Belagavi
Belgaum
Belgaum (Indien)
DEC
Staat: Indien
Bundesstaat: Karnataka
Distrikt: Belgaum
Lage: 15° 51′ N, 74° 30′ O15.8574.57Koordinaten: 15° 51′ N, 74° 30′ O
Einwohner: 399.600 (2001)[1]p1
Website: belgaumcity.gov.in

Belgaum bzw. Belagavi (Kannada: ಬೆಳಗಾವಿ Beḷagāvi; Marathi बेळगांव Beḷgā̃o) ist eine Stadt im südwestindischen Bundesstaat Karnataka mit rund 443.000 Einwohnern (Berechnung; Stand: 1. Januar 2007). Sie liegt im westlichen Hochland von Dekkan, am Rande der Westghats nahe der Grenze zu Maharashtra und Goa, auf einer Höhe von 753 Metern über dem Meeresspiegel und ist etwa 90 Kilometer von der Küste des Arabischen Meeres entfernt. Belgaum ist Hauptstadt des gleichnamigen Distriktes. Ein großer Teil der Bevölkerung spricht das indoarische Marathi, Amtssprache ist das dravidische Kannada.

Anlässlich des fünfzigsten Jahrestags der Gründung des Bundesstaats im Jahr 2006 beschloss die Regierung von Karnataka nach einem Vorschlag des Schriftstellers U. R. Ananthamurthy, den englischen Namen der Stadt in ihre Kannada-Namensform Belagavi umzubenennen. Da die indische Zentralregierung der Namensänderung bisher nicht zugestimmt hat, ist der Umbenennungsprozess aber noch nicht abgeschlossen.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Belgaum entstand gegen Ende des 12. Jahrhunderts, als die Ratta-Dynastie ihre Hauptstadt aus dem nahe gelegenen Saundatti hierhin verlegte. Die Ratta finden Erwähnung in einer Inschrift von 1199 auf einer Säule der Freitagsmoschee. Eine weitere Inschrift von 1261 weist auf die Yadava hin, die Belgaum um die Mitte des 13. Jahrhunderts eroberten. Im frühen 14. Jahrhundert fiel die Stadt vorübergehend an das Sultanat von Delhi, bald darauf an das Hindu-Reich Vijayanagara und 1474 an die Bahmaniden, deren bröckelnde Herrschaft 1490 von den Adil Shahi von Bijapur abgelöst wurde. Die Adil Shahi bauten die aus der Ratta-Zeit stammende Festung aus. Im späten 17. Jahrhundert unterwarf Großmogul Aurangzeb Bijapur und damit auch Belgaum, das vorübergehend den Namen Azamnagar erhielt. Im frühen 18. Jahrhundert folgten die Marathen. Diese unterlagen 1818 nach mehreren Kriegen endgültig den Briten, die Belgaum in die Präsidentschaft Bombay eingliederten und als Infanteriestützpunkt nutzten. Nach der Unabhängigkeit Indiens im Jahre 1947 war Belgaum zunächst Teil des Bundesstaates Bombay. 1956 kam es zu Mysore, das seit 1973 den Namen Karnataka trägt. Karnataka entstand entlang der Sprachgrenzen des Kannada. Da ein großer Teil der Bevölkerung des Distriktes und der Stadt Belgaum jedoch marathisprachig ist, bestehen Forderungen seitens des benachbarten Bundesstaates Maharashtra auf die Region.

Wirtschaft und Infrastruktur

Belgaum ist ein bedeutender regionaler Industriestandort. In der Stadt befindet sich eines der größten Aluminiumoxidwerke Indiens. Weiterhin bedeutsam ist vor allem der Maschinenbau (Motoren, Fahrzeugteile, Hydraulikpumpen, Ventile), in geringerem Maße auch die Herstellung von Textilien sowie die Nahrungsmittelindustrie.

Belgaum ist sowohl an den National Highway 4 zwischen Pune und Bengaluru als auch an das nationale Eisenbahnnetz angeschlossen. In Sambre, etwa zehn Kilometer westlich der Stadt, befindet sich ein regionaler Flugplatz mit regelmäßigen Verbindungen nach Mumbai und in mehrere Großstädte des Dekkan.

Die Stadt ist zudem Standort des indischen Heeres und eines Luftwaffenstützpunktes.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt ist die aus dem frühen 13. Jahrhundert stammende Festung, die von späteren Herrschern vielfach umgebaut und erweitert wurde. Ihre heutige Gestalt erhielt sie weitestgehend im 16. Jahrhundert. Innerhalb der Festungsmauern befinden sich unter anderem der Jaina-Tempel Kalama Basti im späten Chalukya-Stil, die Safa-Moschee und die Freitagsmoschee (Jama Masjid) aus dem 16. Jahrhundert.

Einzelnachweise

  1. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order)
  2. The Hindu: Centre mum on ‘Bengaluru’, 18. 12. 2007.

Weblinks


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