Beinwell (Gattung)
Beinwell
Echter Beinwell (Symphytum officinale)

Echter Beinwell (Symphytum officinale)

Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Gattung: Beinwell
Wissenschaftlicher Name
Symphytum
L.
Beinwellblütenstand (Doppelwickel)

Beinwell (Sýmphytum), früher auch Wallwurz (in Bezug auf das Zuheilen [„Wallen“] von Knochenbrüchen und Wunden) genannt, ist eine Pflanzengattung, die zu den Raublattgewächsen (Boraginaceae) gehört.

Die Gattung umfasst etwa 25 bis 35 Arten, die in Europa, Nordafrika und im westlichen Asien beheimatet sind. Es sind behaarte mehrjährige, krautige Pflanzen, denen allen gemeinsam ist, dass sie sehr schnell wachsen und im Garten rasch lästig werden können. Im Garten werden die Beinwellarten gerne als Mulchmaterial verwendet. Beinwelljauche ist ein hervorragender organischer Stickstoff-Dünger. (Siehe auch Pflanzenjauche)

Inhaltsverzeichnis

Heilpflanze

Die Beinwell-Arten wurden schon in alter Zeit als Heilkraut verwendet. Ihr Name leitet sich von ihrer Anwendung bei Beinverletzungen ab. Besonders bei offenen Wunden, aber auch bei Verletzungen von Bändern, Sehnen oder Knochen wurde den Pflanzen Heilwirkung zugeschrieben. Im Werk der Hildegard von Bingen ist der Beinwell unter dem Namen Consolida beschrieben, was auf die unterstützende Wirkung beim Zusammenwachsen (lat.: consolidare) von Beinverletzungen hindeutet. Diese Bedeutung ist auch in die wissenschaftliche Bezeichnung der Gattung Symphytum eingegangen. Als Heilpflanze wird besonders der Echte Beinwell (Symphytum officinale) eingesetzt und auch in Kräutergärten angebaut.

Die Heilwirkung ist vor allem auf den Inhaltsstoff Allantoin zurückzuführen, der heute auch in der Kosmetik zahlreiche Anwendungsgebiete gefunden hat. Allantoin bewirkt die Beschleunigung des Zellaufbaus und der Zellbildung, was in der alten Heilkunde vor allem bei der Behandlung von Unterschenkelgeschwüren genutzt wurde. Es hat jedoch keine antiseptische Wirkung.

Giftig

In Kanada und einigen Staaten der USA dürfen Beinwellprodukte zur inneren Anwendung nicht mehr vermarktet werden (Lebervergiftungen, Verdacht als Krebsauslöser) [1]

Arten (Auswahl)

  • Beinwell (Symphytum)
    • Rauher Beinwell, Kaukasus-Comfrey (S. asperum Lepech.)
    • Knollen-Beinwell (S. bulbosum Schimper)
    • Kaukasischer Beinwell (S. caucasicum)
    • S. ibericum DC. (Syn. S. grandiflorum)
    • Echter Beinwell (S. officinale)
      • Weißer Beinwell (S.officinale L. subsp. bohemicum (F.W. Schmidt) Celak. )
      • Echter Beinwell (S.officinale L. subsp. officinale)
      • Sumpf-Beinwell (S.officinale L. subsp. ulginosum (Kern.) Nyman )
    • S. orientale
    • Knoten-Beinwell (S. tuberosum)
      • S. tuberosum subsp. angustifolium (Kern.) Nyman
    • S. x uplandicum Nyman, Comfrey
    • S. zeyheri

Synonyme

  • Symphytum asperum auct. non Lepech.Symphytum x uplandicum Nyman
  • Symphytum bohemicum F. W. SchmidtSymphytum officinale subsp. bohemicum (F. W. Schmidt) Celak.
  • Symphytum leonhardtianum PugsleySymphytum tuberosum subsp. angustifolium (Kern.) Nyman
  • Symphytum nodosum SchurSymphytum tuberosum subsp. angustifolium (Kern.) Nyman
  • Symphytum officinale L. s. str. →Symphytum officinale subsp. officinale
  • Symphytum officinale agg. → Symphytum officinale L. s. l.
  • Symphytum officinale var. glabrescens NicklèsSymphytum officinale subsp. uliginosum (Kern.) Nyman
  • Symphytum patens Sibth.Symphytum officinale subsp. officinale
  • Symphytum tanaicense StevenSymphytum officinale subsp. uliginosum (Kern.) Nyman
  • Symphytum tauricum auct. non Willd.Symphytum orientale L.
  • Symphytum tuberosum subsp. nodosum (Schur) SoóSymphytum tuberosum subsp. angustifolium (Kern.) Nyman
  • Symphytum uliginosum Kern. → Symphytum officinale subsp. uliginosum (Kern.) Nyman


Weblinks

Quellen

  • Das große Buch der Heilpflanzen, von Pahlow
  • Peter und Ingrid Schönfelder: Der Kosmos-Heilpflanzenführer. Europäische Heil- und Giftpflanzen. 2. Aufl. Stuttgart 1988
  1. http://www.bccancer.bc.ca/PPI/UnconventionalTherapies/Comfrey.htm

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