Belegost

Die von J. R. R. Tolkien in mehreren Romanen beschriebene Fantasywelt Arda gehört zu einer der komplexesten Weltenschöpfungen der phantastischen Literatur. Einige der fiktiven Orte auf Arda – insbesondere auf dem Kontinent Mittelerde – sind so bekannt, dass sie zum Allgemeingut der Populärkultur gehören. Für viele der Örtlichkeiten existieren unterschiedliche Namen und Bezeichnungen in den verschiedenen von Tolkien erfundenen fiktiven Sprachen.

Inhaltsverzeichnis

Arda

Die zwei Bäume Telperion und Laurelin; Pastellzeichnung

Arda (Quenya für „Das Reich“) ist der elbische Name für die gesamte Welt. Er wird meistens als „Königreich Arda“ für das Reich Manwes, des nach Melkors (von Feanor und späteren Elben auch Morgoth genannt) Verbannung mächtigsten der Valar, verwendet.

Zunächst war Arda nur ein Gesicht, eine Idee im Geiste llúvatars, erst die Musik der Ainur schuf Arda in der Wirklichkeit, allerdings nur als dunkle „Rohform“. Einige der Ainur baten Ilúvatar, in die Welt hinabsteigen zu dürfen, um sie so zu formen, wie sie es in Ilúvatars Gesicht (wie es im Silmarillion genannt wird) gesehen hatten. Diese Ainur wurden Valar (jene mit mehr Macht) und Maiar (jene mit weniger Macht) genannt.

Die Valar bezogen ihren Wohnsitz auf der Insel Almaren in Mitten eines riesigen Urkontinents. Das erste Licht für Arda spendeten die zwei Lampen Illuin und Ormal, die die Valar im Norden und Süden auf großen Pfeilern aufgestellt hatten. Sie wurden jedoch bald von Melkor, der sich von den übrigen Ainur abgewandt und seine eigene Festung Utumno in die gewaltigen Eisenberge geschlagen hatte, zerstört. Die Pfeiler stürzten um und zerschlugen das Land in mehrere Kontinente, u. a. Aman und Mittelerde. Während Aman durch das Licht der beiden Bäume von Valinor erhellt wurde, blieben Mittelerde und die übrigen Kontinente dunkel bis zum Aufgang von Sonne und Mond, die aus Früchten der Bäume (nach deren Zerstörung durch Melkor) geschaffen wurden.

Am Ende des Zweiten Zeitalters in der Geschichte von Arda änderte sich die Beschaffenheit der Welt: Während sie vorher eine Scheibe gewesen war, wandelte sie sich jetzt mit dem Untergang Númenors und der Entrückung Amans zu einer Kugel. Darum waren im dritten Zeitalter alle Wege „krumm“, außer dem „geraden Weg“, der nach Valinor in den „Westen“ führte.

Cuiviénen

Cuiviénen ist eine Bucht des Binnenmeers Helcar aus der Zeit vor Sonne und Mond in Mittelerde. Dort erwachten die ersten Elben, Ilúvatars erstgeborene Kinder, aus ihrem Schlaf in dem Moment, als Varda die Sterne des Himmels erschuf. Da es das erste war, was sie erblickten, liebten die Elben das Sternenlicht mehr als alles andere. Daher werden sie auch Eldar, das Sternenvolk, genannt.

In Cuiviénen verbrachten die Elben viele Jahre auf sich allein gestellt und entwickelten ihre erste Sprache. Bald wurden sie von Melkor gefunden, der Angst und Schrecken unter sie brachte und einige entführte, aus denen er vermutlich die Orks züchtete. Hier fand sie später auch Orome und blieb eine Zeit lang bei ihnen. Nach seiner Rückkehr und seinem Bericht in Valinor beschlossen die Valar, die Elben nach Aman zu holen. Sie riefen die Führer der Elben, Ingwe, Finwe und Elwe, als Botschafter zu sich. Diese bewegten ihre Stammesangehörigen, ihnen nach Westen zu folgen. Durch den Krieg der Valar gegen Melkor wurde auch Cuiviénen verheert – nach Cuiviénen gibt es keinen Weg zurück, weswegen sich die Elben oft wehmütig daran erinnern.

Binnenmeer Helcar

Das Binnenmeer Helcar ist das größte in Arda existierende Binnenmeer. Es entstand nach der Zerstörung der beiden Leuchten Illuin und Ormal und wurde am Ende des ersten Zeitalters zerstört. Es befand sich ungefähr im Bereich von Mordor und Rhûn und das Meer von Rhun stellt den nördlichsten Ausläufer dar[1]. Die Ausdehnung des Binnenmeeres beträgt ca. 1.025.000 Quadratmeilen [2].

Aman

Der westlichste aller Kontinente Ardas und Wohnort der Valar und der meisten Maiar. Auf Aman befand sich das Segensreich Valinor, welches häufig, aber fälschlicherweise, dem ganzen Kontinent gleichgesetzt wird.

Der Kontinent wurde durch verschiedene Zauber und geographische Begrenzungen (überwiegend im Osten Amans) wie die steile Bergkette Pelóri und die Schattenmeere vor Melkor geschützt. Die Pelóri wurden in den späteren Zeitaltern weiter aufgetürmt, zudem legten die Valar die sogenannten Verwunschenen Inseln vor der Ostküste Amans an. Nach dem Untergang Beleriands war Belegaer, das Trennende Meer, breiter, die Helcaraxe, eine aus Malm-Eis bestehende Verbindung zwischen Aman und Mittelerde verschwunden. Nach der Umformung Ardas von einer Scheibe zu einer Kugel am Ende des Zweiten Zeitalters wurde Aman der Welt entrückt und war nur noch über den „Geraden Weg“ durch die Schwanenschiffe der Elben erreichbar.

Der höchste Berg Amans war der Taniquetil, etwa auf halber Länge der Pelóri von Nord nach Süd. Von seinem Gipfel aus sahen Manwe und Varda über ganz Arda. Der höchste Berg südlich des Taniquetil war der Hyarmentir. In der Nähe dieses Gipfels lebte Ungolianth in einer Schlucht.

Allein den Valar, Maiar und Elben war es gestattet, Aman zu betreten. Als die Númenorer unter Ar-Pharazôn gegen Ende des Zweiten Zeitalters versuchten, Valinor der Unsterblichkeit willen anzugreifen, und es auch tatsächlich betraten, wurden sie während der Umformung der Welt unter Steinen begraben.

Valmar

Valmar oder Valimar war die Hauptstadt Valinors und wohl zugleich die einzige Stadt der Valar. Sie war riesig und prunkvoll. Vor den Toren der Stadt lag der Hügel Ezellohar, auf dem durch Yavannas Gesang die zwei Bäume des Lichts wuchsen. Die Valar nannten sie Laurelin und Telperion. In Kübeln fing Varda ihre Früchte auf und formte daraus die Sterne. In der Nähe des Hügels befand sich Máhanaxar, der Ring des Schicksals, der den Valar als Versammlungsort und Gerichtshof diente.

Valmar war nicht die einzige Behausung der Valar, wenngleich sie die einzige Stadt war. Ganz im Westen, am Randmeer Ekkaia, vor den Toren der Nacht waren die Hallen Mandos', wohin die Bewohner Mittelerdes nach ihrem Tod gelangten. In der Nähe davon befanden sich Niennas Hallen. Die Wälder Oromes lagen südlich von Valmar, westlich davon die Wiesen Yavannas. In den Gärten von Lorien auf einer Insel im See Lorellin lebten Irmo und Este sowie der Maia Olórin, der später als Gandalf nach Mittelerde gesandt wurde.

Elbenstädte

Den Elben war es vorbehalten, neben den Valar in Aman zu wohnen. Die schwimmende Insel Tol Eressea, auf der die ersten Elben nach Aman verschifft wurden, befestigte Osse in der Bucht von Eldamar. Am Ende des Ersten Zeitalters, nach dem Untergang Beleriands, erbauten elbische Flüchtlinge aus dem versunkenen Teil Mittelerdes dort die Stadt Avallóne.

Die Teleri errichteten bereits im Zeitalter der Bäume den Schwanenhafen Alqualonde an der Küste der Bucht von Eldamar, am östlichen Ende des Calacirya. Der Calacirya war die einzige Lücke in den Pelóri und damit der einzige Weg ins Landesinnere. Durch den Pass schien bis zu deren Vernichtung das Licht der zwei Bäume nach Alqualonde.

Genau in der Mitte des Calacirya lag die Noldorstadt Tirion auf dem Hügel Túna. In ihrem Zentrum befand sich der Turm Mindon Eldaliéva, das höchste Bauwerk der Elben in Aman.

Beleriand

(Im Zeitalter der Bäume und dem Ersten Zeitalter der Sonne)

In Beleriand spielt sich die Geschichte der Elben im Ersten Zeitalter ab. Nachdem Feanor und die Noldor ihres schrecklichen Schwurs wegen aus dem Segensreich Valinor verbannt worden waren, kämpften sie mit dem in Beleriand beheimateten Elbenvolk der Sindar gegen die Geschöpfe Morgoths in den fünf großen Schlachten von Beleriand, bis die Valar ihnen im Krieg des Zorns zu Hilfe kamen und Morgoth für immer in die Äußere Leere, ins Nichts, verbannt wurde.

Beleriand war der westliche Teil des Kontinents Mittelerde, ein riesiges Land beiderseits des Flusses Sirion, das von dem Meer Belegaer im Westen und Süden und den Gebirgen Ered Luin im Osten sowie Ered Wethrin und Ered Gorgoroth im Norden begrenzt wurde. Der Name Beleriand soll ursprünglich „Land von Balar“ bedeutet haben und nur für das Land rund um die Sirionmündung benutzt worden sein. Später bezeichnete man das ganze Land südlich der Ered Wethrin und westlich der Ered Luin, einschließlich Dorthonion und Nevrast so. Der Fluss Sirion teilte es in Ost- und West-Beleriand. Hier ließen sich diejenigen Elben nieder, die dem Vala Orome zu Beginn des Ersten Zeitalters zwar nach Westen folgten, Mittelerde aber nicht Richtung Aman verlassen wollten. Aus diesen Elben wurden die Sindar. Später kamen die Elbenstämme der Laiquendi und Noldor hinzu.

Die lange Hügelkette von Andram trennte den wenig bevölkerten Süden vom Norden, in dem sich die Fürsten der Noldor ansiedelten. Im Zentrum von Beleriand lagen die Reiche von Doriath und Nargothrond. Nördlich der Gebirge Ered Wethrin und Ered Gorgoroth schloss sich die Ebene Ard-Galen (Grüne Gegend), die nach ihrer Verbrennung in der Schlacht des Jähen Feuers Anfauglith (Der Erstickende Staub) genannt wurde. Dahinter befanden sich die Eisenberge, wo sich Morgoth seine zweite Festung Angband einrichtete.

Menschen kamen nur wenige nach Beleriand: zuerst nur die aus den drei Häusern der Edain. Einige traten in die Dienste von Elben, einige siedelten sich in Estolad (Sindarin für „Das Lager“) an, manche im Wald von Brethil (die Haladin) und viele zogen weiter in die Nördlichen Länder, wo sie als Verbündete im Kampf gegen Morgoth besonders willkommen waren.

Bei den Erschütterungen der Welt durch den Krieg des Zorns versank Beleriand im Meer, nur ein Stück blieb übrig: die Ered Luin (die Grenze nach Eriador) und ein Teil des Landes westlich davon: Ossiriand, das als Lindon bekannt wurde. Hier ließen sich Gil-galad und Círdan nieder. Die meisten anderen Elben der Noldor- und Sindarstämme gingen endgültig nach Aman, wo die Noldor nun, nach der Vernichtung der Silmaril, trotz Feanors Schwur wieder willkommen waren. Den treuen Edain wurde Númenor, „das Land der Gabe“, geschenkt. Damit endete das Erste Zeitalter.

Beleriand war für die Menschen und Hobbits des dritten Zeitalters ein Reich der Sagen und Legenden. Nur manche der Elben, wie Galadriel, Elrond oder Círdan, hatten darin gelebt.

Angband

Im Norden Beleriands grenzten die Ered Engrin (Eisenberge) die bewohnbaren Lande von den Gegenden ewiger Kälte ab. Die Eisenberge waren ein Überbleibsel aus der Zeit der Zwei Leuchten (siehe Arda). Bereits Morgoths erste Festung Utumno (im Sindarin: Udûn) hatte in jenem Zeitalter in den Ered Engrin gelegen. Seinen zweiten Wohnsitz Angband (Eisenkerker, --hölle) gruben Morgoths Diener tief in das Gebirge. Aus dem dabei entstandenen Schutt türmten sie die Berggruppe Thangorodrim über den südlichen Toren der Festung auf. Diese war bis weit über die Ebene von Ard-Galen/Anfauglith zu sehen. In Angband versteckte Morgoth die Silmaril in seiner eisernen Krone. Beren und Lúthien waren die einzigen Bewohner Beleriands, die bis in die Tiefste Halle der Festung, in der Morgoth saß, vordringen, einen der Silmaril stehlen und Angband wieder lebend verlassen konnten.

Ard-Galen/Anfauglith

Ard-Galen war eine große von Gras bewachsene Ebene im nördlichen Beleriand. Sie lag im Norden des Hochlands von Dorthonion und im Süden von Angband und den Thangorodrim. Im Westen grenzte sie an die Ered Wethrin, im Osten an die Ered Luin. Nach der Dagor Aglareb (Ruhmreiche Schlacht) wurde Angband beinahe vierhundert Jahre lang belagert. Die Belagerung endete nach 395 Jahren, als Morgoth seinen ersten der großen Drachen frei ließ und Ströme aus Flammen vom Thangorodrim herab fluteten und die ganze Ebene – und mit ihr alle Belagerer – verbrannten. So wurde aus Ard-Galen (Grüne Gegend) die Anfauglith (Erstickender Staub). Dieser Angriff Morgoths wurde Dagor Bragollach (Schlacht des Jähen Feuers) genannt.

Bis zum Untergang Beleriands blieb die gesamte Anfauglith eine trostlose Öde, bis auf einen großen Hügel, den Orks nach der Nirnaeth Arnoediad (Schlacht der Ungezählten Tränen) aus den Leichen, Rüstungen und Waffen aller Gefallenen auftürmten. Der Hügel war sehr hoch und konnte daher auch von weither gesehen werden. Er wurde Haudh-en-Ndengin genannt, was Hügel der Erschlagenen bedeutet, oder Haudh-en-Nirnaeth, Hügel der Tränen. Auf diesem Hügel aber wuchs wieder hohes, grünes Gras.

Brethil

Brethil war ein Wald, der nordwestlich von Doriath lag. Er wurde von den Flüssen Teiglin und Sirion umschlossen. Inmitten von Brethil lag der Berg Amon Obel, auf dem Ephel Brandir, eine Festung der Haladin, dem zweiten Volk der Edain, stand.

Doriath

Doriath war ein großes Sindar-Königreich im Zentrum Beleriands. Es wurde früh, noch vor dem Ersten Zeitalter der Sonne von dem Elben Thingol und der Maia Melian auf dem Land errichtet, das vormals Eglador geheißen hatte. Nach der ersten Schlacht in den Kriegen von Beleriand webte Melian den sogenannten Gürtel Melians, um die Gebiete Neldoreth, Region und Nivrim (die inneren Lande von Doriath) zu schützen. Thingol erhob auch Anspruch auf Lande außerhalb des Gürtels, zum Beispiel Brethil und Dimbar.

Die Hauptstadt des Reiches und Wohnsitz von Thingol und Melian war das unterirdische Höhlensystem Menegroth (Sindarin für „Die Tausend Grotten“), das die Zwerge aus Belegost für die Elben erbaut hatten. Gegenüber der Tore befand sich die Buche Hírilorn, in der Lúthien, die Tochter Thingols, wohnte.

