Beherbung
Das wiedererrichtete Hotel Adlon in Berlin
Typisches deutsches Kleinstadthotel: der „Lindenhof“ in Ilmenau

Ein Hotel ist ein Beherbergungs- und Verpflegungsbetrieb für Gäste gegen Bezahlung. Es ist ein touristisches, dem Hotel- und Gaststättengewerbe zuzuordnendes Unternehmen. Als Branche spricht man von Hotelgewerbe.

Inhaltsverzeichnis

Wortherkunft

Der im 17. Jahrhundert aus der französischen Sprache entlehnte Begriff hôtel von altfranzösisch (h)ostel aus dem spätlateinischen hospitale für ‚Beherbergungsstätte‘, vergl. Hospital). Hôtel bezeichnete im französischen 17. Jahrhundert Stadthäuser des Adels. Weil in der vorrevolutionären Zeit der Stadtpalais des Grundherren auch das Verwaltungsgebäude seiner Besitzungen war, geht der Name auch auf öffentliche Gebäude über (frz. Hôtel de ville ist dt. ‚Rathaus‘). Aufgrund der herrschaftlich-repräsentativen Ausstattung der Stadtpalais, geht der Ausdruck in späterer Umwidmung auch auf Gästehäuser mit gehobenem Anspruch über. Das Wort fand so in vielen Sprachen seinen Weg in den heutigen Gebrauch.

Abgrenzung des Hotels zur anderen Gaststätten der Hotellerie

Von Hotelgewerbe im eigenen Sinne sind alle Einrichtungen der Hotellerie zu unterscheiden, die analoge Dienstleistungen anbieten, aber einen der zentralen Leistungsangebote eines Hotels anders gewichten: Das sind insbesondere die Pensionen (Rezeption nicht durchgehend besetzt, meist privater Rahmen: Privatquartier), die Gasthäuser (vorrangige Verpflegungsbetriebe für Laufkundschaft mit nur allfälliger Übernachtungsmöglichkeit für Hausgäste) und das Heim (Kein Service), sowie die Parahotellerie (zahlreiche Kleinformen des Gastgewerbes, die meist auf grundsätzlich anderer Basis an Angebot funktionieren), und die gesamte nichtwirtschaftliche Beherbergung und Verpflegung.[1]

Geschichte des Hotelwesens

Das erste Hotel der Welt mit dem Namen eröffnete angeblich der Friseur David Low im Londoner Covent Garden als „Grand Hotel“ am 25. Januar 1774. Bis dahin gab es nur möblierte Zimmer oder mehr auf Verköstigung ausgerichtete Gastwirtschaften.

Seine heutige Bedeutung bekommt das Hotel in der Belle Epoque, wo im gründerzeitlichen Bauboom in ganz Europa sowohl in den Städten Repräsentativbauten in bürgerlich-unternehmerischem Umfeld entstehen, als auch im Kurwesen, wo die großen, in oft entlegenen Gegenden errichteten monumentalen Kurhotels von schloßartigem Charakter enorme gesellschaftliche Bedeutung gewinnen.

Ausgehend von den USA wurden vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg Hotelketten gebildet, bei denen zum Teil Hunderte von weltweit verteilten Hotels unter einer gemeinsamen Hauptverwaltung stehen.

Ausstattung eines Hotels

Hotel Burj al Arab in Dubai

Ein Hotel verfügt mindestens über einen Empfang (Rezeption), Zimmer zur Beherbergung, die mindestens mit einem Bett, einem Schrank, einem Tisch und einer Waschgelegenheit ausgestattet sind, und Gastronomie, die wenigstens ein Frühstück anbietet.

Größere Hotels haben einen Empfangs- und Aufenthaltsbereich (Lobby), mindestens ein Restaurant, eine Bar und, je nach Kategorie, Fitnessbereich mit oder ohne Schwimmbad, Garage und andere Einrichtungen. Auch die Ausstattung der Zimmer variiert. Oft sind Duschen, gelegentlich auch Vollbäder anzutreffen. Weitere Ausstattungsmerkmale können ein Fernseher, Internetanschluss und Minibar sein. Hotels verfügen im Gegensatz zu Pensionen über eine Rezeption. Bei Hotels der gehobenen Kategorien (4 und 5 Sterne) ist die Rezeption rund um die Uhr besetzt.

