Wolfzahnau

Wolfzahnau
Wolfzahnau (grünes Dreieck an der Lech-Wertach-Mündung)

Die Wolfzahnau ist ein Landschaftsschutzgebiet mit dem Status eines Naturschutzgebietes im Norden von Augsburg. Die Wolfzahnau umfasst 76 Hektar.

Die Verordnung der Stadt Augsburg vom 30. Juli 1998 benennt die Schutzzone als „die Landzunge im Zusammenfluss von Lech und Wertach mit dem von Stadtbach und Proviantbach durchflossenen urwaldähnlichen Auwald einschließlich des Flussbettes des Lechs mit seinen Kiesflächen …“

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Wolfzahnau liegt im nördlichen Augsburger Stadtgebiet, zwischen den Stadtteilen Oberhausen und Firnhaberau. Sie wird von beiden Seiten von den zwei größten Flüssen Augsburgs, der Wertach und dem Lech, eingegrenzt. Im nördlichen Ende der Wolfzahnau mündet die Wertach in den Lech. Der Bereich östlich der Wertach wird durch den Auslaufkanal (39 m³/s) begrenzt, welcher durch den Zusammenfluss von Hauptstadtbach und Proviantbach entsteht. Dieser Teil ist daher nicht zugänglich. Das Landschaftsgebiet ist hauptsächlich von Auwäldern bedeckt, welche früher weite Teile des Lech- und Wertachufers beherrschten.

Namensherkunft

Der Namensteil „Wolfzahn“ entstand durch die Form des spitz zulaufenden Mündungsgebiets bis zum Zusammenfluss von Lech und Wertach. Die Umrisse des Gebietes erinnern an den Zahn eines Wolfes. Möglich ist aber auch, dass es sich um einen abgewandelten alten Flurnamen handelt. Der Zusatz „Au“ bezieht sich auf die Flussaue.

Der Name „Wolfzahn“ wurde zunächst von einer Gaststätte verwendet. Am 29. März 1879 beschloss dann der Augsburger Magistrat, die Einöde nach dem darauf befindlichen Gasthof „zum Wolfzahn“ in Wolfzahnau umzubenennen. Dies erfolgte am 10. Mai 1879.

Geschichte

Die Wolfzahnau gehörte lange zum bayerischen Lechhausen, das bis zur Eingemeindung 1913 eigenständig war. Am 18. März 1854 wurde das bewaldete Gebiet dem Hoheitsgebiet der Stadt Augsburg zugeschlagen.

Im Jahr 1881 plante die Stadt Augsburg, auf der Fläche der Wolfzahnau einen Waldfriedhof oder Zentralfriedhof zu errichten. Stadtbaurat Ludwig Seybold legte 1884 detaillierte Pläne vor. Die Ausführung hätte große Eingriffe in die Landschaft mit sich gebracht, z.B. eine Begradigung des Lechlaufs. Aufgrund von Naturschutz-Bedenken wurde der Friedhof schließlich nicht gebaut. Jahrzehntelange Planungen, aus dem Gebiet einen öffentlichen Park zu gestalten, wurden bisher nicht realisiert.

Am 29. Mai 1923 tauschte die Stadt Augsburg das Gelände gegen Ersatzflächen auf der Ostseite des Lechs mit der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN). Heutige Eigentümer sind die MAN und die Augsburger Localbahn.

Sonstiges

In der Wolfzahnau befand sich über einen langen Zeitraum ein Abdecker.

1970 sollte die Berliner Allee durch die Wolfzahnau vierstreifig zur Donauwörtherstraße verlängert werden, das Vorhaben wurde jedoch nicht umgesetzt.

Des Öfteren gab es Planungen von Industriebetrieben, die Wolfzahnau abzuholzen, um dort zu bauen. Das größte Interesse daran hatte die am Südrand der Wolfzahnau gelegene MAN.

Wasserkraftwerke

Seit 1903 existiert in der Wolfzahnau am „Auslaufkanal“ ein Wasserkraftwerk. Der Backsteinbau beherbergt mehrere Turbinen und ein vier Meter hohes Schwungrad. Das Kraftwerk leistet 1800 kW. Es wurde ursprünglich von der Textilfirma Dierig für den Eigenbedarf betrieben. Zwischenzeitlich war es stillgelegt, bis es 1996 von einem Privatmann gekauft wurde und seitdem Strom an die Stadtwerke Augsburg liefert.

2007 wurde der Bau eines zweiten Wasserkraftwerks, diesmal am Lech, beschlossen. Das unterirdische Kraftwerk soll am Ufer gegenüber der Wolfzahnau gebaut werden, direkt neben dem Wolfzahnauwehr, einem sog. Überfallwehr (1882–1883 erbaut). Das Kraftwerk leitet das Wasser seitlich aus dem Lech ab, führt es unterirdisch durch die Turbinen und wieder in den Lech zurück. Oberirdisch soll nach Abschluss der Baumaßnahmen nur der Zugang zum Aufzugsschacht zu sehen sein. Zusätzlich entsteht am Wehr eine neue Fischtreppe, die den Tieren den ganzjährigen vier Meter hohen Aufstieg ermöglichen soll.

Weblinks

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