Behr GmbH & Co. KG
Behr GmbH & Co. KG
Behr
Unternehmensform GmbH & Co. KG
Gründung 1905
Unternehmenssitz Stuttgart
Mitarbeiter 19.448 (2007)
Umsatz 3,383 Mrd. Euro (2007)
Branche Automobilzulieferer
Produkte

Fahrzeugklimatisierung
Motorkühlung

Website

www.behr.de

Behr GmbH & Co. KG mit Sitz in Stuttgart-Feuerbach ist ein Unternehmen auf dem Gebiet der Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung. An 17 Entwicklungsstandorten, 30 Produktionswerken und 13 Beteiligungsgesellschaften in 14 Ländern werden mehr als 18.000 Mitarbeiter beschäftigt. Im Jahr 2007 hat Behr einen Umsatz von rund 3,4 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Behr gehört weltweit zu den führenden Erstausstattern von Motorkühlsystemen und Klimageräten im Pkw- und Nutzfahrzeugbereich. Zu den Abnehmern von Behr-Produkten gehören viele namhafte Hersteller von Kraftfahrzeugen, darunter fast alle europäischen. Darüber hinaus weitet Behr seine Geschäftsfelder seit 1990 in neue Bereiche aus, wie Kühl- und Klimasysteme von Schienenfahrzeugen, Schiffen und Bussen oder Komponenten für die Motorradherstellung. Seit der Anfangszeit des Unternehmens stellt Behr auch Kühlsysteme für die Luftfahrtindustrie her.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Jahre 1905 stieg Julius Friedrich Behr in die von Gustav Zoller gegründete Werkstatt zum Bau von Autokühlern ein. 1907 übernahm Behr die Werkstatt als Süddeutsche Kühlerfabrik Julius Fr. Behr (S.K.F.). 1910 kaufte er ein Gelände in Feuerbach bei Stuttgart und baute eine Fabrik. Zu den Kunden zählten Firmen wie Benz & Cie. und NSU. 1916 beschäftigte S.K.F. 170 Mitarbeiter.

1921 war der erste Auftritt auf der Berliner Automobilausstellung. Durch den ersten Weltkrieg, in dem die Automobilherstellung nahezu zum Erliegen gekommen war, wurde die Herstellung von Kühlermotoren für Flugzeuge das zweite Standbein der Firma. 1930 lieferte S.K.F. täglich 90 Kühler für das Modell A von Ford. Nach Julius Friedrich Behrs Tod übernahm sein Sohn Manfred Behr zusammen mit seiner Mutter die Geschäftsleitung und trat vier Jahre später offiziell in die Firma ein. 1937 wurde der erste Klimawindkanal gebaut, wodurch es möglich wurde, Motorkühlungen unabhängig von aufwendigen Testfahrten zu untersuchen. Die Mercedes-Silberpfeile wurden dort getestet und mit Behr-Kühlern ausgestattet. Gemeinsam mit dem Porsche-Entwicklungsbüro entstanden Ölkühler für die ersten Prototypen des VW Käfer.

1939, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, stellte Behr 100.000 Autokühler und 25.000 Flugzeugkühler her. 1945 fand der Wiederaufbau der kriegsbeschädigten Produktionsstätten statt. Zunächst hielt man sich durch Kühlerreparaturen wirtschaftlich über Wasser, bis im Folgejahr wieder regulär Kühler produziert wurden. 1949 stieg S.K.F. mit der Fahrzeugbeheizung in das Geschäftsfeld Heizung/Klima ein.

1957 produzierte das Unternehmen die erste Klimaanlage für Pkw in Europa. 1968 begann die internationale Expansion durch Beteiligungen und Neugründungen im Ausland. In der Folgezeit ergaben sich zahlreiche Neuerungen im Produktionsprozess und bei den Kühlsystemen durch zunehmende Automatisierung. In den 1980er Jahren setzte Behr im 7er BMW zum ersten Mal eine elektronisch gesteuerte Klima-Vollautomatik ein. 1989 nahm Behr den heute noch gültigen Namen Behr GmbH & Co. an.

1990 starb Dr. Manfred Behr, der die Firma von 1952 bis 1985 als geschäftsführender Gesellschafter führte. Im Jahr 2005 feierte Behr das 100-jährige Bestehen der Firma. 2006 kam es zu einem Joint-Venture mit Hella KGaA Hueck & Co. mit dem Namen Behr Hella Service GmbH zur Belieferung des freien Ersatzteilmarkts.

Produkte

Behr liefert seine Produkte sowohl komponentenweise, als Module sowie als Komplettsysteme aus. Dadurch kann das Unternehmen flexibel auf die Anforderungen der Kunden reagieren und Systeme nach dem Baukastenprinzip aufstellen. Hier soll nur eine Auswahl der Produkte dargestellt werden.

Fahrzeugklimatisierung

Thermo-Struktur-Modul

Das Thermo-Struktur-Modul integriert sowohl Funktionen des Klimageräts, der Luftführung und tragender Strukturen in einer Baugruppe. Dadurch werden, unter Verringerung von Bauraum, Gewicht und Montageaufwand, erheblich Kosten eingespart gegenüber einer Lösung aus Einzelkomponenten.

4-Zonen-Klimaautomatik

Die 4-Zonen-Klimaautomatik ermöglicht, Temperatur und Luftströmung sowohl für Fahrer und Beifahrer als auch die Fahrgäste im hinteren Fahrgastraum einzustellen und so ein komfortables Fahrzeugklima zu erreichen.

Physiologisch geregelte Klimaanlage

Wichtige Einflussgrößen für den Fahrgast-Komfort – Temperatur, Feuchtigkeit, Luftgeschwindigkeit und Sonneneinstrahlung – werden sensorisch erfasst, so dass die Klimaautomatik Temperatur, Feuchtigkeit und Strömungsgeschwindigkeit so einstellen kann, dass ein komfortables Fahrzeugklima möglichst schnell erreicht wird.

Motorkühlung

Direkte und indirekte Ladeluftkühlung

Die Ladeluftkühlung ermöglicht eine Absenkung der Verbrennungstemperatur und erhöhte Luftdichte, so dass der Ausstoß von Stickoxiden vermindert und die Motor-Leistungsdichte gesteigert werden kann.

Die direkte Luft-Luft-Kühlung wird heutzutage serienweise eingesetzt. Die indirekte Kühlung über ein Kühlmittel ermöglicht dagegen einen sparsamen Umgang mit dem Bauraum und niedrigere Strömungswiderstände, so dass die Leistungsdichte des Motors weiter erhöht werden kann.

Abgaskühler mit Winglet-Rohren

In modernen Verbrennungsmaschinen wird zunehmend Abgas als Ballastgas in den Brennraum zurückgeführt, um die Wärmekapazität des Brenngemisches zu erhöhen und damit die Verbrennungstemperatur abzusenken, was zu einer Verringerung der Stickoxid-Produktion führt. Aus dem gleichen Grund wird das rückgeführte Abgas gekühlt. Um die Kühlwirkung zu erhöhen, sind die Rohre mit Winglets versehen, die die Oberfläche vergrößern, die Verwirbelung des Abgasstroms verbessern und die Verschmutzung verringern.

Kühlmodule

Kühlmodule integrieren Komponenten von Motorkühlung und Klimaanlage, zusammen mit dem Lüfter, in einem Modul. Nach dem Baukasten-System können sie an die jeweiligen konstruktiven Bedürfnisse angepasst werden.

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