Hotel Concorde in Lara, Türkei

Es gibt Hotels in den verschiedensten Preis- und Komfortklassen – je nach Land in eigenen Klassifizierungen für eine bestimmte Rubrik nach Hotelsternen kategorisiert. Einen weltweit einheitlichen Kriterienkatalog gibt es nicht. Grundsätzlich sind Ein-Sterne-Hotels sehr einfach ausgestattet, Fünf-Sterne-Hotels dagegen sind äußerst luxuriös, wobei sich die Bewertungsmaßstäbe von Land zu Land unterschieden. In Deutschland orientieren sich die Sterne an verschiedenen Leistungs- und Ausstattungs- und Qualitätsmerkmalen, die vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) festgelegt werden.[2]

Das an der Bettenzahl gemessene größte Hotel in Deutschland ist das Estrel in Berlin mit 1.125 Zimmern, das wohl kleinste mit nur drei Zimmern ist das Hotel einschlaf in Wolfsburg. Das oft als luxuriösestes Hotel der Welt beschriebene ist das Burj al Arab in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate. Das älteste Hotel Deutschlands ist das Pilgrimhaus in Soest, gegründet 1304. Gleichzeitig ist es auch das zweitälteste Hotel in der ganzen Welt, älter ist nur das Ryokan Hōshi in Japan, gegründet 717.[3]

Ein gewisser Trend sind die (in einem Katalog verzeichneten) oft eigenwillig ausgestatteten so genannten Design-Hotels. Sie wollen individueller sein als die traditionellen und klassischen Hotels.

Hoteltypologie

langer Hotelflur im Bellagio in Las Vegas
Hotelwerbung um 1900 (Australien)
Schlafkabine in Osaka

Die Hotellerie deckt unterschiedliche Gästebedürfnisse ab. Die Betriebsarten lassen sich hierbei nach verschiedenen Kriterien unterscheiden.

  • Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal unter Hotels ist die Verpflegung. Vollpension umfasst als Leistung Übernachtung, Frühstück, Mittag- und Abendessen. Halbpension bietet neben dem Frühstück nur eine weitere Mahlzeit. Hotels, die nur Frühstück anbieten, bezeichnet man als Hotel garni (Tageshotel).
  • Nach Qualität und Umfang des Angebots unterscheidet man Kategorien – die weitaus verbreitetste Hotelklassifikation ist der Hotelstern, der aber national unterschiedlich gehandhabt wird, in Europa sind ein bis fünf Sterne üblich
  • Bezüglich des Aufenthaltszwecks unterscheidet man Kur- und Wellnesshotels (Spa), Ferien- und Sporthotels, sowie Business-, Kongress- und Seminarhotels (engl. MICE für Meetings, Incentives, Congress and Events). Eine Sonderform stellen die Resorts dar.
  • Nach Zielgruppe unterscheidet man beispielsweise Kinder-, Radfahrer- und Nichtraucherhotels. Weiterhin gibt es Pilgerhotels (Herbergen). Frauenhotels sind exklusiv für Frauen, viele werden ausschließlich von Damen betrieben. Häufig nehmen alleinreisende Geschäftsfrauen und Urlauberinnen mit Kleinkindern sie in Anspruch. So genannte Wellnesshotels erweitern ihr Angebot auch manchmal für schwangere Frauen.
  • Zudem typisiert man Hotels nach ihrer Lage: Nach ihrer Verkehrsanbindung spricht man von Bahnhofshotels (z. B. Intercity-Hotels in Deutschland) und Flughafenhotels bzw. bezeichnete man in der Vergangenheit Eisenbahnhotels. Motels liegen direkt oder in unmittelbarer Nähe von wichtigen Straßenverbindungen und Autobahnen. Pro Gästezimmer steht mindestens ein Parkplatz zur Verfügung, sowie 24 h Check-in-Möglichkeit. Motels werden aufgrund ihrer verkehrstechnisch günstigen Lage auch vermehrt als Durchführungsort von Seminaren, Konferenzen und Tagungen gewählt (MICE-Sektor). Die ersten Motels entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA und sind dort am meisten verbreitet.
  • Nach ihrer Umgebung unterscheidet man Stadthotels und Landhotels, sowie Berghotels, Seehotel, Strandhotels und Parkhotels bei landschaftlich besonderer Lage. Ein Hotel, das in einem ehemaligen Gefängnis eingerichtet wird, ist als Gefängnishotel bekannt.
  • Nach der Reiseform unterscheidet man Hotels für individuell reisende Gäste, Hotels für Gruppenreisende und Busreisehotels, sowie Hotels für Geschäfts-, Tagungs- und Messereisende (MICE-Sektor).
  • Weiterhin unterscheidet man Hotels nach der Betriebsgröße. Man zählt 20–70 Betten in Kleinbetrieben und 71–150 in mittelgroßen Betrieben. Bei mehr als 150 Betten spricht man von einem Großbetrieb.
  • Zudem betrachtet man Sonderformen von Hotels:
    • Ein Kapselhotel ist eine relativ neue, besonders Platz sparende Hotelform in Japan. Dabei verzichtet man auf Gästezimmer, sondern bringt die Gäste in wabenförmigen, übereinander gestapelten Kapseln unter – jeweils nur liegend zu benutzen. Bäder oder Toiletten sind als Gemeinschaftseinrichtung vorhanden. In den meisten Kapselhotels gibt es darüber hinaus Gemeinschaftsräume zum Aufenthalt, ähnlich einem Fernsehzimmer. Trotzdem sind die Kapseln meist auch jeweils einzeln mit einem Fernseher in Augenhöhe ausgestattet, um ein Minimum an Beherbergungskomfort zu gewährleisten. Oft nutzen Geschäftsreisende oder Pendler Kapselhotels, die überwiegend – ähnlich einem Motel – an Verkehrsknotenpunkten liegen.
    • Daneben gibt es schwimmende Hotels, ein Ausdruck, der z. B. für Kreuzfahrtschiffe und Flussschiffe gebraucht wird, sowie fahrende Hotels wie Schlafwagen und Rotels.
    • In Stundenhotels sind Zimmer stundenweise mietbar. Sie werden in der Regel von Personen genutzt, die sich für intime gewerbliche oder private Beziehungen zurückziehen möchten. Eine besondere Form stellen die japanischen Love Hotels dar, die dort Teil der modernen Alltagskultur sind. In Stundenhotels ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass es auch ein Angebot an Speisen gibt. Nur wenige Stundenhotels beispielsweise an Flughäfen wenden sich an Reisende.

