Bekenntnis von Westminster

Das Bekenntnis von Westminster (englisch: Westminster Confession of Faith) aus dem Jahre 1646 (gedruckt 1647),[1] ist ein in manchen reformierten Kirchen noch heute gültiges Glaubensbekenntnis. Der Westminster Konfession geht es um eine systematische Darlegung der christlichen Lehre. Zur Zeit des englischen Bürgerkrieges wurde sie auf Veranlassung des englischen Parlamentes von einer eigens einberufenen Theologen-Kommission verfasst, um Gottesdienst, Lehre und Kirchenordnung der Kirche von England zu bestimmen. Die Westminster Confession war geplant als offizielles Glaubensbekenntnis für die Church of England, die Church of Ireland und die Church of Scotland und sollte die Neununddreißig Artikel ersetzen.[2] Bedingt durch die Restauration der englischen Monarchie (ab 1660) etablierte sich das Bekenntnis jedoch nur in der Church of Scotland als offizielles Dokument.[1]

Verfasst wurde es von der Westminstersynode, einem von 1643 bis 1649 tagenden und aus englischen und schottischen Presbyterianern bestehenden Kirchenkonzil, das vom Langen Parlament in England einberufen worden war.[3] Bekannte Mitglieder der Westminstersynode waren Alexander Henderson, John Lightfoot, Thomas Goodwin und Samuel Rutherford. Das Bekenntnis von Westminster gilt zusammen mit dem großen („Westminster Lager Catechism“) und dem kleinen („Westminster Shorter Catechism“) Katechismus bis heute als das offizielle Glaubensbekenntnis presbyterianischer Kirchen. Die US-amerikanischen Presbyterianer überarbeiteten das Bekenntnis zweimal. Dabei wurden die Anpassungen der ersten Revision aus Jahr 1789 (Trennung von Kirche und Staat) von den konservativen presbyterianischen Denominationen in den Vereinigten Staaten übernommen, die Überarbeitungen der zweiten Revision von 1903 (Kapitel über den Heiligen Geist, die Liebe Gottes und den Heiligen Geist) jedoch meist abgelehnt.[1]

Das Bekenntnis von Westminster war zudem die Grundlage für verschiedene andere Bekenntnisse, etwa der Savoy Declaration (1658), einem Bekenntnis der kongregationalistischen Kirchen und der London Baptist Confession (1677), einem Bekenntnis der Baptisten in England.[3]

Einzelnachweise

  1. a b c Peter Wallace: Westminster Confession. (of Faith). In: Hans Dieter Betz u.a. (Hrsg.): Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. 4 Auflage. 8, Nr. 8, UTB, Stuttgart 8. Oktober 2008, ISBN 978-3-8252-8401-5, Sp. 1499.
  2. J. Gordon Melton: Westminster Confession. In: Encyclopedia of World Religions. Encyclopedia of Protestantism, Nr. 6, Facts of File, New York 2005, ISBN 978-0816054565, S. 568.
  3. a b Peter Wallace: Westminster Assembly. (of Divines). In: Hans Dieter Betz u.a. (Hrsg.): Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. 4 Auflage. 8, Nr. 8, UTB, Stuttgart 8. Oktober 2008, ISBN 978-3-8252-8401-5, Sp. 1498.

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