Bejing
北京市
Běijīng Shì
Abkürzung: (Pinyin: Jīng)

Verbotene Stadt
Staat Volksrepublik China
Verwaltungstyp: Regierungsunmittelbare Stadt
Koordinaten: 39° 56′ N, 116° 23′ O39.928886960833116.3883380202863Koordinaten: 39° 56′ N, 116° 23′ O
Zeitzone: China Standard Time (CST)
UTC+8
Höhe: 63 m ü. NN
Fläche: 16.807,8 km² (29.)
Einwohner: 15.522.442 (26.) (2007)
Bevölkerungsdichte: 924 Einwohner/km²
Postleitzahlen: 100000–102600
Gliederung auf Kreisebene: 16 Stadtbezirke, 2 Kreise
Gliederung auf Gemeindeebene: 142 Großgemeinden, 131 Straßenviertel, 36 Gemeinden, 5 Nationalitätengemeinden
ISO 3166-2: CN-11
Offizielle Website: www.beijing.gov.cn
Politik
Bürgermeister: Guo Jinlong
Lage der Stadt Beijing in China

Peking (chin. 北京, Běijīng, W.-G. Pei-ching,  Aussprache in Mandarin?/i, teilweise auch im Deutschen Beijing) ist die Hauptstadt der Volksrepublik China und hat eine über dreitausendjährige Geschichte. Der Name bedeutet Nördliche Hauptstadt. Peking ist heute eine Regierungsunmittelbare Stadt, das heißt, sie ist direkt der Zentralregierung unterstellt und damit Provinzen, autonomen Gebieten und Sonderverwaltungszonen gleichgestellt.

Das gesamte Verwaltungsgebiet Pekings hat 15,5 Millionen Einwohner (2007).[1] Davon sind 11,8 Millionen registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz (戶口 / 户口, hùkǒu) und 3,7 Millionen temporäre Einwohner (流動人口 / 流动人口, liúdòng rénkǒu) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (居住證 / 暂住证, zànzhùzhèng). Wird das geographische Stadtgebiet (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform) als Grundlage genommen, leben in Peking 7,7 Millionen Menschen mit Hauptwohnsitz (2007).[2] Der Ballungsraum (einschließlich Vororte) hat 11,8 Millionen Einwohner (2007).[3]

Das 16.807,8 Quadratkilometer große Verwaltungsgebiet Pekings – das entspricht ungefähr der Fläche von Thüringen oder der Steiermark – stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar. Es wäre mit seiner dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur eher mit einer kleinen Provinz vergleichbar.

Peking stellt als Hauptstadt das politische Zentrum Chinas dar. Aufgrund der langen Geschichte beherbergt Peking ein imposantes Kulturerbe. Sehenswert sind der Tiananmen-Platz (chinesisch Platz des Tors des himmlischen Friedens), die Verbotene Stadt mit dem 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten ehemaligen Kaiserpalast, der neue und alte Sommerpalast und verschiedene Tempel, wie z. B. der Himmelstempel, der Lamatempel und der Konfuziustempel. Peking war Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2008.

Inhaltsverzeichnis

Der Name der Stadt

Der im Deutschen übliche Name Peking entstammt möglicherweise einem chinesischen Dialekt. Auf Hochchinesisch, dessen Aussprache auf dem Peking-Dialekt beruht, wird die Stadt [b̥ɛɪ̯.d̥ʑ̥iŋ] ausgesprochen (in Pinyin-Schreibweise Běijīng,  Aussprache von Běijīng?/i).

Die übliche deutsche Bezeichnung, auch im offiziellen Bereich[4], ist Peking, wobei auch Beijing zulässig ist.

Tatsächlich ist seit einigen Jahren eine vermehrte Verwendung der Bezeichnung Beijing in den deutschen Medien aufgetreten.

Der chinesische Name Běijīng bedeutet Nördliche Hauptstadt. Auf gleiche Art sind die Namen der Städte Nánjīng (Nanjing Südliche Hauptstadt) und Dōngjīng (Tōkyō, Japan Östliche Hauptstadt) gebildet.

Geographie

Geographische Lage

Landsat-Aufnahme von Peking

Peking liegt 110 Kilometer nordwestlich des Golfs von Bohai inmitten der Provinz Hebei, ist jedoch eine unabhängig verwaltete Regierungsunmittelbare Stadt mit einer Fläche von 16.807,8 Quadratkilometern, das entspricht in etwa der Bodenfläche des Bundeslandes Thüringen oder der Steiermark. Davon gehören aber nur 1.369,9 Quadratkilometer (acht Prozent) zur eigentlichen Stadt, dem geographischen Stadtgebiet (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform). 15.398,4 Quadratkilometer (92 Prozent) bestehen aus Vorstädten und Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur. Die Metropolregion Peking, einschließlich des die eigentliche Stadt umgebenden Vorortgürtels, hat eine Fläche von 8.859,9 Quadratkilometer.

Die Stadt befindet sich am nordwestlichen Rand der dicht bevölkerten Nordchinesischen Tiefebene durchschnittlich 63 Meter über dem Meeresspiegel und ist von Bergen (Mongolisches Plateau) umgeben. In Nord-Süd-Richtung erstreckt sich das Gebiet über 180 Kilometer, in Ost-West-Richtung über 170 Kilometer. Weitere große Städte im Verwaltungsgebiet von Peking sind (Stand 1. Januar 2007): Mentougou 205.574 Einwohner, Tongzhou 169.770 Einwohner, Shunyi 122.264 Einwohner, Huangcun 109.043 Einwohner und Fangshan 100.855 Einwohner.[5]

Geologie

Brücke im Beihai-Park – Im Hintergrund eine weiße Pagode

Die Nordchinesische Ebene (Große Ebene), in der Peking liegt, ist geologisch ein Einbruchsfeld, das später von den Deltabildungen der nordchinesischen Ströme ausgefüllt wurde. Sie besteht aus Schwemmlöss und Sanden, die von den Flüssen aus den westlichen Gebirgsländern herangeführt worden sind. Die Ebene ist also eine Fortsetzung des Lösslandes.

Auch klimatisch – heißfeuchte Sommer und trockenkalte Winter mit Staubstürmen – und pflanzengeographisch – Parklandschaft mit steppenhaften Zügen – ähnelt sie den benachbarten Lössbergländern. Die Nordchinesische Ebene stellt einen riesigen Schwemmkegel dar, den der Huang He, der schlammreichste Fluss der Erde, im Laufe vieler Jahrtausende aufgeschüttet hat und dessen Ausläufer nördlich und südlich der Halbinsel Shandong das Gelbe Meer erreichen.

Das Gebiet ist starken tektonischen Spannungen ausgesetzt die immer wieder zu Erdbeben führen. Ursache ist die langsame Verschiebung der indischen Kontinentalplatte nach Norden in die eurasische Kontinentalplatte. Die Geschwindigkeit der Plattentektonik beträgt im Mittel etwa vier Zentimeter pro Jahr.

Am 28. Juli 1976 ereignete sich in Tangshan, 140 Kilometer östlich von Peking, das folgenschwerste Erdbeben des 20. Jahrhunderts (siehe Beben von Tangshan 1976). Es hatte eine Stärke von 8,2 auf der Richterskala. Die offizielle Angabe der Regierung der Volksrepublik China über die Zahl der Toten beträgt 242.419, doch manche Schätzungen geben eine Zahl bis zu 800.000 Toten an, auch die Stärke wird offiziell nur mit 7,8 angegeben. Das Beben führte auch in Peking und anderen Städten der Region zu Schäden.

Stadtgliederung

Umrisskarte Peking
Stadtbezirke Pekings (markiert: Stadtbezirk Xicheng)

Die Innenstadt von Peking ohne Vorortgürtel setzt sich aus acht Stadtbezirken zusammen:

  • Chaoyang (朝陽區 / 朝阳区, Cháoyáng Qū),
  • Chongwen (崇文區 / 崇文区, Chóngwén Qū),
  • Dongcheng (東城區 / 东城区, Dōngchéng Qū),
  • Fengtai (豐台區 / 丰台区, Fēngtái Qū),
  • Haidian (海澱區 / 海淀区, 'Hǎidiàn Qū),
  • Shijingshan (石景山區 / 石景山区, Shíjǐngshān Qū),
  • Xicheng (西城區 / 西城区, Xīchéng Qū),
  • Xuanwu (宣武區 / 宣武区, Xuānwǔ Qū).