Leistungen und Leistungsstellen bzw. -bereiche

Antike Rezeptionsglocke am Hotelempfang

Ein Hotelbetrieb bietet definitionsgemäß als Hauptleistungen grundsätzlich Beherbergungsleistungen und Verpflegungsleistungen an. Man unterscheidet zwischen vier Leistungsstellen bzw. -bereichen:

  • Das Logement (auch Logis (fr.), Rooms Division (engl.)) umfasst Empfang, Hauswirtschaft und Reservierung.
  • Zur Verpflegung (auch Wirtschaftsabteilung oder Food & Beverage (F&B) genannt) werden Küche, Restaurant, Bar, Etagenservice und Bankettservice gezählt.
  • Die Logistik beinhaltet das Einkaufsbüro, die Warenkontrolle, die Lagerhaltung und das Magazin.
  • Schlussendlich setzt sich die Verwaltung aus Direktion, Buchhaltung/Rechnungswesen, Controlling, Sekretariat, Marketing/Sales, Personalabteilung und Werkstätte/Unterhalt zusammen.

Beherbergungsleistungen (Logement)

Die Beherbergungsleistungen umfassen die Beherbergung im eigentlichen Sinne, nämlich die Unterbringung in mit Betten ausgestatteten Zimmern sowie Aufenthaltsmöglichkeiten. In diesen Leistungsbereich werden zudem Empfang, Check-in, Check-out, Information, Kommunikation und Concierge eingeordnet.

Verpflegungsleistung

Die zentrale Verpflegungsleistung ist das Frühstück. Je nach Kategorie müssen weitere Verpflegungsleistungen angeboten werden. Sie werden in Küchen- oder Kellerleistungen unterschieden:

Nebenleistungen

Neben diesen beiden Hauptleistungen werden oft zahlreiche weitere Nebenleistungen, wie z. B. Telefon/Fax, Internetanschluss, Fernsehen, Wäschereinigung, Wellness-Angebote, Vermietung von Tagungsräumen, Tabakwaren, Garagenbenutzung, Gästetransfers, Gepäcktransporte, Animationsprogramme, Ticketvermittlung, Ausflüge, Sonnenschirme und Liegestühle, Shopping & Boutiquen, Coiffeur, Sportgeräteverleih, Business-Center, Parkplätze, Bootsanlegestelle, Pay-TV, Pool, Minibar, Fitness, Bademäntel, Badeartikel, Radio, Safe/Tresor, Videos, Room Service, Weckdienst, Schuhputzautomaten, Skiraum angeboten.

Leitung

Hotel Paris und rechts das ehemalige Aladdin (jetzt Planet Hollywood) in Las Vegas
Banff Springs Hotel in Alberta

Die Leitung eines Hotels hat ein weit gefächertes Aufgabengebiet. Hierbei unterscheiden sich kleine wesentlich von mittelständischen oder großen Kettenhotels. Der Hoteldirektor muss vielfältige Talente mitbringen: von Marketing über betriebswirtschaftliches Controlling bis hin zur Gästebetreuung alles beherrschen, um einen rentablen Betrieb zu führen. Eine zweite, zur Entlastung beitragende Führungsebene ist selten in kleineren Hotels verfügbar. In jedem größeren Hotel (ab ungefähr 55 Zimmern) gibt es jedoch noch einen Assistenten. Er hat die Aufgabe, die kleineren Probleme ohne den Direktor zu lösen. In großen Hotels (ab ca. 100 Zimmern) hat der Direktor im Normalfall noch einen Stellvertreter. In der Regel kümmert er sich um das Personal, Einkauf, und einen Großteil der Verwaltung. Alle wichtigen Entscheidungen laufen trotzdem über den Tisch des Hoteldirektors.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Einteilung Österreichische Betriebsstatistik, Statistik Austria
  2. Hotelklassifizierung des DEHOGA
  3. The world’s oldest family companies. Università di Pisa, Formazione Avanzata Economia. Abgerufen am 12. Oktober 2008. (Englisch)

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