Während Thingol dem Hause Finarfin und den Zwergen freundlich gesinnt war, untersagte er es dem Hause Feanor und den Menschen, Doriath zu betreten. Nachdem er die wahre Geschichte von der Rückkehr der Noldor nach Mittelerde erfahren hatte, verbot er außerdem den Gebrauch der Noldorsprache Quenya in seinem Reich.

Geschützt von der Macht Melians und der Vorsicht Thingols, war Doriath nicht in die großen Schlachten der Kriege von Beleriand verwickelt, auch wenn seine Grenzen stets von Beleg Langbogen und seinen Grenzwachen verteidigt wurden. Am Ende wurde Doriath aber doch noch in den Fluch der Noldor mit hineingezogen, denn Thingol verlangte einen der Silmaril als Brautpreis für seine Tochter Lúthien. Auch um dieses Juwels wegen wurde Thingol in Menegroth von den Zwergen aus Nogrod erschlagen. Nach seinem Tod verließ Melian Mittelerde und der Banngürtel um Doriath wurde aufgehoben. Als Dior, Thingols Enkel, von den Söhnen Feanors erschlagen wurde, flohen die Elben aus Doriath; die Überlebenden zogen zu den Anfurten des Sirion.

Gondolin

Turgons Turm wird zerstört.
Illustration von Tom Loback

Gondolin (Sindarin für „Verborgener Felsen“) war eine Elbenstadt in Beleriand, die der Noldorkönig Turgon gegründet hatte und deren Herrscher er war.

Sie lag verborgen zwischen den Umzingelnden Bergen im Tal von Tumladen und erstrahlte in hellem Weiß. Man erreichte sie nur durch einen Geheimgang, der in einem trockenen Flussbett begann, und durch sieben Tore, jedes besser bewacht als das vorherige und jedes aus anderem Material.

Letzten Endes waren die Schutzmaßnahmen dennoch nicht ausreichend. Durch den Verrat von Maeglin erfuhr der dunkle Herrscher Morgoth das Geheimnis der Lage der von ihm lange gesuchten Stadt. Daraufhin wurde Gondolin von einer Armee Morgoths, in der nicht nur Orks, sondern auch Drachen und Balrogs kämpften, zerstört und König Turgon, der Träger des Schwertes Glamdring, welches später in Gandalfs Hand gelangte, getötet. Turgons Tochter Idril entkam mit ihrem Mann Tuor, ihrem Sohn Earendil und ein paar wenigen der Noldor durch einen geheimen Tunnel.

Die Geschichte Von Tuor und dem Fall von Gondolin ist nach Tolkiens eigener Aussage die älteste aller Geschichten aus Mittelerde, er schrieb ihre erste Fassung bereits 1916/17.[3]

Hithlum

Hithlum (Sindarin für „Nebelland“) war ein Gebiet nördlich von Beleriand, im Westen begrenzt von den Ered Lómin und im Osten und Süden von den Ered Wethrin. Seine Südhälfte wurde durch die Berge von Mithrim in die Gebiete Dor-lómin (im Westen) und Mithrim mit dem Mithrim-See (im Osten) geteilt. Hithlum war eine kalte, aber schöne Hochebene. Zuerst nur von einigen Sindar besiedelt, wurde es, als die Noldor nach Mittelerde zurückkehrten, von Fingolfin und Fingon als Wohnsitz genommen. Später ließen sich auch die Edain vom Hause Hador dort nieder.

Nargothrond

Nargothrond war sowohl der Name des Noldor-Königreiches Finrod Felagunds in West-Beleriand als auch der großen unterirdischen Festung am Fluss Narog, die Hauptburg und Palast des Reichs war. Die Höhlen in der Hügelkette von Andram, ursprünglich von den Noegyth Nibin (Sindarin für „Kleinzwerge“) entdeckt und Nulukkhizdîn genannt, wurden für Finrod von den Zwergen der Ered Luin ausgebaut, die ihm daraufhin den Namen Felagund („Höhlenschleifer“) verliehen. Die Festung war Menegroth in Doriath nachempfunden. Später ließ Túrin eine breite Brücke über den Narog bauen, die den Elben im Kampf gegen Morgoth die Überquerung des Flusses mit großen Heeren erleichterte. Beim Gegenschlag Morgoths ermöglichte diese Brücke jedoch dem Drachen Glaurung in Nargothrond einzudringen und die Stadt mit ihren Schätzen zu erobern.

Tol Sirion

Tol Sirion (Quenya für „Insel des Flusses“) war eine Insel im Fluss Sirion, an der engsten Stelle des Sirion-Passes zwischen dem Schattengebirge (Ered Wethrin) und den Umzingelten Bergen, wo Gondolin lag. Dort erbaute der Noldorfürst Finrod die Festung Minas Tirith (nicht zu verwechseln mit der Hauptstadt Gondors im Dritten Zeitalter), die er von seinem Bruder Orodreth bewachen ließ, nachdem er Nargothrond erbaut hatte, um das Hinterland vor den Horden Morgoths zu schützen. Zwei Jahre nach der Vierten Schlacht Beleriands, Dagor Bragollach, wurde die Festung von Sauron eingenommen und wurde fortan Tol-in-Gauroth (Sindarin für „Insel der Werwölfe“) genannt. Von seinem Turm aus konnte Sauron das ganze Tal des Sirion überwachen. So nahm er Finrod, Beren und ihre Gefährten gefangen, als diese den Silmaril aus Angband stehlen wollten, und begann sie an seine Wölfe zu verfüttern, bis Lúthien ihm mit dem großen Hund Huan und ihren mauerbrechenden Gesängen zehn Jahre später zu Leibe rückte: „Und der Zauber wurde gelöst, der Stein an Stein band...“. Dabei wurde der Werwolf Draugluin, ein Diener Saurons, getötet und Sauron verjagt. Etwas abseits von den Trümmern, auf einem grünen Hügel, begruben sie den weitsichtigen König Finrod Felagund, der im Kampf gefallen war. Bis Beleriand am Ende des Ersten Zeitalters versank, hieß die Insel wieder Tol Sirion.

Zwergenbehausungen

Im Silmarillion ist von zwei großen Zwergenwohnstätten im Ered Luin (Blauen Gebirge) in Ost-Beleriand die Rede. Sie heißen Belegost (Sindarin für „Große Festung“; im Khuzdul: Gabilgathol) und Nogrod (Sindarin für „Hohlburg“; im Khuzdul: Tumunzahar). Während die Zwerge von Belegost für ihre Steinmetzkunst bekannt waren und so unter anderem die Höhlen von Menegroth gruben, hatte man sich in Nogrod auf die Herstellung von Waffen spezialisiert. Zudem waren beide Zwergenstämme für ihre Schmiedekünste bekannt. So fertigten sie gemeinsam das Halsband Nauglamir, welches Finrod Felagund geschenkt wurde und schließlich in den Besitz Thingols von Doriath gelangte. Aus Habgier fielen die Zwerge von Nogrod auf Abraten derer aus Belegost in Doriath ein, töteten König Thingol und stahlen das Nauglamir, doch wurden sie von einem Elbenheer unter der Führung von Beren und seinem Sohn Dior auf dem Heimweg vernichtend geschlagen.

Namentlich bekannte Bewohner waren der Waffenschmied Telchar aus Nogrod, als Erschaffer der Klingen Angrist und Narsil, und Azaghâl, der Fürst von Belegost, der im Kampf gegen den Drachen Glaurung fiel. Belegost und Nogrod wurden vermutlich beim Untergang Beleriands zerstört, die Zwerge siedelten sich in neuen Regionen des Blauen Gebirges an, viele gingen auch nach Khazad-dûm.

Neben diesen beiden Hauptwohnstätten ist von einer Höhle im Berg Amon Rûdh (Sindarin für „Kahler Berg“; im Khuzdul: Scharbhund) die Rede. Dieser befand sich in den Hochmooren West-Beleriands zwischen den Flüssen Sirion und Narog und war die Heimat des Kleinzwerges Mîm und seiner Söhne. Später lebten hier Túrin und Beleg und nutzten den Berg als Ausgangspunkt für ihren Kampf gegen die Orks. In dieser Zeit wurde die Ebene um den Berg Dor-Cúarthol (Sindarin: „Land von Bogen und Helm“) genannt.

Númenor

Karte von Númenor

(Im Zweiten Zeitalter der Sonne)

Interne Geschichte

Númenor, von den Menschen als Westernis bezeichnet, war jene große, sternförmige Insel, welche die Edain (Menschen) nach dem Ende des Ersten Zeitalters von den Valar zum Wohnsitz erhielten. Andor, so der ursprüngliche Name Númenors, wurde nach dem Krieg des Zorns in der Mitte des Belegaer, des großen Meeres, angelegt, wobei es ein wenig näher an Aman als an Mittelerde lag. Daher der Name Westernis. Die Insel ging am Ende des Zweiten Zeitalters im Meer unter, nachdem die Númenórer aus Neid auf die Unsterblichkeit der Eldar (Elben) immer hochmütiger geworden waren und Zugang nach Valinor beanspruchten, der ihnen durch einen Bann der Valar verboten war. Man muss dazu sagen, dass der erste König Númenors, Elros, wie sein Bruder Elrond ein Halbelb war, sich aber im Gegensatz zu Elrond für ein sterbliches Leben entschied. Eine Entscheidung, die andere nicht verstehen mochten.

Im Zentrum der Insel erhob sich der Berg Meneltarma, der ein Vulkan gewesen sein könnte. An seinem südöstlichen Fuß lag die goldene Hauptstadt Armenelos. Dort gab es eine Zitadelle, in der ein Setzling des Weißen Baumes von Valinor wuchs, wie er auch später in der gondorianischen Stadt Minas Tirith gepflanzt wurde. Númenor hatte eine Vielzahl an Häfen, von denen die größten Andúnië und Eldalonde im Westen sowie Rómenna im Osten der Insel waren.

Sauron, der sich vom mächtigen númenorischen König Ar-Pharazôn gefangen nehmen ließ, betörte diesen, sich kriegerisch gegen die Valar aufzulehnen. Als das tatsächlich geschah, legten diese die Herrschaft über Arda nieder und das Schicksal der Edain in Ilúvatars Hand. Der veränderte daraufhin den Bau der Welt: Ein Riss tat sich im Meer auf, der Númenor und seine Flotte verschlang. Nur diejenigen Númenorer, die sich zu diesem Zeitpunkt in Mittelerde oder auf dem Weg dorthin befanden, überlebten unter der Führung von Elendil und seinen Söhnen Isildur und Anárion. Sie wurden die Getreuen genannt, da sie zu den Valar hielten, in Mittelerde wurden sie später als Dúnedain bekannt. Sie gründeten nach ihrer Ankunft in Mittelerde die Reiche in der Verbannung, Arnor und Gondor. Sauron selbst verlor durch die Vernichtung Númenors seine körperlichen Erscheinung, sollte aber zu einem späteren Zeitpunkt erneut in Mittelerde in Erscheinung treten.

Etwa einhundert Jahre nach dem Untergang Númenors kämpfte ein Heer aus Elben und Menschen, das man als den Letzten Bund bezeichnet, in der Schlacht von Dagorlad gegen eine gewaltige Armee Saurons, in der der Dunkle Herrscher schließlich besiegt wurde, woraufhin eine längere Zeit des Scheinfriedens in Mittelerde einkehrte. Damit endete das Zweite Zeitalter.

Von Númenor sprach man später als Atalantë (Quenya) bzw. Akallabêth (Adûnaïsch), „der Versunkenen“, oder Mar-nu-Falmar, „dem Land unter den Wellen“.

Externe Geschichte

Númenor erinnert mehrfach an Platons Atlantis; so beherrschen die Edain zeitweise einen Großteil von Mittelerde, sind eine starke Seemacht, haben einen großen Tempel in der Mitte ihrer Hauptstadt und gehen zum Schluss samt ihrer Insel unter. Sogar der Quenya-Name Atalantë erinnert an Atlantis.

Die Idee zu der Geschichte entstand aus Tolkiens Freundschaft mit dem Schriftsteller C. S. Lewis. Lewis meinte, dass die beiden wohl die Geschichten, die sie mögen, selbst schreiben müssten; daraus entstand die Idee, dass Lewis eine Weltraumreise und Tolkien eine Zeitreise beschreiben sollte. Lewis' Geschichte wurde später unter dem Titel „Out of the Silent Planet“ veröffentlicht, Tolkiens Geschichte dagegen wurde nie ganz fertig, wohl aber – scheinbar fast unvermeidbar für Tolkien – mit seinem selbst erdachten Universum verbunden. Daraus entstand Númenor.

Mittelerde

(Im Zweiten und Dritten Zeitalter der Sonne)

Alle Orte zwischen dem inneren Meer im Osten und dem großen Meer Belegaer im Westen wurden als Mittelerde bezeichnet. Mittelerde, auch Endor oder die Hinnenlande genannt, war der größte Kontinent Ardas. Auch Beleriand war im Ersten Zeitalter ein Teil Endors. Mittelerde, die bekannteste und bestbeschriebene Region des Tolkienschen Universums, ist Handlungsort der Romane Der kleine Hobbit und Der Herr der Ringe, wenngleich Tolkien nur einen kleinen, den westlichen Teil des Kontinents beschrieb, während der Rest im Unbekannten bleibt.

Der bekannte Teil Mittelerdes wurde im Dritten Zeitalter, dem Zeitalter des Ringkrieges, vor allem von den Menschenreichen Gondor und Arnor sowie später auch von Rohan dominiert. Die Elbenreiche, die noch zur Zeit Beleriands einen Großteil der Landmasse ausmachten, waren im Dritten Zeitalter kaum mehr als kleine Waldgebiete oder bewaldete Täler wie Lórien, Bruchtal oder Thranduils Höhlen im nördlichen Düsterwald, da die Zeit der Elben vorüber war und die meisten von ihnen bis zum Ende des Zeitalters in den Westen, nach Aman segelten. Die zwergische Bevölkerung konzentrierte sich auf die Blauen Berge, die Hallen von Khazad-dûm sowie den Erebor und die Eisenberge. Die Hobbits lebten zunächst am Fluss Anduin, später wohnten so gut wie alle im Auenland im Herzen Eriadors.

Diesen sogenannten Freien Völkern standen anfangs das Reich von Angmar und der südliche Düsterwald mit der Festung Dol Guldur, später aber auch Isengart und, wie bereits im Zweiten Zeitalter, Saurons Land Mordor gegenüber.

Arnor

Arnor ist das nördliche und ranghöhere der beiden von Elendil im Jahr 3320 ZZ in Mittelerde gegründeten Dúnedain-Königreiche. Die erste Hauptstadt war Annúminas. Sie beherbergte einen der sieben Palantíri.

Zu seiner Blütezeit umfasste Arnor das ganze Land zwischen dem Gwathló-Bruinen und der Förde von Lhûn. Im Gegensatz zu Gondor war Arnor kein Segen beschieden, und mit dem Tod Isildurs bei den Schwertelfeldern im Jahre 2 des Dritten Zeitalters begann der Niedergang der Dúnedain des Nordens.

Nach dem Tod Earendurs im Jahr 861 D.Z. wurde das Reich unter den drei Söhnen des Königs aufgeteilt, wodurch die Teilreiche von Arthedain, Cardolan und Rhudaur entstanden. Am längsten konnte sich das Königtum in Arthedain halten. Im Jahr 1974 D.Z. wurden das Land und die neue Hauptstadt Fornost vom Hexenkönig von Angmar erobert. Der letzte König von Arnor, Arvedui, musste fliehen und starb auf der Flucht im Jahr 1975 DZ, nachdem sein Schiff (welches ihm von Círdan gesandt worden war) im Eis eingeschlossen wurde und sank. Arvedui ertrank und mit ihm gingen die beiden Palantíri von Amon Sûl und Annúminas verloren. Die Erben von Arvedui überlebten jedoch, und die Königslinie blieb in der Folgezeit erhalten. Sie bekleideten nunmehr den Rang eines Stammesfürsten der Dúnedain des Nordens. Der 16. Stammesfürst war Aragorn II. Nach siegreicher Beendigung des Ringkrieges wurde er unter dem Namen Elessar Telcontar erster König des Wiedervereinigten Königreiches von Gondor und Arnor.