In der nahen Umgebung der Innenstadt von Peking befinden sich weitere sechs Stadtbezirke. Diese wurden zwischen 1986 bis 2001 aus Kreisen in Stadtbezirke umgewandelt:

  • Mentougou (門頭溝區 / 门头沟区, Méntóugōu Qū),
  • Fangshan (房山區 / 房山区, Fángshān Qū) – Kreis Fangshan bis 1986,
  • Tongzhou (通州區 / 通州区, Tōngzhōu Qū) – Kreis Tongxian bis 1997,
  • Shunyi (順義區 / 顺义区, Shùnyì Qū) – Kreis Shunyi bis 1998,
  • Changping (昌平區 / 昌平区, Chāngpíng Qū) – Kreis Changping bis 1999,
  • Daxing (大興區 / 大兴区, Dàxīng Qū) – Kreis Daxing bis 2001.

Weiter vom Innenstadtgebiet entfernt gibt es zwei weitere Stadtbezirke. Diese wurden 2001 aus ehemaligen Kreisen gebildet. Hinzu kommen zwei Kreise, die bis heute erhalten geblieben sind:

  • Stadtbezirk Pinggu (平谷區 / 平谷区, Pínggǔ Qū) – Kreis Pinggu bis 2001,
  • Stadtbezirk Huairou (懷柔區 / 怀柔区, Huáiróu Qū) – Kreis Huairou bis 2001.
  • Kreis Miyun (密雲縣 / 密云县, Mìyún Xiàn),
  • Kreis Yanqing (延慶縣 / 延庆县, Yánqìng Xiàn).

Siehe auch: Stadtbezirke von Peking

Klima

Klimadiagramm Peking

Obwohl Peking nur etwa 150 Kilometer von der Küste entfernt liegt, hat es aufgrund der Lage im Westwindgürtel ein gemäßigtes, kontinentales Klima, das heißt warme, feuchte Sommer und kalte, trockene Winter. Der Jahresniederschlag beträgt 578 Millimeter im Mittel, davon fallen etwa 62 Prozent in den Monaten Juli und August.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 11,8 Grad Celsius. Wärmster Monat ist der Juli mit maximal 30,8 Grad Celsius und minimal 21,6 Grad Celsius mittlere Tagestemperatur. Der kälteste Monat ist in der Gegend um Peking der Januar mit maximal 1,6 Grad Celsius und minimal −9,6 Grad Celsius Tagesmitteltemperatur.

Im Winter herrschen Temperaturen bis zu −20 Grad Celsius und ein eisiger, aus den Ebenen der Inneren Mongolei wehender Wind. Der Sommer (Juni bis August) ist schwül und heiß mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius, der kurze Frühling (April und Mai) trocken, aber windig. Im Herbst (September und Oktober) herrscht trockenes und mildes Wetter.

Wenn der Wind aus dem Süden oder Südosten kommt, ist die Sicht, vor allem im Juni bis August, gleich Null. Wenn der Wind hingegen aus dem Norden kommt, wird es im Winter sehr kalt, und im Frühjahr gibt es dann die Sandstürme. Die höchste Temperatur wurde offiziell am 15. Juni 1942 mit 42,6 Grad Celsius gemessen, die tiefste am 22. Februar 1966 mit −27,4 Grad Celsius.[6]

Klimatabelle[7]
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Durchschnittliche
Höchsttemperatur (°C)
1,6 4,0 11,3 19,9 26,4 30,3 30,8 29,5 25,8 19,0 10,1 3,3 17,7
Durchschnittliche
Tiefsttemperatur (°C)
-9,4 -6,9 -0,6 7,2 13,2 18,2 21,6 20,4 14,2 7,3 -0,4 -6,9 6,5
Durchschnittlicher
Niederschlag (mm)
3 6 9 26 29 71 176 182 49 19 6 2 578
Durchschnittliche
Regentage
2 3 4 5 6 9 14 12 7 5 3 2 72

Umweltprobleme

Peking im August 2005 – links: klare Luft nach Regenfall, rechts: Smog bei sonnigem Wetter
Smog über Peking – Satellitenaufnahme von März 2006

Die chinesische Hauptstadt hat mit zahlreichen Umweltproblemen zu kämpfen. Dazu gehören eine übermäßige Verschmutzung der Flüsse, Probleme bei der Trinkwasserversorgung, Luftverschmutzung, Defizite im öffentlichen Personennahverkehr und eine übermäßige Verkehrsbelastung. Seit Anfang der 1990er Jahre unternimmt die Regierung verstärkt Anstrengungen um den Umweltschutz zu fördern. Es wurden Gesetze zum Recycling, zur Umweltverträglichkeitsprüfung, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Luftreinhaltung erlassen.

Seit 1. Januar 2003 werden nur noch Personenkraftwagen zugelassen, die die Euronorm 2 erfüllen. Zahlreiche dieselbetriebene Busse wurden durch Erdgasbusse ersetzt. Außerdem stieg der Anteil von elektrisch betriebenen Oberleitungsbussen an den insgesamt 18.000 Omnibussen in Peking auf rund fünf Prozent. Auch wird der schienengebundene Nahverkehr, besonders das U-Bahn-Netz, weiter ausgebaut. Die Luftverschmutzung in der Metropole ist aber weiter bedenklich. Der hohe Gehalt an Feinstaub und der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid stellen ein großes Problem dar.

Die Luftqualität der Hauptstadt gilt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der schlechtesten der Welt. Die Ursachen liegen sowohl in den zahlreichen Fabrikanlagen und Kraftwerken als auch am Verkehr und in den privaten Haushalten. Bedingt durch die schnelle Verstädterung, das stark gestiegene Verkehrsaufkommen und die Industriekonzentration im Ballungsraum stellen die übermäßige Emissionsbelastung und der Smog eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar. Während Inversionswetterlagen nehmen besonders Atemwegserkrankungen unter der Bevölkerung der Hauptstadt zu.[8][9]

Zur Verbesserung der Luftqualität wurden strengere Abgasregeln erlassen. Seit dem 1. März 2008 müssen alle Neuwagen den Euro-IV-Standard erfüllen, der in Europa für Neuwagen bereits seit dem 1. Januar 2005 verbindlich ist.[10]

Geschichte

Urgeschichte

Im Gebiet der heutigen Stadt Peking lebten schon vor 500.000 bis 230.000 Jahren Vertreter des Homo erectus; sie wurden unter der Herkunftsbezeichnung Peking-Menschen bekannt, nachdem ihre Überreste in den 1920er- und 1930er-Jahren in Zhoukoudian, 50 Kilometer südwestlich der Stadtmitte, entdeckt worden waren.

Am Fundort wurden viele Steinwerkzeuge vom Oldowan-Typ und Knochenwerkzeuge gefunden. Im Jahre 1987 wurde Zhoukoudian von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Die Zeit bis zur Machtübernahme der Yuan-Dynastie

Palast in Peking. Historische Zeichnung.

Die Geschichte der Stadt Peking reicht zurück bis in die westliche Zhou-Dynastie (1121 bis 770 v. Chr.) als sie den Namen Ji (Schilf) trug. Unter diesem Namen wurde die Stadt 1000 v. Chr. zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ji war zu dieser Zeit ein Zentrum für den Handel mit den Mongolen und Koreanern sowie verschiedenen Stämmen aus Shandong und Zentralchina.

In der Zeit der Streitenden Reiche war Peking die Hauptstadt von Yan, weshalb die Stadt den Namen Yanjing (Hauptstadt der Yan) trug. 221 v. Chr. besetzte der spätere erste Kaiser Qin Shihuangdi (259–210 v. Chr.) bei seinem Reichseinigungskrieg die Stadt. Unter seiner Regierung wurden die nördlichen Mauern befestigt. Die Kaiser der Qin-Dynastie änderten den Namen erneut in Ji. Unter ihrer Herrschaft verlor Peking seinen Status als Hauptstadt an Xianyang sowie an Bedeutung.

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich Ji von einer unbedeutenden Provinzstadt zu einem Handelsknotenpunkt und wichtigen Militärbasis zur Verteidigung der Nordgrenzen Chinas und wurde wegen ihrer strategischen Bedeutung mehrfach durch Steppen- und Nomadenvölker aus dem Norden besetzt.

In der Zeit der Tang-Dynastie (618–907 n. Chr.) regierte in der Stadt, die nun Youzhou hieß, ein Militärgouverneur. Sie stand stets im Schatten der damaligen chinesischen Hauptstadt Xī'ān (Westlicher Frieden). Erst unter der Fremdherrschaft der Liao-Dynastie erreichte Peking einen Teil seiner früheren Bedeutung zurück.

