Bela B. Felsenheimer
Bela B. während eines Interviews 2007
Bela B. 1998

Bela B. (* 14. Dezember 1962 in Berlin; bürgerlich Dirk Albert Felsenheimer), auch Bela B. (Barney) Felsenheimer, ist Schlagzeuger, Songwriter und Sänger der Band Die Ärzte. Außerdem ist er Schauspieler und Synchronsprecher.

Inhaltsverzeichnis

Jugend

Dirk Felsenheimer wuchs in Berlin-Spandau mit seiner Zwillingsschwester Diana auf. Ihre Eltern trennten sich, als er fünf Jahre alt war.

Er besuchte die Egelpfuhl-Gesamtschule und begann anschließend eine Ausbildung als Polizist, die er aber bald abbrach. Anschließend trat er bei Hertie eine Ausbildung an, wurde aber entlassen, weil er sich nicht angemessen kleidete. Danach absolvierte er eine dreijährige Ausbildung zum Dekorateur in einem Modehaus.

Zum Schlagzeugspielen kam Bela bereits in seiner Jugend, als er im Keller des Freundes seiner Schwester erste Versuche unternahm. Schon bald kaufte er sich ein eigenes Schlagzeug und sang zwischenzeitlich in einem Chor. Seine Eltern unterstützten ihn und er bekam einen eigenen Proberaum im Keller.

Seinen Künstlernamen lehnte er an den Dracula-Darsteller Bela Lugosi an, für den er sich von kleinauf begeistert hatte. Das B. ist die Abkürzung für Barney Geröllheimer aus der Fernsehserie Familie Feuerstein, wie er des Öfteren wegen seines Nachnamens Felsenheimer, der dem Namen Geröllheimer ähnelt, genannt wurde.

Bela B. Live in München 2006

Musikerkarriere

Nach einem Urlaub in London begeisterte er sich für den Punk und schloss sich der Szene an. Dadurch geprägt gründete er seine erste Band Empire. Anschließend spielte er noch in den Bands Wild In The Streets und Kawumm und von 1979 bis 1982 zusammen mit Hussi Kutlucan, Bernd van Huizen, ab 1980 auch mit Jan Vetter alias Farin Urlaub, in der Punkband Soilent Grün, benannt nach dem Science-Fiction-Film Soylent Green. Damit gelangen den jungen Musikern erste Erfolge. Folgerichtig erschien auch das erste Album Die Fleisch EP. Die Überreste der Band gaben 1982 im Berliner SO36 ihr Abschiedskonzert. Als Vorgruppe spielten damals ZK, die Vorgängerband der Toten Hosen.

Anschließend gründete Bela B. gemeinsam mit Farin Urlaub und Sahnie (Hans Runge) die Band Die Ärzte. Nach drei erfolgreichen Alben wurde der Bassist Sahnie wegen persönlicher Differenzen aus der Band „geschmissen“. Anschließend wurde noch ein Album mit dem Bassisten Hagen Liebing (The Incredible Hagen) veröffentlicht. Dann folgte ein Live-Album und die Auflösung der Ärzte. 1988 lernte Bela B. Rodrigo González kennen. Mit ihm gründet er 1989 die Band S.U.M.P., die später in „Depp Jones“ umbenannt wurde. In dieser Zeit erschien unter anderem die EP Get Wise, Get Ugly, Get Sump, die aus Coverversionen von bekannten Songs bestand. Die Band konnte jedoch nicht an die Erfolge von Die Ärzte anknüpfen. Nach zwei erfolglosen Alben kündigte die Plattenfirma den bestehenden Vertrag. Nach einem mehrseitigen Brief von Farin Urlaub an Bela B. ließ dieser sich überreden Die Ärzte 1993 wiederzugründen. Rodrigo Gonzalez, vormals Gitarrist bei Depp Jones, wurde neuer Bassist bei den Ärzten.

Im Jahre 2006 veröffentlichte Bela B., wie auch schon sein Bandkollege Farin Urlaub einige Jahre zuvor, sein erstes Soloalbum „Bingo“, produziert von Wayne Jackson und Olsen Involtini. Am 15. April 2006 erschien die erste Single „Tag mit Schutzumschlag“, am 12. Mai das Album „Bingo“. Unter anderem arbeitet er darauf mit Lee Hazlewood, Charlotte Roche und Lula, seiner besten Freundin, zusammen. Außerdem trat er mit seiner Band „Bela B. y Los Helmstedt“ während einer Tournee und Festivals wie Rock im Park, Rock am Ring, MTV Campus Invasion und Gurtenfestival auf. Als Grund für die Produktion dieses Soloalbums nennt Bela B., dass er sich vermehrt der Musik widmen wollte, nachdem er der Ansicht war, dass diese zu kurz gekommen war.