Annúminas

Annúminas (Sindarin „Turm des Westens“) war Arnors erste Hauptstadt. Es wurde gleichzeitig mit Gondor im Jahre 3320 ZZ von Elendil und Überlebenden aus Númenor gegründet. Noch vor dem Niedergang von Arnor 861 D.Z. wurde der Hof nach Fornost verlegt, der größten Stadt des Landes.

Während Isildur und Anárion mit fünf Schiffen an der Mündung des Anduin im späteren Gondor gelandet waren, wurde ihr Vater Elendil mit vier Schiffen in den Golf von Lhûn getrieben. Dort wurde er von Gil-galad freundlich empfangen. In Absprache mit diesem zog er in östliche Richtung und begründete dort das nördliche Königreich der Dúnedain. Als Platz für seine Hauptstadt wählte er das südöstliche Ufer des großen, tiefen und fischreichen Abendrotsees, nördlich jenes Gebietes, das Jahrhunderte später Auenland heißen sollte. Diese Stadt nannte er Annúminas.

Selbst in den damaligen Glanzzeiten stieg ihre Bevölkerung kaum über zehntausend Einwohner, denn im Königreich Arnor lebten wesentlich weniger Menschen als beispielsweise in Gondor.

Der Abendrotsee hatte seinen Namen wohl von den bezaubernden Sonnenuntergängen über den niedrigen, schroffen Bergen der Emyn Uial, die sich – in rotes Licht getränkt – auf dem See widerspiegelten. Das Hinterland Richtung Osten und Süden war Niederschlagsreich und fruchtbar. Man besiedelte es im Laufe der Jahre weiträumig mit bäuerlichen Gehöften, um die Bevölkerung gut zu versorgen. Insgesamt war Arnor ein friedliches, landwirtschaftlich geprägtes Land mit wenigen Städten, aber vielen Weilern, Dörfern und Einzelhöfen. Allerdings erlebten Annúminas und Arnor regelmäßig lange, kalte und Schneereiche Winter, in denen wahrscheinlich auch der See zu fror. Das Leben konnte also sehr hart werden und die Bevölkerung vermehrte sich nur langsam. Noch zu Zeiten der Großväter von Frodo herrschten derartige Witterungsbedingungen, die bis ins nördliche Auenland ihren Niederschlag fanden und in denen besonders die hungrigen Wölfe als Bedrohung angesehen wurden.

Nach der Schlacht vor Mordor 3431 Z.Z. in der die Elben letztmalig ein Bündnis mit den Menschen geschlossen hatten und nachdem der siegreich zurückkehrende König Isildur in den Schwertelfeldern am Anduin ermordet worden war, blieb Arnor ohne König bis Isildurs einziger überlebender Sohn Valandil, der in Bruchtal erzogen worden war, erwachsen wurde.

Annúminas blieb unangefochtener Königssitz, bis der zehnte König, Earendur, im Jahre 861 D.Z. starb. In den nun folgenden Erbstreitigkeiten wurde das Reich in drei Teile- Arthedain, Rhudaur und Cardolan- geteilt. Wahrscheinlich im Zuge dieser Teilung oder der folgenden Unruhen wurde das inzwischen nur noch von wenigen Menschen bewohnte Annúminas aufgegeben. Der Hofstaat zog um 1300 D.Z. mitsamt dem Palantir in das nordöstlich gelegene Fornost um. Eine wichtige Rolle bei diesem Umzug spielte auch ein Vergleich der Verteidigungsfähigkeit der beiden Städte, die klar zugunsten von Fornost ausfiel. Denn schon seit geraumer Zeit fiel der Schatten des Hexenkönigs von Angmar immer dunkler auf Arthedain.

Die hoch aufragenden Ruinen Annúminas wurden fortan nur noch von wenigen Wanderern oder Hirten als Unterkunft genutzt, so lange das nördliche Königreich existierte. Nach dessen Ende 1974 D.Z. herrschte dann vollkommene Stille in der Gegend, die höchstens von wenigen mutigen Hobbits aus dem südlich angrenzenden Auenland und einigen Waldläufern unterbrochen wurde.

Im höchsten Turm der Stadt wurde einst einer der drei nördlichen Palantíri aufbewahrt, allerdings nicht der größte, denn jener befand sich im berühmten Wachturm auf der Wetterspitze (Amon Sûl). Der dritte wurde im Elostirion, dem höchsten Turm der Turmberge, aufbewahrt. Leider ging der Palantír von Annúminas, der später nach Fornost umzog, beim Fall des Königreiches verloren.

Annúminas wurde im Vierten Zeitalter durch König Elessar (Aragorn) in kleinerem Umfang wieder erbaut und zur nördlichen Haupt- und Residenzstadt des wiedervereinigten Königreiches gemacht. Fornost wurde dagegen nicht wieder errichtet. Das Zepter von Annúminas, einst Zeichen der Königswürde, wurde nach der Vernichtung der drei nördlichen Königreiche in Bruchtal aufbewahrt. Elrond selbst übergab es König Elessar bei dessen Krönung in Minas Tirith.

Bruchtal

Bruchtal (Sindarin Imladris, engl. Rivendell) war eine elbische Siedlung, die von Elrond gegründet wurde. Es lag in den westlichen Ausläufern des Nebelgebirges an der Ostgrenze von Arnor. Durch seine geschützte Lage in der tiefen Schlucht des Flusses Bruinen war Bruchtal das sicherste Rückzugsgebiet der Elben nördlich von Lórien, außerdem trug Elrond mit dem Ring Vilya sehr zum Erhalt Bruchtals bei. Eigentlich war es ein ganzes Tal und eine kleine Siedlung, in dem eine große Anzahl Sindar- und Noldorelben lebten und in dem viele Reisende Zuflucht und Schutz fanden.

Im Hobbit wird Bruchtal auch als „Letztes gastliches Haus“ oder einfach „Elronds Haus“ bezeichnet. Auch im ersten Teil des Herrn der Ringe (Die Gefährten) spielt Bruchtal eine relativ wichtige Rolle, denn dort wird beschlossen, was mit dem Einen Ring geschehen soll, und die Gemeinschaft des Rings gegründet.

Aufgrund eines Bildes, das Tolkien von dem Tal Rivendell anfertigte, und weiterer Indizien gilt das schweizerische Lauterbrunnental (das Tolkien 1911 durchwanderte) als Vorbild für Bruchtal.

Auenland

Der Name Auenland (im Original: The Shire = „Die Grafschaft“) bezeichnet ein Gebiet von ungefähr 18.000 Quadratmeilen in Eriador zwischen dem Baranduin und den Fernen Höhen, welches ursprünglich ein Teil von Arnor war. Mit dem Niedergang des Nördlichen Königreiches wurde das Gebiet mehr und mehr entvölkert, und im Jahre 1601 D.Z., 1.400 Jahre vor dem Ringkrieg, bekamen die Brüder Marcho und Blanco aus der Sippe der Falbhäute (auch Falben genannt) die Erlaubnis des Hohen Königs von Arnor, Argeleb II., von Bree aus die Länder westlich des Flusses Baranduin (Brandywein) mit einer großen Schar Hobbits erneut zu besiedeln. Das einzige, was von ihnen verlangt wurde, war die Pflege der Straßen und Übergänge, die Anerkennung des Königs und die Unterstützung königlicher Boten. Somit waren die Hobbits zwar formell dem König in Fornost untertan, aber im Grunde unabhängig. Die ersten Hobbit-Siedler nannten das fruchtbare Land „Auenland“. Ab dieser Inbesitznahme beginnt auch die Zeitrechnung der Hobbits: Das 1. Jahr der auenländischen Zeitrechnung (A.Z.) ist das Jahr der Besiedlung des Auenlandes und entspricht dem Jahr 1601 des Dritten Zeitalters.

Verwaltung, Behörden, Landespolitik

Das Auenland wurde wieder ein fruchtbarer und blühender Landstrich, der von den Hobbits gut bestellt wurde. Sie hatten es in vier Verwaltungsviertel eingeteilt: Das Nord-, Süd-, Ost- und Westviertel. Diese wiederum zerfielen in eine Anzahl Sippenländer (z. B. Tukland). Außerhalb der vier Viertel gab es noch zwei Marken: die Ost- und die Westmark: Das Bockland im Osten und das Gebiet bis zu den Turmbergen im Westen, das im Jahre 1452 A.Z. zum Auenland dazu kam.

An der Großen Oststraße, die weit hinter dem Nebelgebirge begann und über Bruchtal und Bree bis zu den Grauen Anfurten verlief, lag die Hauptstadt des Auenlandes, Michelbinge. Dort hatte der einzige Bürgermeister des Landes seinen Sitz. Dieser wurde alle sieben Jahre jeweils am Mittsommertag auf dem Freimarkt auf den Weißen Höhen gewählt.

Die Gendarmen des Auenlandes wurden Landbüttel genannt und waren wie der Postdienst dem Bürgermeister unterstellt. Daneben gab es einen ausgeprägten Grenzschutz.

König Elessar (Aragorn) machte das Auenland nach dem Ringkrieg zum selbstständigen Teilgebiet innerhalb des vereinigten Königreiches. In diesem Zusammenhang erließ er ein Gesetz, nach dem kein Angehöriger eines anderen Volkes (außer mit der Zustimmung der Hobbits) das Auenland betreten durfte. Außerdem erweiterte er das Land um etwa 50 Kilometer nach Westen bis zu den Turmbergen, auf denen die drei alten Elbentürme standen. Der südlichste dieser „Weißen Türme“ hieß Elostirion und war einst ein Palantír-Turm. Von den Elbentürmen konnte man, wenn man nach Westen blickte, direkt auf die Grauen Anfurten sehen.

Neuere Geschichte

Nach der Schlacht von Fornost, die den Untergang des Nördlichen Königreiches besiegelte, betrachteten die Hobbits das Auenland als ihr Eigentum. Im Jahre 37 A.Z. wütete die Große Pest im Land. Von diesem Schlag erholten sie sich jedoch rasch. Über tausend Jahre hinweg konnten sie nun ihr ruhiges bäuerliches Leben und ihre Eigenarten weiter ausprägen. Weitere Schicksalsschläge gab es durch den unheilvollen Langen Winter sowie die darauf folgende Hungersnot (Tage der Not) der Jahre 1158-1160, denen Tausende zum Opfer fielen. Die Schlacht bei Grünfeld im Nordviertel im Jahr 1147 A.Z., als eine Bande Orks vertrieben wurde, war das letzte Großereignis, an das die Geschichtsbücher vor dem Ringkrieg erinnerten. Die scheinbare Sicherheit, welche die Hobbits damals, als Sauron erneut die Macht in Mittelerde ergreifen wollte, genossen, verdankten sie – ohne ihr Wissen – dem Schutz der Waldläufer (siehe Aragorn). Übrigens lebten in jener Zeit die meisten Hobbits Mittelerdes im Auenland, das neben dem Breeland und dem südlichen Gondor damals das am dichtesten besiedelte Gebiet von Mittelerde war. Die zweite und letzte Schlacht, die im Auenland geschlagen wurde, fand nach Ende des Ringkrieges 1419 A.Z. in Wasserau gegen Dunländer des entmachteten Zauberers Saruman statt. Die getöteten Feinde wurden in einer nahe gelegenen alten Sandgrube verscharrt.

Orte, Landschaften, Sehenswürdigkeiten

Eine der damals bekanntesten Siedlungen war Hobbingen (im Original Hobbiton), die Heimat von Bilbo und Frodo Beutlin sowie Sam Gamdschie. Andere bekannte Siedlungen waren Wasserau und Bockenburg nahe dem Alten Wald, wo sich das berühmte Brandyschloss befand. In Hobbingen gab es zur Zeit des Ringkrieges zwei bekannte Gastwirtschaften: den „Efeubusch“ und den „Grünen Drachen“. Mit der Erweiterung ihres Landes durch König Aragorn errichteten die Auenländer am Fuße der Turmberge den Ort Untertürmen. Über die Große Oststraße war Untertürmen mit der Steinbogenbrücke und Bree im Osten sowie Mithlond und den Grauen Anfurten im Westen verbunden. In Untertürmen befand sich am Ende des ersten Jahrhunderts des Vierten Zeitalters eine der bedeutendsten geschichtswissenschaftlichen Bibliotheken des Auenlandes; vergleichbar nur mit der in den Groß-Smials und im Brandyschloss. Die von Untertürmen nächst entfernte größere Hobbit-Stadt war die östlich gelegene Hauptstadt des Auenlandes, Michelbinge.

Der Ort, an dem die getöteten Dunländer von 1419 begraben wurden, wurde als Schlachtgrube bekannt. Jene Hobbits, die damals fielen, fanden ihre letzte Ruhe in einer Grabstelle am Bühl, bei der später ein großer Gedenkstein aufgestellt wurde.

Das bedeutendste Museum des Landes zur Zeit des Ringkrieges befand sich im Mathom-Haus in Michelbinge.

Die natürliche Ostgrenze des Auenlandes bildet der Fluss Brandywein, der im Norden aus dem großen Abendrotsee gespeist wird und stets nach Süden fließt. Weiter im Süden macht der Fluss eine starke Biegung Richtung Westen und mündet dann ins Meer. Daher bildet der Fluss auch die Südgrenze des Landes. In dieser Biegung liegt die Sarnfurt, über die der bedeutendste südliche Weg, der das Auenland verlässt, geht.

Der bedeutendste Übergang im Osten ist die uralte Steinbogenbrücke, über die die Große Oststraße nach Bree führt. Die Steinbogenbrücke wurde lange vor dem Eintreffen der ersten Hobbits in der Blütezeit des Nördlichen Königreichs errichtet.

Der schmale Landstrich Bockland, zwischen dem Baranduin und dem Alten Wald gelegen, gehört ebenfalls zum Auenland. Er reicht von der Steinbogenbrücke bis zum Lauf des aus dem Wald kommenden Flusses Weidenwinde. Dort liegt auch der Ort Hagsend. In Bockland liegt das berühmte Brandyschloss beim größten Ort dieses Landstrichs, Bockenburg, direkt am Brandywein. Weitere Ansiedlungen des Ostgebietes sind Neuburg, Krickloch und Dornbühl. Gegen den Alten Wald ist das Auenland durch eine gepflegte Hecke – den Hohen Hag – gesichert, der von der Steinbogenbrücke bis zum Ort Hagsend reicht. Zwei Fähren gehen über den Brandywein in diesen Landstrich: beim Brandyschloss und im Süden bei Tiefenhain die Fähre von Grindwall nahe der Mündung der Weidenwinde. Frodo verkaufte nach dem Weggang Bilbos Beutelsend an Lobelia Sackheim-Beutlin, um zum Schein nach Bockland zu ziehen. Mit Merry Brandybocks Hilfe hatte er in Krickloch hinter Bockenburg ein Häuschen auf dem Lande gekauft und kurz vor seiner abenteuerlichen Wanderung nach Bree und Bruchtal schon die Möbel aus Hobbingen dorthin bringen lassen.