Im Jahre 937 n. Chr. eroberten die Kitan unter Te-kuang (926–947) einen Teil Nordchinas und errichteten in Peking ihren Herrschaftssitz. 960 entstand den Kitan in der Song-Dynastie ein ebenbürtiger Gegner. Die Song-Dynastie versuchte 979 Nordchina zurück zu erobern, konnte aber den Kitan-General Yelü Hsiu-ko vor Peking nicht besiegen. Auch 986 blieb Yelü Hsiu-ko siegreich.

Wansong-Pagode

Nach der Eroberung durch die Jurchen im Jahre 1153 wurde Peking zur Hauptstadt der Jin-Dynastie und unter dem Namen Zhongdu („Mittlere Hauptstadt“) prächtig ausgebaut. Über 100.000 Arbeiter wurden für die Erweiterung der Stadt verpflichtet.

1215 nahmen die Heerscharen des Dschingis Khan (1162–1227) Peking ein. Sie plünderten die Stadt und setzten sie in Brand. Auf den alten Trümmern ließ später Kublai Khan Dadu (die große Hauptstadt) errichten, die auch unter dem Namen Khanbaliq (Stadt des Khan, bei Marco Polo Kambaluk) bekannt wurde. Mit der Schaffung des Mongolenreiches erlangte die Stadt im Laufe des 13. Jahrhunderts eine vorherrschende Stellung.

Die Herrschaft der Yuan-Dynastie

Während der Herrschaft von Kublai Khan (1215–1294), dem Begründer der Yuan-Dynastie, wurde Peking unter dem Namen Dadu als Hauptstadt der Yuan geplant und ausgebaut. Die Stadt war von 1264 bis 1368 Hauptresidenz der Mongolen. Zu dieser Zeit unterstand dem Enkel des Dschingis Khan fast ganz Ostasien und die ersten Europäer – unter ihnen auch nach eigenen Angaben Marco Polo (1254–1324) – kamen über die berühmte Seidenstraße nach Peking.

Marco Polo, der Kublais Gast war und eine Zeit lang in der Stadt arbeitete, war angesichts der großen Kultiviertheit überaus beeindruckt: „So zahlreich sind Häuser und Menschen, dass niemand ihre Zahl nennen könnte… Ich glaube es gibt keinen Ort auf der Welt, der so viele Händler, so viele kostbare und eigentümliche Waren und Schätze sieht, wie aus allen Himmelsrichtungen in diese gelangen …“

Der Reichtum war auf die Lage der Stadt am Ausgangspunkt der Seidenstraße zurückzuführen, und nach Polos Beschreibungen waren es „fast täglich mehr als eintausend mit Seide beladene Karren“, die in der Stadt eintrafen, um von dort ihre Weiterreise in Ländereien westlich von China anzutreten.

In einer für die Großkhane, die später Kaiser genannt wurden, beispiellosen Entfaltung von Stil und Pracht errichtete sich Kublai einen an allen Seiten durch Mauern geschützten und über Marmortreppen zugänglichen Palast enormer Ausmaße.

Machtentfaltung unter den Ming- und Qing-Dynastien

Peking 1898
Die alte Stadtmauer, um 1900

1368 wurde die Yuan- von der Ming-Dynastie abgelöst. Hongwu (1328–1398), der erste Kaiser der Ming-Dynastie, ließ seine Hauptstadt in Nanjing (Südliche Hauptstadt) am Fluss Yangzi errichten und änderte den Namen Dadus in Beiping (Nördlicher Friede).

Seit 1408 begann Kaiser Yongle die Stadt unter ihrem neuen Namen Peking (Nördliche Hauptstadt) völlig neu zu erbauen. Er schuf unter anderem die Verbotene Stadt und den Himmelstempel, womit Yongle wichtige Elemente der Stadtentwicklung vorzeichnete. Im Jahre 1421 ernannte Yongle Peking zur neuen Hauptstadt der Ming-Dynastie. Während der nachfolgenden Qing-Dynastie (1644–1911) wurde die Stadt durch weitere Tempel und Paläste erweitert. Diese Periode war vom Aufstieg und Niedergang der Mandschu beziehungsweise der Qing-Dynastie gekennzeichnet.

Ihre größte Blütezeit erlebte die Hauptstadt während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter den Kaisern Kangxi, Yongzheng und Qianlong. In jener Zeit errichteten die Qing nördlich der Stadt auch den legendären Sommerpalast, eine in der Welt einzigartige Gartenanlage für den Adel mit 200 Pavillons, Tempeln und Palastbauten vor der Kulisse einer weitläufigen Landschaft aus künstlich angelegten Seen und Hügeln. Gemeinsam mit dem Kaiserpalast bildete er den Mittelpunkt und das Symbol chinesischer Herrlichkeit und Machtentfaltung.

Im Zweiten Opiumkrieg drangen jedoch britische und französische Truppen im Jahre 1860 bis an die Mauern der Hauptstadt vor, und der Sommerpalast wurde von den Briten zunächst geplündert und dann in Brand gesteckt, wobei er praktisch bis auf die Grundmauern niederbrannte. Während der Kaiserhof in einer separaten, ummauerten Stadt auf großzügigem Raum lebte, musste die Zivilbevölkerung unter menschenunwürdigen Bedingungen wohnen.

Mit Geldern, die eigentlich für die Modernisierung der chinesischen Marine gedacht waren, begann die Kaiserinwitwe Cixi (1835–1908) ab 1884 einen neuen Sommerpalast für sich zu errichten. Ihr Projekt markierte als letztes großes Symbol das Ende kaiserlichen Bauglanzes und Patronats – und wurde wie sein Vorgänger von ausländischen Soldaten während des Boxeraufstands im Jahre 1900 durch Brand verwüstet. Zu jener Zeit standen das Reich und die kaiserliche Hauptstadt infolge sukzessiver Wellen ausländischer Besatzung kurz vor dem Zusammenbruch.

Peking nach der Abdankung der Mandschu

Nach der Abdankung der Mandschu und der Gründung der Republik China im Jahre 1912 blieb Peking bis 1928 das politische Zentrum Chinas. Dann richtete Chiang Kai-shek (1887–1975) die Hauptstadt in Nanjing ein. Peking war unter der Kontrolle rivalisierender Kriegsherren und wurde daher von der Kuomintang 1928 wieder in Beiping (Nördlicher Friede) umbenannt, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine Hauptstadt handelt.

Während der turbulenten 1920er Jahre kam es in Peking zu Massenkundgebungen der Bewohner, zuerst 1925, um gegen das Massaker an chinesischen Demonstranten in Shanghai durch britische Soldaten zu protestieren, und 1926, um ihren Unmut über die schmähliche Kapitulation der Regierung vor Japan in der Mandschurei-Krise kundzutun. Als die Demonstranten auf Regierungsbehörden zumarschierten, eröffneten Soldaten das Feuer auf sie.

Die Stadt wurde während des Zwischenfalls an der Marco-Polo-Brücke (Lugouqiao) zu Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges am 19. Juli 1937 von der japanischen Armee besetzt. Erst nach Ende des Pazifikkriegs wurde die Stadt 1945 von Kuomintang und US-amerikanischen Marines befreit.

Die Zeit seit der Machtübernahme durch die Kommunisten

Changan-Allee
Verkehr in Peking

Im Januar 1949 nahmen die Kommunisten Peking ein – neun Monate bevor die Flucht Chiang Kai-sheks nach Taiwan den endgültigen Sieg zur Gewissheit werden ließ. Im Anschluss an die Gründung der Volksrepublik China durch Mao Zedong am 1. Oktober 1949 erklärte die kommunistische Regierung Peking wieder zur Hauptstadt.

Der Umbau der Hauptstadt und die Tilgung der Symbole früherer Regimes besaßen für die neuen Machthaber höchste Priorität. Um sich von der Vergangenheit zu befreien und eine moderne Hauptstadt des Volkes zu bauen, wurde ein Großteil der wertvollen alten Bausubstanz zerstört oder zweckentfremdet. So wurde zum Beispiel der Tempel der Gepflegten Weisheit zu einer Drahtfabrik umfunktioniert und im Tempel des Feuergottes wurden Glühbirnen hergestellt. In den 1940er Jahren besaß die Stadt noch 8.000 Tempel und Denkmäler, in den 1960er Jahren war diese Zahl auf nunmehr 150 geschrumpft.

