Begriffsbesetzung

Mit Begriffsbesetzung oder Besetzen von Begriffen bezeichnet man die bewusste Benennung von Erscheinungen mit einem dem eigenen Interesse nahe liegenden Wort oder „Begriff“.[1]

In den siebziger Jahren hat Erhard Eppler mit der Bildung des Begriffes wertkonservativ den Begriff „konservativ“ für seine Reformpolitik in Anspruch genommen, während Heiner Geißler[2] mit der Formel die neue soziale Frage die Hauptkompetenz der SPD im Bereich des Sozialen zugunsten der CDU in Frage stellte.

In den letzten Jahren wird der Begriff Reform meist im wirtschaftsliberalen Sinne als Deregulierung und Abbau von staatlicher Aktivität und Leistung verwendet. Das gilt insbesondere für den Begriff Rentenreform, der anders als in den Zeiten der dynamischen Rente heute statt einer Erhöhung eine Kürzung der staatlichen Rente und die Hinwendung zu privater Absicherung (siehe z. B. Riesterrente) meint.

Ebenso wird das Wort Neoliberalismus zur Brandmarkung einer vermeintlich unsozialen Politik benutzt, obwohl der eigentliche Neoliberalismus die Soziale Marktwirtschaft konzipierte.

Mit dem Schlagwort Kampf gegen den Terrorismus wurde eine neue Formel für den gerechten Krieg gefunden, mit der der Angriff auf Staaten gerechtfertigt wird. Doch ist ungeklärt, ob mit solchen Kriegen der Terrorismus erfolgreich bekämpft oder eher verbreitet wird.

Inhaltsverzeichnis

Siehe auch

Kampfbegriff – Politische KorrektheitNeusprech - Reformstau

Literatur

Fußnoten

  1. „Statt der Gebäude der Regierung werden die Begriffe besetzt.“ sagte der Politiker Kurt Biedenkopf in einer Rede auf dem Hamburger CDU-Parteitag im November 1973 (sieh: Hombach 1991, S. 36) zitiert nach: http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/54099.html
  2. vgl. auch: "Wer die Begriffe besetzt, besetzt die Köpfe." (Heiner Geißler, http://www.train-the-trainer-seminar.de/monatszitate/m_jan-01.htm
  3. abgerufen 20. August 2010

Weblinks

Beispiele für Begriffsbesetzung und Literaturangaben


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