Die Nordgrenze des Auenlandes bildet der Gebirgszug Emyn Uial, hinter dem der Abendrotsee mit der von König Elessar wieder errichteten Haupt- und Residenzstadt Annúminas liegt. Die Westgrenze bilden im Norden die Nordmoore, die nördlichen Fernen Höhen, die Turmberge und die südlich anschließenden Blauen Berge mit der alten Provinz Harlindon. In den Blauen Bergen liegt die alte Zwergenstadt Belegost mit ihren Minen. Eventuell lebten dort noch zu Zeiten des Ringkrieges einige Zwerge, sicher ist es jedoch nicht.

Um das Auenland von der Westgrenze bis zum Brandywein im Osten zu durchqueren, benötigt man etwa 40 Wegstunden (ca. 200 km), für die Nord-Süd-Querung würde man etwa 50 Wegstunden (ca. 250 km) benötigen.

Baukultur

Ursprünglich lebten alle Hobbits nach eigenem Bekunden in Höhlen, oder Smials, wie sie sie nannten. Zur Zeit des Ringkrieges hielten aber nur noch die reichsten und die ärmsten Bevölkerungsschichten an diesem Brauch fest. Die einen, weil sie sich in ihrer erbarmungswürdigen Armut nichts anderes leisten konnten, die anderen, weil es „schick“ war, wie die Altvorderen zu leben – natürlich mit dem ganzen Luxus und allen Errungenschaften jener Tage. Die Mehrzahl der Hobbits wohnte aber schon seit vielen Generationen in Holz-, Stein- oder Ziegelhäusern. Es hieß, der Brauch, Häuser und Schober zu bauen sei von den Leuten des Bruchs am Brandywein im Ostviertel ausgegangen.

Typische Berufe

Neben der bäuerlichen Bewirtschaftung des ertragreichen Bodens gab es die weltweit berühmten Tabakplantagen im Südviertel mit ihrem Zentrum um den Ort Langgrund. Daneben fanden sich die üblichen Berufe eines vorindustriellen Zeitalters wie Müller, Schmied, Seiler, Stellmacher und andere Handwerkstätigkeiten.

Klimatische Bedingungen

Zur Zeit des Ringkrieges herrschte hier ein gemäßigtes, mildes Klima. Nur selten gibt es strenge Winter und nur noch Bilbo hat es erlebt, dass der Brandywein zugefroren war und die Wölfe die Grenze überschritten.

Eriador

Geographische Lage

Eriador liegt zwischen dem Nebelgebirge (östlich), den blauen Bergen (westlich), dem Fluss Grauflut (südlich) und dem Meer (nördlich). Das Nebelgebirge, der von Nord nach Süd verlaufendem Gebirgszug, trennt Eriador vom Tal des Flusses Anduin. Eriador ist ungefähr der westliche und nordwestliche Teil von Mittelerde. Das Land umfasst mehrere Vegetations- und Klimazonen. Die Größe kann mit ca. 900 x 900 km angegeben werden.

Innerhalb Eriadors

Innerhalb Eriadors befindet sich: das Auenland, Breeland, die Hügelgräberhöhen, der Alte Wald, Minhiriath, Wetterberge (Wetterspitze), Mückenwassermoore, Angmar, Bruchtal, u. a.

Der große Fluss in Eriador heißt Brandywein (im Sindarin „Baranduin“, was „Goldbrauner Fluss“ bedeutet). Er entspringt im Abendrotsee und mündet im Süden ins Meer. Er fließt durch das Auenland und bildet größtenteils dessen Grenze. Er lässt sich nur über die Brandyweinbrücke, die Sarnfurt oder mit der Bockenburger Fähre überqueren.

Geschichte

Zu Beginn des dritten Zeitalters war Eriador dicht besiedelt. Elendils Nachfahren ließen, als Herrscher über das Königreich Arnor, Handelsstraßen, Wege und Siedlungen anlegen. Doch nachdem sich die Nachfahren Elendils zerstritten, teilte sich das Land und damit sank auch ihre Macht, bis der Hexenkönig von Angmar es zu guter Letzt ganz vernichtete. In einer Schlacht bei der Wetterspitze in Eriador, an der sich drei Königreiche trafen- Arthedain, Rhudaur und Cardolan- wurde Eriador von einem Heer aus Angmar zerstört. Später wurde der Hexenkönig mit Hilfe Gondors vertrieben, Arnor jedoch erholte sich davon nicht wieder. Der lange Krieg hatte das Land zerrüttet, viele waren tot, viele flohen. Das Land verwilderte bis auf das Auenland, das Breeland und Bruchtal, wo Elrond eine der letzten Elbensiedlungen errichtet hatte.

Gondor

Das Wappen von Gondor mit dem Weißen Baum

Gondor ist ein Land südöstlich von Rohan und westlich von Mordor. Begrenzt wird es im Norden durch die Weißen Berge, im Osten durch Ithilien, das an Mordor grenzt. Die Grenze im Süden ist nicht klar definiert, dort geht Süd-Gondor (Harondor), welches zur Zeit des Ringkrieges ein umstrittenes und verlassenes Land ist, in Haradwaith über. Im Südwesten liegt das Meer, die Westgrenze ist der Fluss Lefnui. Früher war die Hauptstadt von Gondor Osgiliath, später Minas Tirith.

Gondor wurde nach dem Fall von Númenor zusammen mit dem weiter nördlich gelegenen Arnor durch die Dúnedain gegründet und war seither das Land der edelsten Menschen in Mittelerde. Die ersten beiden Könige Elendil und Isildur waren Herrscher von sowohl Arnor als auch Gondor, danach trennten sich die Linien. Die Dynastie aus Arnor starb nie aus, obwohl das Reich bald unterging. Gondors Macht wuchs hingegen lange Zeit, seine Königsdynastie verschwand jedoch, und Truchsessen regierten daraufhin in Gondor. Der letzte Truchsess vor der Rückkehr des Königs (Aragorn, Nachfahre der Könige von Arnor) war Faramir, Sohn von Denethor, wenn auch nur für wenige Tage. Denethor selbst hatte sich und seinen Sohn auf einem Scheiterhaufen aus Verzweiflung zu verbrennen versucht, doch Faramir war nicht tot und konnte gerettet werden.

Gondor befand sich eigentlich seit seiner Gründung in einem permanenten Kriegszustand. Gleichwohl gelang es den Dúnedain des Südens, ihre Grenzen fast eineinhalb Jahrtausende kontinuierlich zu erweitern – bis schließlich durch innere Konflikte (der sog. „Sippenstreit“) und äußere Einflüsse (Pest 1636 D.Z.) der Niedergang begann. Gondor musste seine Grenzen Schritt für Schritt zurücknehmen. Ein schwerer Schlag kam, als Minas Ithil 2000 (D.Z.) von den Heeren Mordors belagert und schließlich 2002 erobert wurde. Daraufhin wurde es in Minas Morgul (Turm der Hexerei) umbenannt. Früh im Ringkrieg nahm Sauron dann auch Osgiliath ein, kurz bevor er auf Minas Tirith los marschierte.

Minas Tirith

Minas Tirith ist eine befestigte Stadt im Nordosten Gondors, die Ende des Zweiten Zeitalters von Anárion gegründet wurde. Die ursprünglich Minas Anor („Turm der untergehenden Sonne“) genannte Stadt wurde nach dem Fall von Minas Ithil im Jahre 2002 D.Z. in Minas Tirith („Turm der Wacht“) umbenannt. Schon seit 1640 D.Z. war sie die Hauptstadt Gondors. Hier residierten seit dieser Zeit auch die Könige von Gondor und nach der Unterbrechung der königlichen Linie die Truchsessen. Die Stadt bestand aus 7 Ringen, die jeweils mit einer Mauer bewehrt und um den Wachturm-Felsen erbaut waren. Das Große Tor der Festung lag im Osten. Auf Höhe des 4. Rings lagen die Gräber der Könige, die Rath Dínen. Im Zentrum erhoben sich drei weitere Ringe bis zur Zitadelle 700 Fuß über dem Großen Tor. Die Stadt erhielt den Übernamen „Weiße Stadt“, da sie aus weißem Gestein erbaut war. Von den Rohirrim wurde sie „Mundburg“ genannt.

Die Festung war so stark, dass kein Feind sie jemals erobern konnte. Das fruchtbare Ackerland Pelennor, das Minas Tirith umgab, wurde von einer Mauer umschlossen, dem „Rammas Echor“. Innerhalb dieser Mauer fand im Ringkrieg eine entscheidende Schlacht der Heere von Mordor gegen Gondor statt. Dort erlitt Saurons Streitmacht eine schwere und unerwartete Niederlage, als während der Belagerung die Reiter von Rohan sowie die Truppen der südlichen Lehensherrschaften Gondors unter der Führung von Aragorn Gondor zu Hilfe kamen.

Pelennor

Die Ebene zwischen Minas Tirith und Osgiliath. Hier wurde während des Ringkrieges eine wichtige Schlacht ausgetragen, in der der Hexenkönig von Angmar vernichtet wurde und König Théoden von Rohan fiel.

Osgiliath

Osgiliath (Sindarin: „Zitadelle der Sterne“) war die erste Hauptstadt Gondors, gegründet um 3320 Z.Z.. Auf halbem Wege zwischen Minas Anor und Minas Ithil gelegen, war sie zunächst gemeinsamer Regierungssitz von Isildur und Anárion. Dank ihres Binnenhafens entwickelte sie sich auch zum Handelszentrum von Gondor.

Doch schon der siebte König von Gondor, Ostoher, ließ die nahe gelegene Stadt Minas Anor (später in Minas Tirith umbenannt) erneuern, der dann die folgenden Könige den Vorzug als Sommerresidenz vor der auf dem Ost- und Westufer des Anduin errichteten Stadt Osgiliath gaben. Bis 1640 D.Z. blieb Osgiliath aber weiterhin Gondors Hauptstadt und Königssitz.

Thronzwistigkeiten um die Königsnachfolge in Gondor brachten in einem Bürgerkrieg 1437 D.Z. viel Verheerung über Osgiliath. Der vielfach beliebte Eldacar (Geburtsname: Vinitharya), Sohn des Nordmenschen-Botschafters Valacar (wiederum ein Sohn des Gondor-Königs Minalcar – Rómendacil) und der Nordmenschen-Königstochter Vidumavi stritt mit Castamir, dem nächsten Blutsverwandten des Königshauses von Gondor, um die Krone. Am Ende wurde Eldacar von den Verbündeten des hochfahrenden und grausamen Castamir in Osgiliath belagert. Hunger und die Übermacht des Feindes ließen ihn schließlich einen Ausbruch wagen, der gelang. Aber den Bewohner der an allen Ecken und Enden brennenden Stadt blieb viel Pein und Leid. Außerdem wurde der berühmte „Turm der Sternenkuppel“ in Osgiliath zerstört und der dort befindliche Haupt- Palantír, den Elendil aus Westernis mitgebracht hatte, verschwand in den Fluten des Anduin. Von bedeutender Wichtigkeit für die zukünftige Stellung der Stadt im Reich war auch die Wiederherstellung der zum Teil zerstörten Brücke über den Anduin.

Der Schwarze Tod, die Pest, welche 1636 D.Z. über die Stadt herfiel, tötete viele Einwohner. Die meisten derjenigen, die durch Flucht überlebten, kehrten nicht wieder zurück, und im Jahre 1640 D.Z. wurde der königliche Hof nach Minas Anor verlegt.

In den letzten Jahren des Truchsessen Denethors I. (Könige gab es nicht mehr), 2475, fielen erstmals Orks von Mordor kommend in die Provinz Ithilien ein und überrannten dieses Land sowie das noch immer von einigen Menschen bewohnte Osgiliath. Der Sohn Denethors I., Boromir (nach dem der Boromir des Ringkrieges benannt wurde), besiegte zwar die Uruk-Horde, doch Osgiliath lag nun ein für alle Mal in Trümmern und die Brücke über den Anduin war zerstört.

Die letzten stehenden Reste Osgiliaths, in denen sich die Truppen Gondors während des Ringkrieges verschanzt hielten, wurden weitgehend von den die Stadt belagernden Orkverbänden im Juni 3018 (Osthälfte) und im März 3019 (Westhälfte) vernichtet.

Osgiliath muss zum Zeitpunkt seiner größten Machtentfaltung einen überwältigenden Anblick geboten haben. Die Dúnedain waren zwar allgemein nicht für Bescheidenheit bekannt, doch Osgiliath überragte alle anderen Städte und Bauten bei Weitem. Der Anduin dürfte hier eine halbe bis eine Meile breit gewesen sein. Diese Länge muss also die berühmte Steinbogenbrücke gehabt haben. Zudem konnte sie zumindest von kleineren Booten mit eingelegten Masten durchfahren werden. Auf dieser Brücke standen Türme sowie Häuser, darunter auch jener mächtige Turm, den die Sternenkuppel krönte, in welcher sich der große Palantir befand. Zudem dürfte sich nach diversen Hinweisen auch die Halle der Könige im selben Gebäude befunden haben. Die im Bürgerkrieg zerstörte Turmkuppel, die der ganzen Stadt ihren Namen gab, entsprach wohl einer schwarzen oder dunkelblauen Halbkugel mit großen, aufgetragenen Sternen aus Gold und Silber.

Minas Morgul

Minas Ithil, vor der Eroberung, durch die Nazgûl.

Minas Morgul, das früher Minas Ithil hieß, war einst die Zwillingsstadt von Minas Tirith und eine ebenso mächtige wie prunkvolle Festung, bis sie von den Nazgûl im Jahre 2002 D.Z. erobert wurde. Die Spitze eines großen Turmes, der einst Mondturm genannt wurde und einen Palantir beherbergte, drehte sich langsam hin und her wie ein riesiger, gespenstischer Kopf, und um die Mauern der Feste leuchtete ein fahles, geisterhaftes Licht. Am Anfang der Brücke, die der einzige Zugang zur Stadt war, waren entfernt menschenähnliche, aber entstellte steinerne Köpfe aufgestellt. Sterbliche Wesen fürchteten diese Stadt, die, einst so herrlich, ganz und gar in den Schatten gefallen war.

Schrecken und Krieg gingen von Minas Morgul gegen Ithilien an der Grenze zu Gondor aus, bis es völlig entvölkert war. Nur noch die Waldläufer des Südens machten unter Faramirs Führung für einige Zeit dieses Land für Feinde unsicher, doch wurden sie im Laufe der Zeit immer weiter zurückgedrängt und trauten sich schließlich nicht mehr nahe an die Geisterstadt heran.

Im Ringkrieg brach ein Teil des riesigen Heeres, das den Angriff auf Osgiliath und die Belagerung von Minas Tirith durchführte, von Minas Morgul auf. Der andere Teil kam vom Schwarzen Tor. Nach dem Sieg über Sauron wurde die Schreckensstadt von den siegreichen Truppen der Menschen nicht wieder besiedelt, sondern dem Erdboden gleichgemacht.

Zur Zeit des Ringkrieges kam man nach Minas Morgul, wenn man die Ruinen der ehemaligen Palantir-Stadt Osgiliath Richtung Osten verlassen hatte. Jetzt befand man sich in der einst lieblichen Provinz Ithilien, die nach dem Krieg wieder besiedelt wurde. Die ehemals gut ausgebaute, gepflasterte Straße von Osgiliath nach Minas Morgul führte stets nach Osten bergan, immer entlang dem Fluss Morgulduin. Nach einiger Zeit befand man sich im Vorgebirgswald des Schattengebirges und kam zu einer Lichtung, die gleichzeitig einst eine bedeutende Straßenkreuzung gewesen war und gemeinhin als Wegscheide bezeichnet wurde. Hier kreuzte nämlich die ganz Ithilien durchziehende in Nord-südliche Richtung verlaufende Handels- und Heerstraße den Verlauf des Weges nach Minas Morgul. Diese Straße ging von den fernen südlichen Ländern bis nach Norden zur Geisterspalte am Rande der Walstatt und mündete in die Mordorstraße. Im Zentrum der Kreuzung stand einst ein königliches Denkmal, das von Orks geschändet wurde. Nun ging der Weg weiter, kurz darauf stand man am Eingang des Geistertals, und die Straße schlängelte sich jetzt im immer enger werdenden Tal am Fluss entlang, bis das unheimliche Minas Morgul in Sicht kam. Man konnte jetzt die Stadt betreten oder der Straße weiter nach Mordor folgen. Ab jetzt hieß die Straße Geisterstraße und verlief über den Namenlosen Pass im Schattengebirge hinab nach Mordor in Richtung des Schicksalsberges und nach Barad-dûr. Eine andere Variante, um nach Mordor zu gelangen, war der steile Spinnenpass (Cirith Ungol), den Frodo eingeschlagen hatte.