Zum Schauplatz eines massiven Aufbegehrens durch das Volk wurde Peking 1989, als auf dem Tian'anmen-Platz im Zentrum der Stadt zwischen April und Juni des Jahres fast eine Million Demonstranten ihren Unmut über das schleppende Tempo von Reformen, den Mangel an Freiheit und die weit verbreitete Korruption kundtaten. Eine riesige Statue, die Göttin der Freiheit, die man in beiden Händen eine Fackel tragen ließ, wurde von Kunststudenten angefertigt und dem Porträt Mao Zedongs auf dem Tiananmen-Platz gegenübergestellt.

Daraufhin verhängte die chinesische Regierung am 20. Mai des Jahres das Kriegsrecht. Am 4. Juni 1989 wurde die friedlich demonstrierende Demokratie-Bewegung durch die Armee blutig niedergeschlagen; tausende Zivilisten kamen ums Leben.

Am 20. Oktober 1998 wurde in Peking die erste Menschenrechtskonferenz des Landes eröffnet. An der Konferenz nahmen mehr als 100 Vertreter aus 27 Staaten teil. – Im Juli 2001 erklärte das Internationale Olympische Komitee Peking zum Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2008.

Die größten Probleme, denen sich die Stadt wegen einer verfehlten modernen Stadtplanungspolitik heute gegenübersieht, sind die wachsende Zuwanderung, die Luftverschmutzung, verursacht durch unmoderne Fabrikanlagen und der ausufernde Verkehr, der die Stadt an den Rand eines Verkehrskollapses bringt und seinen Teil zur schlechten Luftqualität beiträgt.

Einwohnerentwicklung

Skyline von Peking
Wangjing

Schon 1450 lebten in Peking 600.000 Menschen. Bis 1800 stieg die Bevölkerung der Stadt auf 1,1 Millionen. Nach einem vorübergehenden Rückgang bis 1900 auf 693.000 Personen wuchs die Einwohnerzahl bis 1930 auf 1,6 Millionen und bis 1953 auf 2,8 Millionen. 2007 leben in der eigentlichen Stadt, dem geographischen Stadtgebiet, mit 7,7 Millionen Menschen zweieinhalb mal soviel wie 1953. Die Bevölkerungsdichte beträgt 5.639 Einwohner pro Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800. In der Metropolregion Peking, zu der auch der die eigentliche Stadt umgebende Vorortgürtel gehört, leben 11,8 Millionen Menschen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 1.337 Einwohner pro Quadratkilometer.

Das gesamte Verwaltungsgebiet der Regierungsunmittelbaren Stadt Peking, zu der auch ausgedehnte ländliche Gebiete gehören, hat eine Einwohnerzahl von 15,5 Millionen (2007). Davon sind 11,8 Millionen registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz (戶口 / 户口, hùkǒu) und 3,7 Millionen temporäre Einwohner (流動人口 / 流动人口, liúdòng rénkǒu) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (暫住證 / 暂住证, zànzhùzhèng). Die Bevölkerungsdichte beträgt 924 Einwohner pro Quadratkilometer.

Wer sich länger als drei Tage in der Stadt aufhalten möchte, muss sich beim Amt für öffentliche Sicherheit melden und wird dort registriert. Der Antragssteller erhält dann eine zeitweilige Aufenthaltsgenehmigung für drei Monate, die nach Ablauf der Frist verlängert werden muss. Beim Amt muss eine Bescheinigung vom Heimatort vorgelegt werden, die bestätigt, dass die Person dort gemeldet ist. In der Stadt befinden sich des Weiteren etwa eine Million Gastarbeiter und illegale Einwanderer, die von amtlichen Statistiken nicht erfasst werden. Da die Geburtenrate niedrig ist, ist das Bevölkerungswachstum vor allem auf Zuwanderung zurückzuführen. Das natürliche Wachstum der Bevölkerung mit dauerhaftem Wohnsitz in Peking beträgt gegenwärtig 0,9 per 1.000 Einwohner, Geburtenrate: 6,0 pro 1000 Einwohner, Sterberate: 5,1 per 1000 Einwohner

Etwa 95,7 Prozent der Bevölkerung sind Han-Chinesen. Größte ethnische Minderheit mit über 1,8 Prozent der Bevölkerung sind die Mandschu; mit 1,74 Prozent stehen die muslimischen Hui-Chinesen an zweiter Stelle. Daneben gibt es noch nennenswerte Gruppen von Mongolen (0,3 Prozent der Pekinger Bevölkerung) und Koreanern (0,15 Prozent). Alle ethnischen Gruppen Chinas sind in kleiner Zahl auch unter den Einwohnern Beijings vertreten; quantitativ an letzter Stelle stehen die De'ang, ein Mon-Khmer-Volk, mit vier Einwohnern. Das in Peking gesprochene Chinesisch entspricht größtenteils dem Hochchinesisch (Putonghua), der Amtssprache der Volksrepublik China, mit einigen umgangssprachlichen Verschleifungen.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der eigentlichen Stadt ohne Vorortgürtel. Aufgeführt sind die registrierten Bewohner mit Hauptwohnsitz in Peking.

Bevölkerungsentwicklung Pekings
Jahr Einwohner
1450 600.000
1500 672.000
1750 900.000
1800 1.100.000
1890 805.100
1900 693.000
1918 805.000
1921 811.100
1930 1.556.000
Jahr Einwohner
1936 1.574.000
1939 1.603.000
1953 2.768.119
1957 4.010.000
1970 5.000.000
1982 5.597.955
1990 5.641.634
2000 6.892.000
2007 7.724.932

Entwicklung der Wohnsituation

Wohngebäude in Chaoyang

Viele Elemente der modernen Stadtplanungspolitik hatten verheerende Folgen für die Bevölkerung und schufen mehr Probleme, als sie lösten. Ein großer Teil der traditionellen Hofhäuser (Siheyuan) in den engen Gassen (Hutongs), die als Brutstätte von Individualisten galten, wurde seit 1949 abgerissen. Ihren Platz nahmen anonyme Neubauten aus Beton mit oftmals unzureichender sanitärer Ausstattung und kaum fließend Wasser ein.

Als Ende der 1960er Jahre umfangreiche Renovierungsarbeiten an den Gebäuden dringend geboten schienen, wurde stattdessen ein unterirdisches Tunnelnetz angelegt, das im Falle eines Krieges Schutz bieten sollte. Millionen von Arbeitsstunden wurden in das Projekt investiert, das keinen Schutz gegen moderne Bomben bieten konnte und letztlich nur zur Absenkung des Grundwasserspiegels führte.

Im Jahre 1950 veranlasste die Regierung die Tötung aller Hunde in der chinesischen Hauptstadt. Die Tötung zahlreicher Spatzen 1956 – die Maßnahme sollte ursprünglich die Getreidevorräte schützen – hatte allein zur Folge, dass sich die Insekten stärker vermehren konnten. Um dem entgegenzuwirken, ordnete die Stadtverwaltung die Entfernung sämtlicher Grünflächen in der Hauptstadt an, was wiederum Staubstürme in den windigen Wintermonaten verursachte.

Jüngst waren große Stadtsanierungsprojekte im Gange, um Peking für die Olympischen Sommerspiele im Jahre 2008 herzurichten. Verschiedene Anstrengungen zur Eindämmung der Luftverschmutzung wurden bereits unternommen; Fabriken, die sich nicht weiter modernisieren ließen, mussten schließen. Freiflächen sind durch aufwändige Begrünung zu neuem Leben erweckt worden. Die verschmutzten Kanäle wurden ausgebaggert.

Als Leitstern auf dem Weg Chinas in die Moderne nimmt Peking eine Vorreiterrolle bei der Umgestaltung des Landes ein. In schnellem Tempo werden Gebäude abgerissen und neue errichtet, wovon das weiße Schriftzeichen (chāi für Abriss) auf alten Häusern und die vielen Baukräne eindrucksvoll Zeugnis ablegen. Im Stadtzentrum werden überwiegend moderne Beton- und Glasbauten errichtet, an den breiten Magistralen entstehen zahlreiche Bürokomplexe. Für die ärmeren Bevölkerungsschichten sind die dortigen Wohnungen nicht bezahlbar. Sie werden in die Außenbezirke der Stadt verdrängt.

