William Blaine Richardson
Bill Richardson 2006

William Blaine („Bill“) Richardson (* 15. November 1947 in Pasadena, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Politiker und seit Januar 2003 Gouverneur des US-Bundesstaates New Mexico. Er ist Mitglied der Demokraten und war Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei bei der Präsidentschaftswahl 2008, bis er seine Kandidatur am 10. Januar 2008 zurückzog.[1] Am 3. Dezember 2008 kündigte der designierte Präsident Barack Obama an, dass er Richardson als neuen Handelsminister wählen werde. Richardson entschied sich am 4. Januar 2009 allerdings, die Nominierung abzulehnen. Er begründete dies mit einem laufenden Ermittlungsverfahren wegen Korruption gegen ihn. Der Verdacht sei zwar unbegründet, aber das Verfahren gefährde die Bestätigung als Minister durch den Kongress, die für eine offizielle Ernennung nötig ist. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage könne er nicht guten Gewissens um eine solche Verzögerung bitten. Der designierte Präsident akzeptierte die Entscheidung.[2]

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Richardsons Mutter war Mexikanerin, sein Vater ein amerikanischer Geschäftsmann. Richardson ist der derzeit höchstrangige US-Politiker, der zur Bevölkerungsgruppe der Hispanics (Latinos) gehört.

Unter der Präsidentschaft von Bill Clinton war er Energieminister (1998–2000) und Botschafter bei den Vereinten Nationen (1997–1998). Davor war er für sieben Wahlperioden Mitglied des US-Repräsentantenhauses. Unter der Clinton-Regierung hat er die USA in zahlreichen Missionen außenpolitisch vertreten, z.B. bei der erfolgreichen Freilassung von US-Gefangenen im Irak im Juli 1995. Er ist Vorsitzender des Gouverneursclubs der Demokratischen Partei, und damit neben dem Vorsitzenden des DNC, dem höchsten Organ der Partei, der derzeit höchste Funktionär der Demokraten in den USA.

Im Präsidentschaftswahlkampf 2004 hat er den demokratischen Senator John Kerry unterstützt. Sowohl bei John Kerry als auch bei seinem Vorgängerkandidaten Al Gore (Präsidentschaftswahl 2000) wurde in den Medien verbreitet, dass Bill Richardson auf der Liste möglicher Vizepräsidentschaftskandidaten weit oben stünde. Im September 2006 erreichte er die Freilassung des US-Journalisten und Pulitzerpreisgewinners Paul Salopek und zweier weiterer Geiseln, die im Sudan gefangen gehalten wurden.

Gouverneur von New Mexico

Im November 2002 schlug er den republikanischen Kandidaten John Sanchez im Kampf um den Gouverneursposten in New Mexico und gewann den Staat wieder für die Demokraten zurück. Er folgte dem republikanischen Gouverneur Gary Johnson nach und wurde zum derzeit einzigen Gouverneur der USA, der der Bevölkerungsgruppe der Hispanics angehört, gewählt. Im Jahr 2006 wurde er mit 68 % gegen den republikanischen Kandidaten John Dendahl wiedergewählt.
Im März 2009 unterschrieb Richardson einen Gesetzentwurf zur Abschaffung der Todesstrafe und Umwandlung in eine lebenslängliche Haftstrafe ohne Möglichkeit der Entlassung auf Bewährung. New Mexico wurde hierdurch zum 15. US-Bundesstaat ohne Todesstrafe.

Präsidentschaftskandidatur

Bill Richardson während seines Präsidentschaftswahlkampfes (2007)

Am 21. Januar 2007 gab Richardson seine Absicht bekannt, sich um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei bei der Wahl 2008 zu bewerben. Im Mai 2007 hat er seine Kandidatur offiziell erklärt. Beim Wintertreffen der Parteiführung der Demokraten im Januar 2007 hat er einen Abzug der amerikanischen Truppen bis zum Ende des Jahres 2007 aus dem Irak gefordert. Am 10. Januar 2008 trat Richardson [3] aufgrund seines mäßigen Abschneidens bei den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire von seiner Bewerbung zurück. Ende März 2008 gab er seine Unterstützung für den US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama bekannt.[4]

Belege

  1. n-tv:Kandidatensuche in den USA
  2. Korruptionsvorwürfe. Obamas designierter Handelsminister schmeißt hin. Spiegel Online, 4. Januar 2009, zuletzt abgerufen am 25. Januar 2009
  3. US-Medien: Präsidentschaftsbewerber Richardson gibt auf
  4. Spiegel Online: Einflussreicher Gouverneur Richardson spricht sich für Obama aus

Weblinks


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