Argonath

Die Argonath (auch Die Tore von Argonath oder Die Säulen der Könige genannt) sind zwei Monumente in Form von gewaltigen Steinsäulen, in die die Bildnisse von Isildur und Anárion gehauen sind. Sie stehen auf beiden Seiten des Flusses Anduin, am nördlichen Zufluss zum Nen Hithoel. Ursprünglich wurden sie auf Befehl von Rómendacil II. um 1340 im D.Z. gebaut, um die nördliche Grenze von Gondor zu kennzeichnen. Als Die Gefährten die Argonath am 25. Februar 3019 passierten, war das Reich dagegen schon sehr in seiner Größe geschrumpft. Beide Figuren tragen eine Krone und einen Helm. Sie halten die linke Hand wie zur Abwehr der Feinde Gondors oder zum Gruß seiner Freunde erhoben, während sie in der rechten Hand eine Axt tragen.

In Peter Jacksons Film Der Herr der Ringe: Die Gefährten werden die Argonath in einer Kombination aus Filmmaterial und aufwendigen digitalen Effekten als zwei große und sehr detaillierte Statuen dargestellt. Zu ihren Füßen kann man auch den Steinbruch erkennen, den der Regisseur für nötig hielt, um die zusätzlichen Steine für die Konstruktion der oberen Teile der Statuen bereitzustellen.

Harad

Harad (Sindarin: „Süden, Südland“) bezeichnet die Länder südlich von Gondor und Mordor, jenseits des Flusses Harnen.

Harad setzt sich zusammen aus Nah-Harad und Weit-Harad. Es war dabei kein großes einheitliches Reich, sondern zusammengesetzt aus vielen kleinen Reichen, die sich auch untereinander bekriegten und von denen sich einige mit Sauron verbündet hatten. Eines dieser Reiche, und wahrscheinlich das gefährlichste, war Umbar, welches eine riesige Schiffsflotte besaß.

Die Länder von Harad unterstanden in früheren Zeiten Númenor, waren aber zur Zeit des Ringkrieges eine ständige Bedrohung für die südlichen Grenzen von Gondor.

Mordor

Mordor („schwarzes Land“) hieß das Land östlich von Ithilien und südlich des Rhûnwaith, begrenzt von den Ered Lithui (Sindarin: „Aschengebirge“) im Norden und den Ephel Dúath („Schattengebirge“) im Westen und Süden. Der Hauptzugang nach Mordor führte zur Zeit des Ringkrieges durch die am südlichen Ende der Walstatt gelegene Cirith Gorgor („Geisterspalte“) bei Udûn („Hölle“) im Nordwesten von Mordor und war bis zum Ende des Ringkrieges durch das Morannon („Schwarzes Tor“) und zwei große Wachtürme („Die Zähne von Mordor“) befestigt. An diesem Zugang trafen sich auch zwei bedeutende Straßen: Die Mordorstraße, die Richtung Rhûn (Nordosten) führte und die gut ausgebaute Handels- und Heerstraße durch Ithilien nach Weit-Harad (Süden).

Nach Mordor hinein gab es auch mehrere Pässe, die einst von Festungen und Türmen Gondors überwacht worden waren. Der nördlichste und unbekannteste war der Pass bei der Festung Durthang, der von Nordithilien kommend über die Nordwestecke des Schattengebirges und der Aschenberge nach Mordor lief.

Eine weitere Straße verlief von Ithilien aus durch das Geistertal, vorbei an Minas Morgul über den Namenlosen Pass im Schattengebirge hinab nach Mordor in Richtung des Schicksalsberges und nach Barad-dûr. Diese Straße hieß ab Minas Morgul „Geisterstraße“.

Kurz vor Minas Morgul zweigte ein Pfad ab, der über den steilen Spinnenpass (Sindarin: „Cirith Ungol“) führte. Dieser Weg war am oberen Ende von Orks bewacht. Außerdem lebte in den Höhlen unterhalb des Passes die riesige Spinne Kankra.

Kam man den Spinnenpass hinauf, erblickte man auf seiner Ostseite einen großen, an den Fels errichteten Festungsartigen Wachturm, der Richtung Schicksalsberg und Barad-dûr blickte. Er war nach der ersten Vernichtung Saurons von Gondor errichtet worden, um die Ebene von Gorgoroth zu überwachen. Als Gondor seine Pflichten zu vernachlässigen begann, übernahm Sauron wieder das Regiment in Mordor, und der Turm wurde mit Orks besetzt.

Nach dem Krieg des Zorns und dem Fall von Númenor wurde Mordor zur neuen Brutstätte des Bösen in Mittelerde. Hier herrschte Sauron von der Mitte des zweiten Zeitalters bis zu dessen Ende und wieder im letzten Drittel des dritten Zeitalters. Seine Hauptfestung ist Barad-dûr, ein großer Turm im Nordwesten Mordors. In der Ebene von Gorgoroth, unterhalb des Schicksalsberges, sammelte Sauron im Ringkrieg seine Streitmacht.

In den Feuern des Schicksalsberges (Orodruin) schmiedet er Mitte des Zweiten Zeitalters auch den alles beherrschenden Einen Ring. Dieser wird Ende des Dritten Zeitalters in eben jenem Berg von Frodo zerstört, nachdem er den Ring vom Auenland dorthin gebracht hat.

Wer sich vom Rauros-Wasserfall des Anduin im Westen durch die schroffe Gebirgslandschaft der Emyn Muil zum Schwarzen Tor vorkämpft, wie es Frodo, Sam und Gollum taten, der muss nach einem steilen Abstieg aus den Emyn Muil die unheimlichen Totensümpfe durchqueren, ein ehemaliges Schlachtfeld. Im Osten und Süden von Mordor liegen große Länder, in denen Sauron seine gewaltigen Menschenarmeen für den Ringkrieg rekrutiert hatte (Nurn, Rhûn, Harad).

Barad-dûr

Barad-dûr war die Festung Saurons in Mordor. Der Dunkle Turm befand sich am Ende eines langen Sporns des Aschengebirges am Nordrand des Landes. Barad-dûr übersah die gesamte Hochebene von Gorgoroth. Eine Straße führte nordwestlich vom Dunklen Turm zum Schwarzen Tor, ungefähr 100 Meilen entfernt. Der Schicksalsberg lag ungefähr 30 Meilen westlich. Die Straße Saurons lief vom westlichen Eingang des Turmes über eine Eisenbrücke, die einen Abgrund überspannt, und dann weiter über die Gorgoroth-Ebene zur Ostseite des Schicksalsberges.

Der dunkle Turm war eine unüberwindliche Festung. Er bestand aus Adamant, seine Tore waren aus Stahl. Mit seinen vielen Wänden, Türmen, Zinnen und Aufsätzen bildete er ein riesiges schwarzes Denkmal des Bösen. Den höchsten Aufsatz bildete eine mächtige Eisenkrone, von wo aus Saurons Auge Wolken, Stein, Stahl und Fleisch mit seinem Blick durchbohrte. Im Fensterlosen Turm befanden sich viele Waffenkammern.

Sauron begann mit dem Bau des dunklen Turms um das Jahr 1000 Z.Z., als er Mordor zu seinem Hauptstützpunkt erkoren hatte. Später schmiedete er den Einen Ring im Schicksalsberg, und die Kraft dieses Ringes machte die Fundamente des Turms unzerstörbar.

Mit der ersten Vernichtung des Dunklen Herrschers wurde auch Barad-dûr zerstört, doch seine Fundamente konnten so lange nicht gebrochen werden, wie der Ring existierte.

Sauron kam 1050 D.Z. wieder nach Mittelerde und erbaute eine neue Festung bei Dol Guldur am Südrand des Düsterwaldes. 2941 wechselte Sauron seinen Sitz heimlich nach Mordor und zeigte sich ab 2951 offen dort. Damals begann er auch mit dem Wiederaufbau des Dunklen Turms. Er stellte auch einen Palantir in Barad-dûr auf. Es wird der Ithil-Stein gewesen sein, der durch die Nazgûl aus Minas Ithil hergebracht worden war.

Gollum wurde im Grenzbereich Mordors 3017 D.Z. gefangen genommen, in den Dunklen Turm geschafft und gefoltert, später jedoch wieder freigelassen.

Festung Durthang

Das ursprüngliche Schloss wurde von Baumeistern Gondors zu Beginn des Dritten Zeitalters, als Sauron vertrieben und Mordor verlassen war, errichtet, unter anderem, um einen dort befindlichen Pass zu sichern. Seinen damaligen Namen kann man jedoch nicht mehr ermitteln. In jener Zeit befürchtete man die Rückkehr von überlebenden Dienern Saurons nach Mordor. Sauron selbst hielt man für tot. In der Festung konnten große Truppenverbände Unterkunft finden und bei möglichen Angriffen schnell zum Feind gelangen. Im Verband mit der Festung legte Gondor zudem verschiedene Türme und andere Festungen entlang des Schattengebirges und der Aschenberge an, besonders an den wenigen Pässen der Gebirgsmassive. So entstand der Turm von Cirith Ungol, Narchost und Carchost vor der Geisterspalte (Morannon). Sogar weit im Süden auf dem Nargil-Pass, der Khand und Nurn verbindet, hat ab dem 11. Jahrhundert wohl eine Festung Gondors gestanden.

Die Festung Durthang (Sindarin: „Dunkle Unterdrückung“) lag in den Bergen des Schattengebirges (Ephel Duath), an einer Stelle, wo ein schmaler Grat senkrecht von der Hauptkette aus nach Osten vorstieß. Dieser Grat traf nach etwa 50 Meilen auf die Aschenberge (Ered Lithui), auf halbem Weg wurde er jedoch durch die Isenmünde (auch: Isenmaul) durchbrochen, das innere Tor Mordors. Die Festung stand auf einem der niedrigeren Gipfel, wahrscheinlich genau am Ursprung dieses Grats.

Dass Gondor hier nicht nur eine militärische Festung, sondern gar ein Schloss errichten ließ, ist bemerkenswert. Wahrscheinlich ließ es sich in dem scheinbar friedlichen Gebiet der Gorgoroth-Ebene ganz gut leben. Möglicherweise wandelte sich die Ebene in all den ruhigen Jahrhunderten zu einer Steppenlandschaft. Im 11. Jahrhundert, zur Blütezeit Gondors, wurden die Festungen um Mordor nochmals verstärkt und neue errichtet, besonders auch in Nurn. Aber schon ein Jahrhundert später nahm die Wachsamkeit im inzwischen unglaublich reichen, aber trägen Gondor wieder ab, und die Festungen begannen zu verfallen. Niemand glaubte noch, dass jemals wieder ein böser Schatten auf Mittelerde fallen könnte. Spätestens nach der Großen Pest 1636 wurden die letzten wichtigen Überwachungspunkte in Mordor und Nurn aufgegeben. Noch immer herrschte einträglicher Friede.

Nach der Übernahme des Landes durch Sauron wurde Durthang erneuert und wohl auch als Operationszentrale für Angriffe auf Ithilien genutzt, denn es gab hinter der Festung noch alte geheime Wege aus der Glanzzeit Gondors, die zu Ende des Dritten Zeitalters nur wenigen bekannt waren. Sie waren auch von Ithilien aus nicht mehr einsehbar, so dass nicht einmal Gollum sie finden konnte, der daher Cirith Ungol für den einzigen Pass nach Mordor hinein hielt, oder es zumindest behauptete.

Gorgoroth

Gorgoroth (oder "Die Hochebene von Gorgoroth") ist eine Region im Nordwesten Mordors. Er erstreckt sich von den Ered Lithui und dem Udûn-Tal im Norden bis zu der heraustretenden Bergkette aus den Ephel Dúath im Süden und von den Ephel Dúath und Minas Morgul im Westen bis zur heraustretenden Bergkette aus den Ered Lithui im Osten. Gorgoroth beherbergt sowohl Saurons Festung Barad-dûr als auch den Schicksalsberg.


Lithlad

Über Lithlad (Sindarin:'Aschenfeld','Aschenebene'), den zweiten Landesteil Mordors ist sehr wenig bekannt. Er schließt am östlichen Rand von Gorgoroth an und liegt nördlich von Ost-Nurn.

Nurn

Der dritte Landesteil Mordors, Nurn, ist der größte. Er befindet sich um die Ufer des Nurnenmeeres und macht in etwa die südliche Hälfte Mordors aus. Nurn ist im zweiten und dritten Zeitalter die „Kornkammer Mordors“ und die dort lebenden Menschen wurden wirtschaftlich von Sauron ausgebeutet und versklavt. Nach dem Ringkrieg, im Vierten Zeitalter, wurden Lithlad und Nurn zu einem Königreich unter der Herrschaft der Menschen von Nurn zusammengefasst.

Riddermark oder Rohan

Die Riddermark, wie die Landesbewohner ihr Reich selber nannten, war zur Zeit des Ringkrieges ein bedeutendes eigenständiges Menschenreich nordwestlich von Gondor. In Gondor war die Mark nur unter dem Namen Rohan bekannt. Seine Grenzen waren im Norden und Westen durch die südlichsten Ausläufer des in Nord-Südrichtung liegenden Nebelgebirges und den an dessen Osthängen liegenden Fangorn-Wald begrenzt. Die Landesgrenze lief dann am Rande dieses Waldes weiter nach Norden, bis sie auf den in west-östliche Richtung laufenden Fluss Limklar stieß. Dieses aus dem Nebelgebirge in den großen Anduin fließende Gewässer bildete die Nordgrenze des Reiches. Die nördliche Ostgrenze wurde durch den Anduin festgeschrieben, bis zum Beginn einer Mittelgebirgskette am Westufer des Stromes. Von da an markierte diese Kette, welche den Namen „Ostwall von Rohan“ trug, den Grenzverlauf. Hinter dem Ostwall begannen die zerklüfteten Emyn Muil. Die südliche Ostgrenze wurde an den riesigen Entwassersümpfen und dem aus dem Weißen Gebirge fließenden Fluss Glanhír festgelegt. Das in west-östliche Richtung laufende Weiße Gebirge bildete die Südgrenze. Die südwestliche Grenze bildete die so genannte „Pforte von Rohan“ mit dem Fluss Isen. Diese „Pforte“ war aus der natürlichen Gegebenheit entstanden, dass sich hier das von Norden kommende Nebelgebirge fast bis zum Weißen Gebirge erstreckte.

Ein kleines Gebiet westlich dieser Pforte wurde ebenfalls von Rohan beansprucht, die sog. Westmark, das Land zwischen dem Isen und dem Weißen Gebirge.

Von manchen Menschen, wie zum Beispiel von Aragorn, wird Rohan auch „Das Land der Pferde“ genannt. Die Armee aus Rohan besteht weitgehend aus Kavallerieeinheiten. Infanterie findet man zumeist nur als Bewacher von Siedlungen und Burgen, doch können auch diese Männer reiten. Das bekannteste Pferd zu Zeiten des Ringkrieges war Schattenfell.