Die meisten Einwohner Pekings wohnen in Hochhäusern. Zwei Wohngebiete sind dafür besonders wichtig: das Wangjing-Gebiet im Nordosten sowie das Huilongguan-Wohngebiet im Nordwesten. Um dem Problem der Überbevölkerung beizukommen, sind im Rahmen großangelegter Baumaßnahmen eine Reihe von Satellitenstädten für jeweils mehr als 500.000 Einwohner in Bau und Planung.

Politik

Stadtregierung

Zeitungsleser in Peking

Bürgermeister von Peking ist seit November 2007 Guo Jinlong. Guo wurde im Juli 1947 in Nanjing geboren und war zuletzt Parteisekretär von Anhui und ist Mitglied des Zentralkomitees der KP Chinas. Sein Vorgänger war der im Juli 1948 in der Gemeinde Shanxitian in der Nähe der Stadt Qingdao geborene Wang Qishan. Dieser übernahm das Amt am 22. April 2003 von Meng Xuenong, der wegen Fehlverhaltens während des Ausbruchs der Lungenkrankheit SARS in der Hauptstadt von der Kommunistischen Partei Chinas seines Postens enthoben wurde.

Meng Xuenong wurde die Verantwortung für eine Politik der Vertuschung und des Verschweigens angelastet, mit der er den Ausbruch von SARS für lange Zeit verheimlichen wollte. An SARS waren in Peking mehrere Tausend Menschen erkrankt, Hunderte starben. Meng Xuenong hatte das Amt als Bürgermeister am 19. Januar 2003 von Liu Qi übernommen.

Weitere Mitglieder der Stadtregierung von Peking sind der Sekretär des Parteikomitees Liu Qi, der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses des Volkskongresses Yu Junbo und die Vorsitzende der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKCV) Cheng Shi'e. Die PKKCV setzt sich aus dem Nationalkomitee und den örtlichen Komitees verschiedener Ebenen zusammen.

Der Stadtregierung unterstehen die Regierungen von 16 Stadtbezirken und zwei Kreisen. Die Stadtbezirke gliedern sich wiederum in Straßenviertel, zum Teil auch in Gemeinden, Großgemeinden und „Unterbezirke“ (auf Gemeindeebene). Die Kreise setzen sich hingegen aus Gemeinden und Großgemeinden zusammen, nur im Kreis Miyun, der ein kleines urbanes Zentrum ausgebildet hat, gibt es zwei Straßenviertel. Am unteren Ende der Verwaltungspyramide Pekings befinden sich in den urbanen Gebieten die sogenannten Einwohnergemeinschaften (社區 / 社区, shè qū), die von den Einwohnerkomitees (居民委員會 / 居民委员会, jūmín wěiyuánhùi) verwaltet werden und in den ländlichen Regionen die Dörfer (, cūn), die von Dorfkomitees (村民委員會 / 村民委员会, cūnmín wěiyuánhùi) verwaltet werden.

Siehe auch: Liste der Bürgermeister der Stadt Peking

Städtepartnerschaften

Peking unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften: [11]

seit 25. Februar 1980: New York City, USA
seit 14. Oktober 1980: Belgrad, Serbien
seit 21. November 1983: Lima, Peru
seit 15. Mai 1984: Washington D. C., USA
seit 16. September 1985: Madrid, Spanien
seit 24. November 1986: Rio de Janeiro, Brasilien
seit 14. September 1987: Köln, Deutschland
seit 20. Juni 1990: Ankara, Türkei
seit 28. Oktober 1990: Kairo, Ägypten
seit 4. August 1992: Jakarta, Indonesien
seit 8. Oktober 1992: Islamabad, Pakistan
seit 26. Mai 1993: Bangkok, Thailand
seit 13. Juli 1993: Buenos Aires, Argentinien
seit 23. Oktober 1993: Seoul, Südkorea
seit 13. Dezember 1993: Kiew, Ukraine
seit 5. April 1994: Berlin, Deutschland
seit 22. September 1994: Brüssel, Belgien
seit 6. Oktober 1994: Hanoi, Vietnam
seit 29. Oktober 1994: Amsterdam, Niederlande
seit 16. Mai 1995: Moskau, Russland
seit 23. Oktober 1997: Paris, Frankreich
seit 28. Mai 1998: Rom, Italien
seit 18. Oktober 1999: Ottawa, Kanada
seit 14. September 2000: Canberra, Australien
seit 10. Mai 2005: Athen, Griechenland
seit 16. Juni 2005: Budapest, Ungarn
seit 21. Juni 2005: Bukarest, Rumänien
seit 4. September 2005: Havanna, Kuba
seit 14. November 2005: Manila, Philippinen
seit 10. April 2006: London, Großbritannien
seit 17. April 2006: Addis Abeba, Äthiopien
seit 10. April 2006: Wellington, Neuseeland
seit 14. Juli 2006: Helsinki, Finnland
seit 16. November 2006: Astana, Kasachstan
seit 21. November 2006: Tel Aviv-Jaffa, Israel
seit 22. Oktober 2007: Lissabon, Portugal

Regionenpartnerschaften

Peking unterhält mit folgenden Regionen Partnerschaften:

seit 14. März 1979: Präfektur Tokio, Japan
seit 2. Juli 1987: Île-de-France, Frankreich
seit 6. Dezember 1998: Provinz Gauteng, Südafrika
seit 17. Januar 2005: Autonome Gemeinschaft Madrid, Spanien

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Es gibt zahlreiche Theater (zum Beispiel das Theater des Volkes), sowie die Pekinger Konzerthalle für Musikveranstaltungen. Nach Peking ist die berühmte Peking-Oper benannt, die eine besondere Vermischung verschiedener Kunstformen, wie Gesang, Tanz, Akrobatik und mimischem Spiel, darstellt. Die Handlung fußt meist auf historischen oder mythologischen Stoffen.

Das zeitgenössische Theater ist demgegenüber in raschem Wandel begriffen und zeigt neuerdings chinesische Übersetzungen westlicher Stücke und experimentierfreudige Produktionen einheimischer Dramaturgen.

Das Sprechtheater hielt erst im 20. Jahrhundert Einzug auf chinesischen Bühnen. Seine Heimat wurde das Volkskunst-Theater in Peking, wo vor der Kulturrevolution europäische Stücke mit einer klaren sozialen Botschaft gezeigt wurden. 1968 wurde diese Kunstform jedoch von Jiang Qing, Mao Zedongs dritter Frau, bis auf wenige Stücke – die für die Gesellschaft als erbaulich eingestuft wurden – verboten. Das Theater und die meisten Kinos wurden für rund zehn Jahre geschlossen.

Museen

Hydrant in der Verbotenen Stadt
Museum des Antijapanischen Krieges

Neben zahlreichen Kunstmuseen verfügt Peking auch über ein Naturhistorisches Museum. Das Ergebnis der Sammelleidenschaft eines Qing-Kaisers zeigt ein ungewöhnliches Uhrenmuseum im Kaiserpalast in der Verbotenen Stadt. Die meisten Exponate sind überbordende Beispiele barocker Ornamentik aus Großbritannien und Frankreich, am beeindruckendsten ist jedoch vielleicht die riesige chinesische Wasseruhr.

Peking ist in den letzten Jahren zu einem Zentrum zeitgenössischer, vor allem chinesischer, Kunst geworden. Ein Großteil der anspruchsvolleren Ausstellungen findet in privaten Galerien statt. Zahlreiche konzentrieren sich in sogenannten Kunstvierteln, meist in ehemaligen Fabrikgebäuden, wie 798, Caochangdi oder Jiuchang. In der Innenstadt sind die Courtyard Gallery in der Donghuamen Dajie und die Red Gate Gallery die bekanntesten.

60 Kilometer nördlich der Stadt befindet sich das interessante Luftfahrtmuseum. In einem riesigen Hangar und einer Ausstellungshalle werden mehr als 300 Fluggeräte gezeigt, angefangen von einem Nachbau des Flugzeugs der Gebrüder Wright, das Feng Ru (1883–1912), der erste chinesische Flugzeugingenieur und Pilot im Jahre 1909 steuerte, bis hin zu Kampfhubschraubern, die im Ersten Golfkrieg zum Einsatz kamen. Zur Sammlung gehören außerdem Kampfflugzeuge aus dem Koreakrieg, der Bomber der 1964 Chinas erste Atombombe abwarf, sowie Mao Zedongs persönliche Maschine und jenes Flugzeug, aus dem die Asche von Zhou Enlai verstreut wurde.

In Peking befindet sich ein Museum über den Antijapanischen Krieg, das die offizielle Sichtweise der kommunistischen Partei Chinas vertritt.

