind Festungen/Forts, Burgen und städtische Wallanlagen mit Bastionen, Stadtgraben und Glacis, sowie Bunker.

Beispiele für Grenzbefestigungen (Kordon) sind der römische Limes, der Hadrianswall zwischen England und Schottland, die Chinesische Mauer und das Danewerk in Schleswig-Holstein, das damals zum dänischen Jütland gehörte.

Die Anlage militärischer Befestigungen erfolgt im Zuge einer Umgestaltung des Geländes, wobei diese sich richtet

  1. auf den Ruhezustand, indem man den Streitkräften und Streitmitteln, die zur Erhaltung des kriegstüchtigen Zustandes nötige Unterkunft schafft (Herstellung von Unterkunftsräumen und Lagerbauten)
  2. auf den Marsch zu und auf das Kampfgebiet, indem man die Bewegungen der eigenen Truppen erleichtert und die des Gegners erschwert (Neubau, Ausbesserung und Zerstörung von Verkehrswegen)
  3. auf das Feuergefecht, indem man die Wirkung der eigenen Waffen vorteilhaft zur Geltung bringt und sich gegen die feindlichen deckt (Einrichten des Vorgeländes, Anlage von Deckungen)
  4. auf den Nahangriff (Sturm), indem man den Gegner aufhält (Befestigung selbst, Anlage von Hindernissen)

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