Geschichte

Nach eigenen Erzählungen soll das Reitervolk der Eorlingas, das viel später das Königreich der Riddermark besiedelte, aus dem untergegangenen Königreich Rhovanion stammen, das vor der Invasion der Wagenfahrer (Ostlinge) östlich des Düsterwalds lag. Tatsächlich waren die Eorlingas ihrer Herkunft nach mit den Beorningern und den Menschen an den Westrändern des Düsterwaldes verwandt. Ihr ältestes geschichtlich fassbares Siedlungsgebiet lag im nördlichen Anduintal zwischen dem Carrock im Norden und den Schwertelfeldern im Süden. Schon damals liebten sie die Ebene, Pferde und Reiterkünste. Nach dem Krieg von Angmar waren die Siedlungsgründe zur Zeit des Fürsten Léod beinahe erschöpft und es musste über eine Weiterwanderung nachgedacht werden.

Als Léods Sohn Eorl der Junge Fürst wurde, war es so weit. 2510 D.Z. kam er einem Hilferuf der befreundeten Menschen von Gondor nach, welche sich an ihrer Nordgrenze gegen wilde Menschen und Orks verteidigen mussten. Da Eorls Mannen Gondor vor einem vollständigen Verlust der Provinz Calenardhon (das spätere Rohan) bewahrte, schenkte der Truchsess von Gondor den mutigen Reitern dieses Land. Eorls Volk gab der alten Provinz einen neuen Namen: „Riddermark“. Sie selbst nannten sich Eorlingas. In Gondor wurden diese Namen jedoch nicht übernommen. Dort nannte man das Land „Rohan“ und die Menschen „ Rohirrim“ (Pferdeherren). Nur Isengart und der alte Turm Orthanc blieben unter der Verwaltung des Truchsessen von Gondor.

Eorl wurde erster König der Mark und nahm seinen Sitz auf einem grünen Hügel am Fuße des Weißen Gebirges. Hier gründete er die erste Königsstadt der Eorlingas, Aldburg an der Großen Weststraße in der Ostfold gelegen. Es bedeutete fast den Untergang der Pferdeherren, als 2758 D.Z. Eindringlinge aus dem Osten kamen und die hinter der Pforte von Rohan stehenden Dunländer zum Krieg rüsteten. Gondor konnte keine Hilfe schicken, da es zur selben Zeit an allen Küsten mit den Korsaren im Krieg lag. Die Riddermark wurde überrannt und die inzwischen gegründete neue Königsstadt Edoras von den Dunländern eingenommen. Die Bevölkerung versteckte sich in der Hornburg und musste dort auch einen harten Winter überleben. Im letzten Moment wurde das Reich aber – auch mit Gondors Hilfe – zurückerobert.

Zur Zeit des Ringkrieges herrschte hier König Théoden, Sohn von Thengel, der in der Schlacht auf dem Pelennor fiel. Sein Neffe Éomer folgte ihm auf den Thron.

Zu Beginn des Ringkrieges wurde Rohan durch eine 10.000 Mann starke Urukhai-Armee aus Isengart angegriffen. Die Bevölkerung und der König zogen sich daraufhin in die Feste Helms Klamm zurück, die auch dieses Mal nicht eingenommen werden konnte. Die Orks wurden mit der Hilfe der Ents besiegt.

Verwaltungseinheiten

Die Riddermark teilt sich in sechs Verwaltungseinheiten. Dazu zählt nicht Isengart, da es kein Teil Rohans ist. Es wurde vielmehr von Gondor als Lehen vergeben Die vier südlichen Gebiete sind:

  • die Westmark westlich der Pforte von Rohan;
  • die Westfold östlich der Pforte von Rohan; mit dem Klammbachtal, dem Hargtal und der Königsstadt Edoras, sowie dem Westfoldtal, an dessen Ende die Pforte von Rohan liegt;
  • die Ostfold östlich der Westfold, wo die erste Königsstadt Aldburg liegt;
  • die Fennmark östlich der Ostfold, welche die Grenzmark zu Gondor darstellt;

Die beiden nördlichen Gebiete sind:

  • West-Emnet am Ostrand des Fangorn-Waldes;
  • Ost-Emnet östlich der Entwasser, dazu gehören der Ostwall von Rohan, sowie das Hügelland Wold, welches bis zum Anduin reicht

Edoras

Unter Eorl dem Jungen (2485-2545) war Aldburg in der Ostfold die Hauptstadt der Mark, doch schon unter seinem Nachfolger Brego (2512-2570) wurden der Königssitz und die Hauptstadt nach Edoras verlegt. Edoras liegt auf einem kleinen Hügel im Süden des Landes, der dem Weißen Gebirge vorgelagert ist. Auf dessen Gipfel steht die von Brego 2569 fertiggestellte goldene Halle Meduseld, wo der König der Riddermark residiert. Der Hügel wird durch einen Holzpalisadenzaun geschützt. Vor den Toren der Stadt liegen auf beiden Seiten der Straße die Hügelgräber von den Königen der Riddermark.

Helms Klamm

Helms Klamm ist eine Schlucht im Süden der Westfold, die unterhalb der Thrihyrne in die Ered Nimrais (Sindarin: „Weißes Gebirge“) führt. Am Ende der Schlucht steht die Festung „Hornburg“. Die Schlucht ist nach Helm Hammerhand (2691-2759), einem König von Rohan benannt, der dort starb, nachdem er sie über den Winter 2758-2759 D.Z. verteidigte.
Helms Klamm war das Verteidigungszentrum der Westfold von Rohan. Neben Dunharg war es die bedeutendste Fluchtburg des Reiches.
Am Grund des Tales floss der Klammbach und am Tal Ende befanden sich die Eingänge zu den Höhlen von Aglarond. Der Klammwall verschloss den Eingang der Schlucht. Bei einer Belagerung der Befestigungsanlage hatten die Verteidiger fast keine Möglichkeit zu entkommen, da es sich bei der Schlucht um eine Sackgasse handelte. Die einzige Möglichkeit war ein Gebirgspfad.
Helms Klamm war der gebräuchliche Name für die ganze Verteidigungsanlage, einschließlich der eigentlichen Festung, der Hornburg.

Dunharg

Dunharg ist eine befestigte Zuflucht am Fuß der Ered Nimrais („Weißes Gebirge“) über dem Hargtal. Sie wurde von Gondor und später von Rohan genutzt und war neben der Hornburg in Helms Klamm die bedeutendste Fluchtburg für die Menschen Rohans.
Dunharg war leicht zu verteidigen, denn es war nur über eine schmale Straße erreichbar, die in Serpentinen einen steilen Felshang hinaufführte. An jeder Kehre standen uralte Statuen aus alter Zeit, die von den sogenannten Púkel-Menschen errichtet worden waren und Abbilder derer darstellen sollten.

Hargtal

Das Hargtal im Weißen Gebirge ist eines der bekanntesten Täler des Landes, liegt dort doch die berühmte Feste Dunharg. Das Hargtal wird von den Berggipfeln des am Talausgang liegenden Irensaga, des im Osten etwas zurücktretenden Spukberges Dwimor und des am Tal Ende thronenden Starkhorns überschattet. Vom unter ewigem Eis liegenden Starkhorn fließt der Schneeborn ins Tal und durch die Ostfold, entlang der Großen Weststraße, in die mächtigen Entwasser. Zum Talausgang hin liegen zwei Siedlungen der Eorlingas, nämlich Unterharg und direkt am Talausgang Hochdorn. Auf dem Plateau der alten Festung, auf dem man direkt am Fuße des Spukberges steht, liegt auch der geheimnisvolle Dimholt-Wald mit einem Tunnel durch das Weiße Gebirge, der erst wieder auf der anderen Seite des Berges Dwimor in Gondor endet. Diesen Tunnel hatten Gondor treulos gewordene verfluchte Menschen errichtet, die seit den Tagen des ersten Krieges gegen Sauron als Untote dort hausten und Eindringlinge töteten. Mit ihrer Erlösung durch Aragorn verflog der Spuk aus diesen Tunneln.

Vorbilder in der realen Welt

Bei vielen Aspekten der Kultur von Rohan orientierte sich Tolkien offenbar an den germanischen Stämmen der Angelsachsen und der Goten sowie an den Skandinaviern. Wie die Ostgoten waren die Rohirrim eine Reiterkultur, die nach Süden wanderte und so in den Bannkreis einer höher entwickelten Gesellschaft geriet. Im Falle der Ostgoten war es das byzantinische Imperium, bei den Rohirrim das Reich von Gondor.

Insbesondere die Hervarar-Saga mit ihren Reiterkriegern, mystischen Wäldern und Schildmaiden scheint Tolkien bei der Schaffung von Rohan beeinflusst zu haben.

Die Abneigung zwischen den Rohirrim und den von Saruman beeinflussten Dunländern, bei der es sich nach Tolkien um die Urbevölkerung des Landes Rohan handelte, scheint den Kriegen zwischen den Kelten und den nach Britannien einwandernden Angelsachsen nachgebildet.

Der Name Rohan stammt von einem gleichnamigen angelsächsischen Herrschergeschlecht.

Andere Namen wurden unter Verwendung von altenglischen Wörtern gebildet:

  • Theoden: von þēoden („Anführer des Volkes, König“)
  • Éothéod: von eoh („Kriegsross“) und þeod („Volk“)
  • Gríma: wahrscheinlich von gríma („Maske“, „Helm“, „Geist“) oder grim (hässlich)
  • Eorl: von eorl („Adliger“).
  • Théodred: von þeod („Volk“) und ræd („Rat“)[4]

Rhovanion

Das Wilderland liegt auf der östlichen Seite der Hithaiglir, der Nebelberge. Rhovanion ist nur spärlich besiedelt, nur zeitweise gehörten einige Regionen des Wilderlands zu Gondor. Völker sind folgende verzeichnet:

Im Norden, bei den Quellen des Anduin lebten (später Rohirrim genannte) Menschen, ehe der Großteil von ihnen unter Eorl dem Jungen nach Rohan zog. Das Zentrum Rhovanions dominiert der Düsterwald, dessen Süden von Orks und dessen Norden von den Waldelben besiedelt ist. Im Nordwesten Rhovanions liegt Esgaroth am langen See.Thal liegt leicht nördlicher, ebenfalls von Nordmenschen, aber auch von Zwergen bewohnt. Thal wurde einst von Smaug zerstört, doch unter Dain Eisenhelm wieder aufgebaut. Esgaroth handelte oft mit Nordmenschen, die noch südlich des eiligen Flusses lebten. Am Ostrand Rhovanions letztlich liegt Dorwinion, wo die Dorwinrim, Verwandte der Rohirrim, leben.

Rhovanion ist für den „Hobbit“ letztlich durch Spiegelung Beleriands entstanden. Bei Austauschung der Himmelsrichtungen Ost und West und Beibehaltung von Nord und Süd entspricht das Nebelgebirge den Blauen Bergen, der Anduin dem Gelion, der Nachtwald/Düsterwald dem Wald von Doriath mit seinen Waldelben, die schon lange im Streit mit den Zwergen leben, und schließlich die unterirdische Zwergensiedlung am Einsamen Berg Nargothrond. Erst beim Schreiben des „Herrn der Ringe“ wurden beide Geographieen vereinigt.

Isengart

Isengart (im englischen Original: Isengard, genauso in der Übersetzung von Wolfgang Krege) ist in der Sprache Rohans der Name der númenorischen Festung Angrenost (Sindarin). Sie liegt in einem Tal nördlich der Pforte von Rohan und ist vom dritten Zeitalter an bis zum Ende des Ringkriegs der Sitz des Zauberers Saruman. Inmitten eines kreisförmigen Walls mit einem von zwei runden Türmen bewachten Tor erbauten die Númenorer den Orthanc, einen Turm aus nahezu unzerstörbarem pechschwarzem Stein. Die vom Wall umgebene Fläche war vor Sarumans Verrat von Bäumen bewachsen, die jedoch den Äxten seiner Diener zum Opfer fielen. Von Isengart aus überfielen die Orks im Ringkrieg die Ebenen Rohans und führten den Angriff auf die Festung Helms Klamm durch. Nach diesem wurden die Waffenschmieden und Orkbehausungen Sarumans von den gestauten Wassern des Isen geflutet. Als das Wasser abfloß, wurde die gereinigte Erde von den Ents wieder bepflanzt (Wachtwald).

Isengart gehörte nie zum Einflussbereich der Riddermark, sondern wurde von Gondor aus verwaltet. Auch Saruman war dort einst nur Gast Gondors, bevor er Isengart für seine Zwecke veränderte.


Auf die Sprachwissenschaft angewandt lässt sich der Name Isengard in die Teile Isen (von u.a. altisländisch ísa[r]n = Eisen) und gard (von altisländisch garðr = Wall, umzäunter Bereich) zerlegen. Isengard heißt also soviel wie "Eisenwall", was auch der Bedeutung im Westron von Mittelerde entspricht (siehe hierzu auch die Bedeutung des Namen Isen im Westron). Tolkien hatte als Professor für Linguistik ein großes Interesse daran, die von ihm niedergeschriebene Mythologie auch sprachlich in einen weltlich-europäischen Kontext einzubinden.

Berge und Gebirgsmassive

Der Einsame Berg

In der Sprache der Elben Erebor genannt. Nachdem die Zwerge vom Balrog und den Orks aus Moria vertrieben wurden, gründete Thráin I. hier das „Königreich unter dem Berg“. Das Königreich Thal lag direkt an den Ausläufern des Berges und wurde von den Nordmenschen bewohnt.

2770 D.Z. wurde der Erebor vom Drachen Smaug erobert und alle Bewohner von Thal wurden vertrieben oder vernichtet. So bemächtigte sich Smaug der Schätze der Zwerge und nistete sich in der Schatzkammer ein. Erst 170 Jahre später suchte ihn dort der Hobbit Bilbo Beutlin auf.

2941 D.Z. fand am Berg die „Schlacht der Fünf Heere“ statt. Hier kämpften die Zwerge gemeinsam mit den Menschen von Thal und den Waldelben gegen ein großes Orkheer und Warge. Durch den Sieg der Verbündeten wurde die traditionelle Feindschaft zwischen Elben und Zwergen vom Einsamen Berg begraben.

Im Ringkrieg wurde der Erebor von Ostlingen belagert, konnte ihnen aber standhalten.

Der Schicksalsberg

Der Schicksalsberg, im Sindarin Amon Amarth oder Orodruin (wörtlich Feuerberg) genannt, ist ein Vulkan im Nordwesten von Mordor und der Ort, wo Sauron im Zweiten Zeitalter den Ring der Macht geschmiedet hatte, um alle Völker Mittelerdes kontrollieren zu können. In den Feuern des Schicksalsberges geschaffen, konnte der Eine Ring nur dort vernichtet werden. Am Ende des ersten Ringkrieges, als Sauron von den vereinten Armeen der Elben und Dunédain geschlagen wurde, hatte Isildur, Elendils Erbe, die Gelegenheit, den Ring in den Feuern des Schicksalsberges zu zerstören, doch er wich im letzten Moment zurück und behielt den Ring für sich. Kurz darauf kam er bei einem Angriff von Orks in den Schwertelfeldern ums Leben, woraufhin der Ring verloren ging und fortan als „Isildurs Fluch“ bezeichnet wurde.

Der Schicksalsberg ist auch das Ziel der Reise von Frodo und Sam, die den nahezu unmöglichen Auftrag erhielten, den Ring in die Schicksalsklüfte zu werfen und ihn damit zu zerstören. An diesem Ort endet schließlich der Ringkrieg, indem Gollum mit dem Ring in die Feuer des Berges fällt und Sauron, dessen Macht auf der Kraft des Ringes beruht, besiegt wird.