Bauwerke

Altstadt und Kaiserpalast

Historische Karte Pekings um 1700 – Kangxi-Ära
Audienzhallen in der Verbotenen Stadt

Die ursprünglich von einer großen Mauer umgebene Altstadt von Peking wurde als Abbild des Kosmos – von griechisch kósmos = die Welt[-ordnung] – geplant und bestand aus drei rechteckigen Bezirken (Kaiser-, Innere und Äußere Stadt). Auf der Hauptachse der Altstadt, in Nord-Süd-Richtung, befanden sich Torbauten, Palast- und Zeremonialgebäude. Die Verbotene Stadt – sie war ursprünglich nicht für das einfache Volk zugänglich – beherbergt den mit einer Mauer umgebenen und 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten ehemaligen Kaiserpalast. Der Ort diente 24 chinesischen Kaisern der Ming- und Qing-Dynastien und ihren Familien als Residenz. Heute beherbergt die Verbotene Stadt das Palastmuseum Peking.

Die Altstadt bestand aus der Äußeren und der quadratischen im nördlichen Teil gelegenen Inneren Stadt, die von 1409 bis 1420 erbaut und von einer breiten, 15 Meter hohen Mauer mit neun Toren umgeben war. Die Grenzen der Inneren Stadt entsprachen weitgehend denen der Hauptstadt Daidu in der Yuan-Dynastie (1271–1368). In der Inneren Stadt lag die Kaiserstadt, in der sich Regierungsgebäude, Paläste, Tempel, Garten- und Parkanlagen sowie die Verbotene Stadt befanden. Außerhalb der Kaiserstadt lagen Viertel mit Märkten und Tempeln sowie Wohnviertel. Die Mauer war circa 25 Kilometer lang.

Die im südlichen Teil gelegene Äußere Stadt wurde während der Ming-Dynastie zwischen 1521 und 1566 erbaut. Sie war rechteckig und besaß eine Mauer von 23,5 Kilometern Länge. Es befanden sich sowohl wichtige Tempelbezirke als auch Wohnbezirke für das einfache Volk in diesem Areal. Nach der Machtübernahme der Kommunisten in China am 1. Oktober 1949 wurden die alten Stadtmauern von Peking niedergerissen und durch Hauptverkehrsstraßen ersetzt; von den alten Stadttoren blieben jedoch mehrere erhalten.

Das Palastmuseum (Gugong) in der Verbotenen Stadt ist die frühere Residenz der kaiserlichen Familie und des Hofes. Dieser Komplex – im 15. Jahrhundert errichtet – umfasst eine Reihe von riesigen Hallen und Palästen. Westlich dieses Komplexes befindet sich das Gebiet Zhongnanhai, ein großer Park mit Seen, der von einer Mauer umgeben ist.

Der Tian'anmen-Platz

Der Tiananmen-Platz

Unmittelbar südlich der Verbotenen Stadt und des Palastmuseums liegt der Tian'anmen-Platz (Platz des Himmlischen Friedens), das Zentrum der Stadt. Auf dem Platz können sich bis zu einer Million Menschen versammeln. Mit seiner Fläche von 40 Hektar ist er der größte öffentliche Platz der Welt. Er wurde in seiner gegenwärtigen Größe im Anschluss an die Machtübernahme der Kommunisten angelegt. Jedes Jahr finden hier große Feierlichkeiten und Kundgebungen statt.

An der Westseite des Platzes steht die Große Halle des Volkes (Sitz der chinesischen Nationalversammlung), an der Ostseite befindet sich ein Museum zur chinesischen Geschichte und Revolution. Ein Denkmal für die Helden des Volkes und das Grab des früheren Vorsitzenden Mao Zedong (1893–1976) beherrschen den Platz in seiner Mitte.

In seiner neueren Geschichte diente der Platz zahlreichen historisch bedeutsamen Massenkundgebungen als Rahmen: am 4. Mai 1919 den ersten Forderungen nach Demokratie und Liberalismus durch Studenten, die gegen den Versailler Vertrag demonstrierten; am 9. Dezember 1935 den antijapanischen Protesten, mit denen zu einem Krieg des nationalen Widerstands aufgefordert wurde; 1966 den acht bühnenreif inszenierten Massenaufmärschen, die den Beginn der Kulturrevolution markierten und für die jedes Mal circa eine Million Rotgardisten nach Peking befördert wurden, um auf die revolutionären Ideale eingeschworen und dann voller Schaffensfreude in die Provinzen entsandt zu werden; und im April 1976 der brutal unterdrückten, dem Gedenken an den früheren Premierminister Zhou Enlai (1898–1976) gewidmeten Qing-Ming-Demonstration, die zum ersten Mal auf den späteren Fall der Viererbande hindeutete.

Heute ist der Platz jedoch vor allem wegen der Ereignisse von 1989 bekannt, als Studenten und Arbeiter friedlich für Demokratie demonstrierten und Tausende am 4. Juni des Jahres vom chinesischen Militär getötet wurden.

Tempelanlagen

Die Halle des Erntegebets, Teil des Himmelstempels

Von den vielen Tempeln ist der Himmelstempel (Tiantan) im südlichen Teil der Äußeren Stadt besonders hervorzuheben (unter anderem mit der Halle der Jahresgebete). Dort betete der Kaiser jedes Jahr für eine reiche Ernte.

Die Anlage liegt im Xuanwu-Bezirk im Süden der Stadt inmitten eines großen Parks. Das wichtigste Gebäude des Tempels ist die Halle der Ernteopfer, ein Gebäude mit kreisförmigem Grundriss auf einer dreistufigen Marmorterrasse. Sie wurde im Jahre 1420 erbaut, brannte 1889 ab und wurde 1890 neu errichtet.

Weitere sehenswerte Tempel sind der Konfuziustempel, der Lamatempel und der Tempel der Weißen Pagode.

Weitere Bauwerke

In den nordwestlichen Vororten (Shisan ling) befinden sich die Ming-Gräber der Kaiser aus der Ming-Dynastie (1368–1644). Diese erreicht man über eine Allee, die von marmornen Löwen, Elefanten, Kamelen und Pferden gesäumt wird. Nordwestlich der Gräber (bei Badaling) steht ein Teil der Chinesischen Mauer.

Interessant als Relikt vergangener Zeiten ist das Alte Observatorium. Die erste Sternwarte an dieser Stelle entstand auf Anordnung von Kublai Khan (1215–1294), um den damals fehlerhaften Kalender durch Astronomen korrigieren zu lassen. Später als die islamischen Wissenschaften ihre Blüte erlebten, gelangte es unter muslimische Kontrolle, um im 17. Jahrhundert schließlich in die Hände von christlichen Jesuiten-Missionaren überzugehen, die bis in die 1830er Jahre die Hausherren blieben.

Im Komplex befindet sich ein idyllischer Garten und acht astronomische Instrumente aus der Ming-Zeit – wunderbar gearbeitete Armillarsphären, Theodolite und Ähnliches – auf dem Dach. Angegliedert ist ein kleines Museum mit einer Ausstellung von frühen, durch Astronomie inspirierten Töpferarbeiten und Navigationsinstrumenten.

Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten sind der 1992 erbaute und 400 Meter hohe Fernsehturm, das Central Chinese Television Headquarters (Fertigstellung 2008) und die zahlreichen christlichen Kirchen. Die größten und bekanntesten unter ihnen sind die Östliche Kirche (Wangfujing), die Westliche Kirche (Xizhimen), die Südliche Kirche (Xuanwumen) und die Nördliche Kirche (Xishiku). Des Weiteren sind der kaiserliche Sommerpalast (Yihe Yuan) sowie die Ruinen des Alten Sommerpalastes (Yuanming Yuan) zu nennen.

Chinesische Mauer

Chinesische Mauer in Badaling nahe Peking

Über eine Länge von 6.000 Kilometer zieht sich die Chinesische Mauer durch China, ein monumentales Bauwerk, dessen Errichtung im 5. Jahrhundert v. Chr. begonnen und bis ins 16. Jahrhundert fortgeführt wurde. Die heute noch bestehenden Teilstücke würden aneinandergesetzt von New York bis nach Los Angeles reichen, und würde man aus ihren Steinen eine einzige Mauer von fünf Meter Höhe und ein Meter Tiefe bauen, ergäbe sich eine Strecke, die länger als der Erdumfang wäre.

