Behr-Negendank

Ulrich Carl August Graf von Behr-Negendank (* 9. Mai 1826 in Semlow; † 8. September 1902 ebenda) war ein preußischer Politiker.

Die ursprüngliche Schreibweise des Namens ist „Behr-Negendanck“, sie wird heute aber selten verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Wappen Behr-Negendanks in der Marienkirche (Brandshagen)

Einer baltischen Ritterfamilie entstammend, absolvierte Behr nach Beendigung seiner schulischen Ausbildung ein Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg, das er später in Berlin fortsetzte. Bereits während seiner Studienzeit als auch danach führte er Reisen in das europäische Ausland durch.

Im Jahr 1853 kehrte er nach Semlow zurück; er war mit seiner Volljährigkeit Eigentümer der elterlichen Besitzungen geworden, sein voller Titel lautete nun bis zur Erhebung in den preußischen Grafenstand 1861: Ulrich Behr-Negendanck auf Semlow, Behrenwalde, Katzenow und Dölitz erbgesessen. 1854 heiratete er Elma Gräfin zu Inn- und Knyphausen aus Lütetsburg.

Im Laufe der Zeit bekleidete Behr verschiedene Ämter. So war er von 1867 Landrat des Kreises Franzburg. Ab 1869 wurde er Regierungspräsident in Stralsund. Ab 1868 war er Mitglied des Preußischen Herrenhauses. In der Zeit von 1883 bis 1891 war er Oberpräsident der Provinz Pommern in Preußen. 1891 zog er sich aus dem aktiven Staatsdienst zurück und begab sich in den Ruhestand.

Behr wurde aufgrund seiner Verdienste 1890 Ehrenbürger der Stadt Stralsund und ein Jahr später der Stadt Stettin. Im Jahre 1861 wurde er vom preußischen König zum Grafen erhoben.

Neben seiner politischen Karriere machte er sich als Kunstsammler, sowie bei der Gestaltung von Landschaftsgärten einen Namen. So erwarb er Kupferstiche, Porzellan und Bücher. Um 1860 ließ er als Kirchenpatron die Semlower Kirche durch Carl Julius Milde grundlegend restaurieren. Der Landschaftspark und die Schlossgärten in Semlow entstanden auf seine Initiative hin.

Er erwarb 1870 den alten Familienaltar derer von Behr von der Gemeinde Deyelsdorf und ließ ihn restaurieren. Im Jahr 1881 wurde der Altar in Semlow in der im selben Jahr vom Grafen Behr von Negendank für sich gebauten Gruftkapelle aufgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Marienkrönungsaltar nach Stralsund gebracht, wo er heute in der Marienkirche steht.

Werke

  • Die Personalien und Leichen-Processionen der Herzöge von Pommern und ihrer Angehörigen aus den Jahren 1560 bis 1663. Verlag des Waisenhauses, Halle 1869
  • Georg Christian Friedrich Lisch (Herausgeber): Urkunden und Forschungen zur Geschichte des Geschlechts Behr. Band 1–4 Schwerin: Stiller, 1861–1868. Band 5–6 herausgegeben von Ulrich Graf Behr-Negendank, Berlin: Stargardt 1894–1897

Literatur

  • Bernd Hinkeldey: Behr-Negendank. Aus der Geschichte einer Familie. In: Ostsee-Anzeiger / Stralsund Extra, 8. Jg. (2003), H. 11, S. 15

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