Das Nebelgebirge

Das Nebelgebirge ist ein langer, von Nord nach Süd verlaufender Gebirgszug, der Eriador vom Tal des Flusses Anduin trennt. Es verläuft von Carn Dûm im Norden bis zur Pforte von Rohan im Süden und erstreckt sich über etwa 900 Meilen. Einer der berühmtesten Berge im Nebelgebirge ist der Caradhras (Sindarin: „Rothorn“) mit dem Rothornpass, unter dem sich die Minen von Moria befanden. In der Schlucht des Flusses Lautwasser (Bruinen) an der Westseite des Gebirges liegt Bruchtal, an seiner Ostseite u. a. der Goldene Wald des Waldelbenreiches Lothlórien sowie der Fangorn-Wald. In einem Tal ganz im Süden des Gebirges, nahe der Pforte von Rohan, an der sich Nebelgebirge und Weißes Gebirge nahe kommen, liegt das einst von Gondor als Lehen vergebene Isengart mit seinem Turm Orthanc.

Weit im Norden des Nebelgebirges wiederum befand sich einst die Hauptfestung Carn Dûm des Hexenkönigs von Angmar. 1975 wurde der Hexenkönig in der Schlacht von Fornost besiegt und floh.

Emyn Muil

Die Emyn Muil (Sindarin für „Öde Hügel“) sind ein graues, schroffes Hügelland auf beiden Seiten des Anduins oberhalb der Rauros-Fälle. Sie bestehen aus scharfen Graten und tiefen Schluchten und verlaufen meist in Nord-Süd-Richtung.
Im „Herr der Ringe“ wird dieses Gebiet von Sam, Frodo und Gollum durchwandert.

Schattengebirge

Das Schattengebirge, im Sindarin Ephel Dúath (Zaun des Schattens) genannt, bezeichnet das kahle und steile Gebirge, welches die Westgrenze Mordors bildet. Im Norden schließt es an das Aschengebirge an. Bei den beiden parallel verlaufenden Gebirgsketten des Schattengebirges gibt es wenige Übergänge. Die wichtigsten sind Cirith Gorgor am Morannon und Cirith Ungol oberhalb von Minas Morgul.

Eisenberge

Die Eisenberge (Sindarin Ered Engrin) wurden von Melkor im Norden von Mittelerde, als Schutzwall von Utumno und Angband, geschaffen. Nach der Zerstörung Utumnos wurden sie von Aule teilweise abgetragen. Nach dem Krieg des Zorns wurden sie ins Meer gekippt. Überbleibsel waren die Berge von Angmar, die Ered Mithrin, nördlich des Düsterwaldes, und die Eisenberge, östlich des Erebors. Die Eisenberge sind womöglich vulkanischen Ursprungs, da sie in den Schlachten von Beleriand Feuer spieen.

Aschengebirge

Das Aschengebirge (Sindarin Ered Lithui) bildet die Nordgrenze Mordors und endet im Westen mit dem Morannon (Das Schwarze Tor). An einem südlichen Ausläufer liegt Saurons Festung Barad-dûr.

Blaue Berge

Die Blauen Berge (Sindarin Ered Luin) waren im ersten Zeitalter die Ostgrenze von Beleriand. An den Ered Luin, auch Ered Lindon genannt, lagen auch die Zwergenstädte Nogrod und Belegost. Doch als Beleriand im Krieg des Zorns vom Meer verschlungen wurde, wurden auch die Zwergenstädte verschlungen und seither sind die Blauen Berge im Nordwesten von Mittelerde zu finden. Als jedoch Smaug den Einsamen Berg eroberte, flohen die Zwerge aus Durins Volk in die Ered Luin und errichteten dort ihre Exilstadt. Dort wurde unter anderem Gimli, einer von den neun Gefährten in Herr der Ringe, geboren.

Weißes Gebirge

Das „weiße Gebirge“, im Sindarin Ered Nimrais (Berge der weißen Hörner) genannt, erstreckt sich von Minas Tirith im Osten, bis zu der Pforte von Rohan im Norden und der Halbinsel Andrast im Westen. Als einzigen Weg durch die Ered Nimrais erwähnt Tolkien die Pfade der Toten. Am Fuße der Ered Nimrais im Norden befindet sich Edoras und etwas nördlicher Helms Klamm. Auch Dunharg und die glitzernden Grotten von Aglarond befinden sich in dessen Nähe. Im Osten befinden sich außerdem die sieben Leuchtfeuer von Gondor, die erbaut wurden, um in Kriegszeiten die Verbündeten in Rohan zur Hilfe zu holen.

Wetterspitze

Die Wetterspitze oder Amon Sûl ist die südlichste Erhebung der Wetterberge. An der Wetterspitze in Eriador trafen sich drei Königreiche: Arthedain, Rhudaur und Cardolan. Auf dem Berg befand sich ein Wachturm mit einem der Palantíri. Im Dritten Zeitalter wurde der Turm von einem Heer aus Angmar zerstört.

Im „Herrn der Ringe“ sehen Aragorn und die Hobbits auf dem Weg nach Bruchtal Blitze am Amon Sûl. Als sie später dorthin gelangen, finden sie einen Stein mit Gandalfs Rune und vermuten, dass Gandalf ihnen zuvorgekommen war und dort gegen die Nazgûl gekämpft hatte. Auch Aragorn und die Hobbits werden von den Nazgûl auf der Wetterspitze angegriffen. Frodo wird dabei von der Morgul-Klinge des Hexenkönigs verletzt und kann nur durch Elronds Heilkunst gerettet werden. Die Wunde wird jedoch nie wieder richtig verheilen.

Wälder

Fangorn

Fangorn (auch: Fangornwald, Entwald) ist einer der größeren verbliebenen Reste des großen Waldes, der einst weite Teile Mittelerdes bedeckte. Er ist Heimat und Rückzugsgebiet der Ents und Huorns. Fangorn liegt am südlichen Ende des Nebelgebirges in der Nachbarschaft Isengarts. Fangorns Wald wird als uralt, düster und für unerwünschte Eindringlinge gefährlich beschrieben. Die in der Umgebung lebenden Menschen betreten ihn nicht.

Fangorn ist gleichzeitig der elbische Name des ältesten aller Ents, Baumbart, den Pippin und Merry auf ihrer Flucht aus der Orkgefangenschaft treffen. Die Neuigkeiten, die die jungen Hobbits liefern, bringen eine Lawine ins Rollen: Nach langer Zeit des Beobachtens und der Untätigkeit entschließt sich Baumbart, gegen Saruman vorzugehen, dessen Orks große Teile des Waldes verwüstet hatten. Die Ents greifen Isengart an und zerstören Sarumans Festung, scheitern jedoch am Orthanc selbst. Allerdings wird Saruman in seinem Turm festgesetzt. Die Ents und Huorns marschieren anschließend nach Helms Klamm und vernichten dort Sarumans Armee vollständig; dies ist die Rache der Huorns an den Orks.

Lórien

Das geheimnisvolle Elbenreich Lórien, gegründet durch Galadriel und Celeborn nach der Zerstörung von Eregion, liegt im gleichnamigen Wald östlich des Nebelgebirges. Nichts Böses betritt den „Goldenen Wald“, da er die Zeitlosigkeit und die Schönheit von Eldamar bewahrt. Während die Elben von Lórien Orks gnadenlos bekämpfen, haben gutwillige Reisende nichts zu befürchten, sie dürfen die Grenzen des Landes aber in der Regel nicht übertreten. Lórien ist auch ein besonderer Ort der Heilung und der Magie, zu vergleichen nur mit Bruchtal (Imladris), wo Elrond wohnt. Die Zeit in diesem rund 80 x 80 Kilometer großen Wald vergeht schneller als im Rest Mittelerdes, selbst ohne den Einfluss von Galadriels Elbenring Nenya. Daher scheint dem Reisenden ein ganzer Monat oft wie ein einziger Tag. Das südöstliche Ende des Goldenen Waldes wird auch „Der Winkel“ genannt, da es zwischen den Flüssen Silberlauf (Celebrant) und Anduin liegt. Hier befindet sich Caras Galadhon („Stadt der Bäume“), die Hauptstadt Lóriens. Etwas nördlich dieser einzigen Stadt im Goldenen Wald liegt der Hügel Cerin Amroth. Dort liegt das Grab von Königin Arwen, die nach dem Tode Aragorns an jene Stelle zurückkehrte, an der sie sich einst verlobt hatten. Ein Jahr nach ihrer Ankunft in Lórien starb Arwen dort.

Ursprünglich hieß der Wald bei den ersten dort lebenden Waldelben im frühen Ersten Zeitalter Laurelindorinan oder Lorinand (beides: „Tal des singenden Goldes“). Aber erst Galadriel gründete in der ersten Hälfte des Zweiten Zeitalters das Waldreich. Die Gründung dieses Reiches hat das langsame, aber sichere Aussterben der Waldelben in Lothlórien verhindert. Denn erst Galadriel hat die verstreut lebenden Waldelben dazu ermutigt, sich zu einen, um besser für die schweren Zeiten, die ihnen bevorstanden, gewappnet zu sein. Damals erhielt das Reich den verkürzten Namen Lothlórien („blühender Traumgarten“ oder „Traumblume“), und schließlich, nach dem Ringkrieg, wurde der Name nochmals verkürzt zu Lórien (Traum). Vom Beginn des Dritten Zeitalters bis zum Jahr 1981 D.Z. war Amroth Herrscher von Lothlórien. Nach dessen Tod kam Galadriel zusammen mit Celeborn zurück, um wieder den bedrohten Galadhrim zu helfen. Mit Hilfe von Celeborn und Nenya, dem Ring des Wassers, konnte Galadriel für lange Zeit die Gefahren von Lothlórien abwenden. Zum Ende des Ringkrieges wurde Lothlórien dreimal von Feinden angegriffen. Doch die Elben konnten unter Celeborns Führung den Feind schlagen, obwohl sie selbst schwere Verluste hinnehmen mussten. Nach dem Ende des Ringkrieges wurde Lothlórien um den südlichen Teil des Düsterwaldes erweitert, wo sich davor die Festung Dol Guldur befunden hatte. Zwei Jahre nach dem Ringkrieg verließ Galadriel Lórien und segelte mit den anderen Ringträgern in den alten Westen. Ohne Galadriel fing das Land langsam an zu veröden, und Celeborn verließ es und ging nach Bruchtal.

Die Grenzen des Königreiches werden durch einen großen Wald von Mallornbäumen an den Ufern der Flüsse Anduin im Osten und Silberlauf im Süden festgelegt. Im Westen bildet die natürliche Grenze das Nebelgebirge. Die Menschen und Zwerge des Nordens glauben, dass dieses Land die Heimat schrecklicher Zauberei sei, und machen einen großen Bogen darum. Die Elben tun ihrerseits jedoch nichts, um diesen Eindruck zu zerstreuen, denn sie schätzen ihre Ungestörtheit. Das letzte Mal, dass eine Heerschar aus Lothlórien auszog, war im Jahre 1410 D.Z. auf Bitten Elronds, um gegen die Streitmacht des Hexenkönigs von Angmar anzutreten.

Unter den gepflegten Mallornbäumen gibt es zahlreiche Gärten mit wunderschönen Blumen und mächtigen Kräutern. Die Elben selbst leben hoch über dem Boden auf Plattformen, die den Menschen als Fletts bekannt sind. Zum Flett gelangt man über Seile durch ein Loch, welches sich in der Mitte der Plattformen befand. Anderen Elben waren die Fletts auch bekannt, allerdings dienten sie ihnen nur zur Beobachtung oder als Versteck.

Der überwiegende Teil der Bevölkerung zählt zu den Galadhrim (Sindarin: „Baumbewohner“) – den einheimischen Waldelben von Lothlórien. Jedoch gibt es auch einige Noldor und Grauelben, die zusammen mit Galadriel und Celeborn kamen.

Heute verlassen nur wenige Elben den Schutz des Waldes, und dann auch nur, um ihre Verwandten in Lindon oder im Düsterwald zu besuchen oder um ihre letzte Reise über das große Meer bei den Grauen Anfurten westlich des Auenlandes anzutreten. Auch betreten nur wenige Fremde Lórien, da seine Grenzen gut gesichert sind. Wer jedoch die Freundschaft des Fürsten und der Fürstin des Waldes genießt, kann sicher das Reich der Elben betreten.

Der Silberlauf wird aus dem zwischen Wolkenkopf und Silberzinne liegenden Spiegelsee gespeist. Zuerst durchfließt er das Schattenbachtal, vereinigt sich dann mit dem von den Elben besungenen Flüsschen Nimrodel und fließt dann gemächlich in den großen Anduin. Am Zusammenfluss liegt eine Bootsanlegestelle der Waldelben.

Alter Wald

Der Alte Wald gilt als gefährlicher und verwunschener Wald, der von geheimnisvollen und eigensinnigen Bäumen sowie dem gastfreundlichen Tom Bombadil und seiner Frau Goldbeere bewohnt wird.

Genau wie Fangorn und der Düsterwald ist auch der Alte Wald nur ein Rest des riesigen Waldes, der einst ganz Mittelerde bedeckte.

Die westliche Grenze des Alten Waldes bilden der von den Hobbits errichtete Hohe Hag, eine gepflegte Hecke, die ihre Ländereien vor den Gefahren des Waldes schützen soll, sowie weiter südlich der Brandywein. Der bedeutendste Fluss im Wald ist die Weidenwinde, die in den Brandywein mündet, der wiederum ins Meer abfließt. Die Nordgrenze des Waldes bildet die Große Oststraße, im Osten liegen die unheimlichen Hügelgräberhöhen. In der Nähe des Hobbit-Ortes Krickloch befindet sich ein unter den Hohen Hag gegrabener Tunnel, der am Ausgang in den Wald mit einer Eisengittertür verschlossen ist.

Einst bewegten sich die ihren Standort ständig verändernden Bäume bis an den Hag heran und bogen sich darüber hinweg. Die Hobbits schlugen daher deren Äste ab und verbrannten viele auf einer nahe dem Tunnel befindlichen Lichtung. Das brachte den Wald endgültig gegen die Hobbits auf. Auf der Lichtung aber wachsen seitdem keine Bäume mehr.

Düsterwald

Der Düsterwald (auch: Dunkelwald oder Nachtwald) ist ein Wald im Norden Mittelerdes, der östlich des Flusses Anduin liegt. Früher hieß er Grünwald, doch nach dem Ende des ersten Ringkrieges, in dem Sauron den Einen Ring verlor, zog sich sein Geist in den Turm Dol Guldur im Süden des Waldes zurück. Fortan war der Wald nicht mehr sicher und erhielt seinen heutigen Namen. Im nördlichen Teil wohnen die Grün- bzw. Waldelben, zu denen auch Legolas gehört. Nach dem Ende des zweiten Ringkrieges kam der südliche Teil zu Lórien. Den Düsterwald durchqueren zwei Wege von West nach Ost: der sogenannte Elbenweg im Norden und die Alte Düsterwaldstraße weiter südlich. Der Fürst des Waldes ist Thranduil, der Vater Legolas'.

Gewässer

Anduin

Der Anduin (Sind. „langer Fluss“), auch „der Große Strom“ genannt, ist der größte Fluss im Nordwesten Mittelerdes. Er legt von seiner Quelle im fernen Norden (bei den Ered Mithrin) etwa 1500 Meilen bis zu seinem Mündungsgebiet, der Bucht von Belfalas, zurück. Das Einzugsgebiet des Anduin und seiner Nebenflüsse erstreckt sich vom Düsterwald und dem Nebelgebirge bis nach Anórien, Ithilien sowie einem großen Teil von Rohan und Lebennin. Er hat viele Zuflüsse, darunter Grauquell und Langquell (seine ersten Zuflüsse), Schwertel, Celebrant, Limklar, Entwasser, Erui, Sirich und Poros. Außerdem stürzt er die größten Wasserfälle Mittelerdes hinunter, die Raurosfälle. Diese liegen in den Emyn Muil, welche sich zwischen den Zuflüssen Limklar und Entwasser erheben.