Der bekannteste Mauerabschnitt erstreckt sich bei Badaling, 70 Kilometer nordwestlich von Peking. Es war das erste Teilstück, das 1957 restauriert wurde. Die Mauer ist dort sechs Meter breit und in regelmäßigen Abständen mit Wachtürmen aus der Ming-Zeit (1368–1644) bestückt. Ihr Verlauf folgt dem Grat einer Hügelkette und hätte verteidigungsstrategisch kaum besser angelegt sein können, weshalb dieser Abschnitt auch nie direkt angegriffen, wohl aber über die Seiten eingenommen wurde.

Weniger bekannt ist die Chinesische Mauer bei Mutianyu, 90 Kilometer nordöstlich von Peking. Der dortige, 1368 erbaute und 1983 restaurierte Abschnitt mit seinen zahlreichen Wachtürmen ist zwei Kilometer lang und erstreckt sich entlang eines Hügelkamms in grüner, sanft gewellter Landschaft. Ein weiteres Teilstück der Chinesischen Mauer befindet sich in Simatai, 110 Kilometer nordöstlich von Peking. Der Großteil dieses aus der Ming-Dynastie stammenden Mauersegments ist in seinem ursprünglichen Zustand belassen und besitzt nur einige Neuerungen aus späterer Zeit wie beispielsweise Geschützstände für Kanonen und quer zur äußeren Mauer gezogene, innere Mauerabsperrungen, um bereits eingedrungene Feinde zu stoppen.

Parks

Der Sommerpalast von Peking
Treppenaufgang im Sommerpalast

Der allgemein als Sommerpalast bezeichnete Yiheyuan gehört zu den reizvollsten Parkanlagen in Peking. Das riesige Areal, zwei Drittel davon ein See, diente den letzten Kaisern als Ort der Sommerfrische, an den sie sich samt Hofstaat während der heißesten Monate des Jahres zurückzogen.

Und die von Hügeln umgebene, vom See gekühlte und durch eine Gartenanlage geschützte Lage ist ideal. Kaiserliche Pavillons gibt es dort schon seit dem 11. Jahrhundert, die heutige Anlage stammt jedoch größtenteils aus dem 18. Jahrhundert und entstand unter dem Mandschu-Kaiser Qianlong.

Der Nordmeer-Park (北海公園 / 北海公园, Běihǎi Gōngyuán) nordwestlich des Kaiserpalastes ist einer der typischen chinesischen Gärten. Der Jin-Kaiser Shizong begann 1179 mit der Errichtung eines Sommerpalastes und der Anlage dieses Parks.

Kaiser Kublai Khan machte ihn 1260 zu seiner Residenz, indem er die „Halle der Weiten Kühlung“ bezog. An ihrer Stelle wurde durch die Qing-Kaiser ab 1651 die lamaistische „Weiße Pagode“ erbaut, die noch heute den Park dominiert. Kaiser Qianlong ließ zwischen 1735 und 1796 umfangreiche Erweiterungsarbeiten durchführen. Nahezu alle heutigen Bauten in diesem Park stammen aus dieser Bauperiode.

Weitere Parks sind der Jingshan- und der Ditan-Park. In den Bergen westlich der Stadt befinden sich mehrere Parks, wie z.B. Badachu und der Fragant Hill Park. Außerdem befindet sich dort auch der neue und alte botanische Garten von Peking mit dem Tal der Kirschen. Sehenswert ist auch der Zoo von Peking, nicht nur wegen des großen Pandas, sondern auch wegen des Aquariums.

Kulinarische Spezialitäten

Nirgendwo auf dem chinesischen Festland ist die kulinarische Vielfalt größer als in Peking. Neben allen chinesischen Küchen sind hier auch nahezu alle asiatischen und die meisten Weltküchen vertreten. Angesichts dieser Fülle wird oft nicht beachtet, dass Peking selbst eine eigene Kochtradition besitzt und mit Spezialitäten wie Pekingente (北京烤鴨 / 北京烤鸭, Běijīng kǎoyā) und mongolischem Feuertopf (火鍋 / 火锅, Huǒguō) einen schmackhaften Beitrag leistet. Wenn man sich abseits der ausländischen Touristenpfade bewegt, bekommt man gutes einheimisches Essen für einen deutlich günstigeren Preis.

Peking-Ente wird in chinesischen Restaurants auf der ganzen Welt serviert und besteht aus kleinen Fleischstücken, die in Schwarzbohnensoße (甜麵醬 / 甜面酱, Tián Miàn Jiàng) getunkt und anschließend mit gehackten Frühlingszwiebeln in eine Art Mehlteigtasche gerollt werden.

Ein anderes bekanntes Gericht ist der mongolische Feuertopf, bei dem in einen Topf mit kochender, meist von unten auf Temperatur gehaltener, sehr scharfer Brühe in Streifen geschnittenes Hammelfleisch sowie Garnelen, Kohl (und anderes Gemüse) und Nudeln gestippt werden. Der Rest wird am Ende mitunter als Suppe getrunken.

Sport

Peking Guoan bei einem Heimspiel im Fengtai Stadium
Logo der Olympischen Spiele 2008

Für die Olympischen Sommerspiele 2008 wurde massiv in die sportliche Infrastruktur der Stadt investiert. Unter den zahlreichen Neubauten befindet sich das Olympiastadion, das sich durch seine Aufsehen erregende Architektur schon in der Bauphase zu einer neuen Sehenswürdigkeit Pekings entwickelt. Zu den zum zehnjährigen Jubiläum des Bestehens der Volksrepublik China 1959 errichteten Monumentalbauwerken gehört das Arbeiterstadion. In der Chinese Super League spielt der Fußballverein Peking Guoan.

Wie im ganzen Land ist auch in Peking der chinesische Nationalsport Tischtennis beliebt, die letzte Weltmeisterschaft in Peking wurde 1961 ausgetragen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Wangfujing-Straße
Cosco-Gebäude

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Regierungsunmittelbaren Stadt Peking im Jahre 2005 betrug 681,45 Milliarden Yuan (rund 84 Milliarden US-Dollar), was einem Anstieg von 11,1 Prozent gegenüber 2004 entspricht.[12] Es war eine der höchsten Wachstumsraten der letzten Dekade. Das BIP pro Kopf ist nach Hongkong, Macao und Shanghai das vierthöchste in der Volksrepublik China.

Peking ist mittlerweile das zweitgrößte Industriezentrum des Landes. Wichtige Industriezweige wurden in den Satellitenstädten angesiedelt: die Herstellung von petrochemischen Produkten in Fangshan, Maschinenfabrikation in Fentai, Eisen- und Stahlfabrikation in Shijingshan sowie Motorfahrzeugherstellung in Tongxian.

Über zwei Millionen Arbeiter der Provinz sind in der Industrie beschäftigt. Es werden Bekleidung, Konserven, Baumwoll- und Synthetikstoffe, Farben, Papier, Schmiermittel und elektronische Produkte hergestellt. Seit dem Beginn von Wirtschaftsreformen im Jahre 1978 gewinnt die Baubranche zunehmend an Bedeutung. In ihr sind rund 700.000 Bauarbeiter beschäftigt.

In der Landwirtschaft der Regierungsunmittelbaren Stadt arbeiten rund 900.000 Menschen. Zu den landwirtschaftlichen Erzeugnissen gehören Geflügel- und Schweinefleisch, Getreide, Gemüse (Kohl, Tomaten, Auberginen, Möhren und Zwiebeln), Milch und Eier.

Zahlreiche Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe haben sich in den vergangenen Jahren in Peking angesiedelt (über eine Million Beschäftigte). Die Stadt ist ein Einkaufs- und Modezentrum. Es gibt mehrere moderne Einkaufsbezirke (zum Beispiel in der Wangfujing-Straße). Tradition haben unter anderem Goldemaillearbeiten (Cloisonné), Jadeschnitzerei und die Teppichweberei.

Seit den Wirtschaftsreformen der 1980er und 1990er Jahre gibt es auch Betriebe, die von ausländischen Investoren getragen werden. Es entstanden viele Privatunternehmen. In Peking gibt es rund 100.000 privat angestellte Arbeitnehmer (Getihu) in Gewerbebetrieben. Das Dienstleistungsgewerbe zählt über 30.000 Betriebe mit rund 200.000 Beschäftigten. Peking hat schwerwiegende Probleme mit der Luft- (Kohleverbrennung) und Wasserverschmutzung.