Hobbys und andere Projekte

Bela B. beim Schreiben von Autogrammen

Bela war Inhaber des Leipziger Comicverlags Extrem Erfolgreich Enterprises, der allerdings 2006 aufgegeben wurde, und Autor (unter anderem in der Vampir-Anthologie Liber Vampirorum: Last Blood oder für die Comics seines Verlages). Ein weiteres Hobby ist die Schauspielerei. Er ist bei der Agentur „Charade“ angemeldet und wirkte unter anderem bereits in mehreren Alarm-für-Cobra-11- und Tatort-Folgen sowie in dem Film Ein göttlicher Job mit. Im Jahr 2004 wurde der Film Edelweißpiraten veröffentlicht, in dem Bela die Hauptrolle, den KZ-Häftling Hans Steinbrück, spielt. Außerdem wirkte er auch als eine der Hauptrollen im Film „Richy Guitar“ mit. Als Synchronsprecher spricht er die Figur Clay in der MTV-Comic-Serie Free for all. Zusammen mit Thomas D von den Fantastischen Vier nahm er das Hörspiel Faust vs. Mephisto auf und weiterhin das Hörbuch Venus im Pelz mit der Schauspielerin Catherine Flemming. Im Jahre 2005 übernahm Bela unter anderem eine Rolle in dem von der Filmakademie Baden-Württemberg hergestellten Kurzfilm KINGZ (Regie: Benni Diez und Marinko Spahić), sowie die Rolle des Ronnie in der Krimiparodie Salamander (von Barbara Gebler) und er sprach sämtliche Stimmen bei der deutschen Synchronisation des dänischen Filmes Terkel in Trouble. Außerdem ist auch er bekennender Fußballfan des FC St. Pauli. Er versucht bei jedem Heimspiel am Millerntor anwesend zu sein. Bela gilt als Fan von Turbonegro, er gründete 1996 die Turbojugend St. Pauli als erstes Chapter der Vereinigung. Sportlich selbst aktiv ist er als Läufer[1]. 2007 erschien eine Biografie von Elvis Presley als Hörbuch, als Sprecher fungierte Bela B.

Im Jahre 2006 spielte Bela für den Film Vineta von Franziska Stünkel den Wir sind Helden-Song Bist du nicht müde zusammen mit der Band neu ein. Hierzu hatte er das Original-Lied gemeinsam mit der Band umgetextet. Außerdem spielt er in dem Film eine kleine Gastrolle als Wachmann Herrhaus.

Bela B. ist Mitglied der globalisierungskritischen Bewegung attac.

Außerdem unterstützt er die von der Berliner Punkrockband ZSK ins Leben gerufene Initiative "Kein Bock auf Nazis".

Für die Zeitschrift DIE WELT interviewte Bela 2007 seinen Lieblingsregisseur Quentin Tarantino anlässlich dessen Film Death Proof - Todsicher. Bela spielt 2009 in Tarantinos „Inglourious Basterds“ eine kleine Rolle. In der Horrorfilmproduktion des Privatsenders ProSieben Gonger aus dem Jahre 2008 spielt Bela B. den Kriminalkommissar Petersen.

Musikstil und Spieltechnik

Bela hat nach seiner eigenen Darstellung eine hohe Affinität zum Horror-Genre, was auch in verschiedenen seiner Songs (Dein Vampyr, Mysteryland, Der Graf, Die Nacht, Wir werden schön, Der Vampir mit dem Colt, Monsterparty) Niederschlag findet. Bei dem Song „Licht am Ende des Sarges“ gibt er an, dass ihm dieses dunkle Image eigentlich auf den Geist gehe, aber dieser Song sei ironisch gemeint.

Ein besonderes Kennzeichen von Bela ist, dass er bei Auftritten stets stehend Schlagzeug spielt (im Studio, beim „Rock'n'Roll Realschule“-Konzert und im Unpluggedpart der Jenseits der Grenze des Zumutbaren sowie der Unrockstar-Tour spielt auch er sitzend). Dies tut er, seitdem er 1983 die Stray Cats gesehen hat. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er die ersten Ärzte-Konzerte noch im Sitzen gespielt.

Diskografie

Album

Singles

Hörspiele und -bücher

  • 1992: Die Nixe / The Mermaid (von und mit Christa Fast)
  • 2002: Die Brautprinzessin
  • 2003: The KLF der schnelle weg zum Nr. 1 Hit
  • 2004: Gabriel Burns - Folge 6, Die Totenmaschine (als Barkeeper)
  • 2004: Thomas D vs. Bela B - Faust vs. Mephisto
  • 2005: Venus im Pelz
  • 2005: Böse Nacht Geschichten
  • 2006: Captain Berlin vs. Dracula (von Jörg Buttgereit)
  • 2006: Vampira-Hörspiel-Reihe von Lübbe-Audio
  • 2007: Last Train To Memphis (Elvis Presley-Biographie - 1. Teil)
  • 2007: Careless Love (Elvis Presley-Biographie - 2. Teil)
  • 2009: Kill your friends (von John Niven)

Filmographie

Einzelnachweise

  1. Promi- Sichtung beim Lümmellauf - Nachricht auf www.Laufen-in-Hamburg.de

Weblinks


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