Beggars Opera

Beggar’s Opera ist eine Progressive-Rock-Gruppe aus Schottland, die vor allem in den 1970ern erfolgreich war. Der Bandname bezieht sich auf das satirische Singspiel The Beggar's Opera von John Gay.

Inhaltsverzeichnis

Bandgeschichte

Die 1970 in Glasgow gegründete Band unterzeichnete einen Plattenvertrag bei Vertigo Records, veröffentlichte vier Alben und trennte sich bereits 1974 wieder. Mitte der 1970er Jahre vereinigte Gordon Sellar die Band erneut und nahm einige Alben auf, die nur in Deutschland erschienen. Beggars Opera schafften es zwischen 1970 und 1973, mit drei Alben ihr Kapitel der Rockgeschichte zu schreiben. „Act One“ war sehr stark von klassischer Musik beeinflusst, „Waters of Change“ erhielt durch den Einsatz (am Mellotron) und die Kompositionen der Pianistin Virginia Scott ein gleichermaßen folkloristisches wie auch abgehobenes Flair. Der größte Erfolg der Band war der acht Minuten lange Song „Time Machine“; dieses Lied fand auch in den Beatclubs Beachtung, und es wurde gerne dazu getanzt. Das Lied über die Zeitreise entsprach sicherlich sehr stark dem damaligen Lebensgefühl eines Teiles der jungen Menschen, vor allem in Deutschland. Auf dem Album Nummer Drei, Pathfinder, gab es neben zarten Spinettklängen und rockigen Grooves wie gewohnt verträumten, melodischen Rock zu hören. In Folge schaffte es Beggars Opera nicht mehr, Alben einzuspielen, die eine vergleichbare Beachtung fanden. Die Gruppe wurde fast vollständig umbesetzt, Virginia Scott kehrte zwar zurück, bald war jedoch der Gitarrist Ricky Gardiner das letzte verbliebene Gründungsmitglied.

Nach der endgültigen Auflösung der Gruppe blieben ein Teil der ehemaligen Mitglieder durchaus weiterhin Bestandteil des internationalen Rock-Zirkus. Der erste Bassist, Marshall Erskine, arbeitete 1979 beim Rockclown Jango Edwards, im gleichen Jahr tauchte sein Nachfolger Gordon Sellar bei der Alex Harvey Band auf. Der Keyboarder Alan Park war seit den achtziger Jahren musikalischer Direktor bei Cliff Richard. 1975 heirateten Virginia Scott und Ricky Gardiner, und sie realisierten in den folgenden Jahren verschiedene Projekte, teils alleine, teils gemeinsam. Virginia Scott wandte sich der klassischen Musik zu, sie wurde für ihre Arbeiten ausgezeichnet. Ricky Gardiner arbeitete zeitweise mit Iggy Pop und David Bowie zusammen. Eines Morgens ging er mit der Gitarre in den Garten und fügte dort vier Akkorde auf recht ansprechende Art zusammen. Der Gitarrenriff zum Song „The Passenger“, mit dem Iggy Pop seinen größten Hit hatte, war geboren. Gardiner und Scott beschäftigten sich aber auch mit Meditationsmusik und mit dem Computer als Musikinstrument. Es mag als grausame Ironie des Schicksals erscheinen, dass sich Ricky Gardiner seit einigen Jahren kaum noch modernen elektronischen Apparaturen nähern kann, da er eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Elektrosmog entwickelt hat. Er muss unter Anderem PCs, UKW-Radios und Handys fern bleiben, selbst in modernen Autos zu fahren oder im Flugzeug zu fliegen ist ihm nicht mehr möglich.

Der Sohn des Sängers Martin Griffiths, Philip Griffiths, singt in der Mannheimer Progrock-Band „Alias Eye“. Auf dem ersten Album der Gruppe, das im Jahr 2001 erschien, befindet sich auch ein Duett mit Vater und Sohn. Über Ray Wilson, den wilden Mann im Kilt, ist nichts bekannt. Mehrere der ehemaligen Mitglieder der Band üben jetzt andere Berufe aus und musizieren noch als Hobby und bei regionalen Veranstaltungen.

Mitglieder

  • Martin Griffiths (Gesang)
  • Rick Gardiner (Gitarre und Gesang)
  • Alan Park (Keyboard)
  • Gordon Sellar (Bass-, Akustikgitarre und Gesang)
  • Virginia Scott (Mellotron und Gesang)
  • Raymond Wilson (Schlagzeug und Perkussion)

Diskografie

  • 1970 Act One
  • 1971 Waters of Change
  • 1972 Pathfinder
  • 1973 Get your Dog off me!
  • 1974 Sagittary
  • 1979 Beggar's can't be choosers
  • 1980 Lifeline
  • 1996 The final curtain
  • 2001 Time Machine - Best (1970-73, Label: Zounds, alle Titel digital remastert, CD-Text)

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