Verkehr

Gegenwärtiger Ausbaustand des U-Bahn-Netzes von Peking

Als Verkehrsknotenpunkt verfügt Peking über Flughäfen und Bahnverbindungen in alle Teile des Landes, wie auch eine interkontinentale Strecke über Ulaanbaatar und die Transsibirische Eisenbahn nach Europa. Der Hauptflughafen (Flughafen Peking) liegt im Gebiet Shunyi, circa 20 Kilometer nordöstlich vom Stadtzentrum. Über den Kaiserkanal hat Peking Verbindung mit dem Gelben Fluss (黄河, Huáng Hé) und dem Jangtse.

Peking ist mit anderen Städten Chinas durch neun Autobahnen verbunden. Das Autobahnnetz Peking wird ständig erweitert. Für den innerstädtischen Verkehr stehen fünf Ringstraßen und einige Durchgangsstraßen zur Verfügung. Man klassifiziert das Stadtzentrum als den Teil von Peking, der innerhalb der 2. Ringstraße liegt und den Großraum der Stadt Peking als den Teil, der innerhalb der 5. Ringstraße liegt.

Ähnlich wie Moskau entwickelt Peking sich in Form von Ringen. Das hat Probleme für den Straßenverkehr mit sich gebracht. Staus sind häufig, und der Neu- und Ausbau von Ringstraßen scheint das Verkehrsproblem nicht zu lösen.

Innerstädtische öffentliche Verkehrsmittel gibt es in Form von fast eintausend Bus- und Trolleybuslinien. Der erste Oberleitungsbus fuhr am 26. Februar 1957 in der Stadt. Am 24. Juni 1899 fuhren die ersten elektrischen Straßenbahnen in Peking, der Betrieb wurde aber schon während des Boxeraufstands am 13. Juni 1900 wieder eingestellt. Am 17. Dezember 1924 wurde das System wiedereingeführt. Diesmal verkehrten die Straßenbahnen bis 6. Mai 1966.

Zwar gibt es heute keine Tramlinien mehr, dafür aber vier Untergrundbahnlinien (zwei unterirdisch und zwei auf Bodenebene). Der erste Streckenabschnitt der U-Bahn Peking wurde am 1. Oktober 1969 eröffnet. Mit der Inbetriebnahme mehrerer U-Bahn-Linien im Jahr 2008 wuchs das Netz auf acht Linien. Trotzdem kommt es immer zu langen Staus und stockendem Kolonnenverkehr.

Das Fahrrad hatte in Peking lange Zeit eine herausragende Bedeutung als innerstädtisches Verkehrsmittel, mit eigenen Radspuren für die ca. 10 Millionen privaten Fahrräder. In jüngerer Zeit wird es immer stärker von den privaten Pkws verdrängt. Um die Luftverschmutzung, den Verkehrsstau sowie den Fahrraddiebstahl zu verringern, setzt die Stadtverwaltung jetzt auf den Aufbau eines Netzes von Fahrradmietstationen, das bis zu den Olympischen Sommerspielen 2008 50.000 Räder zur Verfügung stellt.

Bildung

Von den vielen Hochschulen der Stadt sind die Peking-Universität (北京大學 / 北京大学, Běijīng Dàxué, gegründet 1898) und die Tsinghua-Universität (清華大學 / 清华大学, Qīnghuá dàxué, gegründet 1911) am bekanntesten. Landesweit bekannt sind auch die Volksuniversität (人民大學 / 人民大学, Rénmín dàxué) und die Pädagogische Universität Peking (北京師範大學 / 北京师范大学, Běijīng Shīfàn Dàxué). An der BLCU (北京語言化大學 / 北京语言文化大学, Běijīng yǔyán wénhuà dàxué, vormals Sprachinstitut; gegründet 1962), sind etwa drei Viertel der Studenten Ausländer, die Chinesisch studieren.

Ebenso interessant ist die Sportuniversität Peking (體育北京大學 / 北京体育大学, Běijīng tǐyù dà xué), die wichtigste Sportuniversität Chinas, bei Ausländern besonders für ein Studium des Wushu, oft in Kombination mit einem Sprachstudium, beliebt. Daneben gibt es die Chinesische Akademie der Wissenschaften und eine Reihe ihr unterstehender Forschungsinstitute. Die Fremdsprachenuniversität Peking (北京外國語大學 / 北京外国语大学, Běijīng wàiguóyǔ dàxué) ist eine der besten Fremdsprachenuniversitäten des Landes.

China Central Academy of Fine Arts heißt die Kunstakademie in Peking. Auch das Forschungsinstitut für Musik der Akademie der Künste Chinas ist in Peking angesiedelt.

Über 250.000 Menschen sind im wissenschaftlichen und technischen Bereich angestellt. Rund 500.000 Personen sind im Bildungs- und Kommunikationswesen tätig. Die Peking-Bibliothek ist die bedeutendste in der Volksrepublik China (circa zehn Millionen Bände; mit Beständen aus den Bibliotheken der Sung-, Yuan-, Ming- und Qing-Dynastien).

Die meisten Universitäten befinden sich im Haidian-Bezirk (海澱區 / 海淀区, Hǎidiàn qū) im Nordwesten der Stadt. Allein dort gibt es mehr als zwanzig Universitäten. siehe auch: Liste weiterführender Bildungseinrichtungen in Peking

Persönlichkeiten

Peking war Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten. Die bekanntesten sind unter anderem die Kaiser von China, Qianlong und Pu Yi, die Kaiserinwitwe Cixi, die Schachweltmeisterin Xie Jun, die Schauspieler Ivan Desny, Jet Li und Zhang Ziyi, die Schriftsteller Shan Sa und Lao She und die Sängerin und Schauspielerin Faye Wong.

Bis heute wurden rund zwanzig Personen zu Ehrenbürgern der Stadt Peking ernannt. Dabei handelt es sich überwiegend um Menschen mit Wohnsitz in Hongkong, unter ihnen zahlreiche Besitzer großer Konzerne (Tycoone). Einige Ehrenbürger stammen aus dem Ausland, darunter auch zwei Deutsche, der Filmproduzent Manfred Durniok (1934–2003) und der Klavierdesigner Lothar Schell.

Siehe auch: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Peking

Literatur

  • Xiaoli Cui: Gegenwärtige soziale Versorgung in der VR China, am Beispiel der Stadt Beijing. Südwind-Buchwelt, Wien 1997, ISBN 3900592292
  • Alexander Nadler: Peking und Umgebung. Iwanowski, Dormagen 2005, ISBN 3923975481
  • Diana Preston: Rebellion in Peking. Die Geschichte des Boxeraufstands. Deutsche Verlags-Anstalt, München-Stuttgart 2001, ISBN 342105407X
  • Thomas Reichenbach: Die Demokratiebewegung in China 1989. Die Mobilisierung durch Studentenorganisationen in Beijing. Institut für Asienkunde, Hamburg 1994, ISBN 3889101283
  • Uwe Richter: Die Kulturrevolution an der Universität Beijing: Vorgeschichte, Ablauf und Bewältigung. Institut für Asienkunde, Hamburg 1988, ISBN 3889100538
  • Eva Sternfeld: Beijing, Stadtentwicklung und Wasserwirtschaft. Sozioökonomische und ökologische Aspekte der Wasserkrise und Handlungsperspektiven. Technische Universität, Berlin 1997, ISBN 3798317607
  • Kai Strittmatter: Atmen einstellen bitte! Pekinger Himmelsstürze. Picus, Wien 2001, ISBN 3-8545-2742-X

Einzelnachweise

  1. World Gazetteer: Bevölkerungszahlen im administrativen Stadtgebiet
  2. World Gazetteer: Bevölkerungszahlen im geographischen Stadtgebiet
  3. World Gazetteer: Bevölkerungszahlen im Ballungsraum
  4. Länderinformationen zu China. Auswärtiges Amt, Dezember 2007. Abgerufen am 22. Januar 2008.
  5. World Gazetteer: Die wichtigsten Orte mit Statistiken zu ihrer Bevölkerung
  6. Meteorologyclimate.com: Extreme temperature records – worldwide
  7. WMO: World Weather Information Service
  8. Deutsche Botschaft Peking: Umweltschutz in der VR China
  9. Heise.de: Planziel: Blauer Himmel – Wie sich Peking auf die Olympiade 2008 vorbereitet
  10. Spiegel Online: Peking erlässt strengere Abgasregeln, 16. Februar 2008
  11. Beijing Official Website: http://www.ebeijing.gov.cn/Sister_Cities/Sister_City/ Städtepartnerschaften]
  12. Jones Lang LaSalle: Market Beijing – China

Siehe auch

Weblinks


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