Abendrotsee

Der Abendrotsee (im Sindarin Nenuial, was eigentlich „Dämmerwasser“ bedeutet) befindet sich nordwestlich des Auenlandes. An seinem Südufer lag die Stadt Annúminas, die einstige Hauptstadt Arnors. Der See lag am Fuße der Abendrotberge (Sindarin Emyn Uial).

Langer See

Der lange See ist ein ovalförmiger See im Norden von Rhovanion (Wilderland) und im Osten des Düsterwaldes. Er wird durch den Waldfluss und den Fluss Eilend (oder auch Celduin genannt) gespeist. Auf ihm befindet sich die auf Holzpfählen erbaute Seestadt Esgaroth.

Brandywein

Der Brandywein (im Sindarin „Baranduin“, was „Goldbrauner Fluss“ bedeutet) ist ein großer Fluss in Eriador. Er entspringt im Abendrotsee und mündet im Süden ins Meer. Er fließt durch das Auenland und bildet größtenteils dessen Grenze. Er lässt sich nur über die Brandyweinbrücke, die Sarnfurt oder mit der Bockenburger Fähre überqueren.

Isen

Der Isen (Westron für „Eisen“; gleichbedeutend mit der elbischen Bezeichnung Angren) ist ein Fluss, der an Isengart vorbei nach Süden fließt, dann nach den „Furten des Isen“ einen großen Bogen nach Westen macht, die Pforte von Rohan passiert und etwa 300 Meilen später ins Meer mündet. Er bildet die natürliche Grenze zwischen Dunland und Rohan.
Während des Ringkriegs leiteten die Ents zeitweise sein Wasser ab, um Isengart zu überfluten.

Sonstige Orte

Moria

Moria (Sind. „schwarze Kluft“ oder „Abgrund“), in der Sprache der Zwerge Khazad-dûm (Kh. „Zwergen-Hallen“, auch: „Zwergenheim“, „Zwergengrube“, „Zwergenbinge“; Sind. „Hadhodrond“), ist die größte und lange Zeit bedeutendste Stadt und Mine der Zwerge. Sie liegt im mittleren Nebelgebirge, im Inneren der Berge Caradhras (Rothorn), Celebdil (Silberzinne) sowie Fanuidhol (Wolkenkopf), und erstreckt sich vom West- bis zum Osttor über wenigstens 40 Meilen. Moria wurde im ersten Zeitalter von Durin I. selbst gegründet.

Zu Beginn des zweiten Zeitalters wurde in den Minen von Moria Mithril (Moria-Silber) gefunden. Damit begann die Freundschaft mit den Noldor in Eregion. Doch die Zwerge gruben auf ihrer Suche nach Gold und Mithril zu tief und weckten im Jahr 1980 des dritten Zeitalters einen Balrog von Morgoth. Der Dämon aus der Alten Welt tötete König Durin VI. und ein Jahr später seinen Sohn Náin I. Dies leitete den Niedergang von Moria ein, sein Volk floh oder wurde vernichtet. Im Jahr 2989 des dritten Zeitalters unternahm eine große Gruppe von Zwergen aus Erebor unter Balin den Versuch einer Neubesiedelung; dieser scheiterte jedoch schon nach fünf Jahren. Zur Zeit des Ringkriegs ist der westliche Eingang Morias durch eine Geheimtür gesichert, während der östliche Zugang offen steht.

Moria wird von den Gefährten auf ihrem Weg nach Mordor im Januar 3019 durchquert. In der Archivkammer mit Balins Grabmal werden die Gefährten von Orks überfallen, deren Übermacht sie sich nur kurzzeitig erwehren können. Sie entkommen zunächst durch einen Geheimgang. Auf ihrem weiteren Weg begegnen sie dem Balrog. Gandalf stellt sich ihm in den Weg, um seinen Gefährten die Flucht zu ermöglichen. Es gelingt ihm, Durins Brücke zum Einsturz zu bringen und den Balrog so in die Tiefen Morias stürzen zu lassen. Er wird jedoch selbst mit in den Abgrund gerissen.

Moria mag nach dem Sturz Saurons eine Renaissance erlebt haben; jedenfalls schmiedeten die Zwerge zu Beginn des Vierten Zeitalters neue Tore aus Mithril und Stahl für die Stadt Minas Tirith. Dazu müssen sie immerhin Minen in der alten Zwergenstadt unterhalten haben, da Moria-Silber sonst nirgendwo vorkam.

Dol Guldur

Nachdem Sauron am Ende des zweiten Zeitalters besiegt worden war, kam sein Geist um das Jahr 1050 zurück und verblieb im Turm Dol Guldur (sindarin: „Hügel der Magie“) auf dem Berge Amon Lanc im großen Grünwald. Zu jener Zeit fiel ein Schatten auf den großen Grünwald, und man nannte ihn von da an Düsterwald. Während man zuerst vermutete, dass diese böse Macht von einem der Nazgûl ausginge, kam Gandalf, nachdem er sich im Jahre 2063 des dritten Zeitalters nach Dol Guldur geschlichen hatte, zu der Meinung, dass diese Macht der zurückgekehrte Geist Saurons sei. Sauron aber floh vor Gandalf, da seine Macht nicht groß genug war.

400 Jahre später kehrte Sauron mit vermehrter Macht nach Dol Guldur zurück und verweilte dort. Die Menschen, die vor jenem Gebiet Furcht hatten, nannten ihn noch Beschwörer der Toten, denn seine wahre Identität blieb ihnen noch verborgen. Im Jahre 2850 ging Gandalf noch einmal nach Dol Guldur und erkannte ohne Zweifel, dass dessen Gebieter Sauron war. Auch fand er in den Kerkern von Dol Guldur den sterbenden Thráin II., von dem er die Karte des Erebor und den Schlüssel zum geheimen Eingang jenes Berges erhielt, welchen er Thorin Eichenschild für die Fahrt zum Erebor übergab. Zu einem Angriff auf Dol Guldur durch den Weißen Rat kam es erst im Jahre 2941, denn Saruman hatte sich zuvor geweigert. Doch Sauron floh nach Mordor, Dol Guldur aber wurde 2951 wieder durch drei Ringgeister besetzt, darunter Khamûl, den einzig namentlich bekannten Nazgûl.

Im Ringkrieg kam es zu drei Angriffen auf Lórien, von Dol Guldur ausgehend, die aber alle abgewehrt werden konnten. Nach dem Fall Saurons am Ende des Ringkrieges wurde Dol Guldur durch die Elben Lóriens unter Führung Galadriels geschleift, danach wurde der Amon Lanc zum Heimsitz Celeborns und zur Hauptstadt des Östlichen Reiches Lórien.

Eregion

Eregion (Sindarin für: „Land der Hulstbäume“, Hulsten auf Westron) war ein Reich der Noldor zwischen den Flüssen Glanduin und Bruinen, das von Galadriel und Celeborn um 750 des zweiten Zeitalters gegründet und von Noldor, die nicht nach dem Krieg des Zorns nach Aman zurückkehrten, bewohnt wurde. Die Hauptstadt war Ost-in-Ethil. Die Noldor hatten durch ihre Kunstfertigkeit schon vorher engeren Kontakt mit den Zwergen gehabt, zuvor mit jenen aus Nogrod und Belegost, und unterhielten zu jener Zeit enge Beziehungen zu den Zwergen aus Moria.

Nachdem Galadriel und Celeborn Eregion verlassen hatten wurde Celebrimbor, Sohn Curufins und Enkel Feanors, zum Regenten des Reiches. Zu jener Zeit erschien auch Sauron in Verkleidung unter dem Namen „Annatar“ und unterwies die Elben der Gwaith-i-Mirdan, der in Eregion ansässigen Juwelenschmiede, in der Kunst des Ringeschmiedens. Unter seiner Anweisung wurden die sieben Ringe der Zwerge und die neun Ringe der Menschen geschmiedet, Celebrimbor aber schuf allein die drei Ringe der Elben. Als Sauron seinen Herrscherring schmiedete, erkannten die Elben ihn und nahmen ihre Ringe (später die sieben und die neun) ab, Celebrimbors Ringe aber blieben frei von seinem Einfluss. Sauron griff hierauf Eregion an, erbeutete die sieben und die neun Ringe, tötete Celebrimbor und zerstörte Eregion. Die überlebenden Noldor flohen nach Lindon oder Imladris.

Im dritten Zeitalter war Eregion ein unbewohntes Land, das die Gemeinschaft des Ringes auf ihrer Reise durchquerte.

Schattenbachtal

Das Schattenbachtal (Sindarin: Nanduhirion, Khuzdul: Azanulbizar, „Tal der schattigen Bäche“) verläuft vom Osttor Morias in nördlicher Richtung bis zum Schattenbachsteig und hinauf zum Rothornpass. Südöstlich im Tal liegt der Spiegelsee (Khuzdul: Kheled-zâram) und die Quelle des Flusses Silberlauf (Khuzdul: Kibil-nâla), die in einen steinernen Brunnen gefasst war. Hier fand im Jahre 2799 D.Z. die große Schlacht der Zwerge gegen die Orks im Schattenbachtal statt. Da die Zwerge alle Bäume gefällt hatten, um die Toten dieser Schlacht entgegen ihrer Tradition zu verbrennen, blieb das Tal fortan kahl. Die Gefährten der Ringgemeinschaft kamen in das Schattenbachtal nach dem Sturz Gandalfs und ihrer anschließenden Flucht aus Moria.

Trollhöhen

Die Trollhöhen sind ein bewaldetes Hügelland nordwestlich von Bruchtal, in dem noch zu Zeiten Bilbo Beutlins Trolle zu Hause waren. Am südlichen Rand der Trollhöhen zieht sich die Große Oststraße hin, die eigentliche Südgrenze des Gebiets bildet aber – noch ein wenig südlicher – der dem Nebelgebirge entspringende, in der Nähe von Bruchtal vorbeiziehende Fluss Lautwasser (Bruinen). Das westliche und nördliche Ende der Höhen wird vom ebenfalls aus dem Nebelgebirge kommenden Fluss Weißquell bestimmt, den die Große Oststraße bei der „Letzten Brücke“ überquert. Das Ostende der Trollhöhen bildet der Gebirgsstock des Nebelgebirges. Hier zeigt sich auch, dass die Trollhöhen ein westlicher Ausläufer dieses riesigen Bergmassives sind.

Im Nordwesten der Trollhöhen, am Fluss Weißquell gelegen, finden sich die Ruinen der einstigen Hauptstadt Cameth Bin des Königreiches Rhudaur. Auch die Reste des Signalturmes Tirbarad Terg sind noch zu sehen. Man kann diese verlassene Stätte über die fast völlig verwachsene Angmar-Straße erreichen, die im Süden der Trollhöhen mit der Großen Oststraße zusammentraf.

Carn Dûm

Carn Dûm, mit einem Schwarzen Reiter im Vordergrund.

Carn Dûm war die Hauptfestung des Hexenkönigs von Angmar, der während des Ringkrieges noch einmal eine bedeutende Rolle spielen sollte. Carn Dûm befand sich am Nordende des Nebelgebirges. Der Herr der Nazgûl errichtete seine Herrschaft um 1300 und wurde als Hexenkönig von Angmar bekannt. Carn Dûm war seine Residenz und er blieb dort lange Jahre mit seinen verdorbenen Geschöpfen, ohne größere militärische Operationen durchzuführen. Erst 1974 führte der Hexenkönig einen Angriff vom Carn Dûm aus gegen die Dúnedain. Doch in der Schlacht von Fornost 1975 wurde er besiegt und floh aus seinem Reich.

Carn Dûm bedeutet „Rote Senke“ und leitet sich ab von „carn“ („rot“) und „tûm“ was so viel heißt wie „tiefe Senke“.

Esgaroth

Die Seestadt Esgaroth (Sindarin für „Schilfsee“) wurde von den Menschen in Rhovanion auf dem Langen See errichtet. Sie war aus Holz gebaut und stand auf mächtigen Holzpfählen. Die Stadt wurde im Jahre 2941 des dritten Zeitalters vom Drachen Smaug zerstört, danach aber wieder aufgebaut.
Esgaroth wurde von einem Bürgermeister regiert.

Rhûn

Rhûn (Sindarin für "Osten") war die Gegend im Osten Mittelerdens, südöstlich von Dorwinion. In seiner Mitte lag das große Binnenmeer von Rhûn, möglicherweise ein Überbleibsel des Meeres von Helcar. Im ersten Zeitalter mussten sich an seinem Ostufer die Lande Cuiviénen und Hildórien befunden haben, wo Menschen und Elben erwachten. Im Osten lag das Rote Gebirge (Orocarni), woher 4 der 7 Zwergenfamilien stammten. Im Dritten Zeitalter war die Region und die Steppen östlich davon Heimat der Ostlinge, Balchoth und Wagenfahrer, ehemals Knechte Morgoths und später in Diensten Saurons. Sauron versteckte sich dort in den ersten Jahren dieses Zeitalters. Die Blauen Zauberer Alatar und Pallando gingen dorthin und blieben dort.

Khand

Über das Land südöstlich von Mordor ist wenig bekannt. Es grenzte im Nordosten an Rhûn, im Westen an Nah-Harad. Die Leute von Khand waren Reiter wie die Menschen von Rohan und wurden Variags genannt. Khand stand unter dem Einfluss Mordors. 1944 DZ griffen sie zusammen mit den Wagenfahrern des Ostens Gondor an und unterstützten Sauron später im Ringkrieg.

Dunkellande

Die Dunkellande waren ein Kontinent Ardas, der südöstlich von Mittelerde und südwestlich der Mauern der Sonne lag. Er entstand vermutlich bei der Umgestaltung Ardas zur Kugel. Tolkien beschreibt nicht viel von diesem Kontinent, nur dass er dicht bewaldet und unbewohnt war. Nach seiner „Theorie“ verschoben sich die Dunkellande um 90° im Uhrzeigersinn und drifteten zur südlichen Polkappe ab, wo sie schließlich zur heutigen Antarktis wurden. Die Dunkellande werden in Tolkiens Werken kaum erwähnt.

Mauern der Sonne

Die Mauern der Sonne, auch Berge der Sonne, Sonnenlande oder Osternis (als Gegensatz zu Westernis) genannt, waren der östlichste Kontinent Ardas. Hier befanden sich, nach den Pelóri in Aman, die zweit höchsten Berge der Welt. Hinter ihnen ging, bis zur Umgestaltung der Welt, die Sonne auf (daher der Name). Ansonsten ist von diesem Kontinent nichts bekannt, auch nicht, ob er bewohnt ist, doch vermutlich war es durch die Nähe zur Sonne viel zu heiß, um dort zu leben. Tolkiens „Theorie“ besagt, dass die Sonnenlande sich im Vierten Zeitalter in zwei kleinere Kontinente teilten, die wir heute als Nord- und Südamerika kennen.

Literatur

  • Karen Wynn Fonstad: Historischer Atlas von Mittelerde. 12. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2005, ISBN 3-608-93237-2
  • Robert Foster: The complete guide to Middle earth. Grafton, London 1992, ISBN 0-261-10252-4
  • Barbara Strachey: Frodos Reisen. Klett-Cotta, Stuttgart 1982, ISBN 3-608-95006-0

Weblinks

  • Ardapedia – Die offene Tolkien-Enzyklopädie

Einzelnachweise

  1. Historischer Atlas von Mittelerde, S. 5 und S. 39
  2. Historischer Atlas von Mittelerde, S. 191
  3. In: Nachrichten aus Mittelerde, S. 31.
  4. Tokiengateway, Artikel Rohan

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